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Publiziert am: 22.08.2017
Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.
Ammoniumbelastungstest
Verfasst von: A. M. Gressner und O. A. Gressner
Ammoniumbelastungstest
Synonym(e)
Ammoniumtoleranztest
Englischer Begriff
ammonia tolerance test
Definition
Der heute nur noch ausnahmsweise eingesetzte Leberfunktionstest erfasst die „Eliminationskapazität“ der Leber nach oraler Aufnahme einer definierten Menge von Ammoniumacetat oder -chlorid durch Messung der nachfolgenden Kinetik der Ammoniumkonzentration im peripheren Blut.
Durchführung
Vor sowie 30, 60 und 120 Minuten (oder einmalig nach 45 Minuten) nach oraler Aufnahme von 4–5 g Ammoniumacetat oder 3 g Ammoniumchlorid wird im arteriellen oder venösen Blutplasma die Konzentration von Ammonium gemessen.
Funktion – Pathophysiologie
Die Leber ist der ausschließliche Ort der definitiven Entgiftungsreaktion von Ammonium (NH3 + NH4+) durch Harnstoffsynthese im Harnstoffzyklus oder Krebs-Henseleit-Zyklus. Normalerweise ist dieser Stoffwechselweg nur zu 25 % ausgelastet. Einschränkungen der Eliminationskapazität vor Auftreten einer manifesten (Basis-)Hyperammoniämie lassen sich daher am frühesten mit einem Belastungstest der beschriebenen Art erfassen.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Plasma aus arteriell oder venös entnommenem EDTA-Vollblut, eisgekühlt.
Probenstabilität
Aufbewahrung des Plasmas maximal 2 Stunden eisgekühlt.
Bei schweren Lebererkrankungen mit Verminderung des funktionellen Leberparenchyms und/oder Leberzellinsuffizienz sowie portosystemischem Kollateralkreislauf (Shunt) kommt es zu einem starken Anstieg von Ammonium mit verzögerter Normalisierungstendenz (erhöhte 2-Stunden-Werte). Aus dem Testverlauf können Zirrhosen mit Shunt (starker Anstieg) von solchen ohne Shunt (mäßiger Anstieg) unterschieden werden.
Diagnostische Wertigkeit
Heute nur noch sehr selten durchgeführt. Ersatz durch andere Laborfunktionsteste, z. B. Lidocain-Eliminationstest.
Literatur
Castell DO (1965) The ammonia tolerance test: an index of portal hypertension. Gastroenterology 49:539–543PubMed