Wie bereits oben beschrieben, können sich MSCs in Myoblasten,
Osteoblasten, Chondrozyten oder Adipozyten umwandeln. Je nach „Schlüsseltranskriptionsfaktoren“ differenziert sich die MSC in die eine oder andere Zellart. Bei der Osteoblastenlinie ist Runx2 der verantwortliche Faktor (Abb.
2) (Rutkovskiy et al.
2016). Sobald dieser aktiviert ist, ist die Zelle als Präosteoblast definiert. Daneben spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle darin, die Differenzierung von MSCs zu Osteoblasten zu fördern und zu regulieren, wie z. B. BMP, TGF-β, SDF-1, IGF-1, „histone demethylase“ JMJD3, CDK1, Fuciodan und TAZ (Garg et al.
2017). Beispielsweise sind knochenmorphogenetische Proteine (BMP) bei der Differenzierung von undifferenzierten MSCs zu Chondrozyten und Osteoblasten wie auch von Osteoprogenitorzellen zu Osteoblasten beteiligt (Garg et al.
2017). So wird die Runx2
-Expression durch BMP-7 gesteigert induziert, während Calcitriol zu einer Reduktion der Runx2-Expression führt. Die vollständige
Deletion des Runx2
-Gens in Mäusen führt zur Ausbildung eines Knorpelskeletts ohne knöcherne Strukturen und wirkt somit letal. Dagegen hat sich aber gezeigt, dass heterozygote Mäuse überlebensfähig sind und ihr Phänotyp ähnliche Veränderungen aufweist wie Menschen mit Dysplasia cleidocranialis (Ducy und Karsenty
1998). Durch Differenzierungsexperimente mit BMP-2 wurde Osterix (Osx), ein Helix-Loop-Helix-Transkriptionsfaktor, entdeckt. Osx-knockout-Mäuse zeigten bei vorhandenem undifferenziertem Mesenchym das Ausbleiben von Osteoblasten. Obwohl die mesenchymalen Osteoprogenitorzellen Runx2 exprimierten, kam es zum Entwicklungsarrest. Dies lässt darauf schließen, dass beide Transkriptionsfaktoren für die Differenzierung der Osteoblasten und das normale Skelettwachstum notwendig sind (Nakashima et al.
2002).
Einen weiteren wichtigen Wachstumsfaktor beschrieben Xian et al., die zeigten, dass der durch die Knochenmatrix abgesonderte Wachstumsfaktor IGF-1 die osteoblastische Differenzierung aus MSCs stimulieren, indem er mTOR aktiviert (Xian et al.
2012). Eine beeinträchtigte IGF-1-Übermittlung in MSCs von Mäusen beeinträchtigt die Osteoblastendifferenzierung und reduziert die Formung von trabekulärem Knochen (Crane et al.
2013). „Histone demethylase“ JMJD3 ist ein weiterer Faktor, der die MSC-Differenzierung in
Osteoblasten anregt. Dies geschieht sowohl in der intramembranen wie auch enchondralen Knochenformation (Garg et al.
2017). Homozygote
Deletion von JMJD3 verzögerte die Osteoblastendifferenzierung und Knochenossifikation in Mäusen erheblich (Zhang et al.
2015; Ye et al.
2012).