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Publiziert am: 08.12.2017
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Lysyloxidase
Verfasst von: A. M. Gressner und O. A. Gressner
Lysyloxidase
Synonym(e)
EC 1.4.3.13; LOX
Englischer Begriff
lysyl oxidase
Definition
LOX ist ein extrazellulär wirkendes, kupferhaltiges Enzym der Kollagen- und Elastinsynthese, das die Quervernetzung der genannten Matrixmoleküle und damit deren mechanische Stabilität initiiert und mit erhöhter Serumaktivität bei fibroproliferativen Lebererkrankungen vorkommt (Fibrosekenngrößen).
Molmasse
30 kDa.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Lysyloxidase, ein kupferhaltiges Glykoprotein der Molmasse 30 kDa, katalysiert die oxidative Desaminierung der ε-Aminogruppen von bestimmten Lysin- und Hydroxylysinresten in den Kollagen- (Kollagene) und Elastin-Polypeptidketten zu δ-Semialdehyden, die mit freien ε-Aminogruppen anderer Kollagen- bzw. Elastinketten Schiff-Basen oder Aldol-Crosslinks bilden und dadurch die tripel-helikalen Polypeptidketten quervernetzen und mechanisch stabilisieren. Gegenwärtig sind 4 LOX-Isoenzyme bekannt.
Funktion – Pathophysiologie
Als ein von Fibroblasten sezerniertes extrazelluläres Enzym ist ihre Aktivität bei experimentellen Leberfibrosen und humanen fibroproliferativen Lebererkrankungen im Serum erhöht. Durch das Auftreten von Enzyminhibitoren im Serum ist seine direkte Aktivitätsbestimmung erschwert. LOX könnte eine direkte Funktion in der Tumorsuppression haben. LOX-Defekte liegen bei 3 X-chromosomalen, rezessiven Bindegewebserkrankungen vor:
Radioenzymatische Aktivitätsbestimmung des aus Serum chromatografisch partiell gereinigten Enzyms mit 3H-Lysin biosynthetisch markiertem Kollagen als Substrat („tritium-release assay“)
Immunologische Quantifizierung des Enzymproteins
Referenzbereich – Erwachsene
Methodenabhängig, nicht allgemeingültig.
Indikation
Diagnostik und Verlaufskontrolle fibroproliferativer Lebererkrankungen.
Interpretation
Das Enzym wurde bei experimentellen Fibrosen in 15-fach erhöhter Aktivität im Serum nachgewiesen, auch bei chronisch-aktiven Hepatitiden, primär biliärer Zirrhose, Leberkarzinom und alkoholischen Lebererkrankungen sind signifikante Aktivitätsanstiege feststellbar. Normale Aktivitäten sind hingegen bei chronisch-persistierender Hepatitis und voll entwickelter Zirrhose messbar. Es besteht keine Korrelation zum histologischen Grad der Leberfibrose.
Diagnostische Wertigkeit
Die Aktivitätsbestimmung hat in der klinischen Diagnose und Verlaufskontrolle fibroproliferativer (Leber-)Erkrankungen heute nur noch wissenschaftliche Bedeutung.
Murawaki Y, Kusakabe Y, Hirayama C (1991) Serum lysyl oxidase activity in chronic liver disease in comparison with serum levels of prolyl hydroxylase and laminin. Hepatology 14:1167–1173CrossRefPubMed