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Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
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Publiziert am: 27.05.2025 Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.

Normovolämie

Verfasst von: T. Arndt
Normovolämie
Synonym(e)
Blutvolumen; BV
Englischer Begriff
normovolemia
Definition
Normalwert der im Blutkreislauf zirkulierenden Menge Blut.
Beschreibung
Das Blutvolumen setzt sich zusammen aus dem Plasmavolumen und dem Erythrozytenvolumen. Es beträgt bei Männern ca. 70 mL/kg Körpermasse, bei Frauen um 60 mL/kg. Es macht unter physiologischen Bedingungen 6 bis 8 % der Körpermasse eines erwachsenen Menschen aus, bei Kindern etwas mehr, bei Senioren etwas weniger. Abweichungen von diesem Normalwert werden Hypervolämie (auch Hyperhydrie) bzw. Hypovolämie (Hypohydrie) genannt. Sie können verschiedene Ursachen wie Wasserverlust z. B. durch Schwitzen, Blutverlust, Durchfall, Verbrennungen (Hypovolämie) oder Wasserretention z. B. bei Nierenschädigung mit unzureichender Urinbildung, Infusionen, Magenspülung (Hypervolämie) haben. Abhängig von ihrem Ausmaß können beide Zustände zu Organschädigungen z. B. durch Sauerstoffmangel oder Ödembildung und lebensbedrohlichen Zuständen, Volumenmangelschock (Hypovolämie) oder Pleuraerguss, Aszites und Lungenödem mit Todesfolge (Hypervolämie) führen.
Zur Unterteilung von hypotonen (NaCL-Mangel) und hypertonen (NaCL-Überschuss) Hypovolämien und Hypervolämien sowie zur Physiologie und Pathophysiologie des Wasserhaushaltes siehe dort sowie Literatur.
Literatur
Claude-Del Granado R, Metha RL (2016) Fluid overload in the ICU: evaluation and management. BMC Nephrol 17:109. https://doi.org/10.1186/s12882-016-0323-6CrossRef
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch (1990) Walter De Gruyter, Berlin/New York, 226–227