Medikamenteninduzierte Dyskinesien
Während die durch Dopaminrezeptorblocker induzierten akuten Dyskinesien mit Anticholinergika leicht zu behandeln sind und nach Absetzen des induzierenden Medikaments sistieren, ist das Kriterium für die tardive Dyskinesie die Persistenz nach Absetzen der kausativen Pharmaka. Unter der tardiven Dyskinesie lassen sich phänomenologisch mindestens drei eigenständige „tardive“ Syndrome differenzieren: die klassische orobukkolinguale Dyskinesie, die tardive Dystonie und die tardive Akathisie. Bei einem eingetretenen tardiven Syndrom sollte ein Absetzen der Dopaminrezeptorblocker oder eine Umstellung auf das atypische Neuroleptikum Clozapin erwogen werden. Die Therapie der tardiven Syndrome ist weiterhin schwierig. An medikamentösen Ansätzen findet international das nebenwirkungsreiche Tetrabenazin am meisten Beachtung. Für die tardive Dystonie kann der Einsatz von Botulinumtoxin und Anticholinergika in Analogie zur Behandlung der idiopathischen Dystonien erwogen werden.