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Publiziert am: 15.12.2017
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Immunpräzipitation
Verfasst von: W. Stöcker
Immunpräzipitation
Englischer Begriff
immunoprecipitation
Definition
Technik zur präparativen Darstellung oder zum Nachweis von Antigenen oder Antikörpern auf der Grundlage der Ausbildung von Immunkomplexen.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Wenn sich Antikörper mit Antigenen verbinden, bilden sich Immunkomplexe. Bei Antigenüberschuss werden alle Bindungsstellen der Antikörper besetzt, was zur Bildung kleiner löslicher Immunkomplexe führt. Wenn der Antikörper im Überschuss vorliegt, können alle Bindungsstellen der Antigene gesättigt sein, wodurch ebenfalls kleine lösliche Immunkomplexe gebildet werden. Bei Vorliegen äquivalenter Mengen Antikörper und Antigen entsteht ein großer Immunkomplex, der schwach löslich ist und ausfällt. Der Vorgang wird als Immunpräzipitation bezeichnet. Der Geldiffusionstest beruht auf dem Prinzip, dass bei vorgegebener Antikörpermenge das Antigen durch Diffusion im Gel soweit verdünnt wird, bis eine Antigen-Antikörper-Äquivalenz vorliegt, bei der die Präzipitatbildung erfolgt.
Einsatzgebiet
Die Immunpräzipitation ist vielseitig und wird zum Beispiel bei der Anreicherung von Antigenen aus Stoffgemischen angewendet: Ein gesuchtes Antigen wird mittels eines spezifischen Antikörpers (insofern ein solcher zur Verfügung steht) ausgefällt, das Immunpräzipitat wird gewaschen und der Antikörper wieder abgesprengt. In vielen Fällen spart man sich durch die Anwendung dieses spezifischen immunologischen Verfahrens einen großen biochemischen Präparationsaufwand.
Für die Labormedizin ist der Einsatz der Immunpräzipitation eher zur Antigen- oder Antikörperbestimmung von Bedeutung. Die Techniken der radialen Immundiffusion (Immundiffusion, radiale nach Mancini, Carbonara und Heremans), Immunelektrophorese, Immunfixation-Elektrophorese, Elektroimmundiffusion und zweidimensionalen Immunelektrophorese (Immunelektrophorese, zweidimensionale nach Clarke und Freeman) sind spezielle Ausführungsformen der Immunpräzipitation. Weitere Beispiele für die analytische Verwendung der Immunpräzipitation in Suspension sind die Nephelometrie und die Turbidimetrie. Die Flüssigphasenpräzipitation, bei der eine Probe mit markiertem Antigen inkubiert wird und der Antigen-Antikörper-Komplex anschließend gefällt wird, ist eine empfindliche Methode zum Antikörpernachweis.
Instrumentierung
Durch die große Vielfalt der verschiedenen Ausführungsformen der Immunpräzipitation werden auch sehr unterschiedliche Geräte für deren Durchführung eingesetzt. Es werden sowohl einfache Apparaturen als auch Automaten verwendet.
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Die Immunpräzipitation kann je nach Einsatzgebiet sowohl manuell als auch automatisiert durchgeführt werden.
Literatur
Kemeny DM (1994) ELISA. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, S 7–10