| 4–18 Monate | Epileptische Spasmen | Hypsarrhythmie | Häufig strukturell, bei normalem MRT genetisch. Selten metabolisch | | |
| <1 Jahr | Febrile (prolongierte) tonisch-klonische Anfälle (z. T. einseitig). Myoklonien, atypische Absencen, andere | Anfangs normal, später multiregionale und generalisierte ETP. Teilweise Fotosensibilität | ~80 % Mutation in SCN1A | VPA, VPA + STP + CLB, Brom, TPM, ketogene Diät | Anfallsfreiheit sehr selten. Kognitiver Abbau und neurologische Symptome häufig. Hohe Gefahr für SUDEP (sudden unexpected death in epilepsy) |
Frühkindliche Absence-Epilepsie | <5 Jahre | Absencen, teilweise GTKA, Myoklonien | Generalisierte Spike-Wave-Komplexe <3/Sekunde | Genetisch (selten Mutationsnachweis), bis 10 % Glukose-Transporter-Defekt | VPA, ESM, LTG, LEV, ketogene Diät | Anfallsfreiheit nur bis 50 %, dennoch Ausheilung möglich |
Myoklonisch-astatische Epilepsie | 2–5 Jahre | Myoklonisch-atonische Anfälle, häufig mit Sturz, Absencen, GTKA | Generalisierte irreguläre Polyspike-Wave-Komplexe. Theta-Rhythmisierung | Genetisch (meist ohne Mutationsnachweis), selten Glukose-Transporter-Defekt | VPA, LTG, ESM, ketogene Diät | 50 % gut. Übrige mit schwierigem Verlauf und Gefahr des kognitiven Abbaus. Dennoch spätere Anfallsfreiheit häufig |
Lennox-Gastaut-Syndrom | 3–6 Jahre | Tonische (Sturz-)Anfälle, alle anderen Typen möglich/häufig. Neigung zu non-konvulsivem Status | Bifrontale Sharp-slow-Waves <2,5/Sekunde im Wachen. „Tonische“ Muster (Polyspikes, Beta) im Schlaf | Meist strukturell. Bei 1/3 West-Syndrom voraus | VPA, LTG, TPM, RUF, CLB | Keine Anfallsfreiheit. Lebenslange Epilepsie bei >95 %. Kognitiver und motorischer Abbau häufig |
Landau-Kleffner-Syndrom | 2–5 Jahre | Auditive Agnosie mit nachfolgendem Sprachverlust, fokale Anfälle möglich, aber nicht obligat | Lebhafte (multi)regionale ETP v. a. links temporal. Teilweise durchgehend im Schlaf | Genetisch (z. B. GRIN2A), selten auch strukturell | Kortikosteroide, STM, CLB, LEV, VPA, ESM, ketogene Diät | Ca. 80 % gut behandelbar. Immer Ausheilung mit der Pubertät, evtl. kognitive/sprachliche Defizite irreversibel |
Panayiotopoulos-Syndrom | 2–6 Jahre | Fokale Anfälle mit vegetativer Symptomatik, oft prolongiert | Okzipitale und/oder multiregionale ETP | Genetisch (meist ohne Mutationsnachweis) | OXC, STM | Ausheilung mit der Pubertät |
CSWS | 2–7 Jahre | Kognitive Regression, Verhaltensstörung, fokale Anfälle und atypische Absencen möglich, aber nicht obligat | (Multi)regionale ETP mit bilateraler Propagation, im Tiefschlaf in >85 % der Zeit | Genetisch (z. B. GRIN2A), strukturell (z. B. Thalamusläsionen) | Kortikosteroide, STM, CLB, LEV, VPA, ESM, ketogene Diät | Nur etwa 50 % gut behandelbar. Ausheilung mit der Pubertät, evtl. kognitive Defizite irreversibel |
Rolando-Epilepsie | 3–9 Jahre | Nächtliche orofaziale tonisch-klonische Anfälle, Übergang in GTKA | Zentrotemporale Sharp-Waves, im Schlaf aktiviert (Rolando-Fokus) | Unklar, überwiegend genetisch (meist ohne Mutationsnachweis) | STM | Ausheilung mit der Pubertät. Nicht selten Teilleistungsstörungen mit Persistenz |
Kindliche Absence-Epilepsie | 5–10 Jahre | Klassische Absencen, GTKA sehr selten | 3/Sekunde-Spike-Wave-Komplexe | Genetisch (meist ohne Mutationsnachweis) | ESM, VPA, LTG | Bis 80 % gut behandelbar. Ausheilung bei etwa 70 %. Teilweise Übergang in Janz-Syndrom |
Juvenile Absence-Epilepsie | 10–16 Jahre | Absencen, gehäuft GTKA, auch Myoklonien möglich | >3/Sekunde-(Poly-)Spike-Wave-Komplexe | Genetisch (meist ohne Mutationsnachweis) | VPA, LTG, ESM, LEV | Häufig gut behandelbar (<kindliche Absencen!). Meist lebenslange Epilepsie |
| 12–18 Jahre | (Morgendliche) Schulter-Arm-betonte Myoklonien (aktiviert nach Schlafentzug), GTKA, seltener Absencen | Polyspike-Wave-Komplexe. Häufig Fotosensibilität | Genetisch (meist ohne Mutationsnachweis) | VPA (♂), LTG/LEV (♀) | Hohe Chance auf Anfallsfreiheit. Meist lebenslange Therapie |