Periinterventionelle antithrombotische und thrombolytische Therapie
Bei endovaskulären Eingriffen zur Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) entsteht ein iatrogenes Gefäßtrauma der behandelten Arteriensegmente. In Folge der Schädigung der Gefäßwand kommt es zu einer Plättchenaktivierung, die thromboembolische Komplikationen begünstigt. Zur Verhinderung akuter Reobstruktionen und Frühverschlüsse ist daher eine periinterventionelle antithrombotische Medikation indiziert. Hierfür existiert ein breites Spektrum antithrombozytärer Substanzen und Antikoagulanzien. Auf Basis der gegenwärtigen Datenlage und Leitlinienempfehlungen ist bei symptomatischer pAVK eine Dauertherapie mit dem P2Y12-Rezeptorblocker Clopidogrel (75 mg/d) oder alternativ dem Cyclooxygenase-Inhibitor Acetylsalicylsäure (ASS; 100 mg/d) empfohlen. Periinterventionell gilt die zusätzliche Gabe von Heparin als konsentiert. Abhängig vom Interventionsverfahren besteht zudem eine Indikation zur passageren dualen Plättchenhemmung (Clopidogrel plus ASS). Neuen Studien zufolge ist die unmittelbar postinterventionelle Kombination aus ASS und dem direkten Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (2 × 2,5 mg/d) in vaskulärer Dosis mit einer deutlichen Senkung schwerwiegender kardiovaskulärer und extremitätenbezogener Ereignisse gegenüber der Monotherapie mit ASS bei gleichzeitig erhöhtem Blutungsrisiko verbunden. Die Studienergebnisse deuten damit auf einen künftig wachsenden Stellenwert direkter oraler Antikoagulanzien in der medikamentösen Sekundär- und Tertiärprophylaxe der interventionell therapierten pAVK hin.