Sie können Operatoren mit Ihrer Suchanfrage kombinieren, um diese noch präziser einzugrenzen. Klicken Sie auf den Suchoperator, um eine Erklärung seiner Funktionsweise anzuzeigen.
Findet Dokumente, in denen beide Begriffe in beliebiger Reihenfolge innerhalb von maximal n Worten zueinander stehen. Empfehlung: Wählen Sie zwischen 15 und 30 als maximale Wortanzahl (z.B. NEAR(hybrid, antrieb, 20)).
Findet Dokumente, in denen der Begriff in Wortvarianten vorkommt, wobei diese VOR, HINTER oder VOR und HINTER dem Suchbegriff anschließen können (z.B., leichtbau*, *leichtbau, *leichtbau*).
Publiziert am: 14.02.2018
Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.
13C-Harnstoff-Atemtest
Verfasst von: R. Tauber und F. H. Perschel
13C-Harnstoff-Atemtest
Englischer Begriff
13C-urea breath test
Definition
Der 13C-Harnstoff-Atemtest ist ein nicht invasives Verfahren zum Nachweis von Helicobacter pylori im oberen Gastrointestinaltrakt, bei dem in einer Tracerdosis oral zugeführter 13C-Harnstoff durch die Urease von Helicobacter pylori abgebaut und das entstehende 13CO2 als 13CO2/12CO2-Verhältnis in der Atemluft bestimmt wird.
Durchführung
Nach Gewinnung einer ersten Atemluftprobe (t0-Probe) trinkt der nüchterne Patient 75 mg 13C-Harnstoff in 200 mL einer 0,1 mmol Zitronensäurelösung. Nach 30 Minuten wird eine zweite Atemluftprobe (t30-Probe) gewonnen In den Atemluftproben wird das 13CO2/12CO2-Verhältnis mittels Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie (IR-MS; s. Massenspektrometrie) oder nicht dispersiver isotopenselektiver Infrarot-Spektrometrie (NDIRS) gemessen.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Urease von Helicobacter pylori baut den oral zugeführten 13C-Harnstoff zu NH3 und 13CO2 ab. Entstehendes 13CO2 wird abgeatmet. Hierdurch steigt der Anteil von 13CO2 in Relation zu 12CO2 in der ausgeatmeten alveolären Luft an.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Ausgeatmete alveoläre Atemluft.
Analytik
Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie (IR-MS) oder nicht dispersive isotopenselektive Infrarotspektroskopie (NDIRS)
Referenzbereich – Erwachsene
Bei Besiedelung des oberen Gastrointestinaltrakts durch Helicobacter pylori steigt beim Patienten das 13CO2/12CO2-Verhältnis in der alveolären Atemluft in der t30-Probe gegenüber der t0-Probe um mehr als 0,5 δ % an.
Indikation
Verdacht auf Helicobacter-pylori-Infektion des oberen Gastrointestinaltrakts (bei Gastritis, Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni, MALT-Lymphom, Magenkarzinom). Therapiekontrolle der Eradikation einer Helicobacter-pylori-Infektion.
Interpretation
Ein Anstieg des 13CO2/12CO2-Verhältnisses in der alveolären Atemluft zeigt eine Helicobacter-pylori-Infektion zuverlässig an, wobei der Anstieg mit dem Ausmaß der Infektion korreliert. Falsch negative Ergebnisse können trotz Erregerpersistenz nach Abschluss einer Antibiotika- oder Wismuttherapie infolge einer vorübergehenden Schädigung des Erregers beobachtet werden.
Diagnostische Wertigkeit
Nicht invasives Nachweisverfahren einer Helicobacter-pylori-Infektion im oberen Gastrointestinaltrakt.
Literatur
Braden B, Lembcke B (2012) Heliobacter pylori-Infektion. In: Thomas L (Hrsg) Labor und Diagnose. Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik, 8. Aufl. TH-Books, Frankfurt/Main, S 750–752
Fischbach W et al (2016) S2k-Leitlinie Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit. Z Gastroenterol 54:327–363CrossRef