Stenosen und Verschlüsse der intrakraniellen Arterien
Intrakranielle Stenosen und Verschlüsse werden in Europa für etwa 10 % der ischämischen Schlaganfälle verantwortlich gemacht, in Asien liegt dieser Anteil bei etwa 50 %. Sie treten in allen Altersabschnitten auf: als fokale zerebrale Arteriopathie oder als Moyamoya-Erkrankung im Kindes- und Jugendalter, als Dissektion oder reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom (RCVS) im jungen und mittleren Erwachsenenalter, als arteriosklerotische Makroangiopathie oder primäre Angiitis des zentralen Nervensystems (PACNS) im mittleren und höheren Lebensalter und – in allen Altersabschnitten – in Form einer sekundären intrakraniellen Vaskulitis bei systemischen inflammatorischen und immunologischen (Gefäß-)Erkrankungen. Trotz des allen Erkrankungen gemeinsamen Stenoseprozesses zeigen die einzelnen Erkrankungen teils charakteristische Symptomkonstellationen und Gefäßbefunde, deren Erkennen zur Diagnose der zugrunde liegenden Ätiologie führen sollte, da dies Voraussetzung einer adäquaten Therapie ist.