Zwischen Erstsymptomen und Diagnosestellung liegen bei CAPS im Durchschnitt 1,4 Jahre (0,2–8,9) (Toplak et al.
2012). Die Diagnosestellung bei leicht ausgeprägten Phänotypen ist oft deutlich verzögert (medianes Alter 23,3 Jahre) verglichen mit schweren CAPS (medianes Alter 2,3 Jahre) (Mehr et al.
2016). Ein frühkindlicher Symptombeginn, episodisches oder kontinuierliches Auftreten von CAPS-Symptomen (Tab.
1), Hörminderung sowie eine positive Familienanamnese geben Hinweise auf CAPS. Die Symptomerfassung kann mit dem Autoinflammatory Disease Activity Index (AIDAI) erfolgen (Piram et al.
2014, weitergehende Informationen zum AIDAI siehe Kap. „Einleitung/Klassifikation
autoinflammatorischer Syndrome bei Kindern und Jugendlichen“). Andere Differenzialdiagnosen müssen ausgeschlossen werden.
Zwischen den Schüben sollten Laboruntersuchungen (
Differenzialblutbild, Entzündungsmarker, Leber- und Nierenwerte,
Urinstatus mit Ausschluss einer Proteinurie) erfolgen. Bei Krankheitsaktivität zeigt sich die Entzündung mit Leukozytose, Neutrophilie und Thrombozytose, auch Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG),
C-reaktives Protein (CRP),
Serum-Amyloid A (SAA) und MRP8/14 bzw. S100A8/A9 (Hawkins et al.
2004; Li et al.
2017; Wittkowski et al.
2011) sind erhöht. Das SAA ist wichtig für das Verlaufs-Monitoring und zur Risikoabschätzung einer
AA-Amyloidose (Lachmann et al.
2007). Die
S100-Proteine dienen zur Therapieüberwachung und Detektion von subklinischer Entzündung (Nirmala et al.
2014; Wittkowski et al.
2011). Ophthalmologische Untersuchung und Hörtestung sollten mit Diagnosebestätigung regelmäßig erfolgen (ter Haar et al.
2015). Bei neurologischen Symptomen sollten ein MRT und eine
Lumbalpunktion mit Messung des intrakraniellen Drucks durchgeführt werden (ter Haar et al.
2015). Im Liquor können Neopterin- und Proteinerhöhung sowie eine Leukozytose auf CAPS hinweisen (Parker et al.
2016; Serrano et al.
2009). Bei typischer Klinik kann eine CAPS-Diagnose gestellt und mit Nachweis einer pathogenen
NLRP3-Variante bestätigt werden. Bei Verdacht auf CAPS ist eine genetische Testung indiziert. Validierte Diagnosekriterien helfen eine definitive Diagnose zu stellen, insbesondere wenn keine genetische Testung möglich oder diese uneindeutig ist bzw. negativ ausfällt (Kuemmerle-Deschner et al.
2017a).