Metastasiertes Urothelkarzinom
Das metastasierte Urothelkarzinom ist eine Erkrankung mit ungünstiger Prognose. Jahrzehntelang war eine Chemotherapie die einzige Behandlungsoption. Als Referenzbehandlung gilt die polychemotherapeutische Behandlung nach dem MVAC-Schema (Methotrexat, Vinblastin, Doxorubicin und Cisplatin), mit einem progressionsfreien Überleben von 10,0 Monaten und einem Gesamtüberleben von 12,5 Monaten. Cisplatin haltige Chemotherapien sind nach wie vor wichtiger Bestandteil der systemischen Behandlung dieser seltenen Erkrankung.
Als Alternative zur Chemotherapie gilt heute die Immuntherapie. Ihr Einsatz in der Erst- und Zweitlinientherapie war ein großer evolutionärer Schritt der Systemtherapie des metastasierten Urothelkarzinoms.
Das vorliegenden Kapitel ist eine Zusammenfassung über die notwendigen Voraussetzungen der Behandlung, Behandlungsdetails und Nebenwirkungsspektren aktueller Substanzen in der systemischen Therapie, sowie der Stellenwert operativer Optionen bei oligometastasierter Erkrankung.