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Klinische Kardiologie
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Publiziert am: 03.08.2023 Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.

Angeborene Herzfehler im Erwachsenenalter

Übersicht und praktische Empfehlungen
Verfasst von: Michael Huntgeburth, Paul-Gerhard Diller und Harald Kaemmerer
Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) stellen eine ständig wachsende Patientengruppe dar, die zunehmend relevant wird. Bei der Patientenversorgung bedarf es besonderer Kenntnisse über moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sowie über Rest- und Folgezustände nach vorausgegangenen Eingriffen. Als Behandlungsoptionen stehen interventionelle und operative Verfahren sowie medikamentöse Therapieansätze zur Verfügung. Zudem bedürfen EMAH präventiver bzw. gesundheitsfördernder Maßnahmen sowie einer Beratung über kardiale und nichtkardiale Komorbiditäten oder über Familien- und Berufsplanung. Da EMAH chronisch herzkrank sind, gilt es, eine optimale strukturierte Nachsorge anzubieten durch eine enge Zusammenarbeit zwischen betreuenden Hausärzten, internistischen Kardiologen und EMAH-spezialisierten Spezialisten. Nicht zuletzt haben adäquate Kenntnisse über angeborene Herzfehler und EMAH einen zunehmenden Stellenwert, da sie Bestandteil der allgemeinen kardiologischen Ausbildung sind.

Einführung

Patienten mit angeborenen Herzfehlern (AHF) haben inzwischen aufgrund steigernder Patientenzahlen auch in der Erwachsenenkardiologie einen größeren Stellenwert.
AHF sind mit einer Häufigkeit von etwa 1:100 Lebendgeburten die häufigsten isolierten Organanomalien. Durch eine verbesserte medizinische Versorgung von Kindern mit AHF in den letzten Jahrzehnten überleben mittlerweile in industrialisierten Ländern mehr als 95 % bis ins Erwachsenenalter. Diese Tendenz wird in den nächsten Jahrzehnten noch anhalten. Gegenwärtig geht man davon aus, dass weltweit mehr als 50 Millionen Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) leben, in Deutschland mehr als 360.000.
Bei der Patientenbetreuung verschiebt sich das klinische Bild immer mehr in Richtung hoher Komplexität, was die Betreung intellektuell und zeitlich sehr anspruchsvoll gestaltet.
Bei der Patientenbetreuung muss stets beachtet werden, dass sich Diagnostik und Therapie bei vielen AHF erheblich vom Vorgehen bei erworbenen Herzfehlern unterscheiden. Dies gilt insbesondere für komplexe AHF sowie solche, bei denen für die Behandlung des nativen Herzfehlers mehrere interventionelle und operative Therapieschritte erforderlich waren, welche Anatomie und Hämodynamik erheblich beeinflusst haben (Abb. 1).
Abb. 1
Verschiedene Stadien der angeborenen Herzfehler. Bei der Behandlung von AHF kommt den Rest-und Folgezuständen sowie möglichen Komplikationen eine besondere Bedeutung zu. Bereits im Kindesalter müssen die Behandlungen auf die im Erwachsenenalter zu antizipierenden Probleme abgestimmt werden. PAH pulmonal-arterielle Hypertonie HLP Hyperlipoproteinämie, KHK koronare Herzerkrankung
Das Kollektiv der EMAH kann in drei Gruppen unterteilt werden, deren Diagnostik, Behandlung und Nachsorge sich unterscheiden:
  • Erstdiagnose eines AHF im Erwachsenenalter,
  • Erwachsene Patienten mit bekanntem, aber bislang unbehandeltem (nativem) Herzfehler,
  • Bereits im Kindes-/Jugendalter behandelte Patienten, die sich nach Erreichen des Erwachsenenalters zur Nachsorge oder wegen neu aufgetretener Beschwerden vorstellen.
Unter Berücksichtigung der aktuellen ESC-Leitlinen zu EMAH aus dem Jahr 2020, der deutschsprachigen DGK-Pocket-Leitline, illustrierten umfangreichen Lehrtexten sowie Informationen im Internet werden im nachfolgenden Kapitel wesentliche Aspekte der EMAH-Versorgung (Diagnostik, Beurteilung, Therapie und Nachsorge) praxisnah vorgestellt.

Normale Anatomie und Einteilung der angeborenen Herzfehler

Zum Verständniss der AHF ist eine systematische Einteilung hilfreich. AHF können zunächst einmal in nichtzyanotische (azyanotischem) und zyanotische Formen unterteilt werden (Tab. 1). Die azyanotischen AHF wiederum lassen sich in Shunt-Vitien oder Klappenfehler unterteilen. Shuntvitien existieren auf Vorhof- und Ventrikelebene und werden in Abhängigkeit von ihrer Lokalisation als prä- oder posttrikuspidale Shunts bezeichnet. Die prätrikuspidalen Shunts umfassen Vorhofseptumdefekte (ASDs), Lungenvenenfehlmündungen und partielle atrioventrikuläre Septum-Defekte (pAVSD). Zu den posttrikuspidalen Shunts gehören Ventrikelseptumdefekte (VSDs), komplette atrioventrikuläre Septumdefekte (cAVSD), der persistierende Ductus arteriosus Botalli (PDA) oder das aorto-pulmonale Fenster.
Tab. 1
Klassifizierung angeborener Herzfehler in Abhängigkeit vom Vorliegen einer Zyanose
Azyanotische Herzfehler
Anomalien der Herzklappen oder großen Gefäße
• Aortenstenose (valvulär, subvalvulär, supravalvulär, angeborene hypertrophe Kardiomyopathie)
Aortenisthmusstenose (CoA, ISTA)
• Pulmonalstenose (valvulär, subvalvulär, supravalvulär, peripher)
Shuntvitien
• Vorhofseptumdefekte (ASD)
• Ventrikelseptumdefekte (VSD)
• Atrio-ventrikuläre Septumdefekte (AVSD, partiell oder komplett)
• Persistierender Ductus arteriosus (Botalli) (PDA)
• Aortopulmonales Fenster (AP-Fenster)
Zyanotische Herzfehler (Auswahl der im klinischen Alltag häufigsten AHF)
Primär zyanotische AHF
• Transposition der großen Gefäße (TGA)
• Trikuspidal-/Mitralatresie (TA, MA)
• Totale Lungenvenenfehlmündung
• Fallot´sche Tetralogie (ToF)
• Pulmonalatresie (PA) und VSD
• Double outlet ventricle, rechts oder links (DORV/DOLV)
• Einkammerherz/Univentrikuläres Herz (z. B. Double inlet ventricle [DILV], hypoplastisches Linksherzsyndrom, HLHS)
• sonstige seltene zyanotische AHF
Sekundär zyanotische AHF
Eisenmenger-Syndrom (primär azyanotische Links-Rechts-Shunt-Vitien, bei denen durch eine pulmonalvaskuläre Erkrankung (PAH) eine Shuntumkehr mit Rechts-Links-Shunt zur einer arteriellen Deoxygenierung führt, die sich klinisch als Zyanose manifestiert)
Klappen- und Gefäßveränderungen betreffen im Bereich des rechten Herzens Stenosen und Insuffizienzen an der Trikuspidalklappe (z. B. die Ebstein-Anomalie (syn. Morbus Ebstein), an der Pulmonalklappe und an der -arterie. Am linken Herzen treten Veränderungen an der Mitral- und Aortenklappe (z. B. bei bikuspider Aortenklappe, BAV) und an der Aorta (z. B. Aortenisthmusstenose) auf.
Zu den wichtigsten zyanotischen Herzfehlern gehören insbesondere die „5 T und 1 P“: Fallot´sche Tetralogie, Transposition der großen Gefäße, Trikuspidalatresie, Truncus arteriosus communis, totale Lungenvenenfehlmündung, Pulmonalatresie (Tab. 1).
Hinzu kommen seltenere AHF, z. B. Anlageanomalien des Herzens (Ventrikelinversion/ccTGA, komplexe AHF mit Kombinationen mehrerer Vitien) (eine umfassende Auflistung ist in den ESC -Leitlinien zu EMAH zu finden).
Mehr noch als bei erworbenen Herzerkrankungen sind detaillierte Kenntnisse der Anatomie des Herzens und der herznahen Gefäße und denr daraus resultierenden hämodynamischen Veränderungen für das Verständnis von AHF unabdingbar.
Zunächst gilt es, sowohl für native Herzfehler als auch für Zustände nach operativen Eingriffen, welche die Konnektion der Ventrikel mit den großen Gefäßen verändern (z. B. eine arterielle oder atriale Switch-Operation bei Transposition der großen Gefäße), die Anatomie des Herzens und die Konnektion der herznahen Gefäße zu erfassen: Liegt eine atrio-ventrikuläre (AV-) und ventrikulo-arterielle (VA-) Konkordanz oder Diskordanz vor?
Beurteilt werden hierzu alle Konnektionen der herznahen Gefäße mit den kardialen Strukturen. Um bei einem angeborenen Herzfehler Anatomie und Blutfluss durch Herz-, Lungen- und Gefäßsystem zu beschreiben, müssen folgende Fragen beantwortet werden:
  • Sind die Vena cava inferior und superior an den RA konnektiert, offen oder verschlossen?
  • Besteht eine persistierende linke obere Hohlvene?
  • Besteht eine Vena-azygos- oder eine Vena-hemiazygos-Kontinuität (venöse Kollateralgefäße/Umgehungskreislaufe der VCI entlang der Wirbelsäule)?
  • Ist der RA an den morphologisch rechten Ventrikel angeschlossen und der wiederum an die Pulmonalarterie?
  • Besteht eine regelrechte Mündung der Lungenvenen in den LA oder liegen Lungenvenenfehlmündungen in den RA oder die Vena cava vor?
  • Ist der LA mit dem LV verbunden und der LV mit der Aorta?
  • Gibt es Shunts auf Vorhof-/Ventrikelebene oder der großen Gefäße?
  • Bestehen Stenosen unterhalb (subvalvulär), an (valvulär) oder oberhalb der Herzklappen (supravalvulär)?
  • Bestehen Insuffizienzen der Klappen?
Mit diesem systematischen Ansatz lassen sich die meisten AHF den verschiedenen Einteilungen zuordnen.
Wichtig für die Patientenbetreuung ist die Tatsache, dass ein zunächst einfacher AHF aufgrund von Komplikationen/Folgeproblemen zu einer Höherstufung des Schweregrades führen kann. Beispiel hierfür ist ein zunächst einfacher VSD, der zu einer schweren pulmonal-vaskulären Erkrankung (pulmonal-arterielle Hypertonie, PAH) und im Extremfall zu einem Eisenmenger-Syndrom führen kann.
Da kardiale Anomalien häufig in Kombination auftreten, muss nach typischen Kombinationen gesucht werden. So tritt ein Sinus-venosus-Defekt (SVD) mit einer partiellen Lungenvenenfehlmündung (zumeist der rechten oberen Lungenvenen in die VCS) auf. Ein ASD I ist oft Teil eines partiellen oder kompletten AVSD mit Cleft in der Mitralklappe und VSD. Eine BAV ist häufig mit einem VSD, einer Aortenisthmusstenose oder einem PDA assoziiert, eine Aortenisthmusstenose mit einer BAV, einer subvalvulären und valvulären Aortenstenose und einer Aortopathie. AHF kommen auch bei Syndromen wie z. B. dem Marfan-Syndrom, der Trisomie-21, dem Turner-Syndrom oder dem Williams-Beuren-Syndrom vor.
Merke
AHF können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden: z. B. in azyanotische und zyanotische Formen oder nach dem Schweregrad in leichte, moderate und schwere AHF. AHF können auch mit syndromalen Erkrankungen assoziiert sein. Aufgrund von Komplikationen kann aus einem primär einfachen ein komplexer Herzfehler werden (z. B. Eisenmenger-Syndrom bei primärem Links-Rechts-Shuntvitium).

Die verschiedenen EMAH-Kollektive

Im klinischen Alltag stellen sich Patienten aus den drei o. g. Kollektiven mit unterschiedlichen Beschwerden oder Symptomen vor. Nicht selten besteht eine ungeklärte Leistungslimitation oder es ist ein Herzgeräusch oder eine Erweiterung der Herzhöhlen bei der Untersuchung aufgefallen.
Manche AHF werden durchaus erstmals im Erwachsenalter diagnostiziert (Tab. 2).
Tab. 2
Erstdiagnosen angeborener Herzfehler im Erwachsenenalter. Exemplarische Auflistung der im klinischen Alltag häufigen AHF, die erstmalig im Erwachsenenalter auffallen. Auf die entsprechenden Anomalien sollte bei kardiologischen Untersuchungen geachtete werden
Shuntvitien
Zumeist auf Vorhofebene: Vorhofseptumdefekte (ASD), Sinus-venosus-Defekt (SVD) mit/ohne Lungenvenenfehlmündung, partieller AV-Kanaldefekt (AVSD), persistierendes Foramen ovale (PFO); Ventrikelseptumdefekte (VSDs)
Anlageanomalien des Herzens
Ventrikelinversion/kongenital korrigierte Transposition der großen Gefäße (ccTGA), Ebstein-Anomalien einfach und komplex (auch Klappenanomalien)
Anomalien der Koronararterien
ALCAPA/Bland-White-Garland-Syndrom (Abgang der LCA aus der PA); ARCAPA (Abgang der RCA aus der PA)
Abgansanomalien der Koronararterien aus der Aorta (AAOCA)
Koronarfisteln
Klappenanomalien/Aortenerkrankungen
Ebstein-Anomalie, Bikuspide Aortenklappe (BAV), Aortenisthmusstenosen (CoA, ISTA), Bindegewebssyndrome (Marfan-, Loeys-Dietz-, Ehlers-Danlos-Syndrom, etc), familiäre thorakale Aortenaneurysma/Dissektionssyndrome
Im klinischen Alltag betrifft dies insbesondere Vitien mit Shunt auf Vorhofebene (allen voran der ASD II, also ein Substanzdefekt in der Fossa ovalis, aber auch an anderen Stellen im Vorhofseptum), einige Anomalien der Herzlage und der Konnektion an die herznahen großen Gefäße, Klappenanomalien und Gefäßanomalien. Hervorzuheben sind auch angeborene Koronararterienanomalien, wie der Fehlabgang der linken Koronararterie (ALCAPA bzw. das Bland-White-Garland-Syndrom) oder der rechten Koronararterie aus der Pulmonalarterie, Abgangsanomalien der Koronararterien aus der Aorta an untypischer Lokalisation mit konsekutiver Gefäßkompression (AOOCA).
Shuntvitien fallen häufig erstmals durch eine Leistungslimitierung, Dyspnoe, rezidivierende pulmonale Infekte oder zerebrale Insulte auf. Ventrikelinversionen, bei denen die beiden Kammern vertauscht sind und ein morphologisch rechter Ventrikel (mRV) Systemventrikel ist (die entsprechende AV-Klappe ist dann ebenfalls vertauscht, da der Ventrikel „seine“ AV-Klappe mitnimmt), können sich erstmals mit dem klinischen Bild einer Linksherzinsuffizienz oder mit HRST in Form von AV-Blockierungen manifestieren. Bei Klappenstenosen kommt es zu Schwindel, Synkopen, Luftnot oder thorakalen Beschwerden. Leitsymtom einer Aortenisthmusstenose ist typischerweise eine arterielle Hypertonie. Es gibt aber in allen Altersgruppe Patienten, bei denen das zugrunde liegende Vitium übersehen wurde.
Aortopathien fallen im Erwachsenenalter nicht selten bei kardiologischen Check-Up-Untersuchungen zufällig auf nach einer schwerwiegenden Komplikation wie einer Aortendissektion oder -ruptur auf.
EMAH mit nativem AHF oder nach operativen oder interventionellen Eingriffen am Herzen werden zur Verlaufskontrolle vorstellig, weil sie in eine strukturierte Nachsorge eingebunden sind(oftmals jedoch zu seltendies ist häufig jedoch nicht der Fall) oder weil sie Beschwerden entwickeln. Grund hierfür ist die Tatsache, dass trotz aller Fortschritte und moderner Behandlungstechniken die AHF nicht wirklich korrigierbar (im Sinne von heilbar) sind. Eine vollständige „Korrektur“ im Sinne einer vollständigen Beseitigung aller Pathologien unter Ausbleiben möglicher Rest- und Folgezustände ist nur in den wenigsten Fällen möglich! Sprach man früher oftmals von Korrektureingriffen, so bedient man sich heutzutage eher dem Begriff der „Reparatur“ und folgt so dem internationalen Sprachgebrauch („repair“).
Verantwortlich für auftretende Symptome sind meist herzfehler-spezifische Rest- und/oder Folgezustände, die korrekt erkannt und behandelt werden müssen (Tab. 3). Typische Restzustände sind postoperativ/-interventionell fortbestehende anatomische und/oder funktionelle Veränderungen, z. B. Re- oder Rest-Shunts, Klappeninsuffizienzen oder -stenosen sowie Stenosen auf Gefäßebene (z. B. in der Aorta oder Pulmonalarterie). Diese sind teils aufgrund eines erhöhten OP-Risikos oder wegen fehlender Behandlungsmöglichkeiten in der Vergangenheit nicht therapiert worden.
Tab. 3
Typische, im klinischen Alltag häufige, Rest- und Folgezustände nach operativer oder interventioneller Behandlung von AHF
Vitium
Restzustände
Folgezustände
Pulmonal- oder Aortenklappenstenose
• Restgradient
• Ventrikeldysfunktion
• Klappeninsuffizienz
• Restgradient
Arterielle Hypertonie (der oberen Körperhälfte)
• Bikuspide Aortenklappe
• Restenose
• Rest-Shunt
• Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH)
• Anhaltende Rechtsherzbelastungszeichen
• PAH
• Atriale Herzrhythmusstörungen (HRST)
• Rest-Shunt
• PAH
• Atriale und ventrikuläre HRST
• Trikuspidalklappeninsuffizienz
Fallot´sche Tetralogie (ToF)
• Restgradient über rechtsventrikulären Ausflusstrakt (RVOT)
• Rest-Shunt über VSD-Patch
• Pulmonalinsuffizienz
• Aneurysma des RVOTs
• Aortopathie
• Atriale und ventrikuläre HRST
Komplette Transposition der großen Gefäße (TGA)
• Rechter Ventrikel als Systemventrikel
• Trikuspidalinsuffizienz
• Obstruktion des RVOT (RVOTO)
• Rest-Shunt
• Systemvenenkanal-/Lungenvenenkanal-Baffle-Obstruktion
• Atriale und ventrikuläre HRST
Zustand nach Conduit-Interposition
• Rest-Stenose/-Insuffizienz/-Shunt
• Ventrikeldysfunktion
• Degeneration/Verkalkung (Stenose, Insuffizienz)
Zustand nach Fontan-Palliation
Hypoplastische Lungengefäße
• Ventrikeldysfunktion
• Obstruktionen im Fontan-Kreislauf (Stenosen, Thromben), Ausbildung von Kollateralen (mit Volumenbelastung oder Entsättigung)
• AV-Klappeninsuffizienz
• Atriale HRST
•Ausbildung einer pulmonalen Vaskulopathie
• Eiweißverlustsyndrom (Protein-Verlust-Enteropathie, Aszites, Pleuraergüsse)
Hiervon zu unterscheiden sind Folgezustände einer vorausgegangenen Therapie, die postoperativ/-interventionell zu anatomischen und funktionellen Auswirkungen führen. Hierzu gehören insbesondere Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen (HRST), pulmonal-vaskuläre Erkrankungen (pulmonale Hypertonie, PH, pulmonal-arterielle Hypertonie, PAH), Endokarditiden oder Aortopathien. Zunehmend häufig treten kardiale sowie nichtkardiale Komorbiditäten auf, zu denen auch psychische oder psychosomatische Störungen zählen, die den natürlichen Verlauf der EMAH-Patienten modifizieren und aggravieren können (Abb. 1). Im klinischen Alltag häufig aufzufindende, vitientypische Rest- und Folgezustände sind in Tab. 3 aufgeführt.
Zu Problemkonstellationen, die normalerweise nicht im Fokus der normalen Erwachsenenkardiologie stehen, gehören univentrikuläre Herzen, oftmals nach palliativer Fontan-Operation. Die Zahl dieser Patienten wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Seltener werden demgegenüber zyanotische Patienten, insbesondere Patienten mit Eisenmenger-Syndrom, da diese hierfür ursächlichen Vitien heutzutage frühzeitig operiert oder interventionell behandelt werden und sich diese schwerwiegende Komplikation folglich nicht entwickelt.
Merke
Im klinischen Alltag der EMAH-Versorgung finden sich vorzugsweise Patienten mit bereits behandelten AHF, die wegen Rest- und Folgeproblemen lebenslang überwacht werden müssen. Diese Patienten werden zunehmend häufig in kardiologischen Praxen und Kliniken vorstellig und bedürfen seitens der Erwachsenenkardiologie einer besonderen Beachtung (Erstdiagnose, Verlaufskontrollen).

Typische Folgeprobleme bei EMAH nach erfolgter Operation/Intervention

Folgeprobleme bei EMAH sind häufig bedingt durch die initiale Druck- und/oder Volumenbelastung des kardialen Systems bei AHF, eine frühere oder noch persistierende Hypoxie und die oftmals zahlreichen OPs mit teils langen Herz-Lungen-Maschinenzeiten unter – zumindest zum Operationszeitpunkt – noch unzureichender Kardioprotektion. Hinzu kommen Narbenbildungen im Herzen und die Implantation von prothetischen Materialen, Kunstklappen oder Devices. Diese Folgeprobleme gilt es aufzudecken und bestmöglich zu behandeln.
Die Herzinsuffizienz kann Ursache für einen kardiovaskulären Tod sein und tritt in Abhängigkeit des zugrunde liegenden AHF mit einer Prävalenz von 20–50 % auf. Sie ist somit ein häufiges und typisches Problem bei Patienten mit AHF und kann u. a. durch eine Myokardschädigung infolge von Druck- oder Volumenbelastung bei Shunt-Vitien, Klappenstenosen oder -insuffizienzen, Gefäßstenosen, HRST oder bei zyanotischen Vitien durch hypoxiebedingte Schädigungen bedingt sein. Hinzu kommen Narbenbildungen, Remodellingprozesse wie kardialer Fibrosierung sowie vitientypische Residuen.
Manche AHF haben die Besonderheit, dass ein morphologisch rechter Ventrikel (mRV) als Systemventrikel fungiert und Systemdruck aufbauen muss. Ein Beispiel dafür ist ein morphologisch rechter Systemventrikel nach Vorhofumkehr-Operation oder bei ccTGA. Aufgrund der engen Interaktion der beiden Ventrikel spielt, z. B. bei Shuntverbindungen, eine gestörte Ventrikel-Ventrikel-Interaktion pathophysiologisch eine wichtige Rolle.
Für das adäquate Management einer Herzinsuffizienz bei AHF müssen zunächst persistierende oder neu aufgetretene anatomisch-pathologische und damit pathophysiologische Ursachen ausgeschlossen werden, z. B. Klappenstenosen oder -insuffizienzen, Ausflusstraktstenosen oder Re-/Rest-Shunts, die ggf. interventionell oder operativ behandelt werden können.
Eine medikamentöse Therapie kann und sollte zumeist additiv erfolgen. Dabei muss allerdings kritisch hinterfragt werden, ob diese in derselben Form mit Betablockern, Diuretika, Mineral-Corticoid-Antagonisten sowie Hormon-modulierenden Medikamenten (ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, ARNI [Valsartan-Neprilysin-Inhibitoren], SGLT2-Inhibitoren oder sGC-Stimulatoren, Vericiguat) erfolgen kann wie bei erworbenen Herzerkrankungen. Die Datenlage hierzu ist unzureichend, insbesondere bezüglich Patienten mit morphologisch rechtem Systemventrikel oder mit univentrikulärem Herzen (nach Fontan-Operation). Aktuelle Daten und Expertenmeinungen deuten darauf hin, dass, ähnlich wie bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz bei erworbenen Herzerkrankungen, eine adaptierte Kombinationstherapie mit den verfügbaren Medikamenten zum Einsatz kommen kann. Vitienspezifische Besonderheiten müssen aber beachtet werden (z. B. bei univentrikulären Herzen mit Fontan-Zirkulation oder bei morphologisch rechtem Systemventrikel). Oftmals weisen AHF-Patienten eine chronotrope Inkompetenz auf, die bei der Wahl der medikamentösen Therapie beachtet werden muss.
Die beschränkte Datenlage gilt auch für die Resynchronisierungstherapie, die ICD-Versorgung, den Einsatz von Assist-Systemen sowie einer Herz-, Herz-Lungen- oder einer kombinierten Organ-Transplantation.
Herzrhythmusstörungen (HRST) treten bei AHF aufgrund der anatomischen und strukturellen Veränderungen des Herzens in Form von supraventrikulären und ventrikulären Arrhythmien sowie als Blockierungen im Reizleitungssystem auf, die auf vorausgegangene Narbenbildungen nach operativen und interventionellen Behandlungen zurückführbar sind. Bei AHF finden sich insbesondere Vorhofarrhythmien. Klinisch werden diese teilweise gut toleriert, können aber gerade bei Fontan-Zirkulation oder nach Vorhofumkehroperation potenziell lebensbedrohlich sein. Diagnostik und Behandlung von HRST bei EMAH bedürfen einer besonderen Expertise. Besonders bei narbenbedingten HRST ist eine Ablationstherapie häufig erfolgreich. In vielen Fällen wird aber eine zusätzliche medikamentöse Behandlung benötigt. Der plötzliche Herztod ist für etwa 7 bis 26 % aller Todesfälle bei EMAH verantwortlich. Die Indikationsstellung zur ICD-Implantation muss den Besonderheiten des jeweiligen Krankheitsbildes Rechnung tragen und sollte stets zusammen mit einem EMAH-Spezialisten erfolgen. Nicht selten ist die Sondenpositionierung durch den AHF erschwert und nur mit großem chirurgischem Aufwand epikardial oder subkutan möglich.
Eine pulmonal-vaskuläre Erkrankung mit pulmonaler Hypertonie (PH) oder pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) ist ein schwerwiegendes Problem bei EMAH. Führend entwicklet sich eine PAH bei AHF mit initialem Links-Rechts-Shunt mit daraus folgender Lungenüberflutung. Sie kann aber auch durch aorto-pulmonale Kollateralen oder zu große, operativ angelegte aorto-pulmonale Shunts bedingt sein. Eine PH tritt bei AHF allerdings auch sekundär bei Erkrankungen des linken Herzens, bei Komorbiditäten aber auch durch bislang unbekannte, aggravierende Mechanismen auf. Zunehmend geraten genetische Mutationen in den Fokus. Empfehlungen zur PAH bei AHF sind in den aktuellen ESC-Leitlinien zur PAH und EMAH (ACHD) und den DGK-Pocketleitlinien enthalten und teils komplementär anzuwenden.
Abhängig von der zugrunde liegenden Ursache kann eine PH/PAH bei AHF zumeist entsprechend der PH-Klassifikation unterschiedlichen Gruppen zugeordnet, führend sind dies: PAH bei angeborenen Herzfehlern (Klasse 1, genauer 1.4.4) und PH bei Linksherzerkrankungen (Klasse 2, insbesondere Klasse 2.3: Angeborene/erworbene kardiovaskuläre Anomalien, die zu einer postkapillären PH führen). Bei Komorbiditäten oder besonderen pathologischen Konstellationen können Krankheitsbilder vorliegen, die in Gruppe 3 bis 5 gehören. Bei komplexen AHF, wie der TGA nach Vorhofumkehroperation oder bei univentrikulären Herzen nach Fontan-Palliation, ist keine eindeutige Klassenzuordnung möglich.
Nach klinischen Aspekten kann die PAH bei AHF einer von vier Gruppen zugeordnet werden:
AHF mit initial großem systemisch-pulmonalen Blutfluss („Links-Rechts-Shunt“), bei denen im Verlauf der PVR stark ansteigt und es somit durch einen Druckangleich zunächst zu einem bidirektionalen Shunt kommt, bei weiterer Progression schließlich vollständige Shuntumkehr mit Blutfluss vom Lungen- zum Systemkreislauf („Rechts-Links-Shunt“).
Klinisch liegt eine Zyanose mit sekundärer Erythrozytose und eine zyanosebedingte Multiorganbeteiligung vor.
PAH bei Links-Rechts- Shunt – korrigierbar (chirurgisch/ interventionell) oder nicht korrigierbar
Mittelgroße bis große Defekte mit gering- bis mittelgradigem systemisch-pulmonalen Blutfluss, aber ohne Zyanose unter Ruhebedingungen.
PAH zufällig assozziert mit AHF (bei kleinen/zufälligen Defekten)
Der AHF kann nicht ursächlich für die PAH.
Es besteht ein deutlich überhöhter PVR in Gegenwart kleiner angeborener Defekte, die nicht primär für die Entwicklung des überhöhten PVR verantwortlich sind.
Das klinische Bild ähnelt einer idiopathischen PAH. Ein Defektverschluss ist kontraindiziert.
PAH nach reparativer Behandlung
Nach Reparatur des AHF persistierende oder innerhalb von Monaten oder Jahren wiederkehrende PAH ohne hämodynamisch relevante Re- oder Restshunts
Es muss beachtet werden, dass bei diversen AHF, insbesondere bei primären Links-Rechts-Shuntvitien, im Langzeitverlauf eine PAH auch trotz vorausgegangener interventioneller oder operativer Behandlung auftreten kann. Dies kann durchaus auch erst in höherem Lebensalter der Fall sein. Die Prävalenz ist dabei abhängig vom zugrunde liegenden Vitium und wird insgesamt mit etwa 10 % angegeben.
Das Vorliegen einer PAH bzw. eine Erhöhung des pulmonalen Widerstandes ist auch ausschlaggebend bei der Entscheidung, ob bei einem Shuntvitium ein Defektverschluss bedenkenlos erfolgen kann, oder ob der Shunt verbleiben sollte oder ob ein Teilverschluss (fenestrierter Verschluss) möglich ist. Hierzu bieten die Leitlinien einen Entscheidungs-Algorithmus für einzelne AHF/Shuntvitien an.
Das Risiko für eine infektiöse Endokarditis (IE) ist bei AHF höher als in der Allgemeinbevölkerung. Dabei kommt es darauf an, welches Vitium vorliegt, und ob eine Operation oder Intervention unter Verwendung von prothetischem Material erfolgte.
Entsprechend aktuellen internationalen Leitlinien zur IE wird momentan eine IE-Prophylaxe nur bei Eingriffen mit hohem Risiko für das Auftreten einer IE empfohlen. Dies betrifft Patienten, bei denen prosthetische Materialen verwendet wurden, z. B. operativ oder interventionell implantierte Kunstklappen, nach Klappenrekonstruktionen mittels Ring, Patienten nach vorhergegangener IE oder zyanotische Patienten. Zur Prävention einer IE wird eine optimale Zahnhygiene mit regelmäßigen zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen empfohlen.
Die Empfehlungen zur Behandlung einer IE unterscheiden sich nicht grundsätzlich von den Standardempfehlungen der aktuellen Leitlinien. Allerdings werden die gegenwärtig restriktiven Leitlinienempfehlungen zur Endokarditisprophylaxe von erfahrenen Spezialisten durchaus kritisch gesehen. In jedem Fall ist eine individualisierte Anwendung erforderlich, was nach den Leitlinien aber zulässig ist. Zu beachten ist, dass nach Operationen oder Interventionen bei EMAH oft protethisches Material verwendet wurde und die genaue Kenntis darüber (detaillierte Briefe, OP-Berichte) zur Abwägung des Behandlungsslgorithmus (IE bei nativen Klappen oder Kunstklappen) on Bedeutung ist.
Wichtig ist, dass bei allen Patienten mit einer vermuteten IE vor der Gabe eines Antibiotikums eine Keimasservierung erfolgen sollte.
Auch können sich bei AHF im Laufe des Lebens kardiale und nichtkardiale Komorbiditäten entwickeln, die das erworbene Krankheitsbild modifizieren und aggravieren. Umgekehrt können solche Komorbiditäten aber auch den Verlauf des AHF entscheidend beeinflussen. Im Rahmen der hausärztlichen/internistischen und kardiologischen Nachsorge sollten diese Aspekte unbedingt beachtet werden.
Merke
Zu typischen Folgeprobleme im Langzeitverlauf gehören insbesondere die Herzinsuffizienz, eine pulmonalvaskuläre Erkrankung oder pulmonal-arterielle Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Endokarditiden, Aortopathien und erworbene kardiale und nichtkardiale Komorbiditäten.

Diagnostik bei EMAH-Patienten

Die diagnostische Aufarbeitung von EMAH ist vielfach komplexer als die von Patienten mit erworbenen Herzerkrankungen, da meist ein jahrzehntelanger Verlauf, teils mit mehreren operativen oder interventionellen Eingriffen sowie diversen Rest- und Folgezuständen oder Komorbiditäten berücksichtigt werden müssen.
Die Erhebung einer genauen Anamnese ist zur Beurteilung des kardialen Status, der Leistungsfähigkeit und zur Zuordnung evtl. vorhandener Beschwerden und Symptomen essenziell. Sorgfältig erstellte Krankenakten und OP-Berichte sind dabei extrem hilfreich. Häufig werden von den Patienten Beschwerden oder eine Leistungslimitierung subjektiv in ihrer Bedeutung verkannt, unterschätzt oder bagatellisiert. Eine genaue Kenntnis über Art und Anzahl vorgenommener invasiver und operativer Behandlungen, samt der verwendeten Materialien (Patches, Conduits, Klappen, Resektionen etc.), ist essenziell, zumal mit einer zunehmenden Anzahl von Operationen das Sterblichkeitsrisiko steigt.
Die Familienanamnese ist bei familiär gehäuft auftretenden Erkrankungen mit genetisch erhöhtem Wiederholungsrisiko, wie z. B. dem Marfan-Syndrom, oder genetisch determinierten HRST besonders bedeutsam.
Die klinische Untersuchung ist bei AHF-Patienten richtungsweisend. Wichtige Aspekte betreffen zentrale Zyanosezeichen (livide Haut-/Schleimhäute, Trommelschlegel-Akren oder Uhrglasnägel), eine differenzierte Puls- und Blutdruckbeurteilung (insbesondere bei Aortenisthmusstenose, nach Shunt-Operationen, bei Klappenerkrankungen), Zeichen einer kardialen Belastung oder einer Herzinsuffizienz (Lungenstauung, Lebervergrößerung, periphere Ödeme, gestaute Halsvenen). Die Auskultation liefert wichtige Hinweise zur Erfassung und Quantifizierung von Klappen- und Shuntvitien.
Das EKG kann vitientypische Besonderheiten aufweisen, wie z. B. Hypertrophiezeichen oder OP-bedingte Schenkelblockbilder, ein überdrehter Linkstyp bei AVSD oder Trikuspidalatresie. Eine progrediente Verbreiterung des QRS-Komplexes kann bei einzelnen AHF (z. B. der ToF) prognostische Bedeutung hinsichtlich eines erhöhten Risikos für einen plötzlichen Herztod haben.
Neben den üblichen Laborparametern zur Kontrolle der Organfunktionen (Leber, Niere, Blutbild) ist bei AHF-Patienten eine speziellere Labordiagnostik erforderlich. So ist bei zyanotischen Herzfehlern der Eisenstatus von großer Bedeutung, der sich allerdings nicht auf periphere Erythrozyten-Parameter und -Indizes beschränken darf, sondern Ferritin, Transferrin und den löslichen Transferrin-Rezeptor beinhalten sollte.
Zur Beurteilung der Ventrikelfunktion oder einer Herzinsuffizienz ist bei vielen, aber nicht allen Vitien, die Bestimmung des NTproBNP hilfreich.
Bei zyanotischen Patienten ist die Bestimmung des Hämatokritwertes (Hkt) wichtig. So kann bei einem Hkt über 60 % die INR nicht verwertbar sein, wenn nicht zuvor der Citratanteil im Serumröhrchen an den HKT angepasst wurde (siehe Absatz zu Antikoagulation/Thrombembolieprävention).
Als kardiales bildgebendes Verfahren ist die transthorakale Echokardiografie (TTE) auch bei AHF die primäre, nichtinvasive Untersuchungsmethode. Sie wird im Bedarfsfall durch eine multimodale Bildgebung mittels transösophagealer Echokardiografie (TEE) und Schnittbildverfahren (MRT und CT) ergänzt. Mittels TTE kann bei guter Schallqualität die Anatomie des Herzens detailliert beurteilt werden. Neben den Standardschnittebenen sind ergänzende, modifizierte Anlotungen von parasternal, apikal, subxiphoidal und suprasternal erforderlich. Im Falle einer Lageanomalie, z. B. Situs inversus, Dextrokardie oder Dextropositio cordis, kann zur Verbesserung der Darstellbarkeit eine Umlagerung des Patienten in Rechtsseitenlage erforderlich sein.
Beim Untersuchungsablauf und der Befundbeschreibung hat sich ein systematischer „sequential segmental approach“ bewährt, mit dem sowohl einfache als auch komplexe anatomische Verhältnisse erfasst und verstanden werden können (siehe Absatz 2). Dabei wird die Anatomie segmental, dem Blutfluss durch das Herz folgend, beschrieben. Die Beschreibung beginnt bei dem systemvenösen Rückfluss zum subpulmonalen Ventrikel und in die Lunge, gefolgt vom pulmonalvenösen Rückfluss zum Systemventrikel und in die Aorta.
Der Rückfluss des systemvenösen Blutes über die Hohlvenen und deren korrekte Konnektion an den RA und anschließend dem RV wird als atrio-ventrikuläre [AV]-Konkordanz bezeichnet. Als Anomalie kann hier z. B. eine unterbrochene Vena cava inferior (VCI) bestehen mit Rückfluss des venösen Blutes über die Vena azygos (Azygoskontinuität) und hemiazygos. Anlageanomalie der Vorhöfe mit zwei linken oder rechten Vorhöfen (Links-/Rechtsisomerie) lassen sich im Erwachsenenalter echokardiografisch meist nur mittels TEE detektieren, gleiches gilt für die Einmündung aller Lungenvenen in den linken Vorhof (LA). Es schließt sich die Analyse der atrio-ventrikulären Konkordanz mit Konnektion des LA an den LV an. Hierauf folgt die Beurteilung der Ventrikelkonnektion mit der Pulmonalarterie (PA) oder der Aorta. Sind diese regelrecht, spricht man von einer ventrikulo-arteriellen (VA) Konkordanz. Bei vertauschten Konnektionen spricht man dann von einer AV- oder VA-Diskordanz, diese besteht z. B. bei der kongenital korrigierten TGA, bei der die Ventrikel invertiert sind (siehe Kap. „Ventrikelinversion/ccTGA“).
Abschließend wird die relative Position der Aorta zur PA beurteilt. Bei Malpositions- oder Transpositionsstellung kommen in der gleichen Anlotungsebene die Semilunarklappen und die proximalen Abschnitte der großen Gefäße nebeneinander und nicht, wie üblich, leicht gekreutzt zur Darstellung. Der Verlauf des Aortenbogens wird in der suprasternalen Anlotung beurteilt (linker oder rechter Aortenbogen, links oder rechts deszendierende Aorta, korrekte Anlage der Kopf-Hals-Gefäße, Arteria lusoria).
Neben den Konnektionen der verschiedenen Strukturen werden Stenosen oder Insuffizienzen der Klappen und Gefäße sowie Shuntverbindungen auf Vorhof-, Ventrikel- und Gefäßebene erfasst.
Abschließend erfolgt die Bewertung der kardialen Funktion mit Bestimmung der Ejektionsfraktionen, der diastolischen Dysfunktion und zunehmend auch durch Strain-Analysen.
Aus morphologischer Sicht weisen einige echokardiografische Leitbefunde auf das Vorliegen eines AHF hin. So kann eine Vergrößerung der rechtsseitigen Herzanteile (RA, RV und PA) auf Vorhofseptumdefekte (ASD I, ASD II, SVD), Lungenvenenfehlmündungen (partiell, komplett), oder eine Ebstein-Anomalie hinweisen. Eine Rechtshypertrophie findet sich bei Stenosen des rechtsventrikulären Ausflusstraktes (RVOTO), der Pulmonalklappe oder der Pulmonalarterien.
Eine im TTE festgestellte Vergrößerung der linksseitigen Herzanteile oder eine Funktionsstörung des linken Ventrikels kann auf VSDs, einen PDA, eine Ventrikeliversion/ccTGA oder Aortenklappenvitien deuten. Eine Flussbeschleunigung über den LVOT kann auf eine subvalvuläre Aortenstenose durch Septumhypertrophie (wie bei der HOCM) oder eine leistenartige Struktur im LVOT hindeuten. Eine Flussbeschleunigung auf Höhe einer strukturell auffälligen Aortenklappe, die membranös öffnet, kann Hinweis auf eine bikuspide Aortenklappe (BAV) sein. Eine restriktive Öffnung der Mitralklappe kann durch eine Parachute-Mitralklappe bedingt sein. RV-PA-Conduits sind oft nur aus atypischer Position (anterior, lateral) anlotbar, teils erst echokardiografisch durch Verschiebung der Darstellungsprojektionen aus einem 3D-Komplettvolumen.
Die TEE-Untersuchung eignet sich sehr gut zur Darstellung von intrakardialen Shunts auf Vorhof- und Ventrikelebene, von Lungenveneneinmündungen und von Veränderungen der Aorten-, Mitral- und Trikuspidalklappe. Die Pulmonalklappe ist im TEE meist nur eingeschränkt darstellbar (in der 45°-Anlotung). RV-PA-Conduits sind, wie im TTE, oft nur aus atypischer Position (anterior, later) anlotbar.
Postinterventionell oder postoperativ können u. a. Rest-Shunts nach ASD- oder VSD-Verschlüssen, Baffle-Lecks nach Vorhofumkehr-Operation oder die Mechanismen einer AV-Klappeninsuffizienz (z. B. Clefts) beurteilt werden. Durch die 3D-Technik lassen sich Strukturen in der multiplane Anlotung oder durch Croppen im 3D-Komplettvolumen gut visualisieren.
Einen hohen Stellenwert hat die TEE, und hier wiederum das 3D-/4D-TEE-Guiding, zur Steuerung interventioneller Eingriffe, z. B. beim PFO-, ASD-, oder VSD-Verschluss. Bei der für das TEE erforderlichen Sedierung ist bei Patienten mit Rechts-Links-Shunt einerseits zu beachten, dass bei der intravenösen Medikamentengabe keine Luftblasen injiziert werden, die paradox arteriell embolisieren können (ggf. Verwendung von Luftfiltern), und andererseits, dass die injizierten Medikamente arteriell ankommen und viel rascher und heftiger wirken als bei venöser Gabe.
Zur vollumfänglichen Erfassung der anatomischen und funktionellen Gegebenheiten ist bei nativen AHF sowie nach interventionellen und/oder operativen Behandlungen oftmals eine multimodale Bildgebung durch Kombination der verschiedenen bildgebenden Verfahren erforderlich.
Als wichtigste weiterführende Methoden hat sich die kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie (MRT) des Herzens und der herznahen Gefäße durch erfahrene Untersucher teils schon zum Goldstandard entwickelt, zumindest bei der Beurteilung komplexer Situationen. Sie umfasst insbesondere die Größenbestimmung und Quantifizierung von Herzhöhlen, Ventrikelfunktion, Klappenanomalien sowie Shuntverbindungen. Das MRT kann in Abhängigkeit von der vorliegenden Anomalie auch zur seriellen Verlaufskontrolle herangezogen werden. Limitationen bestehen bei Patienten mit Platzangst sowie bei bestimmten implantierten Devices, wie z. B. Schrittmacheraggregaten, Schrittmachersonden oder Kunstklappen.
Die Computertomografie (CT) des Herzens und der großen Gefäße ist aufgrund der raschen Durchführbarkeit und der hohen räumlichen Auflösung gut geeignet, kardiale Strukturen, die Konnektion der großen Gefäße, Koronararterien, Kollateralgefäße, die Aorta (Suche nach Dissektionen), Lungengefäße (Lungenembolie) und das Lungenparenchym zu beurteilen. Insbesondere in Notfallsituationen und vor Operationen kann damit rasch ein umfassendes Bild erstellt werden. Eingeschränkt ist der Einsatz durch die Verwendung ionisierender Strahlen und iodhaltigen Kontrastmitteln.
Die Spiroergometrie stellt auch bei AHF eine wichtige Untersuchungsmethode zur objektiven Beurteilung der Leistungsfähigkeit und zur Differenzierung von pulmonal oder kardial bedingten Limitationen dar. Die Leistungsbeurteilung ist wichtig, weil sich EMAH oft an Leistungseinschränkungen adaptiert haben und ihr subjektives Empfinden nur bedingt zutreffend ist. Eine seriell durchgeführte Spiroergometrie erlaubt es, Änderungen der körperlichen Leistungsfähigkeit als Hinweis auf sich entwickelnde Probleme zu detektieren.
Der 6-Minuten-Gehtest (6-MWT) ist eine einfachere Methode zur Erfassung der Leistungsbreite, deren Aussagekraft aber geringer ist als die der Spiroergometrie.
Die Herzkatheteruntersuchung hat einen hohen Stellenwert zur anatomischen und funktionellen Beurteilung von AHF. Sie erfolgt aufgrund der Invasivität idealerweise erst bei spezifischen Fragestellungen und nach vorhergehender, umfassender Abklärung mittels multimodaler Bildgebung (Echokardiografie, CT/MRT). Idealerweise wird sie mit interventionellen Eingriffen kombiniert.
Sie erfolgt bei EMAH regelhaft als Rechts- und Linksherzkatheteruntersuchung. Insbesondere bei Shuntvitien kann so eine pulmonal-vaskuläre Problematik und/oder eine pulmonale Hypertonie sicher erfasst und quantifiziert werden. Bei der Durchführung der Herzkatheteruntersuchung von AHF muss eine besondere Expertise vorliegen, um die anatomischen und hämodynamischen Besonderheiten korrekt interpretieren zu können.
Vor einer Herzoperation sollte insbesondere ab einem Alter von etwa 40 Jahren oder bei entsprechender Risikokonstellation eine koronare Herzerkrankung ausgeschlossen werden.
Merke
Für die komplette Abklärung eines AHF ist meist eine umfangreiche Diagnostik erforderlich. Besondere Bedeutung haben Anamnese, Familienanamnese, klinische Untersuchung, Labordiagnostik, Spiroergometrie und eine multimodale Bildgebung (TTE, TEE, MRT und CT). Eine Herzkatheteruntersuchung, die besondere Expertise erfordert, wird idealerweise mit interventionellen Eingriffen kombiniert.

Behandlungsoptionen bei angeborenen Herzfehlern im Erwachsenenalter

Bei AHF umfasst das Behandlungsspektrum zumeist eine Kombination aus medikamentöser, interventioneller und/oder chirurgischer Behandlung. Zu beachten ist, dass relevante pathologische Veränderungen (Stenosen, Insuffizienzen, Shunts) stets strukturell behoben werden müssen und eine medikamentöse Therapie nur als supportiv anzusehen ist. Präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen bekommen in der Langzeitnachsorge zunehmend Bedeutung.
Herzchirurgische Eingriffe haben nach wie vor eine zentrale Bedeutung bei der Behandlung von AHF. Diese werden unterteilt in reparative/„korrigierende“ oder palliative Eingriffe. Bei der Reparatur/Korrektur werden die anatomischen oder hämodynamischen Pathologien des AHF weitgehend beseitig, z. B. durch ASD- oder VSD-Verschluss, Beseitigung von Stenosen oder durch Wiederherstellung der normalen Konnektionen/des normalen Blutflusses durch Conduits, oder durch Umleitung des Blutflusses bei der TGA durch anatomischen Switch). Vollständige Korrekturen werden allerdings nahezu nie erreicht, sodass man eher von „Reparatur“ als von „Korrektur“ sprechen sollte.
Bei den palliativen Eingriffen werden nur Teilkorrekturen erzielt, z. B. durch Anlage eines Shunts zur Verminderung oder zeitlichen Verbesserung einer Zyanose. Hierzu werden auch die Transplantationen gezählt.
Häufig benötigen Patienten mit AHF im Laufe ihres Lebens wiederholte Herzoperationen. Die Risiken steigen mit zunehmender Zahl von erneuten Eingriffen, u. a. wegen erschwerter Freipräparation der Herzstrukturen bei Vernarbungen, einem erhöhten Blutungsrisiko und Schädigungen durch die Herz-Lungen-Maschine.
Interventionelle Behandlungsoptionen stellen, entweder allein oder im Rahmen von Hybrideingriffen, eine Alternative zu konventionellen Operationen dar. Diese Kathetereingriffe bedürfen besonderer Expertise und sollten vorzugsweise in erfahrenen Zentren erfolgen. Dabei können mittels Kathetertechnik Engstellen an Klappen oder Gefäßen beseitigt und Kurzschlussverbindungen eröffnet oder verschlossen werden. Beispiele sind der Verschluss von Shuntvitien auf Vorhof, Ventrikel- und Gefäßebene (z. B. PFO, Vorhof-, Ventrikelseptumdefekte, Ductus arteriosus), der Verschluss von Kollateralen (z. B. veno-venöse Fisteln, aorto-pulmonale Kollateralen) oder die Beseitigung von Stenosen der großen Gefäße (z. B. Aortenisthmusstenose, Pulmonalarterienstenosen) oder Insuffizienzen an Klappen.
Mittlerweile sind Katheter-basierte Klappenimplantation in Aorten-, Pulmonal- oder Trikuspidalklappenposition (z. B. Melody-, Sapien-Klappe) gut etabliert. Hierfür sind u. a. selbstexpandierende Pulmonalklappen verfügbar, die auch in native Ausflusstrakte implantiert werden können („Pulsta“-, „VenusP“- und „Harmony“-Klappe).
Auch die in der internistischen Kardiologie verbreiteten Techniken der perkutanen Edge-to-edge-Rekonstruktion der AV-Klappen bei Insuffizienz kommen zum Einsatz. Auf weitere Details wird in den Abschnitten über die spezifischen Herzfehler eingegangen.
Merke
Das Spektrum der etablierten interventionellen und operativen Behandlungsoptionen ist groß. Katheter-basierte Interventionen stellen in erfahrenen Händen eine gute und sichere Alternative zu konventionellen Operationen dar.

Besondere Aspekte bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern

Der rechte Ventrikel als Systemventrikel – Bei vielen AHF ist der rechte Ventrikel (RV) direkt belastet. Beispiele sind die Volumenbelastung des rechten Herzens und der Lungenstrombahn bei prätrikuspidalen Shunts (Vorhofseptumdefekten) oder die Druckbelastungen bei Stenosen im rechtsventrikulären Ausflusstrakt (RVOT), an der Pulmonalklappe oder supravalvulär in der pulmonalen Strombahn.
Als Besonderheit jedoch kann der morphologische RV (mRV) in Systemposition liegen und mit der Aorta konnektiert sein. Dies ist bei der kongenital oder nach Vorhofumkehr-Operation (nach „Mustard“ oder „Senning“) bei der kompletten Transposition der großen Gefäße (TGA) der Fall. Bei beiden Situationen kommt es zu einer mehr oder minder ausgeprägten Druck- und/oder Volumenbelastung des Systemventrikels und zu einer damit einhergehenden Funktionsstörung. Diese Situation ist vitientypisch und führt nicht zwingend zu unmittelbaren therapeutischen Konsequenzen. Es gilt allerdings, die Ventrikelfunktion zu erhalten. Entwickeln sich Probleme, so können diese evtl. durch spezielle medikamentöse Behandlung bzw. operative oder interventionelle Eingriffe (z. B. Pulmonalarterienbanding) gebessert werden.
Neue Patientenkollektive – Mitlernen erforderlich – Durch die Weiterentwicklung der interventionellen und operativen Techniken zur Behandlung von AHF im Kindesalter wachsen Patientenkollektive heran, die bislang in nur geringer Zahl das Erwachsenenalter erreicht haben. Ein Beispiel für die Änderungen operativer Techniken stellt die TGA dar. Bei dieser Erkrankung wurde in der industrialisierten Welt seit den 1980er-Jahre die Vorhofumkehr-Operation (nach Mustard oder Senning) weitgehend verlassen und durch die sog. anatomische Korrektur (arterielle Switch-Operation nach Jatene oder Yacoub) ersetzt.
Andere innovative operative Strategien umfassen bei der Ebstein-Anomalie die Trikuspidalklappenrekonstruktion mittels Cone-Technik oder die Verwendung neuerer Klappenprothesen (tissue-engineered Prothesen/Klappen). Hinzu kommen neuere Palliativeingriffe, wie z. B. die Hybrid-Prozedur („Gießen-Prozedur“) bei Einkammerherzen (HLHS), die interventionelle PCPC, der interventionelle retrograde Potts-Shunt oder perkutane Klappentherapien. Somit ist ein Kennenlernen der typischen Probleme und der anzuwendenden Nachsorge-/und Therapieoptionen erforderlich.
Patienten mit Zyanose – Bei AHF ist zwischen einer peripheren Zyanose (Ausschöpfungszyanose), wie sie bei der höhergradigen Pulmonalstenose oder im Rahmen einer Herzinsuffizienz auftreten kann, von einer zentralen Zyanose (Mischungszyanose) durch einen Rechts-Links-Shunt mit Vermischung von deoxygeniertem und oxygeniertem Blutes zu unterscheiden. Bei manchen AHF kann die Zyanose beseitigt werden, bei anderen persistiert sie auch nach interventionellen und operativen Behandlungskonzepten dauerhaft. Teils weisen diese Patienten eine hochgradige Hypoxie auf, an die sie mehr oder weniger gut adaptiert sind. Als hypoxie-bedingte Nebeneffekte bestehen u. a. Gerinnungsstörungen, Thrombozytopenien, Hyperurikämie und/oder ein Eisenmangel bzw. Eisenmangelanämie.
Eisenmenger-Syndrom im Erwachsenenalter – Das Eisenmenger-Syndrom (ES, syn. Eisenmenger-Physiologie) beschreibt eine Shuntumkehr aufgrund einer fixierten PAH. Sie ist somit die Extremform der PAH bei AHF und eine schwerwiegende Komplikation/ein schwerwiegender Folgezustand eines Shuntvitiums bedingt durch folgende pathopyhsiologische Sequenz: Bei einem Shuntvitium (typischer-/klassischerweise einem VSD, 1958 durch Paul Wood) besteht normalerweise ein Links-Rechts-Shunt entsprechend des physiologischen Druckgefälles zwischen den Vorhöfen und Ventrikeln. Im Rahmen der dadurch bedingten Hyperzirkulation des pulmonalen Gefäßbettes kann sich eine pulmonalvaskuläre Widerstandserhöhung (PVR) mit Anstieg des pulmonal-arteriellen Drucks (PAH) ausbilden, die fortschreitend über einen systolischen Druckangleich letztlich zu einer Shuntumkehr führen kann. Die Shuntumkehr (Rechts-Links-Shunt) führt dann über die Vermischung von oxygeniertem mit deoxygeniertem Blut unweigerlich zu einer Entsättigung (zentralen Zyanose). Die Gründe, warum manche Patienten z. B. bei einem ASD eine PAH ausbilden, sind nicht bekannt, a. e. ist dies durch Shuntvolumen und genetische und/oder epigenetische Faktoren zu erklären.
Die Zyanose führt zu einer hypoxiebedingten Multiorganschädigung bei reaktiver Erythrozytose. Eisenmagelsituationen treten bei diesen Patienten häufig auf. Sie sind nicht selten Folge wiederholter Aderlassbehandlungen, die allerdings nur manchmal indiziert sind. Thrombenbildungen in den Pulmonalarterien, Endokarditiden und Hirnabszesse sind gefürchtete Komplikationen. Paradoxe Embolien sind eher selten (zyanose-bedingte Gerinnungsstörung und Thrombozytopenie), eine Antikoagulation ist bei ES-Patienten meist nicht nicht erforderlich.
Im Zentrum der Langzeitbetreuung dieser Patienten, die bei kompetenter Führung durchaus ein hohes Alter erreichen können, steht die symptomorientierte Therapie mittels zielgerichteter PAH-Therapie und die Substitution einer Eisenmangelanämie. Ein Aderlass sollte nur bei Hyperviskositätssyndrom (periphere Durchblutungsstörung, Hämoptysen [ohne Kollateralen], ausgeprägtem Kopfschmerz, Sehrstörungen) erfolgen.
Eine Betreuung dieser Patienten sollte interdisziplinär in enger Koopertion zwischen Hausärzten, Kardiologen und EMAH-Spezialisten erfolgen, da eine Vielzahl von Organveränderungen beachtet werden muss: Nieren- und Leberfunktionsstörung, Hyperurikämie, Gerinnungsstörungen, usw. Die Haupttodesursachen sind ventrikuläre Arrhythmien, Herzversagen und sonstige Organkomplikationen.
Univentrikuläre Herzen und Fontan-Zirkulation im Erwachsenenalter – Bei Einkammerherzen oder univentrikulären Herzen ist anlagebedingt eine Herzkammer zu klein oder nur rudimentär ausgebildet (z. B. hypoplastisches Linksherzsyndrom oder Trikuspidalatresie) und nicht in der Lage, die hämodynamischen/funktionellen Anforderungen mit Aufnahme und Ejektion einer adäquaten Blutmenge zu erfüllen. Eine biventrikuläre Reparatur (d. h. ein Ventrikel pumpt in die Lungen, der andere in die Aorta) ist funktionell nicht möglich.
Um den Neugeborenen das Überleben und ein Leben ohne relevante Zyanose zu ermöglichen, wurde als Meilenstein der chirurgischen Behandlung, 1968 die sogenannte Fontan-Operation, auch als totale cavopulmonale Anastomose (totale cavo-pulmonare connection, TCPC) bezeichnet, als palliative Option entwickelt, die in der Folgezeit mehrere Variationen erfahren hat. Dabei wird das systemvenöse Blut mittels verschiedener operativer Techniken direkt und ohne Zwischenschaltung eines Pumpventrikels in die Pulmonalarterie geleitet. Die pulmonale Perfusion erfolgt rein passiv.
In früheren Zeiten erfolgte dies über den direkten Anschluss des RA an die PA (ältere OP-Techniken und Modifikationen wie Fontan-Kreutzer, Fontan-Björk, u. a.). Heutzutage erfolgt dies als totale cavo-pulomonale Anastomose (TCPC) bei der die VCS direkt mit der PA anastomisiert wird („bidirektionale Glenn-Anastomose“) und die VCI durch ein extrakardialens, laterales Goretex-Rohr an die PA angeschlossen wird. Der vorhandene Ventrikel hat dann nur noch die Aufgabe, das oxygenierte Blut aus den Lungenvenen in die Aorta zu pumpen. Dieses faszinierende hämodynamische Prinzip funktioniert nach dem Prinzip einer Druck-Saug-Pumpe des vorhandenen Ventrikels, die Sogwirkung durch die Atmung und den bestehenden systemvenösen Druck.
Die Fontan-Zirkulation ermöglicht den Patienten zwar das Überleben bis ins Erwachsenenalter, jedoch können manifaltige Störungen den ungehinderten Fluss des venösen Blutes über die Lunge in die Vorhöfe und den vorhandenen Ventrikel behindern. Hierzu gehören Stenosen im Fontankreislauf, eine pulmonale Vaskulopathie, eine atriale Druckerhöhung durch Rückstau bei relevanter AV-Klappeninsuffizienz, Herzinsuffizienz oder HRST (VH-Flimmern/-Flattern).
Jede Störung des ungehinderten Blutflusses muss bei Fontan-Zirkulation rasch beseitigt werden (z. B. durch Kardioversion bei Vorhofarrhythmien; Stenting bei PA-Stenosen). Zur Vermeidung von Lungenembolien, die mit zunehmendem Alter der Patienten häufig auftreten, wird in vielen Zentren eine Antikoagulation mit Marcumar oder Coumadin empfohlen, z. T. auch schon mit NOAKs (Neue orale Antikoagulanzien). Einige kinderkardiologisch ausgerichteten Zentren favorisieren bei den neuen TCPC-Formen eine Thrombozytenaggregationshemmung, z. B. mit ASS.
Im Langzeitverauf können zahlreiche weitere Probleme auftreten, die zumeist durch die Fontan-bedingte chronische venöse Stauung entstehen. Hierzu gehört die Ausbildung von aorto-pulmonalen oder veno-venösen Kollateralen, eine arterielle Hypoxie, Proteinverlust über den Darm („Proteinverlust-Enteropathie“ mit Diarrhoen, Ausbildung chylöser Pleuraergüsse und Aszites). Solche Probleme können schlussendlich in ein letales Versagen der Fontan-Zirkulation münden („Fontan-Versagens“).
Die Zahl der Patienten mit Fontan-Zirkulation bei univentrikulären Herzen nimmt zahlenmäßig zu, was für die Erwachsenenkardiologie wegen der komplexen Problemkonstellationen eine zunehmende Belastung bedeutet. Eine Betreuung sollte daher immer mit einem EMAH-Zentrum erfolgen.
Lungenerkrankungen bei EMAH – Insbesondere nach Operationen mit medianer Sternotomie oder lateraler Thorakotomie und Kollaps der Lungen treten gehäuft restriktive Lungenerkrankungen oder ein Zwerchfellhochstand durch Schädigung des Nervus phrenicus auf. Bei einer kompletten Lungenvenenfehlmündung im Rahmen eines Scimitar-Syndroms (rechtsseitige Lungenvenendrainage über eine Sammelvene in die Vena cava inferior) treten Lungengerüstveränderungen in Form von Lungensequestern auf, die keinen relevanten Anteil am Gasaustausch haben.
Koinzidenziell können auch ein Asthma bronchiale oder eine COPD bestehen, die entsprechend behandelt werden müssen.
EMAH entwickeln nicht selten ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) mit der Notwendigkeit einer CPAP-Therapie. Das OSAS tritt auch gehäuft beim Marfan-Syndrom auf. Bei entsprechendem Verdacht sollte ein OSAS-Screening eingeleitet werden.
Patienten mit Behinderungen/Syndromen – Bei einer nicht geringen Zahl von EMAH bestehen genetische Syndrome, wie z. B. eine Trisomie 21 (Down-Syndrom), ein DiGeorge-Syndrom (Mikrodeletionssyndrom 22q11), ein Turner-, Noonan- oder Williams-Beuren-Syndrom und zahlreiche weitere Syndrome. Diese Syndrome erfordern zur Abklärung eine enge Kooperation mit Humangenetikern.
Die dabei bestehenden geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen erfordern eine besondere Berücksichtigung. So müssen die Betroffenen oftmals von ihren Eltern betreut und bei stationären Aufenthalten begleitet werden.
Notfälle und intensivmedizinische Aspekte bei EMAH – Bei EMAH können sich rasch hämodynamisch relevante Notfallsituationen einstellen. Das Risiko ist abhängig von dem zugrunde liegenden AHF und bestehenden Rest- und Folgezuständen. Für die akute Notfallversorgung dieser Patienten ist eine spezielle Kenntnis erforderlich.
Der häufigste Grund einer Notfallbehandlung sind HRST (zumeist atriale Tachyarrhythmien, VTs) oder die Verschlechterung einer bestehenden Herzinsuffizienz. Dies kann auch bei zuvor asymptomatischen bzw. oligosymptomatischen Patienten auftreten, insbesondere bei Patienten mit morphologisch rechtem Systemventrikel oder bei Einkammerherzen.
Lebensbedrohliche Situationen entwickeln sich auch bei Infektionen (Sepsis), bei Endokarditiden, Synkopen, Thrombembolien und akuten Aortenkomplikationen (Aortendissektion, -ruptur, insbesondere bei Aortopathien). Vereinzelt treten auch Hämoptysen auf, teils aus Gefäßkollateralen von der Aorta in die Lunge, sog. Major aortic pulmonary collateral arteries (MAPCAs).
Bei zyanotischen Patienten ist es Im intensivmedizinischen Setting wichtig zu beachten, dass andere Grenzwerte für eine adäquate, für den Patienten „normale“ Oxygenierung des Blutes (periphere/arterielle Sättigung) bestehen. So weisen zyanotische EMAH, z. B. mit Eisenmenger-Syndrom, transkutane Sättigungen von teils nur 70 % auf, an welche diese Patienten jedoch adaptiert sind.
Eine Intubation und kontrollierte Beatmung sind bei vielen AHF-Patienten problematisch, daher sollte möglichst auf den Erhalt der Spontanatmung Wert gelegt werden. Auf einen angemessenen PEEP (bis zu 10 mmHg) und Vermeidung hoher inspiratorischer Beatmungsdrücke (Pinsp) sollte geachtet werden (bei der Fontan-Zirkulation kann ein zu hoher PEEP jedoch ebenfalls die passive Lungenperfusion mindern).
Vasopressoren sind auch bei EMAH zum Erhalt der Zirkulation oftmals unabdingbar und sollten entsprechend angewendet werden. Hämodynamische Probleme durch Erhöhung der Nachlast können darunter vermehrt auftreten. Zur Verbesserung der pulmonalen und systemischen Zirkulation ist oftmals der Einsatz von pulmonal-vaskulären Vasodilatatoren (intravenös oder als NO-Beatmung) notwendig.
Infusionen bei AHF-Patienten mit Rechts-Links-Shunt – Luftembolien vermeiden – Generell muss bei Patienten mit Rechts-Links-Shunt darauf geachtet werden, bei intravenöser Applikation von Medikamenten, Infusionen oder Transfusionen eine venöse Luftembolie zu vermeiden. Daher sollten bei diesen Patienten Luftfilter in der Infusionsleitung verwendet werden.
Antikoagulation/Thrombembolieprävention – Viele Patienten mit AHF weisen ein erhöhtes Risiko für thrombembolische Ereignisse auf. Dies gilt insbesondere für Patienten mit Vorhofarrhythmien (Vorhofflattern und -flimmern) oder mit Kunstklappen.
Das optimale antikoagulatorische/antithrombotische Regime ist bei AHF abhängig von der zugrunde liegenden Fragestellung. Bei der Indikationsstellung ist zu beachten, dass die konventionellen Scores (CHA2DS2-VASc-Score und HAS-BLED-Score) zur Risikostratifizierung für einen Schlaganfall aufgrund unzureichender Validierung nur bedingt angewendet werden können. Daher muss die Antikoagulation im klinischen Alltag stark individualisiert werden. Momentan sind zur Thrombembolieprävention Vitamin-K-Antagonisten (VKA, z. B. Marcumar, Coumadin, Warfarin) noch immer weit verbreitet. Unter individueller Abwägung kommen aber zunehmend Nicht-VKA-Antagonisten (NOAK) zum Einsatz.
Bei zyanotischen Patienten ist bei allen Antikoagulationsregimen das Blutungsrisiko erhöht. Die laboranalytische Beurteilung der Antikoagualtionsqualität ist problematisch bis unmöglich. Insbesondere sind zuverlässige INR-Bestimmungen bei zyanotischen Patienten nur nach vorheriger Anpassung der Citratmenge in den Gerinnungsröhrchen möglich. So muss bei Hämatokritwerten (Hkt) über 60 %, wie sie typischerweise bei zyanotischen Patienten vorliegen, der Citratanteil reduziert werden (Berechnung: Volumen der Citratlösung = Gesamtvolumen der Blutprobe (100-Hk)/(640-Hk). Dies bedeutet, dass bei einem HKT von ca. 60 % der Citratanteil um ein Drittel (vorgelegte Citratmenge von 0,5 ml im Probenröhrchen minus 0,16 ml) und ab einem HKT von 70 % um die Hälfte (−0,25 ml) mittels Spritzenentnahme (evtl. vorbereitet durch das Laborinstitut) reduziert werden muss.
Zu einer verminderten Wirkung eines VKA oder NOAK kann es bei einem Darmwandödem infolge einer systemvenösen Stauung kommen, die es zu einer verminderten Medikamentenresorption führt.
Impfungen – Bei EMAH sollten die üblichen Impfungen entsprechend der Empfehlungen der StiKo erfolgen, je nach AHF und Allgemeinzustand erweitert um die Empfehlungen für chronisch kranke Patienten.
Körperliche Belastung und Sport – Körperliche Betätigung ist auch für Patienten mit AHF wichtig. Die Empfehlungen für sportliche Aktivitäten und körperliche Belastungen sollten unter Berücksichtigung des zugrunde liegenden Herzfehlers und vorhandener Rest- und Folgeprobleme individuell erfolgen.
In der Vergangenheit übte man vielfach Zurückhaltung gegenüber einer körperlichen Betätigung und riet den Patienten davon ab. Wie sich inzwischen gezeigt hat, ist dies aber weder begründet noch sinnvoll und man empfiehlt angepasste körperliche Aktivitäten. Dabei sind dynamische Belastungen eher zu empfehlen als statische. Hierunter treten bei AHF kardiale Probleme seltener auf. Dies gilt auch für einen plötzlichen Herztod. Besondere Vorsicht ist allerdings bei einer eingeschränkten Ventrikelfunktion, bei Ausflusstraktobstruktionen, pulmonal-vaskulärer Erkrankung, hämodynamisch relevanten Arrhythmie oder einer relevanten Aortenerweiterung geboten.
Bevor detaillierte Empfehlungen zu körperlichen Belastungen abgegeben werden, ist eine umfangreiche Beurteilung mittels klinischer Untersuchung, Laboruntersuchung, multimodaler Bildgebung und Beurteilung der Leistungsfähigkeit mittels Spiroergometrie oder 6-Minuten-Gehtest erforderlich. Empfehlungen zur körperlichen Belastbarkeit werden in den ESC-Leitlinien zu Sport-Kardiologie von 2020 gegeben. Sportarten mit teils hohen statischen und dynamischen Belastungen, wie Kampfsport oder Tauchen, müssen kritisch beurteilt werden. Reisen in die Berge, Skifahren oder Flugreisen werden zumeist gut toleriert, eine relevante Abnahme der Sauerstoffsättigung, z. B. bei zyanotischen Patienten, tritt zumeist nicht auf. Stets muss eine individuelle Beurteilung erfolgen.
Aortopathien – Erweiterungen der Aorta (Ektasie, Aneurysma) durch strukturelle Wandveränderungen können zu lebensbedrohlichen Komplikationen, wie Aortendissektion oder Aortenruptur, führen. Solche Aortopathien finden sich gehäuft bei AHF, z. B. bei bikuspiden Aortenklappen, Aortenisthmusstenose, Fallot´scher Tetralogie, Pulmonalatresie, Truncus arteriosus communis, TGA, sowie bei nichtsyndromalen und syndromalen Aortopathien im Rahmen eines Marfan-, Loeys-Dietz- und vaskulären Ehlers-Danlos-Syndroms.
Bei allen Patienten mit Aortenerweiterungen ist eine genaue Diagnosestellung (anhand Familienanamnese, klinischer Merkmale, genetische Testung) zur Risikoseinschätzung hinsichtlich Aortenkomplikation im Rahmen regelmäßiger Kontrolluntersuchungen (TTE, MRT, CT) unabdingbar. Familienangehörige von Patienten mit Aortenkomplikation benötigen ein Familienscreening auf Aortopathien.
Erweiterung des Pulmonalartienhauptstamms – Bei einigen AHF bestehen Erweiterungen des PA-Hauptstamms, so z. B. bei der ToF oder bestehender PAH, bedingt durch Druck- und Volumenbelastungen. Oftmals muss dies nur nebenbefundlich kontrolliert werden, eine Behandlungsindikation besteht zumeist nicht (individuelle Entscheidung, z. B. bei Progress oder Komplikationen). Eine mögliche Komplikation ist eine Kompression des LCA-Hauptstamms zwischen Aorta und PA, gehäuft auftretend ab einem PA-Diameter von > 40 mm, mit den Anzeichen einer koronaren Ischämie. Die Diagnostik erfolgt durch eine Herzkatheteruntersuchung und ein Koronar-CT. Therapeutisch konnte gezeigt werden, dass die Kompression durch ein Hauptstammstenting behoben werden kann.
Nichtkardiale Operationen – Auch bei Patienten mit AHF können im Laufe des Lebens nichtkardiale Operationen notwendig werden. Die präoperative Evaluation und das Patienten-Management sollten entsprechend den allgemeinen Empfehlungen zu nichtkardialen Operationen erfolgen, wobei allerdings vitientypische Besonderheiten zu beachten sind. Eine erhöhte peri-operative Morbidität und Mortalität besteht bei nichtkardialen Operationen insbesondere für Patienten mit Zyanose, PAH, Herzinsuffizienz und jenen in schlechtem Allgemeinzustand.
Bei Patienten mit komplexen AHF, einer Fontan-Zirkulation, einem Eisenmenger-Syndrom oder einer Zyanose sollten diese Eingriffe möglichst in enger Kooperation mit einer entsprechend erfahrenen EMAH-Kardiologie erfolgen. Besonders zu berücksichtigende Aspekte betreffen Hämodynamik, PAH, Zyanosestatus, HRST, Endokarditis sowie begleitende Organerkankungen, insbesondere von Leber, Nieren und Zentralnervensystem.
Soll ein laparoskopischer abdomineller Eingriff oder ein Eingriff in Kopftieflage erfolgen, ist zuvor u. a. zu klären, ob die CO2-Insufflation aufgrund der resultierenden Lungenkompression bei Zwerchfellhochstand und die Vorlastveränderungung durch einen verminderten venösen Rückfluss voraussichtlich hämodynamisch toleriert werden.
Familienplanung, Kontrazeption und Schwangerschaft – Auch bei Frauen mit AHF besteht häufig ein ausgeprägter Schwangerschaftswunsch. Dies stellt eine Herausforderung dar und macht eine individuelle Risikobeurteilung erforderlich, um alle möglichen prä-, peri- und post-partalen Gefahren antizipieren zu können. Hierfür ist eine interdisziplinäre Betreuung im „Pregnancy Heart Team“ erforderlich, zu dem zumindest EMAH-Kardiologen, Geburtsmediziner, Anästhesisten, Herzchirurgen, Pränatalmediziner und Neonatologen gehören und die meist nur an entsprechend spezialisierten überregionalen EMAH-Zentren verfügbar sind. Bei dem Beratungsgespräch müssen die vitientypischen Besonderheiten des Schwangerschaftsverlaufes, das Verhalten in der Schwangerschaft, potenzielle Risiken und deren Symptome, der voraussichtliche Entbindungsmodus und die Kontrollintervalle besprochen werden. Auch sollte eine geeignete Klinik empfohlen werden, in der die Patientin und das Kind vollumfänglich betreut werden können.
Hinsichtlich der Kontrazeption ist ebenfalls eine vitientypische Risikostratifizierung erforderlich und es muss eine sichere, für die Patientin geeignete Kontrazeptionsmethode empfohlen werden, wobei insbesondere auf Anwendbarkeit, Sicherheit und mögliche Kontraindikationen hinzuweisen ist. Bei oralen Kontrazeptiva ist die potentielle Thrombogenität zu beachten. Bei entsprechender Risikokonstellation wird zumeist eine gestagenhaltige, östrogenfreie Minipille empfohlen. Bei intrauterinen Devices ist auf das mögliche Endokarditisrisiko hinzuweisen. Falls dieses besteht, kommt allenfalls ein hormonbeschichtetes Intrauterinpessar zum Einsatz.
Genetische Beratung Bei der genetischen Beratung muss eine individuelle Risikostratifizierung erfolgen, basierend auf dem zugrunde liegenden AHF, der erfolgten Therapie und dem funktionellen Status. Bei allen AHF-Patienten sollte im Rahmen der Familienplanung und -beratung das Risiko bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung (Wiederholungsrisiko) eines AHF angesprochen werden. Manche AHF oder vitienassoziierte Syndrome werden monogenetisch autosomal-dominant vererbt (z. B. Marfan-Syndrom oder HOCM), das Risiko beträgt dann 50 %. Bei anderen AHF besteht ebenfalls, abhängig davon, ob die Mutter, der Vater oder Geschwister einen AHF haben, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines AHF. Dabei ist zu beachten, dass nicht derselbe AHF auftreten kann, sondern ein AHF jedweder Art.
Angeborene Herzfehler im höheren Alter – Aktuell erreichen mehr als 95 % der Patienten mit AHF in der industrialisierten Welt das Erwachsenenalter. Ältere EMAH sind einem erhöhten Risiko von kardialen oder nichtkardialen Komorbiditäten, einsetzenden geriatrischen Problemen, einer Abnahme der kognitiven Leistung, einer Immobilität und Störungen in der psychosozialen Verfassung ausgesetzt. Daher kann sich die Notwendigkeit ergeben, EMAH zeitgerecht hinsichtlich Patientenverfügungen und einer Vorsorgeplanung zu beraten. Dies erfolgt am besten, bevor Krankenhausaufenthalte oder Notfallbehandlungen erforderlich werden.
Sozialrechtliche Probleme, Versicherungen und Berufsleben – Für Patienten mit AHF ist es oft schwierig, eine Lebensversicherung oder Kreditzusagen zu erhalten. Viele EMAH haben einen überdurchschnittlichen Bildungsgrad und stehen voll im Berufsleben. Vor der Berufswahl sind anfallende körperliche Anforderungen zu beachten.
Psychische Probleme – Im Rahmen der medizinischen Versorgung von EMAH fällt in der letzten Zeit auf, dass eine Vielzahl relevante psychische/psychiatrische Störungen aufweisen, die erkannt und adressiert werden müssen. Daher wird die Anbindung gefährdeter oder betroffener Patienten an entsprechende Versorgungsstrukturen empfohlen – idealerweise in einem EMAH-Zentrum mit angeschlossener Psychokardiologie.
Merke
Bei AHF gibt es eine Vielzahl spezifischer und vitientypischer Aspekte, die bei der Langzeitbetreuung berücksichtigt werden müssen.

Wie sollte die EMAH-Versorgung organisiert sein?

Optimal für die Versorgung von EMAH ist eine Struktur, in der diese Patienten in allen Altersstufen in derselben Abteilung/Klinik/Zentrum geführt werden, da dann keine Transition von der Kinder- zur Erwachsenenkardiologie notwendig wird. Dies ist jedoch in dieser Form weltweit nur an wenigen Zentren möglich. Demgegenüber besteht zumeist eine altersübergreifende Versorgung innerhalb eines Zentrums für angeborene Herzfehler mit Kooperation von Kinder- und Erwachsenenkardiologie, was allerdings eine Transition erforderlich macht, die erfahrungsgemäß schwierig ist.
In Deutschland ist die Versorgung der EMAH-Patienten momentan derart strukturiert, dass Zentren von den Fachgesellschaften als regionale und überregionale EMAH-Zentren zertifiziert werden. Die Zertifizierung von kinderkardiologisch und internistisch-kardiologisch tätigen Ärzten erfolgt nach der neuen Weiterbildungsordnung durch die jeweilig zuständigen Ärztekammern (Zusatzqualifikation „Spezielle Kardiologie für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH)“).
Die auf tertiärer Versorgungsebene stehenden spezialisierten, „überregionalen EMAH-Zentren“ sollen das gesamte Spektrum der Diagnostik, der interventionellen Behandlung sowie der operativen Therapieoptionen vorhalten.
Aktuelle Studien aus Deutschland belegen leider, dass die Versorgungsrealität die o. g. Ziele bei weitem nicht erreicht. So sind etwa 80 % der EMAH nicht in einer EMAH-spezialisierten Nachsorge (geschätzte 200.000 EMAH-Patienten in Deutschland) (VEMAH-Studie). Eine andere Studie konnte zeigen, dass eine fehlende kardiologische Anbindung mit einer erhöhten Mortalität assoziiert ist.
Die aktuellen EMAH-Leitlinien der ESC (2020) geben eine Orientierung für die spezifische Patientenversorgung. Aufgrund der Komplexität der AHF dürften diese jedoch für Nicht-EMAH-Experten nicht ausreichen, um eine zufriedenstellende Patientenversorgung zu gewährleisten.
Merke
Die multidisziplinäre EMAH-Versorgung, die sich über verschiedene Versorgungsebenen erstreckt, bedarf besonderer Expertise – von der Basis bis zum spezialisierten EMAH-Zentrum.

Spezifische angeborene Herzfehler

Im Nachfolgenden werden im klinischen Alltag häufige AHF aufgeführt und als Ergänzung zu den aktuellen EMAH-Leitlinien der ESC und den deutschen Pocket-Leitlinien praxisrelevante Aspekte beschrieben.

Vorhofseptumdefekte

Bei den Vorhofseptumdefekten (ASDs) besteht eine Öffnung der Vorhofscheidewand, über die Lungen- und Systemkreislauf miteinander in Verbindung stehen. Im Normalfall kommt es zu einem Blutübertritt vom linken zum rechten Vorhof und weiter zum rechten Ventrikel und der Lungenstrombahn. Es besteht somit ein prätrikuspidaler Shunt.
Je nach Lokalisation des Defektes unterscheidet man:
  • den Vorhofseptumdefekt vom Sekundumtyp (ASD II): lokalisiert in oder in der Nähe der Fossa ovalis (mit 80 % die häufigste Form der ASDs).
  • Vorhofseptumdefekt vom Primumtyp (ASD I): lokalisiert im Bereich der AV-Klappenebene (15 % der ASDs), als Teil des partiellen atrio-ventrikulärer (AV)-Septumdefektesdefekt, zusammen mit einem Cleft der Mitralklappe (AVSD)
  • Sinus-venosus-Defekt (SVD): der obere SVD (etwa 5 % der ASDs) liegt im Bereich der Mündung der Vena cava superior in den RA und ist häufig assoziiert mit einer partiellen oder kompletten Fehlmündung der rechten Lungenvenen in den RA; der untere SVD liegt im Bereich des Eintritts der Vena cava inferior (< 1 % der ASDs).
  • Sinus-coronarius-Defekt/Unroofed coronary sinus: Shuntverbindung zum LA (< 1 % der Defekte). Atrium commune bei komplexen AHF.
ASDs sind häufig und können isoliert oder in Assoziation mit nahezu allen anderen AHF auftreten. Hierzu zählen insbesondere partielle Lungenvenenfehlmündungen, Mitralklappenanomalien (als partieller AV-Septumdefekt [AVSD] mit Cleft der Mitralklappe), Ventrikelseptumdefekt (auch als kompletter AVSD) oder die Ebstein-Anomalie. Beim ASD fließt ein Teil des sauerstoffreichen Blutes, das aus den Lungenvenen kommt, vom LA über den Defekt in den RA und von dort über das rechte Herz in den Lungenkreislauf. Somit werden die rechten Herzhöhlen und die pulmonale Strombahn volumenbelastet. Die hämodynamische Wirksamkeit eines ASDs kann sich mit abnehmender linksventrikulärer Compliance verstärken.
Das Auftreten von Symptomen und Beschwerden korreliert weitgehend mit der Shuntgröße und der damit verbundenen Rechtsherzbelastung. Oftmals kommt es auch bei hämodynamisch wirksamem ASD erst im mittleren oder fortgeschrittenen Alter zu körperlichen Leistungseinschränkungen, Palpitationen, rezidivierenden pulmonalen Infekten, Brustschmerzen, Apoplex oder einer Rechtsherzinsuffizienz. Im sechsten Lebensjahrzehnt werden nahezu alle ASD-Patienten symptomatisch.
Die Diagnostik umfasst die klinische Untersuchung (fixiert gespaltener 2. Herzton, Systolikum über PK aufgrund einer relativen Pulmonalstenose, Trikuspidalströmungsgeräusch), EKG (inkompletter Rechtsschenkelblock, Rechtsherzhypertrophiezeichen; überdrehter Linkstyp beim AVSD), eingeschränkte Leistungsfähigkeit in der Spiroergometrie.
Entscheidend für die Diagnose ist die Echokardiografie mit den Merkmalen einer Rechtsherzvergößerung und vergrößerter Pulmonalarterie (PA), eines erhöhten rechtsventrikulären Drucks (RVSP), einer paradoxen Septumbewegung und ein Substanzdefekt im Vorhofseptum mit Links-Rechts-Shunt. Ein direkter Shuntnachweis gelingt mittels Kontrastmittelechokardiografie.
Die genaue Lokalisation und Größe des ASDs und weiterer Anomalien erfolgt mittels TEE. Im Kardio-MRT kann der Defekt lokalisiert, andere Anomalien (Lungenvenenfehlmündung?) ausgeschlossen und das Shuntvolumen (Qp:Qs) berechnet werden.
Die Herzkatheteruntersuchung erlaubt durch die Oxymetrie ebenfalls den Nachweis der Shuntlokalisation, die Shunt-Quantifizierung, die Bestimmung der PA-Drücke und der Lungengefäßwiderstände (PVR).
Ein ASD ist hämodynamisch relevant, wenn eine Rechtsherzbelastung klinisch oder echokardiografisch vorliegt, oder wenn mittels Shuntberechnung bei der Herzkatheteruntersuchung oder im MRT das Verhältnis des Herzzeitvolumens im Lungen- und Systemgefäßkreislauf (Qp/Qs) ≥ 1,5–2,0:1 beträgt.
Nach Ausschluss von Kontraindikationen (PAH, höhergradige LV-Dysfunktion) sollte ein ASD verschlossen werden, wenn er hämodynamisch wirksam ist und zu einer Volumenbelastung des rechten Herzens geführt hat.
Auch die Rezidivprophylaxe eines kryptogenen zerebralen Insultes infolge einer paradoxen Embolie sowie die Primärprophylaxe paradoxer Embolien bei jungen Frauen vor geplanter Schwangerschaft können eine Indikation darstellen.
Die EMAH-Leitlinien geben hier einen Algorithmus zur Entscheidungsfindung vor.
Vorsicht ist jedoch bei Patienten mit höhergradig eingeschränkter systolischer oder diastolischer linksventrikulärer Funktion geboten, da es nach dem ASD-Verschluss zu einem weiteren Anstieg des linksatrialen Druckes kommen kann.
Im Zweifel (grenzwertige PAH, Linksherzdysfunktion) sollte auch ein anatomisch gut zum Verschluss geeigneter ASD erst nach Konsultation mit einem EMAH-Zentrum erschlossen werden.
Die kausale Behandlung eines ASD II kann prinzipiell chirurgisch oder interventionell vorgenommen werden. Bei anatomischer Eignung sollte ein ASD-Verschluss interventionell erfolgen. Dafür stehen verschiedene, in Form und Größe unterschiedliche ASD-Okkluder zur Verfügung. Voraussetzung zur Implantation ist die genaue Kenntnis der Defektanatomie, die mittels TEE bestimmt werden kann. Die Implantation wird dann im Katheterlabor unter Durchleuchtung und/oder TEE-Kontrolle vorgenommen.
Am besten zum Verschluss geeignet sind Defekte, die nicht wesentlich größer als 25 mm sind, bei denen ein posteriorer Randsaum („Rim“) von > 8 mm vorliegt und ein gewisser Randsaum zur Aorta und den AV-Klappen besteht. Vor Verschluss erfolgt unter TEE-Kontrolle ein Ballonsizing zur Größenbestimmung mittels „Stopp-Flow“-Technik, bei der bestimmt wird, bei welchem Ballondurchmesser kein Shunt mehr vorliegt.
Auch wenn kein ausreichender aortaler Randsaum vorliegt, kann ein ASD-Verschluss durchaus möglich sein, stellt aber eine Off-Label-Anwendung dar (so z. B. bei dem Amplatzer ASD-Okkluder).
Grundsätzlich ungeeignet zum interventionellen ASD-Verschluss sind ASDs vom Primum- oder Coronarsinus-Typ, da hierbei eine sichere Fixierung des Okkluders nicht möglich ist.
Bei fehlender anatomischer Eignung für einen interventionellen ASD-Verschluss erfolgt der operative Verschluss mittels Direktnaht oder Patch-Verschluss (Perikard, Teflon, Dacron, Gore-Tex). Der Zugang erfolgt über eine rechts-anterolaterale Thorakotomie oder eine mediane Sternotomie.
Bei Sinus-venosus-Defekten (SVD) mit partieller Lungenvenenfehlmündung wird diese umimplantiert oder der Septumdefekt so verschlossen, dass die fehlmündende Lungenvene anschließend in den linken Vorhof drainiert.
Neuerdings steht hierfür bei anatomischer Eignung auch ein interventioneller Behandlungsansatz mit Überdeckung des SVD mittels Stentimplantation (covered Stent) von der VCS bis in den RA zur Verfügung. Der obstruktionsfreie Abfluss der rechten Lungenvenen ergibt sich spontan oder durch Ballonmodulation des Stents.
Bei präexistenten Vorhofrhythmusstörungen kann eine ergänzende Maze-Operation oder Ablationstherapie erfolgen.
Für Patienten mit einer PAH, die einen Verschluss nicht mehr zulässt (Eisenmenger-Reaktion), besteht als Ultima Ratio die Möglichkeit einer Herz-Lungen-Transplantation oder einer Lungentransplantation mit gleichzeitigem ASD-Verschluss.
Postoperativ oder postinterventionell bilden sich Beschwerden und Symptome vielfach zurück.
Frühpostoperativ besteht nach ASD-Verschluss eine Neigung zu einem Postkardiotomiesyndrom („Dressler-Syndrom“).
Nicht selten kommt es nach einigen Tagen, Wochen oder Monaten zu einer Normalisierung der RV-Dilatation. In manchen Fällen persistiert allerdings eine Rechtsherzvergrößerung.
Nach aktueller Studienlage profitieren auch ältere Patienten hinsichtlich Lebensqualität und -dauer von einem ASD-Verschluss und die dadurch bedingte Beseitigung der RV-Volumenbelastung.
Das Kontrollintervall bei der Nachsorge/dem Follow-up in der EMAH-Versorgung richtet sich nach den klinischen Gegebenheiten. Einer Überprüfung bedürfen die Funktion beider Ventrikel, der rechtsventrikuläre oder pulmonalarterielle Druck sowie das Rhythmusverhalten. Generell sollte eine lebenslange Nachsorge erfolgen. Die Kontrollen können bei unproblematischem Verlauf, wenn keine Rechtsherzbelastung, keine PAH und keine HRST mehr vorliegen, in mehrjährigen Intervallen durchgeführt werden.
Ein erhöhtes IE-Risiko besteht im Verlauf nicht, sodass sechs Monate nach Verschluss auf eine IE-Prophylaxe verzichtet werden kann, wenn Begleitanomalien fehlen.

Ventrikelseptumdefekte

Substanzdefekte im Bereich des Ventrikelseptums werden als Ventrikelseptumdefekte (VSDs) bezeichnet. Je nach anatomischer Position werden verschiedene Formen unterschieden:
  • Membranöser bzw. perimembranöser VSD
  • mit Ausdehnung zum Inlet-Septum („AV-Kanal-Typ“)
  • mit Ausdehnung zum trabekulären-Septum
  • mit Ausdehnung zum Outlet-(infundibulären) Septum („Fallot-Typ“)
(das membranöse Septum kann sehr klein sein; die meisten Defekte dehnen sich in das umgebende Gewebe aus und werden als „perimembranös“ bezeichnet)
  • Muskulärer VSD
  • im Inlet-Septum
  • im trabekulären Septum (zentral, marginal, apikal)
  • im Outlet-(Infundibulum-)Septum
  • Doubly commited (subarterieller) VSD
    liegt zwischen den Semilunarklappen bzw. den Ausflussbahnen beider Ventrikel
In Abhängigkeit von der hämodynamischen Auswirkung erfolgt eine Unterteilung in:
  • Restriktiver VSD: RV-Druck liegt unterhalb des LV-Druckes
  • Nichtrestriktiver VSD: Druckangleich auf Ventrikelebene.
VSDs sind sehr häufige AHF, die isoliert oder in Assoziation mit anderen AHF auftreten, insbesondere mit Obstruktionen des rechtsventrikulären Ausflusstraktes (Rechtsdeviation des outlet-Septums), einem offenen Ductus Botalli (PDA), einem ASD II, einem AVSD, einer Aortenisthmusstenose. Sie können auch Bestandteil komplexer Fehlbildungen sein, z. B. bei kompletter oder kongenital korrigierter Transposition der großen Arterien, Fallot´scher Tetralogie, Truncus arteriosus communis, Double-outlet-Ventrikel. Gehäuft finden sie sich auch bei Chromosomenanomalien wie Trisomie 13, 18 und 21.
Beim VSD stehen System- und Lungenkreislauf über eine Öffnung im Ventrikelseptum miteinander in Verbindung, über die sich der LV während der Systole zum einen in den Systemkreislauf, andererseits über den VSD in den kleinen Kreislauf entleeren kann. Dadurch entsteht eine Druck- und Volumenbelastung der Lungengefäße sowie eine Volumenbelastung des linken Herzens. Da das Shuntblut vom LV direkt in die PA ausgeworfen wird, ist der RV primär nicht volumenbelastet. Erst sekundär kommt es zu einer rechtsventikulären Druckbelastung durch die Entwicklung einer PAH.
Das Shuntvolumen hängt von der Defektgröße, der systolischen und diastolischen Funktion der beiden Ventrikel und von den Widerstandsverhältnissen der beiden Kreisläufe sowie dem Vorliegen einer Stenose im rechtsventrikulären Ausflusstrakt (RVOTO) ab.
Erwachsene mit kleinem VSD sind häufig asymptomatisch. Beim mittelgroßen und großen VSD entwickeln sich Belastungsdyspnoe, rezidivierende bronchopulmonale Infekte, supraventrikuläre oder ventrikuläre Arrhythmien oder eine Herzinsuffizienz.
Unbehandelt kann sich bei ausreichend großem VSD eine obstruktive Lungengefäßerkrankung (Eisenmenger-Reaktion) mit weitgehend irreversiblem Umbau der Lungengefäße entwickeln. Bei Anstieg des Lungengefäßwiderstandes auf das Niveau des systemischen Gefäßwiderstandes kommt es zur Shuntumkehr (Rechts-Links-Shunt) und die Patienten werden zyanotisch. Sie entwickeln eine Leistungseinschränkung mit Belastungs- und Ruhedyspnoe und Komplikationen wie einer Rechtsherzinsuffizienz, Hämoptysen, Synkopen oder Hirnabszessen.
Ein Großteil der Patienten erhält in der Kindheit einen VSD-Verschluss. Im Laufe der Zeit kann sich auch bei kleineren Restdefekten eine LV-Belastung mit Leistungslimitierung entwickeln oder es entwickeln sich Endokarditiden, Arrhythmien oder eine pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH). Eine intraventrikuläre Hypertrophie mit Druckerhöhungen im RV findet sich beim „double-chambered right ventricle“ (DCRV).
Die Diagnose eines VSDs erfolgt primär durch die klinische Untersuchung und wird dann durch die Echokardiografie bestätigt. Sie definiert Anzahl, Lokalisation und Größe des VSDs, die Auswirkungen auf die linken Herzhöhlen (dies ist primär von der Volumenbelastung betroffen) und das rechte Herz (bei PAH oder großem VSD)sowie Shuntrichtung und -größe, den interventrikulären Druckgradienten sowie den rechtsventrikulären und Pulmonalarteriendruck. Wichtig ist die Diagnose assoziierter Anomalien.
Zunehmend erfolgt die Lokalisationsdiagnostik, Shuntquantifizierung und die Beurteilung der hämodynamischen Auswirkung (z. B. LV-Dilatation, Funktionsstörung) mittels Kardio-MRT.
Die Herzkatheteruntersuchung erlaubt am genausten die Quantifizierung des Shunts und des Lungengefäßwiderstandes. Eine Katheterindikationen besteht beim Verdacht auf eine pulmonale Hypertonie, zur Abklärung assoziierter Anomalien oder zur Erfassung einer koronaren Herzerkrankung. Bei geeigneter Position ist auch ein interventioneller VSD-Verschluss möglich.
Die Behandlungsindikation richtet sich nach der hämodynamischen Relevanz oder entsprechenden Risikokonstellationen. Jeder hämodynamisch relevante und/oder symptomatische VSD sollte verschlossen werden, um eine chronische Volumenbelastung des linken Herzens, die Entstehung einer obstruktiven Lungengefäßerkrankung und die Entwicklung einer Endokarditis zu verhindern.
Liegt eine PAH vor, muss die Verschlussindikation kritisch geprüft werden (siehe Algorithmus der Leitlinien).
Im Allgemeinen stellt ein VSD mit signifikantem Links-Rechts-Shunt bei Gedeihstörung oder broncho-pulmonalen Infekten schon im Säuglings- oder frühen Kindesalter eine Operationsindikation bei Gedeihstörung oder broncho-pulmonalen Infekten dar. Asymptomatische Kinder werden eher elektiv mit 2–4 Jahren operiert.
Im Erwachsenenalter wird ein hämodynamisch unbedeutender Shunt (Qp/Qs < 1,4:1; PAP/SP normal) konservativ behandelt. Zumeist weist dieser die Merkmale der „Drucktrennung“ auf. Ein hoher Gradient über den VSD entspricht einem geringen/normalen Druck im RV.
Ein VSD im Erwachsenenalter ist hämodynamisch relevant bei Linksherzbelastungszeichen (Qp/Qs zumeist > 1,5:1).
Unabhängig von der Shuntgröße kann eine OP-Indikation diskutiert werden bei einem subaortalen VSD mit Aortenklappenprolaps und mehr als geringgradiger Aortenklappeninsuffizienz, um eine progrediente Aortenklappeninsuffizienz zu verhindern sowie bei einem kleineren VSD, nachdem zumindest eine Endokarditis abgelaufen ist.
Neben den Verschlussindikationen müssen insbesondere Kontraindikation beachtet werden. Als Kontraindikation wird vor allem eine relevante PAH in den EMAH-Leitlinien der ESC aufgeführt. Bei Unklarheiten sollte ein EMAH-Zentrum konsultiert werden.
Der operative Verschluss erfolgt mittels Direktnaht oder durch Patchverschluss. Zur Vermeidung einer Ventrikulotomie erfolgt der Eingriff möglichst transtrikuspidal vom rechten Vorhof aus. Bei multiplen muskulären Defekten („swiss cheese VSD“) kann der Eingriff über den RV oder, bei apikal elegenen muskulären Defekten, über den LV bzw. bei subpulmonalen Outlet-VSDs durch die Pulmonalarterie vorgenommen werden.
Bei Patienten mit Eisenmenger-Reaktion, die konservativ nicht mehr zu führen sind, und bei denen keine Kontraindikation besteht, ist die Herz-Lungen-Transplantation oder die Lungentransplantation mit gleichzeitigem VSD-Verschluss zu erwägen.
Die Operationsletalität liegt beim unkomplizierten VSD < 1–2 %, bei Re-Operationen bei ca. 6 %. Komplikations- und Letalitätsraten sind abhängig von Lebensalter, Pulmonalarteriendruck, Lungengefäßwiderstand, der Anzahl der Defekte und assoziierten Anomalien.
Unter Beachtung der Indikationen und Kontraindikationen zum Verschluss kann bei anatomischer Eignung ein perimembranöser oder muskulärer VSD auch interventionell verschlossen werden. Dazu stehen verschiedene Okkluder zur Verfügung. Es muss auf eine sichere Einheftung des Okkluders und eine unbehinderte Funktion der Aorten- und Trikuspidalklappe geachtet werden. Es können AV-Blockierungen auftreten.
Nach dem erfolgreichen Verschluss eines isolierten VSDs ist die Überlebensrate meist sehr gut, insbesondere, wenn die Operation innerhalb der ersten beiden Lebensjahre durchgeführt wurde. Die meisten Patienten sind asymptomatisch und führen ein normales Leben. Probleme haben überwiegend Patienten, die in höherem Lebensalter operiert wurden, bei denen präoperativ eine PAH, eine Störung der Ventrikelfunktion oder multiple VSDs bestanden.
Eine präoperativ bestehende PAH kann sich zurückbilden, bei älteren Patienten aber durchaus auch progredient sein.
Re-/Rest-Shunts bestehen häufig (bis zu 30 %) sowohl postoperativ als auch postinterventionell, wenn es zu keiner vollständigen Abdichtung oder partieller Dehiszenz des Patches gekommen ist.
Nachsorge/Follow-up in der EMAH-Versorgung – Das Kontrollintervall richtet sich nach den klinischen Gegebenheiten. Meist wird eine jährliche Kontrolle empfohlen. Einer Überprüfung bedürfen die Funktion beider Ventrikel, der pulmonalarterielle Druck sowie das Rhythmusverhalten. Wegen des Endokarditisrisikos werden eine optimale Zahnhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen empfohlen, postoperativ oder post-interventionell ist eine Endokarditisprophylaxe für sechs Monate erforderlich bzw. lebenslang, wenn Restdefekte bestehen.

Persistierender Ductus arteriosus (PDA)

Der persistierende Ductus arteriosus (PDA) ist eine Gefäßverbindung zwischen Aorta und der Pulmonalarterie, die im Embryonalkreislauf dazu dient, den größten Anteil des Blutes aus dem RV, unter Umgehung des linken Herzens und des Lungenkreislaufes, der Aorta zuzuführen. In dieser Entwicklungsphase strömt das venöse Blut als Rechts-Links-Shunt vom kleinen zum großen Kreislauf. Ein PDA ist häufig assoziiert mit Septumsdefekten, Fallot´scher Tetralogie oder peripheren Pulmonalstenosen, z. T. auch kompensatorischer Bestandteil komplexer Fehlbildungen mit verminderter Lungenperfusion (z. B. Rechtsobstruktionen: Pulmonalatresie, Trikuspidalatresie).
Die Shuntgröße ist abhängig von Ductusdurchmesser, -länge und -verlauf, bei großem PDA von den Widerstandsverhältnissen in beiden Kreisläufen. Der Links-Rechts-Shunt auf Ductusebene führt zu einer Volumenbelastung der linken Herzhöhlen (LA, LV), der Aorta ascendens sowie des Aortenbogens. Beschwerden und klinische Befunde hängen überwiegend von Shuntgröße und pulmonalen Widerstandsverhältnissen ab. Patienten mit kleinem PDA sind meist asymptomatisch. Bei mittelgroßem PDA treten ab der dritten Dekade Belastungsdyspnoe, Palpitationen, rezidivierende bronchopulmonale Infekte oder eine Linksherzinsuffizienz auf. Eine Eisenmenger-Reaktion führt auch beim PDA zu Zyanose, die wegen der Shuntlokalisation nur an der unteren Körperhälfte oder dem linken Arm und den unteren Extremitäten (Differenzialzyanose) zu erkennen ist. Leistungseinschränkung, rasche Beinermüdung, Ruhe- und Belastungsdyspnoe, Brustschmerzen, Hämoptysen, Synkopen, Hirnabszesse oder eine Rechtsherzinsuffizienz sind mögliche Manifestationen.
Die Diagnose erfolgt primär durch die klinische Untersuchung (Leitsymptom: kontinuierliches Geräusch, solange keine PAH besteht) und wird durch die Echokardiografie oder mittels MRT gesichert.
Die weitere Abklärung erfordert den Nachweis assoziierter Anomalien oder einer koronaren Herzerkrankung.
Prinzipiell stellt ein PDA bei geeigneter Morphe auch im Erwachsenenalter eine Indikation zum Verschluss dar. Eine Ausnahme von dieser Regel besteht lediglich beim kleinen, klinisch nicht fassbaren Ductus, der auch als „silent duct“ bezeichnet wird. Auch bei einem hämodynamisch gering wirksamem PDA und bei asymptomatischen Patienten besteht eine Verschlussindikation aufgrund eines Endarteriitisrisikos und durch die Tatsache, dass mit zunehmendem Alter nahezu alle PDA-Patienten symptomatisch werden.
Nach erfolgreichem Verschluss ist das Risiko einer Herzinsuffizienz, einer PAH oder einer Endokarditis weitgehend beseitigt. Eine Kontraindikation zum Ductusverschluss besteht, ähnlich wie beim VSD (s. dort), bei Lungengefäßveränderungen mit relevanten PAH. Der PDA-Verschluss erfolgt bei anatomischer Eignung interventionell, wofür verschiedene Arten von PDA-Okkludern zur Verfügung stehen. Postinterventionell wird für einen Zeitraum von sechs Monaten noch eine Endokarditisprophylaxe bei entsprechender Indikation gegeben. Ist ein interventioneller Verschluss nicht möglich, erfolgt eine operative Ligatur und Durchtrennung über eine links-laterale Thorakotomie.
Bei Patienten mit Eisenmenger-Reaktion, die konservativ nicht mehr zu führen sind, und bei denen keine Kontraindikation besteht, ist eine Lungentransplantation mit gleichzeitigem PDA-Verschluss möglich.
Nach operativem Verschluss eines unkomplizierten PDA im Kindesalter ist die Lebenserwartung normal. Wenn der Verschluss erst im höheren Lebensalter oder bei großem Shunt erfolgte, ist die Prognose ungünstiger. Das Kontrollintervall richtet sich nach den klinischen Gegebenheiten. Überprüft werden muss der anhaltende Erfolg des PDA-Verschlusses, die Funktion beider Ventrikel sowie der pulmonalarterielle Druck.

Atrioventrikuläre Septumdefekte (AVSD)

Beim AV-Septumdefekt (AVSD) handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um die Kombination eines tief sitzenden Vorhofseptumdefektes mit einem im Inlet-Bereich des Ventrikelseptums gelegenen Defekts sowie einer Fehlbildung der AV-Klappen (Spaltbildung, gemeinsamme AV-Klappe). AVSDs sind sehr häufig mit einer Trisomie 21 assoziiert. 
Der partielle AVSD wird auch als Vorhofseptumdefekt vom Primumtyp (ASD I) bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen tief sitzender Vorhofseptumdefekt, der bis in die AV-Klappen-Ebene reicht und einen Cleft der Mitralklappe (MK) aufweist, während die beiden AV-Klappen bindegewebig noch voneinander getrennt sind. Beim AVSD vom Intermediärtyp besteht ein Vorhofseptumdefekt vom Primumtyp (ASD I) sowie ein Defekt im inlet-Bereich des Ventrikelseptums. Beide AV-Klappen liegen auf einer Ebene und es bestehen jeweils separate Klappenringe.
Beim kompletten AVSD besteht ein tief sitzender Vorhofseptumdefekt vom Primumtyp, ein Defekt im inlet-Bereich des Ventrikelseptums sowie eine gemeinsame AV-Klappe mit rechts- und linksseitigen AV-Klappenanteilen. Anteile beider AV-Klappen bilden jeweils ein gemeinsames anteriores („anterior bridging leaflet“) sowie ein posteriores Segel („posterior bridging leaflet“), es kann eine Verlagerung von AV-Klappenanteilen durch den VSD auf die Gegenseite vorliegen/sog. „Straddling“.
Das klinische Erscheinungsbild ist abhängig vom Ausmaß der zugrunde liegenden pathologisch-anatomischen Veränderungen und hier insbesondere vom Schweregrad des ASD, des VSD, der AV-Klappeninsuffizienz sowie von den pulmonalen Widerstandsverhältnissen. Bei partiellen oder intermediären Formen des AVSD können die Patienten durchaus asymptomatisch sein oder Zeichen der Links- und Rechtsherzinsuffizienz aufweisen.
Patienten, die mit einem kompletten AVSD spontan das Erwachsenenalter erreichen, haben fast alle das Vollbild einer Eisenmenger-Reaktion, u. a. mit Zyanose, erheblicher Leistungseinschränkung, Belastungs- und Ruhedyspnoe, Rechtsherzinsuffizienz, Vorhofrhythmusstörungen oder Blockbildung, Hämoptysen, Synkopen oder Hirnabszessen.
Die Diagnostik umfasst im Wesentlichen die klinische Untersuchung, Oxymetrie, Echokardiografie, MRT sowie die Herzkatheteruntersuchung.
Im Spontanverlauf versterben die meisten Patienten im Alter von 2–3 Jahren mit den Zeichen einer Herzinsuffizienz. Das fünfte Lebensjahr überleben weniger als 4 %, die häufigen Todesursachen sind Herzinsuffizienz, PAH, Infektionen des Respirationstraktes, obstruktive Lungengefäßerkrankung sowie Endokarditiden.
Heutzutage erfolgt die elektive operative Reparatur zumeist innerhalb der ersten sechs Lebensmonate, um einer irreversiblen PAH oder einer Herzinsuffizienz vorzubeugen.
Die Indikation zur operativen Korrektur bei Erwachsenen, die als noch operabel eingestuft werden, sind symptomatische Patienten, insbesondere wenn die Ventrikel belastet sind, wenn sich eine relevante AV-Klappeninsuffizienz oder eine linksventrikuläre Ausflusstraktobstruktion (mit Kathetergradienten oder einem mittleren Echo-Gradienten > 50 mmHg) entwickelt oder paradoxe Embolien aufgetreten sind.
Beim balancierten kompletten AVSD eines operablen Erwachsenen kann die Korrekturoperation mit der Single-patch- oder Double-patch-Technik erfolgen. Die AV-Klappen werden rekonstruiert oder ersetzt.
Beim unbalancierten AVSD kann evtl. eine Kreislauftrennung im Sinne einer partiellen cavopulmonalen Anastomose (PCPC) mit nachfolgender totalen cavopulmonalen Anastomose (TCPC) zum Einsatz kommen.
Besteht eine Eisenmenger-Reaktion, bleibt als einzige chirurgische Option die Herz-Lungen-Transplantation. Komplikations- und Letalitätsrate sind vom Alter zum OP-Zeitpunkt, vom Vorhandensein von Ventrikelhypoplasien, der präoperativen Funktionsklasse, dem PA-Druck und PVR, dem Schweregrad der AV-Klappeninsuffizienz sowie von assoziierten Anomalien (z. B. multiple VSD, double orifice mitral valve) abhängig.
Sowohl in sehr jungem als auch in höherem Alter sind Komplikations- und Letalitätsrate erhöht.
Ob eine begleitende Trisomie das Operationsrisiko erhöht, wird kontrovers diskutiert.
Zu den typischen postoperativen Residualbefunden gehören die Schlussunfähigkeit der rekonstruierten MK, seltener der TK, eine MK-Stenose, Restdefekte auf Vorhof- oder Kammerebene, die Entwicklung einer Subaortenstenose sowie ein Fortschreiten der obstruktiven Lungengefäßerkrankung oder HRST. Im Rahmen der regelmäßigen, zumeist jährlichen Verlaufskontrollen werden die Rest- und Folgezustände beurteilt.

Pulmonalstenose

Unter einer Pulmonalstenose (PS) versteht man eine Einengung in der Ausflussbahn vom RV zur Pulmonalarterie (PA). Diese kann subvalvulär (im RVOT/Infundibulum), valvulär und supravalvulär (im Pulmonalarterien-Hauptstamm oder der rechten und linken PA) liegen. Das Vorkommen, isoliert oder assoziiert mit anderen AHF (z. B. ToF), ist relativ häufig (5 bis 7 % aller AHF).
Patienten mit einer leichten PS sind überwiegend asymptomatisch. Bei schweren Formen treten Dyspnoe, Leistungsminderung, retrosternale Schmerzen, Präsynkopen und eine periphere Zyanose auf.
Mittel der Wahl zur Darstellung der PS ist die Echokardiografie. Die Darstellung des gesamten RVOT (Infundibulum, PK, MPA, LPA- und RPA-Abgänge und proximaler Verlauf) gelingt zumeist gut in der parasternalen kurzen Achse (PSAX), des Infundibulums und der PK im nach rechts verkippten apikalen 3-Kammerblick und von subxiphoidal. Der Verlauf der RPA und LPA kann oft von suprasternal etwas weiter nach distal verfolgt und angelotet werden.
Die Behandlungsindikation ist abhängig von der klinischen Symptomatik und dem Schweregrad der Stenose. Ein RV-Druck, der mehr als zwei Drittel des systemischen Drucks beträgt, wird als bedeutsam und behandlungspflichtig angesehen. Beim Auftreten von Symptomen ist die Indikation zur Therapie gegeben, die vorzugsweise interventionell erfolgt.
Bei valvulärer Stenose kann mit einem Ballonkatheter eine Valvuloplastie mit Kommissureneröffnung erfolgen. Bei supravalvulärer Stenose wird eine Dilatation und Stent-Implantation durchgeführt. Nur bei erfolgloser Ballonvalvuloplastie wird eine chirurgische Valvulotomie oder ein Klappenersatz vorgenommen.
Im Rahmen der Nachsorge wird auf Restenosen und Zeichen der Rechtsherzbelastung gachtet.

Fallot´sche Tetralogie

Die Fallot´sche Tetralogie (ToF) ist durch eine Verlagerung des Infundibulumseptums nach rechts, antero-cephal gekennzeichnet. Hieraus resultieren 4 charakteristische Merkmale: 1. ein großer, subaortaler, „malalignment“ VSD, 2. eine Ausflusstraktobstruktion des RV (right ventricular outflowtract, RVOT, obstruction RVOTO) 3. eine zu > 50 % über den VSD reitende Aorta, und 4. eine konsekutive RV-Hypertrophie.
Die ToF tritt gehäuft mit genetischen Anomalien (Mikrodeletion an Chromosom 22q11) auf und kann von weiteren Herzanomalien begleitet sein. Das klinische Bild wird vom Ausmaß der PS bestimmt. Je ausgeprägter die Verengung, desto stärker der Rechts-Links-Shunt durch das defekte Ventrikelseptum und die Rechtsherzhypertrophie.
Bei längerem Bestehen treten meist Symptome der chronischen Hypoxie (Uhrglasnägel, Trommelschlegelfinger, Gingivahyperplasie) auf.
Eine Korrekturoperation erfolgt in der Regel im Alter von 4–6 Monaten. Im Rahmen dieser Operation erfolgt ein Patchverschluss des VSD sowie eine Rekonstruktion des rechtsventrikulären Ausflusstraktes, teils mit Myektomie, Pulmonalklappendilatation, transannulärem Patch oder Implantation eines RV-PA-Conduits. Die Entscheidung über die Technik erfolgt im Wesentlichen in Abhängigkeit von Lokalisation und Ausmaß der RVOTO.
Im Rahmen der initialen Korrektur-OP wird im Kindesalter eine gewisse Reststenose im Bereich der rechtsventrikulären Ausstrombahn belassen, an die der Ventrikel per se adaptiert ist. Dies wird in der Regel besser toleriert als eine mögliche PK-Insuffizienz, wie sie häufig nach transannulären Patch gesehen wird. Sie kann zu einer progredienten Vergrößerung und Funktionseinschränkung des RV führen und mögliche Re-Operationen zur Folge hat.
Die Nachsorgeuntersuchungen sollten regelmäßig, zumeist jährlich erfolgen. Eine Anbindung an ein EMAH-Zentrum wird empfohlen.
Dabei kommt der Anamnese mit subjektiven Beschwerden wie Leistungslimitierung und HRST eine besondere Bedeutung zu. Da die meisten EMAH-Patienten an eine gewisse Leistungseinschränkung adaptiert sind, sollten die subjektiven Beschwerden mittels Spiroergometrie konkretisiert werden. Mittels EKG wird die Breite des QRS-Komplexes beurteilt. Dabei kann eine QRS-Dauer > 180 ms, besonders bei progressiver Verbreiterung, ein potenzielle Risikomarker für maligne Arrhythmien und einen plötzlichen Herztod sein.
Ergänzt werden sollte die Suche nach HRST durch intermittierende Langzeit-EKG-Untersuchungen sowie Leistungskontrolle mittels Spiroergometrie.
Die transthorakale Echokardiografie dient der Beurteilung der RV-Größe und -Funktion. Dabei muss beachtet werden, dass eine RV-Hypertrophie, eine milde bis mäßige Vergrößerung und eine diastolische sowie systolische Funktionseinschränkung durchaus vitientypisch ist.
Der optimale Zeitpunkt zur Behandlung einer zunehmenden Volumenbelastung bei PI wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Die EMAH-Leitlinien bieten hier einen Entscheidungsalgorithmus.
Einer Volumen- oder Druckbelastung mit Verschlechterung der rechtsventrikulären Funktion und möglichen Folgezuständen im Alter, steht das Operationsrisiko bei wiederholten Re-Operationen entgegen.
Häufig besteht die Therapie in der Anlage eines RV-PA-Conduits bzw. Homografts. Bei den heute verwendeten operativen Conduits handelt es sich um Gefäßprothesen aus der Jugularvene speziell gezüchteter Rinder (Contegra), welche Venenklappen enthalten, die einer trikuspiden Taschenklappe ähnlich sind. Deren mittlere Lebensdauer von ca. 10 bis 15 Jahren bei Erwachsenen (bei Kindern in der Regel deutlich kürzer) erklärt die im Verlauf notwendig werdende Anzahl an Reinterventionen.
Andere Behandlungsmöglichkeiten stellt der operative Eersatz durch eine biologische Pulmonalklappe oder die operative Rekonstruktion der PK dar.
Da wiederholte Operationen mit einem stetig steigendem und erhöhtem OP-Risiko durch Blutungen, Vernarbungen, Verkalkungen, Myokardschaden durch HLM assoziiert sind, wird zunehmend häufig ein interventioneller PK-Ersatz durchgeführt.
Für den interventionellen PK-Ersatz stehen aktuell zwei Ballon-expandierbare Klappen, die Melody-Pulmonalklappe aus boviner Jugularvene mit Venenklappe (Firma Medtronic) und die Edwards Sapien-Klappe aus bovinen Rinderperikard (Firma Edwards), zur Verfügung. Neuerdings stehen auch selbstexpandierende Klappen zur Verfügung, die besonders für native und sehr weite RVOTs geeignet, jedoch noch in der klinischen Erprobung sind („Harmony-Klappe“, „VenusP-Valve“, „Pulsta-Klappe“).
Vor der Implantation muss in einer Katheteruntersuchung eine mögliche Kompression der Koronararterien durch die präinterventionell als „Landing-Zone“ zu implantierenden Stents oder den klappentragenden Stent ausgeschlossen werden. Hierzu erfolgt die Inflation eines „Probe-Ballons“ im Bereich der PK mit simultaner Durchführung einer Koronarangiografie (Abdichtung der RVOT ohne Kompression der Koronararterien?). Ein möglicher perkutaner Pulmonalklappenersatz ist wesentlich von der Weite des RVOTs und des PA-Hauptstamms abhängig. Ausgeprägte Ektasien machen die Implantation eines klappentragenden Stents ggf. unmöglich, da eine ausreichende Verankerung des Stents oft nicht möglich ist.

Aortenisthmusstenose

Die Aortenisthmusstenose (Synonym: Koarktation, CoA, ISTA) ist eine Lumeneinengung der Aorta im Bereich des Isthmus aortae, d. h. am Übergang des Aortenbogens zur Aorta descendens im Mündungsbereich des fetalen Ductus arteriosus Botalli.
Gehäuft findet sich eine Aortenisthmusstenose assoziiert mit einer bikuspiden Aortenklappe (BAV) und beim sogenannten Shone-Komplex (Sub-Aortenstenose, Parachute Mitralklappe, etc.).
Die Pathophysiologie ist geprägt durch die Obstruktion der Aorta descendens. Die klinische Manifestation ist abhängig von dem Stenosegrad und der Ausprägung von Kollateralen. Gelegentlich wird eine Aortenisthmusstenose erstmalig im Erwachsenenalter diagnostiziert.
Zu den klinischen Leitsymptomen gehören: Arterielle Hypertonie an den oberen Extremitäten bei niedrigerem RR an den Beinen, Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel bei Belastung, Belastungsdyspnoe, Myokardhypertrophie, Angina pectoris, Angina abdominalis.
Der klinische Verdacht auf eine Aortenisthmusstenose sollte bei arterieller Hypertonie und insbesondere RR-Druckdifferenz zwischen den Armen und unteren Extremitäten bestehen, wobei bereits ein Druckgradient von 20 mmHg relevant ist.
In der Echokardiografie ist ein diastolisches Run-off (langsames Ablaufen des systolischen Gradienten im CW-Doppler bei suprasternaler Anlotung) ein wichtiger Hinweis, während die Bestimmung des systolischen Gradienten im CW-Doppler nur hinweisend aber nicht belegend ist.
Die Behandlung erfolgt entsprechend den anatomischen Begebenheiten operativ (eher im Kindes- und Jugenalter) oder bevorzugt interventionell durch Dilatation und Stentimplantation. In der Nachsorge wird auf Merkmale der Restenosierung (arterieller Hypertonus, RR-Gradient zwischen oberer und unterer Körperhälfte) geachtet.
Wichtig ist zudem die Verlaufskontrolle der Diameter der Aorta ascendens (TTE, MRT), da Aneurysmata der Aorta ascendens entstehen können, die bei CoA auf intrinsische Veränderungen der Aortenmedia zurückzuführen sind.
Aortenaneurysmata im ehemaligen CoA-Gebiet finden sich bei allen Operationsverfahren, insbesondere nach Patch-Plastiken unter Verwendung von Dacron sowie nach Protheseninterposition. Da die Entwicklung dieser Aneurysmata über Jahre oder Jahrzehnte asymptomatisch verlaufen kann, werden diese oft zufällig oder erst beim Auftreten von Komplikationen, z. B. Dissektionen oder Rupturen, bemerkt.

Transposition der großen Gefäße (TGA)

Bei der kompletten Transposition der großen Gefäße (TGA, syn. d-TGA) sind Aorta und Pulmonalarterie vertauscht (ventrikulo-arterielle Diskordanz):
  • Aus dem morphologisch rechten Ventrikel (mRV) entspringt die Aorta. Diese führt sauerstoffarmes Blut in den Körper, das nach der Kapillarpassage – ohne Lungenpassage und daher ohne vorherige Oxygenierung – über das Venensystem wieder zum rechten Herzen zurückgeführt wird.
  • Die aus dem morphologisch linken Ventrikel (mLV) entspringende Pulmonalarterie leitet sauerstoffreiches Blut in die Lunge, welches über die Lungenvenen wieder im linken Herzen mündet.
Aufgrund dieser Parallelschaltung der Kreisläufe (mit deoxygeniertem Blut in der Aorta) ist ein Überleben der Neugeborenen nur möglich, wenn gleichzeitig eine Kurzschlussverbindung auf Vorhof-, Kammer- oder Gefäßebene besteht, die eine ausreichende Durchmischung beider Kreisläufe zuläßt.
Als Palliativtherapie erfolgt beim Neugeborenen die interventionelle Atrioseptostomie nach Rashkind und Miller. Die definitive chirurgische Behandlung erfolgt unter Berücksichtigung des Lebensalters und der vorliegenden Anatomie in Form einer arteriellen Switch-Operation, einer Vorhofumkehroperation nach Mustard oder nach Senning oder einer Rastelli-Operation.
Native TGAs kommen in der industrialisierten Welt im Erwachsenenalter aufgrund der hohen Letalität im Spontanverlauf (Hypoxie, HRST, Herzversagen, zerebrale Insulte) nur selten vor.
Ziel der o. g. operativen Maßnahmen ist es, den normalen sequenziellen Fluss des venösen, deoxygenierten Blutes durch die Lunge und des oxygenierten über die Aorta in den Körper herzustellen:
1.
Vorhofumkehr-OP nach Senning oder Mustard: Bei der Vorhofumkehr wird seit etwa 1960 eine „Trennwand“, der sogenannte „Baffle“ in den Vorhöfen eingenäht, durch den das Blut aus der VCI und VCS auf Vorhofebene zum mLV und in die daran angeschlossene Pulmonalarterie geleitet wird. Auf der anderen Seite dieses Baffle’s fließt das oxygenierte Blut aus den Lungenvenen zum morphologisch rechten Systemventrikel (mRV) und von dort in die Aorta und den Körper. Begleitende Anomalien im Bereich des Septums oder der Herzklappen werden chirurgisch mit angegangen.
Der eigentliche Herzfehler der TGA wird also nicht anatomisch „korrigiert“, sondern nur der funktionelle Blutfluss wiederhergestellt. Allerdings fungiert der mRV als Systemventrikel und der mLV als subpulmonaler Ventrikel. Der Koronarsinus drainiert, je nach Operateur, zumeist in den pulmonalvenösen Vorhof. Bei der Vorhofumkehr-OP nach Mustard wurde der Baffle aus Perikard, Dacron oder Gore-Tex geformt, bei der Vorhofumkehr nach Senning überwiegend aus Wandmaterial der eigenen Vorhöfe und Perikardflicken.
 
2.
die „Anatomische Korrektur“: Um das Problem des mRV als Systemventrikel bei der Vorhofumkehr-OP zu lösen, wurde von Jatene und Yacoub die Korrektur der TGA auf Gefäßebene, die sog. „arterielle Switch-Operation“ entwickelt. Dies gelang zuverlässig erst ab 1975 nach Lösung operationstechnischer Schwierigkeiten. Diese anatomische Korrektur wird in den ersten Lebenswochen durchgeführt, da der LV nach erfolgtem Switch in der Lage sein muss, den Druck im Körperkreislauf aufrechtzuerhalten. Dabei werden die ventral liegende Aorta und die dorsal liegen PA durchtrennt und vertauscht, anschließend werden die Koronararterien umimplantiert. Die ehemalige PK wird zur neuen Aortenklappe, der „Neo-AK“, die Aortenklappe zur PK.
 
3.
Rastelli-Operation: Bei TGA mit VSD und schwerer Obstruktion des linken Ausflusstraktes (LVOTO) wird die Rastelli-OP angewendet. Hierbei wird die Pulmonalarterie vom LV abgesetzt und der VSD mittels Patch derart verschlossen, dass ein intraventrikulärer Tunnel entsteht, der den LV mit der dextroponierten Aorta verbindet. Der RV wird dann über einen Allograft oder einen klappentragenden Conduit mit der PA verbunden.
 
Im Langzeitverlauf können Patienten mit TGA nach Vorhofumkehr-OP oder anatomischer Switch-OP zahlreiche Rest- und Folgezustände aufweisen (Tab. 3).
Den meisten Patienten nach Vorhofumkehr-Operation geht es bis zur dritten oder vierten Dekade subjektiv gut und die Leistungsbreite ist auf submaximalem Level zufriedenstellend. Die wichtigsten Todesursachen im Langzeitverlauf stehen im Zusammenhang mit einem SCD. Neben HRST sind Baffle-Lecks, system- und pulmonalvenöse Obstruktionen, Subpulmonalstenosen, mTK-Insuffizienzen und Funktionsstörungen des Systemventrikels (mRV) von größter Bedeutung.
Die Behandlung einer progredienten Insuffizienz des mRV gestaltet sich problematisch und umfasst die Beseitigung anatomischer Probleme und die medikamentöse Herzinsuffizienztherapie. Dabei ist weithin unklar, ob der mRV in gleicher Weise auf eine Pharmakotherapie anspricht wie ein morphologischer linker Ventrikel.
Entscheidend in der Therapie der mTK-Insuffizienz (systemische AV-Klappe, mTI) ist, ob sie auf ein Versagen des Systemventrikels oder auf Veränderung der mTK zürückzuführen ist. Chirurgische oder interventionelle Behandlungsmaßnahmen sind verfügbar (Pulmonalis-Banding; Trikuspidalklappenersatz bei hochgradiger mTI mit noch erhaltener systolischer Ventrikelfunktion; bei Versagen des Systemventrikels evtl. Herztransplantation (cave: technisch aufwendig!).
Weitere Probleme betreffen Stenosen im Systemvenenfach (→ Ballondilatation und Stenting oder Re-Operation), Stenosen im Lungenvenenfach (→ oft Re-Operation erforderlich), symptomatische LVOTO (→ Operative Korrektur mittels mLV-PA-Conduit, aber oft erst bei suprasystemischem Druck im subpul-monalen Ventrikel oder bei abnehmender Funktion des subpulmonalen Ventrikels, Baffle-Lecks (→ Verschluss interventionell oder operativ bei substanziellem Shuntvolumen mit signifikanter arterieller Sauerstoffuntersättigung), Re-/Rest-VSD (→ Verschluss bei substanziellem Shuntvolumen), präkapilläre sowie postkapilläre pulmonale Hypertonie (→ zielgerichtete PAH-Medikation bei präkapillaren Formen; Herzinsuffizienzbehandlung bei postkapillären Formen.
HRST treten vorwiegend in Form von atrialen Tachykardien (Vorhofflimmern und -flattern) auf. Sie können kardiovertiert und/oder mit hohem technischem Aufwand (teils Baffle-Punktion erforderlich) abladiert werden. Bei symptomatischen Bradykardien bei Sinusknotendysfunktion oder chronotroper Inkompetenz kann eine Schrittmacherimplantation (transvenös oder epikardial) erforderlich werden.
Nach der arteriellen Switch-Operation liegen bei älteren EMAH-Patienten aktuell noch wenige Erfahrungen vor, da diese im großen Stil erst seit etwa 1985 durchgeführt wird. Zu den bekannten schwerwiegenden Problemen gehören Insuffizienzen und Ektasien im Bereich der Neo-Aortenklappe und Aortenwurzel (inf. des Größenunterschiedes zwischen Aorta und PA), RVOTO, Ventrikelfunktionsstörungen sowie HRST (AV-Blockierungen). Koronararterienstenosen können klinisch stumm sein und sich der Erfassung bei Routineuntersuchungen wie EKG, Belastungstest oder Echokardiografie entziehen.
Hauptprobleme nach Rastelli-Operation umfassen Conduitstenosen, Subaortenstenosen, Aortenklappeninsuffizienzen, Re-/Rest-VSDs, Ventrikelfunktionsstörungen, AV-Klappeninsuffizienzen, supraventrikuläre und ventrikuläre HRST oder den SCD.
Alle Patienten mit TGA, insbesondere die mit der Vorhofumkehr-OP, bedürfen einer regelmäßigen Nachsorge, um die o. g. Rest- und Folgezustände möglichst gut erfassen und behandeln zu können. Hierfür sind je nach Behandlungsstatus symptomorientiert regelmäßige Verlaufskontrollen mit TTE und MRT, Belastungsuntersuchungen, Laboruntersuchungen und LZ-EKGs erforderlich.
Wegen der vielfältigen Residuen bedürfen alle Patienten, auch postoperativ, einer Endokarditis-Prophylaxe bei entsprechender Indikation.

Ventrikelinversion/kongenital korrigierte Transposition der großen Gefäße (ccTGA)

Die Ventrikelinversion/kongenital korrigierte Transposition der großen Gefäße (congenital corrected, cc-TGA, Synonym: isolierte Ventrikelinversion, l-TGA) ist durch eine Inversion/ „Vertauschen“ der Ventrikel charakterisiert. Dabei fließt systemvenöses Blut wie üblich über die Hohlvenen in den RA. An diesem ist jedoch die morphologische MK (mMK) und der rechtsliegende, morphologisch linke Ventrikel (mLV) angeschlossen („atrio-ventrikuläre Diskordanz“). Der mLV konnektiert wiederum an die Pulmonalklappe und die Pulmonalarterie (ventrikulo-arterielle Diskordanz). Über die Lungenvenen drainiert das oxygenierte Blut wie gewöhnlich in den linken Vorhof, an den die morphologische Trikuspidalklappe (mTK) und der morphologisch rechte Ventrikel (mRV) angeschlossen sind. Die großen Gefäße liegen parallel nebeneinander (Side-by-side-Stellung) mit links-anterior abgehender Aorta.
Insgesamt besteht somit eine „doppelte Diskordanz“, bei der der mLV rechts und subpulmonal (subpulmonaler Ventrikel) liegt, der mRV ist links und subaortal (Systemventrikel).
Die Koronarversorgung des Systemventrikels erfolgt über die „rechte“ Koronararterie, die aus dem linken Sinus Valsalva entspringt. Der morphologisch linke, subpulmonale Ventrikel wird über die „linke“ Koronararterie versorgt, die aus dem rechten Sinus Valsalva entspringt.
Zusätzlich zu einem hypoplastischen, posterioren AV-Knoten besteht im rechten Vorhof ein akzessorischer superior/anteriorer AV-Knoten, der mit dem His-Bündel in Verbindung steht. Das His-Bündel ist abnorm lang, zieht vorne um den Pulmonalklappenring. Der rechte Tawara-Schenkel deszendiert auf der linken, der linke Tawara-Schenkel auf der rechten Seite des Ventrikelseptums.
Zusätzlich bestehen häufig ein VSD, eine Pulmonalstenose und eine Dextrokardie.
Wegweisend für die Diagnose ist die Echokardiografie, mit der sich die Ventrikelmerkmale und Konnektion beurteilen lassen:
Der mLV weist folgende morphologische Merkmale auf:
  • Glatt begrenztes Myokard
  • Fibromuskuläre Kontinuität: Bindegewebsbrücke zwischen AML der Mitralklappe und PV
  • AML der Mitralklappe steht im 4-Kammerblick tiefer
  • In kurzer Achse Darstellung von zwei Papillarmuskeln (außer bei Parachute-Mitralklappe)
Der mRV weist folgende morphologische Merkmale auf:
  • Nicht glatt begrenztes/grob trabekularisiertes Myokard
  • Septales Segel der mTrikuspidalklappe direkt am myokardialen Septum anheftend (im Vergleich zum AML etwas höherer Ansatz)
  • Moderatorband im apikalen RV
  • mRV an Aortenklappe und Aorta konnektierend (Koronararterien darstellbar)
Nicht selten erfolgt die Erstdiagnose erst in der 5./6. Lebensdekade, da die anatomischen Auffälligkeiten nicht erkannt wurden und die Patienten lange Zeit asymptomatisch sein können.
Andere Fälle werden symtomatisch mit Zeichen einer Herzinsuffizienz oder höhergradigen AV-Blockierungen. Stenosen des linksventrikulären Ausflusstraktes (funktionelle Pulmonalstenose) werden lange Zeit gut von dem morphologisch linken, subpulmonalen Ventrikel toleriert und können sogar protektiv gegen ein Versagen des mRV sein. Bei diesem Systemventrikel entwickelt sich eine mehr oder minder ausgeprägte Funktionsstörung, die im Laufe der Jahre zunimmt und eine Leistungslimitierung bedingt.
Je nach anatomischem Befund und Begleitvitien/-befunden stehen unterschiedliche Behandlungsoptionen, von konservativem Vorgehen (symptomorientierte, medikamentöse Behandlung), palliative OPs (Shuntanlage, univentrikuläre Palliation), physiologische Korrekturen (Beseitigung von Begleitvitien: VSDs, LVOT-Stenosen (funktionelle Pulmonalstenose), ASD, AV-Klappeninsuffizienz) bis hin zur anatomischen Korrektur („Double-switch OP“). Bei letzterer handelt es sich um die Kombination einer Vorhofumkehr-Operation mit einer arteriellen Switch-Operation. Das Vorgehen ist etabliert im Kindesalter, wird im Erwachsenenalter aber wenig angewendet.
In der Nachsorge/Follow-up richtet sich das Kontrollintervall nach den klinischen Gegebenheiten, sollte auf jeden Fall halbjährlich erfolgen. Dabei werden insbesondere Ventrikelfunktionen (besonders des mRV als Systemventrikel), systemische AV-Klappen- bzw. Klappenprothesenfunktion, sowie das Herzrhythmusprofil (cave: progrediente AV-Blockierungen) beurteit. Nach Double-Switch-Operation sind die typischen Komplikationen der atrialen sowie der arteriellen Switch-Operation bzw. des Conduit-Ersatzes zu berücksichtigen.

Ebstein-Anomalie

Die Ebstein-Anomalie (EA) ist eine seltene Anlageanomalie der Trikuspidalklappe (TK) und des RV. Die anatomischen und pathophysiologischen Auffälligkeiten können sehr unterschiedlich ausfallen. Vereinfacht weist das septale Trikuspidalsegel eine mehr oder minder ausgeprägte apikale Verlagerung auf. Die Apikalverlagerung der TK-Segel unterteilt das rechte Herz funktionell in den RA mit Anteilen des atrialisierten RV sowie einem RV. Das Ausmaß der apikalen Verlagerung des TK-Segels kann mild („ebsteinoide“ Veränderung) bis zum Vollbild einer EA reichend sein. Die EA aber ist nicht nur eine isolierte Klappenerkrankung, sondern hat auch eine kardiomyopathische Komponente (rechter und linker Ventrikel). Begleitanomalien (PFO, ASD – oft mit Rechts-Links-Shunt – und andere Klappenanomalien etc.) sind möglich.
Prognostisch und für die Therapieentscheidung ausschlaggebend ist der klinische Ausprägungsgrad bedingt durch die RV-Dysfunktion sowie Entsättigung durch einen rechts-links Shunt über eine Vorhoflücke (ASD/ PFO) bedingt durch die rechtsseitige Druckerhöhung. So können Patienten mit leichter Verlaufsform über Jahrzehnte asymptomatisch sein. Bedingt durch eine hochgradige TI und rechtsventrikuläre Dysfunktion stellen sich im Verlauf Zeichen der rechtsführenden Herzinsuffizienz ein. Zu weiteren typischen Komplikationen im Spontanverlauf gehören zerebrale Abszesse, paradoxe Embolien, pulmonale Embolien, gehäuft HRST (atriale Tachykardien und akzessorische Bündel [Maheim-Bündel] mit Präexitationssyndromen) und Endokarditiden.
Die Behandlungsoptionen umfassen symptomatische Behandlungen der RV-Insuffizienz, operative TK-Rekonstruktion oder -Ersatz und Behandlung von HRST.
Die Diagnostik umfasst die klinische Untersuchung, Oxymetrie, EKG, Langzeit-EKG, Spiroergometrie, TEE und MRT.
Durch das TTE können zumeist alle relevanten Aspekte der TK-Anatomie und -Funktion, das Ausmaß der Apikalverlagerung des septalen bzw. postero-lateralen Segels (bei Erwachsenen mindestens 2,0 cm bzw. 0,8 cm/m2 KOF), der Grad der TK-Insuffizienz, Größe und Funktion der einzelnen Herzabschnitte (rechter Vorhof, atrialisierter Ventrikel, rechter Ventrikel – der meist sehr groß ist, LV), den Nachweis einer RVOTO sowie das Vorhandensein begleitender Anomalien beurteilt werden. Die Befunde können durch das TEE hinsichtlich der morphologischen Beurteilung der TK sowie des Nachweis einer intraatrialen Verbindung ergänzt werden.
Eine Operationsindikation im Erwachsenenalter besteht bei abnehmender Leistungsfähigkeit, bei einer Vergrößerung des RV, bei einer hochgradigen und symptomatischen TI, bei höhergradiger oder progredienter Zyanose (arterielle Sättigung in Ruhe < 90 %).
Die operative Korrektur erfolgt durch eine TK-Rekonstruktion mit Bildung einer „Monocusp valve“ oder eines Klappenersatzes. Ein neuerer Therapieansatz ist in erfahrenen Zentren die Trikuspidalklappenrekonstruktion nach Da Silva („Cone-OP“).
Je nach Funktionseinschränkung des RV wird eine Lücke auf Vorhofebene kreiert oder belassen, damit sich der RV über einen rechts-links Shunt entlasten kann.
In Sonderfällen wird bei einer RV-Funktionsstörung die VCS direkt an die PA angeschlossen (bidirektionale cavo-pulmonale Anastomose, sog. Glenn-Anastomose), die den RV um das Volumen der oberen Körperhälfte entlastet. Voraussetzung hierfür sind normale PA-Drücke, normaler PVR, eine erhaltene LV-Funktion mit niedrigem LVEDP und LA-Druck.
Bei schwerer biventikulärer Herzinsuffizienz oder unzureichendem konservativem Operationsergebnis kann eine Herztransplantation erforderlich werden.
Relevante Arrhythmien und akzessorische Bündel erfordern elektrophysiologische Massnahmen in Kombination mit kathetergeführter oder operativer Ablation (rechts-atriale Maze-Prozedur, ggf. auch links-atriale Cox-Maze-Prozedur).
Die regelmäßigen, zumeist jährlichen Nachsorgeuntersuchungen umfassen die Beurteilung der TK-Funktion (nativ, nach Operation), der Funkton beider Ventrikel, den Grad der Sauerstoffsättigung (kann bei Lücke auf Vorhofebene, rechtsseitiger Druckerhöhung und RL-Shunt erniedrigt sein) sowie das Vorliegen von HRST.
Zu den typischen postoperativen Residualbefunden nach TK-Rekonstruktion gehören supraventrikuläre und ventrikuläre Arrhythmien, höhergradige Blockbilder, eine persistierende oder zunehmende TI, die sonst nach Klappenersatz möglichen Komplikationen, ein Versagen des RV oder LV sowie Rest-Shunts auf Vorhofebene mit Entsättigung.

Bikuspide Aortenklappe (BAV)

Die bikuspide Aortenklappe (BAV) stellt mit einer Prävalenz von 2 % der Allgemeinbevölkerung den häufigsten AHF dar, der aufgrund einer Unterdiagnose aber noch deutlich häufiger sein wird (etwa um 6 %).
Aortenklappen können primär trikuspid angelegt sein mit Verschmelzung zweier Taschen (bikuspidalisierte Aortenklappe) oder anatomisch mit nur zwei Taschen angelegt sein. Teilweise konnten genetische oder syndromale Ursachen identifiziert werden (z. B. NOTCH1, ACTA2, FBN1, TGFBR1/2, Marfan-, Turner-Syndrom, u. a.). Abhängig von der Position der Verschmelzung (Raphe) treten weitere Anomalien und Komplikationen auf, wie eine Erweiterung der Aorta ascendens (30 bis zu 80 %), Aortendissektionen, Aortenisthmusstenose und intrakardiale Shunts (VSD, PDA).
Die Diagnostik erfolgt primär durch das TTE, bei dem in der parasternalen langen Achse ein „Einkrallen“ einer Tasche (Doming) und in der PSAX die Anlageanomalie direkt dargestellt werden kann.
Die Behandlungsindikationen sind vergleichbar mit denen der erworbenen Aortenklappenstenose oder -Insuffizienz. Assoziierte Anomalien oder Komplikationen, wie ein Aneurysma der Aorta ascendens, können den therapeutisch optimalen Zeitpunkt beeinflussen.
Die Nachsorge umfasst die Beurteilung des Ausmaßes der AK-Insuffizienz und -Stenose sowie die Aortenerweiterung. Dies gilt auch nach erfolgter operativer Behandlung.

Aortopathien bei AHF und bei mono-genetischen Syndromen

Eine Erweiterung der Aorta kann bei allen AHF, führend aber den konotrunkalen Anomalien (Synonym für die Ausflussbahn-betreffende Anomalien) auftreten. Beispiele sind die Fallotsche Tetralogie, die Pulmonalatresie mit Ventrikelseptumdefekt, die komplette Transposition der großen Arterien, der Truncus arteriosus communis sowie das aorto-pulmonalen Fenster oder Aortenbogenanomalien. Zudem ist die Aortopathie mit BAV und Aortenisthmusstenose assoziiert. Das Dissektionsrisiko ist etwas niedriger als bei erworbenen Aortenerkrankungen und muss individuell beurteilt werden. Dies gilt insbesondere für den Zeitpunkt der Aortenersatzoperation.
Eine Aortopathie findet sich zudem häufig bei mono-genetisch bedingten, syndromalen Erkrankungen wie z. B. dem Marfan-, Loeys-Dietz-Syndrom oder dem vaskulären Ehlers-Danlos Syndrom und bei familiären Aortenaneurysma und -Dissektionessyndromen. Sie ist im Allgemeinen durch genetisch determinierte degenerative Veränderungen der Aortenmedia bedingt.
Die Diagnostik erfolgt mittels TTE und der Schnittbildgebung CT und MRT. Die Ursachenabklärung bei genetischen Aortopathie-Syndromen erfolgt mittels humangenetischer Untersuchung, meist durch Aortengenpanel.
Die Indikation zur Aortenersatz-OP wird abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung gestellt. Hier verweisen wir auf die entsprechenden Leitlininen der ESC.
Neben dem operativen Aortenersatz ist die Betreuung der Patienten und Beratung hinsichtlich Lebensstilmodifikation zur Minimierung des Aortendissektionsrisikos wichtig. So sollten körperliche Belastungen lediglich auf moderate Ausdauerbelastungen reduziert, und unter Vermeidung statischer Belastungen erfolgen.
Auch wird eine medikamentöse Therapie zur Blutdrucksenkung und Reduktion der Wandspannung empfohlen. Diese umfassen zumeist Betablocker und AT1-Antagonisten oder die Kombination von beiden. Daten zur Prophylaxe von Aortendissektionen existieren nur zum Marfan-Syndrom und sind nicht unbedingt auf andere Aortenerkankungen zu übertragen.
Bei Bindgewebssyndromen wie dem Marfan-Syndrom sollte nach aktueller Studienlage auf den Einsatz von Kalziumantagonisten verzichtet werden, da Daten zu einer erhöhten Dissektionsneigung unter dieser Therapie vorliegen. Bei einer Leistungsuntersuchung mit Ergometrie/Spiroergometrie wird nur eine submaximale Belastung empfohlen. Die Untersuchung sollte bei einem systolischen Blutdruck von 140 bis maximal 160 mmHg abgebrochen werden (Expertenmeinung).
Eine Schwangerschaft ist auch bei ausgewählten Patientinnen mit Aortopathien durchaus möglich. Eine Beratung und Betreuung sollten an einem entsprechend erfahrenen Zentrum erfolgen. Wichtig ist die Beachtung der Tatsache, dass auch noch nach der Entbindung ein erhöhtes Dissektionsrisiko vorliegt.
Alle Patienten mit Aortopathie bedürfen einer spezialisierten Versorgung an EMAH-/Marfan-Zentren, da nur so die manigfaltigen Probleme und Besonderheiten der gefährdeten Patienten in vollem Unfang beachtet, diagnostiziert und behandelt werden können.

Angeborene Anomalien der Koronararterien

Anlageanomalien der Koronararterien sind selten, manigfaltig und nicht alle bedürfen einer Therapie. Eine Übersicht geben hier die EMAH-Leitlinie der ESC sowie die deutschen Pocket-Leitinien. Im klinischen Alltag häufig ist das ALCAPA (auch Bland-White-Garland-Syndrom genannt) oder ARCAPA, bei dem die LCA oder RCA aus der Pulmonalarterie entspringt.
Beim ALCAPA kann nach dem postnatalen Abfall des Lungengefäßwiderstandes der Perfusionsdruck in der fehlabgehenden Koronararterie sinken. Durch eine Flussumkehr in der LCA entsteht ein „Coronary-Steal“ und die Perfusion des linken Ventrikels erfolgt über Kollateralgefäße aus der RCA. Klinisch kann dies zur Koronarischämien, malignen HRST oder zum SCD führen. Hier erfolgt die Diagnosestellung mittels TTE, Herzkatheteruntersuchung, MRT und Koronar-CT.
Die operative Behandlung besteht in einer Umimplantation der fehlabgehenden Koronararterie an die Aorta zur Wiederherstellung einer dualen Koronararterienzirkulation. Bei anderen Abgangsanomalien der Koronararterien oder bei atypischem Verlauf können die Patienten asymptomatisch sein und konservativ geführt werden. Besteht jedoch eine relevante Kompression der Koronararterie, meist als schlitzartige Einengung („Slit-like-Kompression“), wird eine Umimplantation, eine Bypass-OP oder bei intramuralem Verlauf eine Freilegung („unroofing“) erforderlich.
Weiterführende Literatur
2014 ESC Guidelines on the diagnosis and treatment of aortic diseases. Document covering acute and chronic aortic diseases of the thoracic and abdominal aorta of the adult (2014) Eur Heart J 35:2873–2926. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehu281
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2018 AHA/ACC Guideline for the management of adults with congenital heart disease. https://www.ahajournals.org/doi/abs/10.1161/CIR.0000000000000603. Zugegriffen am 26.06.2023
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2020 ESC Guidelines for the management of adult congenital heart disease (2021) European Heart Journal 42(6):563–645CrossRef
Canadian Cardiovascular Society 2022 Guidelines for Cardiovascular Interventions in adults with congenital heart disease. https://www.onlinecjc.ca/article/S0828-282X(22)00260-4/fulltext. Zugegriffen am 26.06.2023
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz-und Kreislaufforschung e.V. (2021) ESC Pocket Guidelines. Behandlung von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH), Version 2020. Börm Bruckmeier Verlag GmbH, Grünwald Kurzfassung der „2020 ESC Guidelines for the the management of adult congenital heart disease (ACHD)“. (European Heart Journal 2020. https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa554)
Internetseiten zur weiteren Vertiefung
Adult Congenital Heart Association. http://www.achaheart.org
ESC Guidelines/Working Group. http://www.escardio.org
Kompetenznetz angeborene Herzfehler. http://www.kompetenznetz-ahf.de
The International Society for Adult Congenital Heart Disease. http://www.isachd.org