Sie können Operatoren mit Ihrer Suchanfrage kombinieren, um diese noch präziser einzugrenzen. Klicken Sie auf den Suchoperator, um eine Erklärung seiner Funktionsweise anzuzeigen.
Findet Dokumente, in denen beide Begriffe in beliebiger Reihenfolge innerhalb von maximal n Worten zueinander stehen. Empfehlung: Wählen Sie zwischen 15 und 30 als maximale Wortanzahl (z.B. NEAR(hybrid, antrieb, 20)).
Findet Dokumente, in denen der Begriff in Wortvarianten vorkommt, wobei diese VOR, HINTER oder VOR und HINTER dem Suchbegriff anschließen können (z.B., leichtbau*, *leichtbau, *leichtbau*).
Publiziert am: 12.04.2018
Bitte beachten Sie v.a. beim therapeutischen Vorgehen das Erscheinungsdatum des Beitrags.
UNG (Uracil-DNA-Glycosidase)
Verfasst von: J. Arnemann
UNG (Uracil-DNA-Glycosidase)
Synonym(e)
Uracil-DNA Glykosidase
Englischer Begriff
UNG; uracil DNA glycosylase
Definition
Das Enzym Uracil-DNA-Glykosidase (UNG), ein Bestandteil des Basenexzisionsreparatursystems (BER), kann vor der PCR-Reaktion gezielt zur Entfernung möglicher Kreuzkontaminationen mit bereits vorhandenen DNA-Fragmenten eingesetzt werden.
Beschreibung
Es gibt mehrere Typen von Glykosidasen, die jeweils spezifisch definierte Basen durch Spaltung der glykosidischen Bindung zwischen der eigentlichen Base und dem Zucker-Phosphat-Rest herausschneiden, am Beispiel des UNG-Enzyms ist es die Base Uracil.
Bei routinemäßigem Einsatz zwecks Dekontamination wird der allgemeine PCR-Reaktionsansatz dahingehend modifiziert, dass neben einer HotStart-DNA-Polymerase (ohne Proofreading-Aktivität) dUTP statt dTTP oder auch als dUTP/dTTP-Mix bei der Amplifikation eingesetzt wird. Dabei wird dUTP mit vergleichbarer Effizienz wie dTTP in das PCR-Fragment eingebaut.
Insbesondere in der Erregerdiagnostik, wie z. B. HCV-Diagnostik, muss sichergestellt sein, dass die z. T. geringen Nachweisraten auch vom untersuchten Patienten und nicht von einer Kreuzkontamination aus vorherigen Ansätzen stammen. Aus diesem Grund wird der PCR-Reaktion das Enzym UNG zugesetzt und das PCR-Reaktionsgemisch anfangs zunächst für 2 Minuten bei 50 °C inkubiert, um bei möglicherweise kontaminierten DNA-Fragmenten aus einem früheren PCR-Ansatz (sog. Carry-over-Kontamination) die Uracilbausteine herauszuschneiden. Die eigentliche PCR-Amplifikation wird anschließend als HotStart-Schritt von 10–15 Minuten bei 95 °C gestartet, wobei das UNG-Enzym irreversibel inaktiviert und der Zucker-Phosphat-Rest der kontaminierten DNA abgebaut wird. Die potenziell kontaminierten DNA-Fragmente sind hierdurch fragmentiert und können nicht amplifiziert werden, während die eigentliche Patienten-DNA unbehandelt und stabil ist und so selektiv amplifiziert wird. Das Fehlen einer Proofreading-Aktivität der eingesetzten HotStart-DNA-Polymerase verhindert zusätzlich eine mögliche Reparatur der herausgelösten dUTPs.
Literatur
Tetzner R (2009) Prevention of PCR cross-contamination by UNG treatment of bisulfite-treated DNA. Methods Mol Biol 507:357–370CrossRefPubMed