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Auftrennen der verschiedenen Hämoglobine auf einem geeigneten Trägermedium im elektrischen Feld.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Je nach Aminosäurenzusammensetzung tragen die einzelnen Hämoglobine eine unterschiedliche Nettogesamtladung. In einem elektrischen Feld kommen die einzelnen Hämoglobine deshalb in Abhängigkeit ihrer elektrischen Nettoladung bei einem definierten pH-Wert an unterschiedlichen Stellen zum Liegen. Die Auftrennung erfolgt dabei normalerweise in einem alkalischen Milieu mit pH 8,5. Durch eine zusätzliche Auftrennung in einem sauren Milieu mit pH 6,1 können Hämoglobine getrennt werden, die im alkalischen Milieu an gleicher Stelle zum Liegen kommen.
Die Abbildung zeigt eine Hämoglobinelektrophorese im alkalischen Milieu (pH 8,5) (Spur 1: Normalkontrolle; Spur 2: HbS-Kontrolle; Spur 3–5: Patienten mit Erhöhung des HbA2; Spur 6–7: Patient mit HbS; Spur 8: HbF-Kontrolle):
Identifizierung der häufigsten Hämoglobin-Strukturanomalien (HbC, HbD, HbF, HbS)
Untersuchungsmaterial
Lysiertes und stabilisiertes EDTA-Blut.
Instrumentierung
Elektrophoresekammer zur Auftrennung; für eine Quantifizierung wird ein Densitometer benötigt.
Spezifität
Differenziert werden nur solche abnormalen Hämoglobine, die im Vergleich zu den normalerweise vorkommenden Hämoglobinen eine andere elektrophoretische Beweglichkeit haben. Insofern ist in Einzelfällen mit falsch negativen Ergebnissen zu rechnen.
Fehlermöglichkeit
Abnormale Hämoglobine mit identischem Wanderungsverhalten wie die normalerweise nachweisbaren Hämoglobine können zu Fehlinterpretationen führen.
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Bei Verwendung von konfektionierten Assays ist die Analyse zuverlässig und einfach in ihrer Durchführung. Die Methode ist nur zum Teil automatisierbar.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Screeningmethode bei Verdacht auf das Vorliegen einer Hämoglobinopathie. In Zweifelsfällen muss das Ergebnis mit spezifischen Testen verifiziert werden.
Literatur
Behnken LJ, Darvey D (1991) Hämoglobinopathien. In: Boll I, Heller S (Hrsg) Praktische Blutzelldiagnostik. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 108–109