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Für Histamin sind derzeit 2 wichtige Metabolisierungswege bekannt: 1. Oxidative Desaminierung zu Imidazolacetaldehyd unter Wirkung der Diaminoxidase (DAO, EC 1.4.3.6) und weiter unter Wirkung der Acetaldehyddehydrogenase zu Imidazolacetat. 2. N-Methylierung unter Wirkung der Histamin-N-Methyltransferase (HNMT, EC 2.1.1.8) am Imidazolring zu N(τ)-Methylhistamin und weiter oxidativ zu N(τ)-Methylimidazolacetat. Zwischenstufen und Endprodukte werden über den Urin ausgeschieden.
Strukturen von Histamin (schwarz) und N(τ)-Methylhistamin (schwarz und rot):
Eine verminderte Aktivität von DAO oder HNMT führt zu einem Rückstau von Histamin und ggf. überschießenden Histaminwirkungen (Histaminintoleranz), insbesondere bei Zufuhr histaminreicher Nahrung. DAO-Aktivitätsmessungen im Serum sind etabliert, Bestimmungen der HNMT-Aktivität dagegen nicht. Kennzeichen einer erniedrigten HNMT-Aktivität soll die Ausscheidung verminderter Mengen an Methylhistamin im Urin sein. Valide Referenzbereiche liegen nicht vor, Studien zur diagnostischen Richtigkeit fehlen. Methylhistaminbestimmungen erfolgen zumeist im Rahmen der sog. orthomolekularen Medizin (Medizin, orthomolekulare).
Literatur
Ogasawara M, Yamauchi K, Satoh Y, Yamaji R et al (2006) Recent advances in molecular pharmacology of the histamine systems: organic cation transporters as histamine transporter and histamine metabolism. J Pharmacol Sci 101:24–30CrossRefPubMed
Röhm K-H (2014) Funktioneller Aminosäurestoffwechsel. Histidin und Lysin. In: Heinrich PC, Müller M, Graeve L (Hrsg) Löffler/Petrides Biochemie und Pathobiochemie, 9. Aufl. Springer, Heidelberg/New York, S 348–351