Sie können Operatoren mit Ihrer Suchanfrage kombinieren, um diese noch präziser einzugrenzen. Klicken Sie auf den Suchoperator, um eine Erklärung seiner Funktionsweise anzuzeigen.
Findet Dokumente, in denen beide Begriffe in beliebiger Reihenfolge innerhalb von maximal n Worten zueinander stehen. Empfehlung: Wählen Sie zwischen 15 und 30 als maximale Wortanzahl (z.B. NEAR(hybrid, antrieb, 20)).
Findet Dokumente, in denen der Begriff in Wortvarianten vorkommt, wobei diese VOR, HINTER oder VOR und HINTER dem Suchbegriff anschließen können (z.B., leichtbau*, *leichtbau, *leichtbau*).
Mit Zöliakie (Gluten-sensitive Enteropathie) assoziierte HLA-DQ-Moleküle, wobei von DQ2 zwei relevante Isoformen existieren (DQ2.2 und DQ2.5); Heterodimere aus einer α- und einer β-Untereinheit, kodiert durch spezifische Allele der HLA-DQA1- und HLA-DQB1-Gene.
Pathophysiologie
Die für Zöliakie charakteristische Enteropathie wird durch eine Überreaktion des Immunsystems auf Gewebstransglutaminase-modifizierte Gliadinfragmente (Gliadin ist ein Bestandteil des Glutens) ausgelöst (s. a. Autoantikörper gegen Gewebstransglutaminase, Antikörper gegen Gliadin). Die HLA-DQ2- und -DQ8-Moleküle sind für die Antigenpräsentation der modifizierten (desamidierten) Gliadinfragmente auf dendritischen Zellen verantwortlich. T-Zellen werden durch das dargebotene Antigen aktiviert und stimulieren ihrerseits B-Zellen zur Produktion Zöliakie-spezifischer Antikörper.
Untersuchungsmaterial
Blut, das direkt nach der Probenentnahme mit EDTA versetzt und aus dem im Anschluss genomische DNA extrahiert wird; ggf. auch aus Abstrichmaterial isolierte genomische DNA.
Probenstabilität
EDTA-Blutproben sollten vor der DNA-Extraktion maximal 2 Wochen bei +2 bis +8 °C gelagert werden. Isolierte DNA-Proben sind bei tiefen Temperaturen unter −18 °C in der Regel mindestens 1 Jahr haltbar.
Präanalytik
DNA-Extraktion aus Blutprobe.
Analytik
Die Bestimmung der krankheitsassoziierten HLA-DQ2/8-Merkmale erfordert den Nachweis der kodierenden HLA-DQA1- und -DQB1-Allele mittels molekulargenetischer Verfahren. Besonders einfach gelingt die Bestimmung mit speziell auf den HLA-DQ2/8-Nachweis abgestimmten multiparametrischen Testsystemen, z. B. Mikroarrays. Mit diesen kann die Patienten-DNA in einem einzigen Ansatz auf alle mit der Zöliakie assoziierten HLA-DQA1- und HLA-DQB1-Allele getestet werden. Im ersten Analyseschritt werden aus der DNA-Probe mehrere Abschnitte der HLA-DQA1- und HLA-DQB1-Gene mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vervielfältigt, wobei die entstehenden DNA-Fragmente während der Synthese mit einem Fluoreszenzfarbstoff markiert werden. Im zweiten Schritt werden die PCR-Produkte mit einem Mikroarray analysiert, auf dem DNA-Sonden immobilisiert sind, die komplementär zu den unterschiedlichen HLA-DQA1- und -B1-Allelen sind. Die spezifische Bindung (Hybridisierung) der fluoreszierenden PCR-Produkte an die korrespondierenden Mikroarray-Spots kann mit einem Scanner detektiert und von dazugehöriger Software automatisch ausgewertet werden.
Indikation
Die Bestimmung der genetischen Marker dient insbesondere dem Ausschluss einer Zöliakie bei Patienten mit zweifelhaften Biopsie- oder Serologieergebnissen, zur Abklärung der genetischen Prädisposition von Verwandten ersten Grades von Zöliakie-Patienten sowie bei Patienten mit Dermatitis herpetiformis Duhring, Diabetes mellitus Typ I oder Morbus Down.
Interpretation
Nahezu 100 % der Zöliakie-Patienten sind positiv für HLA-DQ2 (ca. 95 %) und/oder HLA-DQ8 (ca. 10 %), jedoch auch etwa 50 % der gesunden Bevölkerung. Damit sind die genetischen Merkmale zwar wenig spezifisch, aber bei Abwesenheit kann eine Zöliakie nahezu ausgeschlossen werden (negativer Vorhersagewert über 98 %). Personen, die HLA-DQ2- und/oder -DQ8-positiv sind, haben grundsätzlich ein erhöhtes Risiko, an Zöliakie zu erkranken.
Diagnostische Wertigkeit
Ausschluss einer Zöliakie sowie Risikoabschätzung.
Literatur
Megiorni F, Pizzuti A (2012) HLA-DQA1 and HLA-DQB1 in Celiac disease predisposition: practical implications of the HLA molecular typing. J Biomed Sci 19:88CrossRefPubMedPubMedCentral
Tollefsen S, Arentz-Hansen H, Fleckenstein B, Molberg O, Raki M, Kwok WW, Jung G, Lundin KE, Sollid LM (2006) HLA-DQ2 and -DQ8 signatures of gluten T cell epitopes in celiac disease. J Clin Invest 116:2226–2236CrossRefPubMedPubMedCentral