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Bei den korrespondierenden Antigenen handelt es sich um eine Gruppe kleiner Ribonukleoproteine (snRNP, „small nuclear ribonucleoproteins“), die aus niedermolekularer RNA mit hohem Uridingehalt (U-RNA) und verschiedenen Proteinen (Molekulargewichte 9–70 kDa) bestehen. Der RNA-Anteil wird in Abhängigkeit vom chromatografischen Verhalten als U1–U6 bezeichnet. Die U-n(nukleären)RNP-Partikel weisen neben der jeweiligen RNA je 6 verschiedene Core-Proteine auf (B, B’, D, E, F, G). U1-nRNP enthält darüber hinaus Partikel-spezifische Proteine (70K, A, C), gegen deren Epitope sich die Antikörper richten.
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik.
Autoantikörper gegen U1-RNP und Sm zeigen im indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT, Immunfluoreszenz, indirekte) mit HEp-2-Zellen in der Regel eine grobgranuläre, manchmal auch eine mittel- bis feingranuläre Fluoreszenz, die über den gesamten Zellkern verteilt ist, aber die Nukleoli frei lässt:
In Mitosezellen sind die kondensierten Chromosomen dunkel, die Peripherie zeigt eine fast homogene, glatte Fluoreszenz. Gewebeschnitte der Primatenleber weisen ebenfalls eine granuläre Fluoreszenz auf, die Nukleoli sind ausgespart:
Autoantikörper gegen U1-nRNP und Autoantikörper gegen Sm reagieren mit der Primatenleber ebenso stark wie mit HEp-2-Zellen, im Gegensatz zu Autoantikörpern gegen SS-A und Autoantikörpern gegen SS-B.
Bei einem positiven Resultat im IIFT kann zur genauen Identifizierung des Zielantigens ein monospezifischer Test (Enzyme-linked Immunosorbent Assay, Chemilumineszenz-Immunoassay, Linienblot) mit nativ aufgereinigtem U1-RNP oder ein Western blot mit Zellkernantigenen eingesetzt werden.
Referenzbereich – Erwachsene
Negativ.
Referenzbereich – Kinder
Negativ.
Diagnostische Wertigkeit
U1-nRNP-Antikörper sind charakteristisch für die Mischkollagenose (MCTD,Sharp-Syndrom). Die Prävalenz beträgt 95–100 %. Der Antikörpertiter korreliert mit der Krankheitsaktivität. Antikörper gegen U1-nRNP treten auch bei 15–40 % der Patienten mit systemischem Lupus erythematodes auf, dann aber fast immer kombiniert mit Autoantikörpern gegen Sm.
Literatur
Tan EM, Chan EKL, Sullivan KF et al (1988) Antinuclear antibodies (ANAs): diagnostically specific immune markers and clues toward the understanding of systemic autoimmunity. Clin Immunol Immunopathol 47:121–141CrossRefPubMed