DGIM Innere Medizin
Autoren
Helmut Hentschel

Giftelimination (primär und sekundär)

Die Giftelimination umfasst alle therapeutischen Maßnahmen, die geeignet sind, die Aufnahme von Noxen von den äußeren und inneren Oberflächen des Körpers zu verhindern oder zu vermindern (Dekontamination; primäre Giftentfernung) und/oder ihre Elimination aus dem Körper zu beschleunigen (sekundäre Giftentfernung). Dabei ist zu beachten, dass diese Maßnahmen nur eingeleitet werden können, wenn sich der Patient in einem vital stabilen Zustand befindet. Bei einer Reihe von Vergiftungen ist die umgehende Anwendung spezifischer Antidota lebensrettend und muss vor oder gleichzeitig mit der Stabilisierung der Vitalfunktionen und Maßnahmen der Giftelimination erfolgen. Dem Selbstschutz ist bei allen Maßnahmen, insbesondere bei der Dekontamination des Patienten, besondere Beachtung zu schenken.

Definition

Die Giftelimination umfasst alle therapeutischen Maßnahmen, die geeignet sind, die Aufnahme von Noxen von den äußeren und inneren Oberflächen des Körpers zu verhindern oder zu vermindern (Dekontamination; primäre Giftentfernung) und/oder ihre Elimination aus dem Körper zu beschleunigen (sekundäre Giftentfernung). Dabei ist zu beachten, dass diese Maßnahmen nur eingeleitet werden können, wenn sich der Patient in einem vital stabilen Zustand befindet. Bei einer Reihe von Vergiftungen ist die umgehende Anwendung spezifischer Antidota lebensrettend und muss vor oder gleichzeitig mit der Stabilisierung der Vitalfunktionen und Maßnahmen der Giftelimination erfolgen. Dem Selbstschutz ist bei allen Maßnahmen, insbesondere bei der Dekontamination des Patienten, besondere Beachtung zu schenken.

Primäre Giftelimination

Dekontamination

Dekontamination der Haut

Es ist in folgender Weise vorzugehen (Heinemeyer und Fabian 1997; Olson 2012):
  • Entfernung kontaminierter Kleidungsstücke; u. U. ist eine vollständige Entkleidung des Patienten erforderlich, um ein Fortschreiten der lokalen Schädigung und/oder systemische Wirkungen der Noxe zu vermeiden.
  • Zur Dekontamination wasserlöslicher Noxen ausreichende Spülung mit lauwarmem, fließendem Wasser oder isotoner Natriumchloridlösung; Stellen hinter den Ohren, unter den Nägeln und Hautfalten dürfen nicht vergessen werden.
  • Zur Dekontamination lipophiler Noxen Seife, Shampoos oder Lösungsvermittler verwenden (z. B. Lutrol E 400 Polyethylenglykol); die Haut wird damit eingerieben und anschließend abgewaschen.
  • Nach Abschluss der Dekontamination den Patienten vor Auskühlung schützen.
  • Der Versuch einer Neutralisation ätzender Substanzen ist zu unterlassen, da es durch Hitzeentwicklung bei der Reaktion zu einer zusätzlichen thermischen Schädigung kommen kann. Von dieser Regel gibt es wenige Ausnahmen (Tab. 1).
    Tab. 1
    Bindung von Noxen auf der Haut. (Nach Olson 2012)
    Noxe
    Bindung mit
    Reaktion
    Flusssäure, Oxalsäure
    2,5 %iges Kalziumgluconat-Gel
    Bildung von unlöslichen Kalziumsalzen
    Weißer Phosphor
    1 %ige Kupfersulfatlösung
    Bildung von unlöslichem Kupferphosphid
Nach Einwirkung von Hautkampfstoffen (S-Lost, Senfgas, Mustardgas, Gelbkreuz, Yperit) erfolgt die Dekontamination der Haut mit Tosylchloramid (Chloramin T; 10 %ige Lösung zum Abtupfen einzelner Spritzer; 0,2 %ige Lösung zur großflächigen Anwendung, Hautwaschung und für feuchte Umschläge) (Zilker et al. 2010).
Nach Einwirkung radioaktiver Substanzen erfolgt die Dekontamination der Haut durch Entkleiden, danach mit fließendem Wasser oder durch Abwischen mit feuchten Tüchern, wenn fließendes Wasser nicht verfügbar ist. Dabei sind Mund, Nase, Ohren und Augen besonders zu schützen (Kirchinger 2010).

Dekontamination der Augen

Es ist in folgender Weise vorzugehen (Olson 2012; Struck 2008):
  • Sofortige Spülung mit 500–1.000 ml lauwarmem, fließendem Wasser oder isotoner Natriumchloridlösung über mindestens 15 min von der nasalen Seite nach lateral; dabei ist darauf zu achten, dass das Auge nicht durch übermäßigen Druck des Flüssigkeitsstrahls weiter geschädigt wird; defekte Kontaktlinsen vor der Spülung entfernen.
  • Wenn beide Augen betroffen sind, wird abwechselnd gespült, beginnend mit dem schwerer geschädigten Auge.
  • Unter Verwendung einer speziellen Augenspülflasche kann durch direktes Aufsetzen auf das betroffene Auge gespült werden; dabei soll der Patient während der Spülung zum Blickrichtungswechsel aufgefordert werden.
  • Bei Kontamination mit ätzenden Noxen sollte die Spülung während des Transports in eine Notfallambulanz mit einem Infusionsbesteck fortgesetzt werden. Die Spülflüssigkeit soll dabei aus 5–20 cm Höhe in den Bindehautsack einlaufen. Der pH-Wert der Spülflüssigkeit sollte kontrolliert und die Spülung solange fortgesetzt werden, bis er neutral ist. Neutralisationsversuche anderer Art sind zu unterlassen.
  • Wenn das Auge wegen starker Schmerzen nicht ausreichend geöffnet werden kann oder Fremdkörper entfernt werden müssen, ist ein Lokalanästhetikum (z. B. 1–2 Tropfen Conjuncain EDO) zu verabreichen. Das ist insbesondere erforderlich, wenn zum Entfernen fester Partikel aus dem Auge das Ektropionieren der Lider erforderlich ist.
  • Im Anschluss an die Erstversorgung hat eine Vorstellung beim Augenarzt zu erfolgen. In schweren Fällen ist der Patient sofort in eine Augenklinik einzuweisen.
Nach Einwirkung von augenreizenden Kampfstoffen (Tränengase) und radioaktiven Substanzen ist wie oben beschrieben vorzugehen.

Dekontamination der Atemwege

Es ist in folgender Weise vorzugehen (Heinemeyer und Fabian 1997; Olson 2012):
  • Der Patient ist unter Beachtung des Selbstschutzes (Atemschutz, Anseilen) aus der kontaminierten Atmosphäre zu entfernen.
  • Frischluft und zusätzlichen Sauerstoff ausreichend zuführen.
  • Bei rascher Verschlechterung der Atmung sind Intubation und Beatmung erforderlich.
  • Bei kontaminierter Kleidung ist wie bei der Dekontamination der Haut vorzugehen (s. oben).
Nach Aspiration von Fremdkörpern sollte vor Ort in der Regel keine Entfernung versucht werden, da sich durch Lageveränderung die pulmonale Situation weiter verschlechtern kann. Die Durchführung des Heimlich-Manövers wird kontrovers beurteilt. Die bronchoskopische Entfernung sollte so rasch wie möglich erfolgen (Nicolai und Reiter 2004).
Nach Aspiration von Puder, Ruß oder Staub ist nach der Erstversorgung eine bronchoskopische Reinigung der Atemwege zu erwägen.
Nach Einwirkung von lungenreizenden Kampfstoffen und radioaktiven Substanzen ist wie oben beschrieben vorzugehen.

Giftelimination aus dem Magen-Darm-Trakt

Nach wie vor bestehen für keine der folgenden Maßnahmen der Giftelimination aus dem Magen-Darm-Trakt hinreichende, durch klinische Studien gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, dass durch ihren Einsatz das Behandlungsergebnis vergifteter Patienten verbessert wird. Daher darf keine dieser Maßnahmen bei der Erstversorgung von Vergiftungen oder bei Vergiftungsverdacht unreflektiert zum Einsatz kommen. Indikation, wahrscheinliche Effizienz, Risiko und Kontraindikationen sollten vor der Entscheidung für eine bestimmte Maßnahme stets überdacht werden. Dabei sind die Wirkungsart der Noxe, Ingestionsdosis und -zeitpunkt, der klinische Zustand des Patienten und mögliche therapeutische Alternativen zu berücksichtigen (Heinemeyer und Fabian 1997). Besonders kritisch muss die Indikation gestellt werden, wenn die Ingestion länger als eine Stunde zurückliegt. Im Zweifelsfall sollte ein Giftinformationszentrum konsultiert werden. Die folgenden Empfehlungen basieren im Wesentlichen auf den zwischen der American Academy of Clinical Toxicology (AACT) und der European Association of Poisons Centres and Clinical Toxicologists (EAPCCT) abgestimmten Positionen.

Induziertes Erbrechen

Voraussetzung für die Giftelimination durch induziertes Erbrechen ist ein bewusstseinsklarer, kooperativer Patient und die Anwendung innerhalb von einer Stunde nach der Ingestion der Noxe (AACT/EAPCCT 2004b). Es besteht keinerlei Notwendigkeit, routinemäßig Erbrechen nach Ingestion einer Noxe auszulösen. Induziertes Erbrechen kann dazu führen, dass andere wichtige Maßnahmen (Verabreichung von medizinischer Kohle und Antidota, Durchführung einer orthograden Darmspülung) verzögert durchgeführt oder in ihrer Effektivität beeinträchtigt werden (Höjer et al. 2013).
Indikationen
Das Auslösen von Erbrechen ist indiziert
  • bei einer lebensgefährlichen Vergiftung,
  • wenn andere Maßnahmen (z. B. Verabreichung von Kohle) nicht verfügbar sind und der Transport des Patienten mehr als eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen sollte,
  • wenn die Noxe nicht effektiv an Kohle gebunden werden kann, weil sie per se schlecht oder nicht an Kohle bindet (z. B. Metalle) oder weil die Ingestionsdosis durch Kohle nicht abgedeckt werden kann (z. B. Ingestion von mehr als 10 g Paracetamol) (Manoguerra und Cobaugh 2005; Olson 2012).
Kontraindikationen
Das Auslösen von Erbrechen ist kontraindiziert bei
  • einer drohenden oder bereits manifesten Vigilanzstörung,
  • einer Gefährdung durch einen Krampfanfall (vorbestehende Epilepsie; Ingestion epileptogener Noxen, z. B. Antidepressiva, Opioide),
  • nach Ingestion ätzender Noxen (Säuren, Laugen, quartäre Ammoniumverbindungen),
  • nach Ingestion organischer Flüssigkeiten (Benzin, etherische Öle, Lampenöl, Lösemittel, Petroleum),
  • nach Ingestion tensidhaltiger Noxen (AACT/EAPCCT 2004b; Olson 2012).
Durchführung
Erbrechen wird bei Erwachsenen mit 15–30 ml lpecacuanha-Sirup (brecherregender Sirup; Sirupus emeticus, hergestellt nach NRF-Vorschrift 19.1) ausgelöst, wobei nach der Einnahme des Sirups 250 ml Wasser nachgetrunken werden. Diese Dosis kann ein 2. Mal gegeben werden, wenn innerhalb von 20–30 min kein Erbrechen einsetzt. Die vorangegangene Verabreichung von Milch oder eines Antiemetikums stellen keinen Hinderungsgrund dar, lpecacuanha-Sirup zu verwenden. Im Notfall kann das Präparat auch noch verwendet werden, wenn das Haltbarkeitsdatum bereits überschritten ist (AACT/EAPCCT 2004b).
Im Notfall kann alternativ Erbrechen mit Seifenlösung ausgelöst werden. Dazu werden 2 Esslöffel flüssige Handseife in einem Glas Wasser verdünnt. Andere tensidhaltige Produkte dürfen wegen möglicher ätzender Wirkungen nicht verwendet werden. Das manuell induzierte Erbrechen ist ebenso obsolet wie die Verwendung von Salzwasser (gesättigte Kochsalzlösung), Senfwasser, Kupfersulfatlösung, Brechweinstein oder Apomorphin (Olson 2012).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Das Auslösen von Erbrechen
  • kann zur transpylorischen Bewegung der Noxe führen und auf diese Weise die Aufnahme der Noxe erhöhen und
  • ist bei Kindern (insbesondere bei Säuglingen) und im hohen Alter mit einer Aspirationsgefahr verbunden.
Häufig kommt es nach der Anwendung von lpecacuanha-Sirup zu Diarrhö, Benommenheit und persistierendem Erbrechen, was die Durchführung weiterer Maßnahmen verzögern kann. Seltener wurde über Reizbarkeit, Fieber und Schwitzen berichtet. Sehr heftiges Erbrechen kann zu einer hämorrhagischen Gastritis oder zum Mallory-Weiss-Syndrom führen. Durch Perforation des Ösophagus kann ein Pneumomediastinum oder Pneumoperitoneum entstehen. Einzelne Todesfälle wurden durch eine traumatische Zwerchfellhernie, eine intrakranielle Blutung und eine Magenruptur verursacht (AACT/EAPCCT 2004b). Deshalb sollten die Patienten nach der Anwendung von Ipecacuanha-Sirup 4 h nachbeobachtet werden, um Komplikationen erfassen und umgehend behandeln zu können (Heinemeyer und Fabian 1997).

Magenspülung

Voraussetzung für die Giftelimination durch eine Magenspülung ist die Anwendung innerhalb von einer Stunde nach der Ingestion der Noxe (AACT/EAPCCT 2004a). Eine Magenspülung kann aber noch längere Zeit nach der Ingestion der Noxe effektiv sein, wenn
  • gleichzeitig größere Mengen von Nahrung, insbesondere fettreiche Kost aufgenommen wurden,
  • nach Ingestion einer hohen Dosis die Löslichkeit der Noxe überschritten wird (z. B. Acetylsalicylsäure),
  • die Noxe durch ihre Wirkung die Magenentleerung verzögert (z. B. Anticholinergika, Barbiturate, Opioide) (Heinemeyer und Fabian 1997; Olson 2012).
Die Durchführung einer Magenspülung ist kein Verfahren, das routinemäßig bei einer Vergiftung durchgeführt werden sollte. Die Magenspülung bedarf der besonders kritischen Indikationsstellung und sollte nur durch medizinisches Personal vorgenommen werden, das mit der Methode vertraut ist (Benson et al. 2013).
Indikationen
Die Durchführung einer Magenspülung ist indiziert:
  • bei einer lebensgefährlichen Vergiftung,
  • wenn die Noxe nicht effektiv an Kohle gebunden werden kann, weil sie per se schlecht oder nicht an Kohle bindet (z. B. Metalle) oder weil die Ingestionsdosis durch Kohle nicht abgedeckt werden kann (z. B. Ingestion von mehr als 10 g Paracetamol),
  • wenn es nicht möglich ist, Kohle zu verabreichen oder eine orthograde Darmspülung durchzuführen,
  • um den Magen vor einer Endoskopie zu entleeren (Olson 2012).
Kontraindikationen
Die Durchführung einer Magenspülung ist kontraindiziert:
  • bei einer drohenden oder bereits manifesten Vigilanzstörung; unter diesen Umständen ist die endotracheale Intubation (geblockter Tubus) Voraussetzung für die Durchführung der Magenspülung,
  • bei einer Gefährdung durch einen Krampfanfall (vorbestehende Epilepsie; Ingestion epileptogener Noxen, z. B. Antidepressiva, Opioide),
  • bei einer Gefährdung durch Blutungen oder Perforation nach Ingestion ätzend wirkender Noxen,
  • bei Aspirationsgefahr nach der Ingestion organischer Flüssigkeiten mit niedriger Viskosität (z. B. Benzin, Lampenöl); unter diesen Umständen wird das vorsichtige Absaugen des Mageninhalts unter Intubationsschutz (endotrachealer, geblockter Tubus) empfohlen,
  • wenn die Noxe die Öffnungen im Magenschlauch nicht passieren kann (z. B. große Retardtabletten; Pflanzenteile) (AACT/EAPCCT 2004a; Olson 2012).
Durchführung
Eine Magenspülung sollte grundsätzlich nur unter klinischen Bedingungen mit allen Möglichkeiten zur Reanimation des Patienten durchgeführt werden. Vor Beginn ist v. a. zu entscheiden, ob eine endotracheale Intubation zum Schutz der Atemwege erforderlich ist. Auf die Intubation kann verzichtet werden, wenn Husten- und Schluckreflexe und die Atmung intakt sind und innerhalb der nächsten Stunde nicht mit einer Vigilanzstörung und/oder Krampfneigung des Patienten zu rechnen ist. Sind dieses Voraussetzungen nicht erfüllt, ist der Intubationsschutz zwingend erforderlich (Heinemeyer und Fabian 1997).
Um eine Aspiration während der Spülung zu vermeiden, wird der Patient in linke Seiten- und Kopftieflage (Neigungswinkel von 20°) gebracht. Der Magenschlauch wird mit einem Gleitgel auf Zellulosebasis befeuchtet. Sichtkontrolle ist beim Einführen in der Regel nicht erforderlich. Es darf keine Gewalt angewendet werden. Der äußere Durchmesser des Magenschlauchs sollte beim Erwachsenen etwa 12–13,3 mm (36–40 French) betragen. Nasogastrale Sonden sind zur Durchführung einer Magenspülung nicht geeignet. Seine Länge (Distanz zwischen Zahnleiste und Kardia) soll der Strecke von der Nasenwurzel bis zum Xyphoid plus einer Handbreite des Patienten entsprechen (AACT/EAPCCT 2004a; Heinemeyer und Fabian 1997).
Zur Kontrolle der korrekten Lage des Magenschlauches werden mit einer Spritze 50–100 ml Luft instilliert und das ausgelöste „Blubbergeräusch" mit dem Stethoskop im Epigastrium auskultiert. Erst dann beginnt die Spülung mit Portionen von 200–300 ml körperwarmem Wasser oder isotoner Natriumchloridlösung. Aus dem Rückfluss der ersten Spülung sollte eine Probe für die toxikologische Analytik asserviert werden. Die Spülung erfolgt unter Kontrolle der Ein- und Ausfuhr so lange, bis die Spülflüssigkeit wasserklar zurückfließt. Beim Erwachsenen werden in der Regel zwischen 10–20 l Spülflüssigkeit benötigt. Nach dem letzten Spülvorgang wird Kohle (1 g/kg KG in 500 ml Wasser suspendiert) instilliert (Heinemeyer und Fabian 1997). Im Gegensatz dazu wird auch empfohlen, die Kohlesuspension bereits vor dem ersten Spülvorgang zu instillieren, um eine Bindung der Noxe zu gewährleisten, die während des Spülvorgangs in den Darm gelangt (Olson 2012). Nach Abschluss der Spülung wird der abgeklemmte (!) Magenschlauch schnell und ohne Unterbrechung herausgezogen (Heinemeyer und Fabian 1997).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Die Durchführung der Magenspülung
  • kann zur transpylorischen Bewegung der Noxe führen und auf diese Weise die Aufnahme der Noxe erhöhen,
  • kann zur Aspiration von Mageninhalt führen, wenn die Magenspülung ohne Intubationsschutz durchgeführt wird,
  • kann zur Verletzung des Ösophagus und des Magens (Perforationen) führen.
Wird mit großen Volumina Wasser gespült, ist eine hypotone Hyperhydratation (Wasservergiftung) möglich. Bei Verwendung großer Volumina isotoner Natriumchloridlösung kann es zur Hypernatriämie kommen. Als weitere Komplikationen beim Einführen des Magenschlauchs wurden Laryngospasmus, Atemdepression, Tachykardie und Herzrhythmusstörungen beschrieben. Bei fehlerhafter Lage des Magenschlauchs wird Spülflüssigkeit in die Lunge instilliert oder es kann sich durch Perforation ein Spannungspneumothorax entwickeln (AACT/EAPCCT 2004a; Olson 2012).

Verabreichung von medizinischer Kohle

Voraussetzung für die Giftelimination durch Verabreichung medizinischer Kohle (Carbo medicinalis) ist die Anwendung innerhalb von einer Stunde nach der Ingestion der Noxe (AACT/EAPCCT 2005). Die entgiftende Wirkung beruht auf der Adsorption der Noxen an eine sehr große Oberfläche (500–1500 m2/g). Das Bindungsgleichgewicht stellt sich innerhalb von 90 s ein. Die an Kohle gebundene Noxe kann während der Magen-Darm-Passage nicht aufgenommen werden und wird unverändert mit der Kohle ausgeschieden (Heinemeyer und Fabian 1997). Bei Untersuchungen an Probanden mit Noxen in nicht toxisch wirkender Dosierung konnte gezeigt werden, dass die alleinige Verabreichung von Kohle in adäquater Dosierung zur Giftelimination genauso effektiv oder sogar effektiver als die Magenspülung und das induzierte Erbrechen ist (Olson 2012). Kohle kann auch noch längere Zeit nach der Ingestion der Noxe entgiftend wirksam sein. Für die späte Verabreichung gelten die gleichen Kriterien wie bei der Magenspülung (s. dort).
Indikationen
Die Verabreichung von medizinischer Kohle ist bei allen Vergiftungen indiziert, wenn die Noxe an Kohle gebunden wird.
Kontraindikationen
Die Verabreichung von medizinischer Kohle ist kontraindiziert
  • bei einer drohenden oder bereits manifesten Vigilanzstörung; unter diesen Umständen ist die endotracheale Intubation (geblockter Tubus) Voraussetzung für die Verabreichung der Kohlesuspension über eine nasogastrale Sonde,
  • bei Aspirationsgefahr nach Ingestion organischer Flüssigkeiten mit niedriger Viskosität (z. B. Benzin, Lampenöl),
  • bei einer Gefährdung durch Blutungen oder Perforation nach Ingestion ätzend wirkender Noxen (AACT/EAPCCT 2005).
Folgende Noxen werden schlecht oder nicht von Kohle gebunden, sodass die Verabreichung nicht zur Giftelimination beiträgt (nach Olson 2012): anorganische Salze, Alkohole und Glykole, Cyanide, Metalle (z. B. Eisen, Kalium, Lithium, Thallium), Säuren und Laugen.
Durchführung
Die Verabreichung von Kohle setzt einen wachen und kooperativen Patienten voraus. Kohle sollte in einer Dosierung von 0,5–1,0 g/kg KG als Suspension in Wasser oder wasserklarem Saft in kleinen Schlucken getrunken werden. Zwischenzeitlich muss der sich bildende Bodensatz wieder aufgerührt werden. Ist die Ingestionsdosis der Noxe bekannt, sollte Kohle mindestens in 10fachem Überschuss verabreicht werden. Bei Cyanidvergiftungen ist ein 100facher Kohleüberschuss erforderlich. Die einmalige Verabreichung von mehr als 100 g Kohle ist jedoch nicht praktikabel. Es können aber im Abstand von jeweils 1–2 h ein- bis zweimal erneut 0,5–1,0 g/kg KG verabreicht werden. Im Übrigen empfiehlt sich nach Ingestion sehr hoher Dosen der Noxe eine wiederholte Kohlegabe (s. unten) (AACT/EAPCCT 2005; Olson 2012).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Die weitaus häufigste Komplikation einer fehlerhaften Anwendung ist die Instillation von Kohlesuspension in die Atemwege oder deren Aspiration. Auch wenn es nach der Verabreichung zum Erbrechen (häufig bei Zusatz von Sorbitol) kommt, besteht erhöhte Aspirationsgefahr. Gelangt Kohle in die Augen, kann es zur Schädigung der Hornhaut kommen. Obstipation tritt nach einer einmaligen Verabreichung in der Regel nicht ein (AACT/EAPCCT 2005).

Verabreichung von anderen Bindemitteln

Bei einigen Noxen können andere Substanzen als Kohle zur Giftelimination zum Einsatz kommen. Sie hindern die Noxe durch Bindung oder Bildung unlöslicher Salze an der Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt (Tab. 2).
Tab. 2
Bindung von Noxen im Magen-Darm-Trakt. (Nach Olson 2012)
Noxe
Bindung mit
Barium- und Bleisalze
Natriumsulfat
Kalzium
Natrium-Cellulose-Phosphat
Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Cholestyramin
Digitoxin
Cholestyramin
Eisen
Natriumbicarbonat
Kalium
Natriumpolystyrolsulfonat
Lithium
Natriumpolystyrolsulfonat
Metalle
Hühnereiweiß, Milch
Paraquat
Erde, Bentonit
Thallium
Preußisch Blau

Verabreichung von Abführmitteln

Die Verabreichung von Abführmitteln (Natriumsulfat, Laktulose, Magnesiumsulfat, Sorbitol) hat aufgrund der vorliegenden Untersuchungen als eigenständiges Verfahren zur primären Giftelimination keine praktische Bedeutung mehr. Die Ergebnisse der Anwendung zusammen mit Kohle sind widersprüchlich. Wenn überhaupt, wird nur die einmalige Anwendung empfohlen. Die Verabreichung ist kontraindiziert nach Ingestion von ätzend wirkenden Noxen, bei gastrointestinaler Atonie, Obstruktion oder Blutungen sowie bei Hypotonie und Elektrolytstörungen. Besondere Vorsicht ist bei Säuglingen und Patienten im hohen Alter geboten. Als Komplikationen können Übelkeit, Erbrechen, abdominelle Krämpfe und transitorischer Blutdruckabfall auftreten. Nach wiederholter Anwendung kann es zur Dehydratation, Hypernatriämie bzw. Hypermagnesiämie kommen (AACT/EAPCCT 2004; Olson 2012).

Orthograde Darmspülung

Die Durchführung einer orthograden Darmspülung (Darmlavage) zur primären Giftelimination ist mit erheblichem personellen und zeitlichen Aufwand verbunden. Sie bedarf deshalb einer besonders kritischen Indikationsstellung, sollte aber immer erwogen werden, wenn die Giftentfernung bei einer lebensgefährlichen Vergiftung mit den bisher beschriebenen Verfahren nicht erfolgversprechend ist (AACT/EAPCCT 2004c).
Indikationen
Eine orthograde Darmspülung ist indiziert nach Ingestion von
  • Noxen, die nicht an Kohle gebunden werden (z. B. Eisen, Lithium, Thallium),
  • Retardpräparaten (sog. „sustained-release“- oder „enteric-coated“-Tabletten) in hoher Dosierung (z. B. Acetylsalicylsäure, Theophyllin, Valproinsäure, Verapamil),
  • kleinen runden Fremdkörpern (z. B. Bleikügelchen) oder verpackten illegalen Drogen („bodypacking“ von Kokain und Heroin) (AACT/EAPCCT 2004c; Olson 2012).
Kontraindikationen
Eine orthograde Darmspülung ist kontraindiziert bei
  • instabilen Herz-Kreislauf-Verhältnissen,
  • einer drohenden oder bereits manifesten Vigilanzstörung; unter diesen Umständen ist die endotracheale Intubation (geblockter Tubus) Voraussetzung für die Durchführung der Darmspülung,
  • einer Gefährdung durch einen Krampfanfall (Ausnahme „bodypacking“),
  • heftigem Erbrechen, Passagehindernissen, Perforation und Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie bei Ileus (AACT/EAPCCT 2004c; Olson 2012).
Durchführung
Die orthograde Darmspülung wird mit einer isotonen Polyethylenglykol-Elektrolytl­sung (z. B. Klean-PrepÛ) über eine nasogastrale Sonde (Durchmesser 4 mm, entsprechend 12 French) durchgeführt. Die richtige Lage der Sonde muss wie bei der Durchführung der Magenspülung durch epigastrische Auskultation kontrolliert werden. Die Verabreichung sollte in sitzender Position oder bei mindestens bis 45° aufgerichtetem Kopfteil des Bettes erfolgen. Beim Erwachsenen werden 1500–2000 ml pro Stunde verabreicht, bis rektal eine klare Flüssigkeit ausgeschieden wird. Kommt es nicht zur Ausscheidung, muss die Zufuhr nach 8–10 l abgebrochen werden.
Sollten Brechreiz oder Erbrechen auftreten, kann ein Antiemetikum (Metoclopramid i.v.) verabreicht werden. Wird trotzdem weiter erbrochen, sollte das pro Stunde einlaufende Volumen auf die Hälfte reduziert werden. Ob der Zusatz von Kohle zur Spülflüssigkeit (25–30 g alle 2–3 h) die Giftelimination zusätzlich verbessert, wird kontrovers diskutiert (AACT/EAPCCT 2004c; Olson 2012).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Die häufigsten unerwünschten Effekte bei der Darmspülung sind Übelkeit und Erbrechen; auch abdominelle Krämpfe und Blähungen können auftreten. Ohne Intubationsschutz besteht immer die Gefahr einer Aspiration der Spülflüssigkeit (AACT/EAPCCT 2004c; Olson 2012).

Endoskopische Maßnahmen

Nach einer Magenspülung kann trotz klarer Spülflüssigkeit am Ende der Prozedur eine erhebliche Menge der Noxe im Magen zurückbleiben. Insbesondere Pharmakobezoare, agglomerierte (Retard-)Tabletten, Phytobezoare (Pflanzenmaterial) und Fremdkörper (Münzen, Knopfzellbatterien u. a.) entziehen sich häufig der Dekontamination, weil sie die Öffnungen des Magenschlauchs nicht passieren können oder an der Magenwand adhäriert sind (Simpson 2011). Mit Hilfe einer ösophagogastroduodenalen endoskopischen Untersuchung kann in solchen Fällen die Vollständigkeit der Entfernung kontrolliert und versucht werden, verbliebene Reste zu entfernen. Die Ansichten zu diesem Vorgehen sind allerdings geteilt, und es liegen bisher nur einzelne Fallberichte vor. Insbesondere vor der Verletzungsgefahr beim Versuch, Material im Magen zu zerkleinern, und vor der Gefahr einer Blutung bei der Entfernung adhärierten Materials ist zu warnen (Buckley et al. 1995; Kupferschmidt 2007; Nelson 2000).

Chirurgische Maßnahmen

In Ausnahmefällen ist die Giftelimination durch Magen- oder Darmspülung oder die Verabreichung von Kohle nicht ausreichend. Das betrifft insbesondere Patienten, die eine sehr hohe Dosis retardierter Arzneiformen (z. B. Eisenpräparate) eingenommen oder als Drogentransporteure eine Vielzahl von substanzgefüllten Päckchen geschluckt haben, sodass eine lebensgefährliche Vergiftung eintreten kann. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine Entfernung der im Darm befindlichen Agglomerate (Buckley et al. 1995; Nelson 2000) oder Päckchen (Schaper et al. 2003; Wittau et al. 2004) durch Laparotomie erfolgen muss.

Sekundäre Giftelimination

In der Vergangenheit wurde die Wirksamkeit der zur sekundären Giftelimination eingesetzten Verfahren häufig überschätzt. Bei kritischer Betrachtung stand in den meisten Fällen die tatsächlich aus dem Organismus entfernte Dosis der Noxe in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Risiken des Eliminationsverfahrens. Deshalb müssen pharmako(toxiko-)kinetische Überlegungen in die therapeutische Entscheidungsfindung unbedingt einfließen.

Beschleunigung der renalen Elimination

Forcierte Diurese

Die forcierte Diurese, mit der in der Vergangenheit versucht wurde, durch Infusion großer Volumina die renale Giftelimination zu steigern, ist heute wegen der geringen Effizienz, v. a. aber wegen der damit verbundenen Risiken und Komplikationen (Elektrolytentgleisungen, Dehydratation bei zusätzlicher Diuretikagabe, Hyperhydratation bei ungenügender Ausscheidung, Lungenödem, Herzinsuffizienz, Hirnödem) obsolet. Alle Noxen, bei denen die Anwendung der forcierten Diurese als indiziert galt, sind auch anderen Verfahren der sekundären Giftelimination zugänglich.

Alkalisierung des Urins

Die Alkalisierung des Urins verfolgt das Ziel, durch Anhebung des pH-Wertes im Urin auf ≥7,5 eine Beschleunigung der renalen Ausscheidung von Noxen zu erreichen, die weitgehend unverändert renal eliminiert werden, nur wenig an Plasmaproteine gebunden sind und ein kleines Verteilungsvolumen besitzen. Eine intakte Nierenfunktion und ein ansonsten ausgeglichener Wasser-Elektrolyt-Haushalt sind notwendige Voraussetzungen. Weil in der Regel aber nicht gleichzeitig große Volumina verabreicht werden müssen, sollten die Begriffe „forcierte alkalische Diurese“ oder „alkalische Diurese“ als Bezeichnung dieses Verfahrens nicht verwendet werden (Proudfoot et al. 2004).
Indikationen
Die Alkalisierung des Urins ist indiziert bei Vergiftungen durch
  • Salizylate: Bei mittelschweren Vergiftungen (Serumspiegel >350 und <800 mg/l) ist es die Methode der Wahl zur sekundären Giftelimination (Hoffmann-Walbeck 2003).
  • Phenobarbital: Die wiederholte Verabreichung von Kohle und die Hämodialyse (s. unten) gelten jedoch als der Alkalisierung überlegene Verfahren (Proudfoot et al. 2004).
  • 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (2,4-D) und Mecoprop: Bei diesen Noxen ist aber für die Effektivität der Elimination eine zusätzliche Volumenzufuhr erforderlich; die anzustrebende Urinausscheidung beträgt 600 ml/h (Proudfoot et al. 2004).
Kontraindikationen
Die Alkalisierung des Urins ist bei einer vorbestehenden Niereninsuffizienz kontraindiziert. Eine Herzerkrankung stellt eine relative Kontraindikation dar (Proudfoot et al. 2004).
Durchführung
Beim Erwachsenen werden 225 mmol Natriumhydrogencarbonat (225 ml einer 8,4 %igen Lösung) innerhalb einer Stunde intravenös verabreicht. Bei einer vorbestehenden Acidose kann die Infusionsgeschwindigkeit und/oder die Dosis erhöht werden. Der pH-Wert des Urins sollte aller 15–30 min kontrolliert werden, bis er 7,5–8,5 erreicht hat; danach sind stündliche Kontrollen ausreichend. Zur Aufrechterhaltung der Alkalisierung wird intermittierend Natriumhydrogencarbonat als i.v.-Bolus (0,5 mmol/kg KG) verabreicht, wobei der pH-Wert im arteriellen Blut 7,5 nicht überschreiten sollte. Die Kaliumwerte sind stündlich zu kontrollieren. Die Urinausscheidung sollte 100–200 ml/h nicht überschreiten (Proudfoot et al. 2004).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Eine Hypokaliämie ist die häufigste Komplikation der Alkalisierung, die aber durch Kaliumzufuhr (120 mmol Kaliumchlorid i.v. über 3 h) beherrschbar ist. Gelegentlich kann eine alkalotische Tetanie auftreten. Eine Hypokalzämie tritt dagegen selten auf. Eine Gefährdung durch eine koronare oder zerebrale Vasokonstriktion wurde dagegen bisher im Zusammenhang mit einer Alkalisierung nicht beobachtet (Proudfoot et al. 2004).

Entfernung aus dem Blut

Hämodialyse

Bei der Entscheidung zur sekundären Giftelimination durch Hämodialyse ist Folgendes zu berücksichtigen (Olson 2012):
  • Klinische Gesichtspunke
    • Es handelt sich um eine schwere, lebensbedrohliche Vergiftung, bei der die verfügbaren symptomatischen Maßnahmen ausgeschöpft sind.
    • Es kann im Verlauf zu vital bedrohlichen Komplikationen (Organversagen) kommen, wenn die Elimination nicht beschleunigt wird.
    • Es ist bereits zu einer Störung der Elimination durch Leber- und/oder Niereninsuffizienz gekommen.
  • Toxikologische Gesichtspunkte
    • Es wurde eine potenziell letale Dosis der Noxe aufgenommen bzw. es wurden potenziell letale Blut(Plasma-, Serum-)spiegel der Noxe bestimmt.
    • Die Noxe hat ein geringes Verteilungsvolumen (bis 1 l/kg KG), ist also überwiegend im Blut (Plasma) und in der extrazellulären Flüssigkeit vorhanden.
    • Die Noxe hat eine geringe Plasmaproteinbindung; der größere freie, im Plasmawasser befindliche Anteil ist einer sekundären Giftelimination zugänglich.
Noxen mit einem Molekulargewicht <500 Dalton, einer guten Wasserlöslichkeit, einem geringen Verteilungsvolumen und einer geringen Plasmaproteinbindung können durch den Einsatz der Hämodialyse zur sekundären Giftelimination effektiv aus dem Blut entfernt werden. Zur Abschätzung der Effektivität der Hämodialyse kann der Quotient aus freiem Anteil der Noxe im Plasma (in Prozent) und Verteilungsvolumen (in l/kg KG) herangezogen werden. Ist dieser Quotient >80, so kann innerhalb von 6 h bis zur Hälfte des Körperbestandes der Noxe entfernt werden; ist er <20, so ist die Effizienz gering (Martens 2000).
Die Clearance der Noxe gibt an, welches Volumen in einer bestimmten Zeiteinheit von der Noxe befreit wird. Ist die totale Clearance (Körperclearance) der Noxe gering (<4 ml/min/kg KG), so kann durch Hämodialyse eine höhere Clearance erreicht werden (Martens 2000).
Die Halbwertszeit der Elimination (HWZ in Stunden) ergibt sich aus dem Verteilungsvolumen (Vd in Liter) und der Clearance (Cl in l/h): HWZ = (0,693 ∙ Vd)/Cl. Ist die durch Hämodialyse zu erreichende Clearance größer als die totale Clearance, wird die Halbwertszeit verkürzt, die Ausscheidung also beschleunigt.
Indikationen
Unter Berücksichtigung der oben genannten Gesichtspunkte ist die Hämodialyse zur sekundären Giftelimination indiziert bei schweren Vergiftungen durch:
  • Alkohole: Methanol, Ethanol, 2-Propanol (Isopropanol)
  • Glykole: Ethylenglykol
  • Lithium
  • Phenobarbital
  • Salizylate
  • Theophyllin
Sowie
  • zum Ausgleich von Störungen des Säuren-Basen- und/oder des Elektrolytstatus im Verlauf einer Vergiftung.
Kontraindikationen
Die Durchführung einer Hämodialyse ist kontraindiziert, wenn
  • nur eine geringe Dosis der Noxe im Vergleich zum Körperbestand entfernt werden kann,
  • die Vergiftung auch mit Hilfe eines Antidots effektiv behandelt werden kann,
  • eine Gerinnungsstörung besteht,
  • eine Herz-Kreislauf-Insuffizienz besteht.
Durchführung
Die zur sekundären Giftelimination eingesetzte Technik unterscheidet sich nicht vom Vorgehen bei akuter Niereninsuffizienz. Der Zugang wird mit einem doppellumigen Katheter über die V. femoralis gewählt, seltener über die V. subclavia oder die V. jugularis interna. Die Antikoagulation erfolgt mit 4000–5000 I.U. Heparin, gefolgt von stündlich 400–500 I.U. als Bolus. Das Blut kann mit Flussraten von 300–500 ml/min gepumpt werden, so dass die Clearance der Noxe 200–300 ml/min und mehr erreichen kann. Die Hämodialyse wird über 4–8 h durchgeführt, wobei die Flussrate des Dialysats 600–800 ml/min beträgt. Durch die Verwendung von High-Flux-Dialysatoren, mit denen Noxen mit einem größeren Molekulargewicht (bis 11.800 Dalton) entfernt werden können, wurde die Effizienz erheblich verbessert. Für Valproinsäure und Carbamazepin wurde gezeigt, dass mit diesen Dialysatoren die Wirksamkeit der Hämoperfusion erreicht oder übertroffen wird (Goldfarb 2011).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Während der Hämodialyse kann es insbesondere bei schwer erkrankten Patienten zum Blutdruckabfall kommen. Blutungen oder Thrombosierungen im Bereich des venösen Zugangs sind selten. Systemische Gerinnungsstörungen und Blutungen können durch Anpassung der Antikoagulation mit Heparin in der Regel vermieden werden. So sollte bei Patienten, die wegen einer Alkohol- oder Salizylatvergiftung dialysiert werden, eine „low-dose“-Heparinisierung erfolgen, um intrazerebrale Blutungen zu vermeiden. Eine Infektionsgefahr besteht bei längerer Verweildauer der Katheter. Es ist zu berücksichtigen, dass durch die Hämodialyse auch körpereigene Stoffe, therapeutisch verabreichte Arzneimittel und Antidota (z. B. Ethanol und Fomepizol bei Methanol- und Ethylenglykolvergiftungen) entfernt werden, die adäquat zu ersetzen sind (Goldfarb 2011).

Peritonealdialyse

Für die Peritonealdialyse gelten die gleichen Voraussetzungen wie für die Hämodialyse. Im Prinzip können damit alle Noxen eliminiert werden, die einer Hämodialyse zugänglich sind. Die Durchführung ist zwar technisch relativ einfach, die Effektivität aber deutlich geringer (10–15 % der Hämodialyse; Clearance von 10–15 ml/min), v. a. wenn der Patient hypoton ist. Durch eine Peritonealdialyse kann bei ein- bis zweistündlichem Wechsel des Dialysats innerhalb von 24 h die gleiche Dosis einer Noxe entfernt werden wie bei einer 4-stündigen Hämodialyse (Olson 2012). Das Verfahren kommt bei Vergiftungen heute nur noch zur Anwendung, wenn Hämodialyse oder Hämoperfusion nicht zur Verfügung stehen oder der Patient aufgrund seines klinischen Zustands nicht verlegt werden kann (Goldfarb 2011).

Andere kontinuierliche Verfahren

Die sekundäre Giftelimination kann auch mit Verfahren wie der kontinuierlichen arteriovenösen Hämofiltration (CAVH), der kontinuierlichen arteriovenösen Hämodialyse (CAVHD), der kontinuierlichen venovenösen Hämofiltration (CVVH) und der kontinuierlichen venovenösen Hämodialyse (CVVHD) durchgeführt werden, deren Dialysatoren größere Poren als konventionelle Dialysemembranen besitzen, so dass Noxen mit einem Molekulargewicht bis 40.000 Dalton eliminiert werden können. Damit kann über 24 h behandelt werden, allerdings bei einer schweren Vergiftung mit viel zu geringer Effektivität. Bei Patienten mit einer hypotonen Kreislaufsituation stellen sie aber tatsächlich eine alternative Behandlungsmöglichkeit dar. Ihre Bedeutung bei der Behandlung von Vergiftungen kann derzeit nicht abschließend bewertet werden (Goldfarb 2011; Olson 2012).
Plasmapherese und Austauschtransfusion
Durch Plasmapherese und Austauschtransfusion können Noxen (Molekulargewicht >150.000 Dalton) entfernt werden, die einer Giftelimination durch Hämodialyse nicht zugänglich sind. Auf diese Weise lassen sich auch an Plasmaproteine gebundene Noxen, Methämoglobin und Immunglobuline (Antikörper, Antigen-Antikörper-Komplexe) entfernen. Abgesehen davon, dass diese Verfahren sehr teuer sind, ist der Patient immer einer Infektionsgefahr ausgesetzt. Werden Albumin, „Fresh Frozen Plasma“ (FFP) oder Kombinationen aus beiden zur Substitution verwendet, kann es zu anaphylaktischen Reaktionen kommen (Goldfarb 2011).
Hämoperfusion
Für die Durchführung der Hämoperfusion zur sekundären Giftelimination sind die gleichen klinischen und toxikologischen Gesichtspunkte von Bedeutung wie für die Hämodialyse. Da bei diesem Verfahren Aktivkohle oder Austauscherharze zur Bindung der Noxen verwendet werden, ist die Plasmaproteinbindung von untergeordneter Bedeutung und die Effektivität deshalb größer als bei der Hämodialyse. Alkohole, Glykole und Metallionen können durch Hämoperfusion nicht eliminiert werden. Ein direkter Kontakt zwischen Blut und Adsorbens wird durch die Beschichtung mit Polymermembranen verhindert. Eine Hämoperfusion wird 4–6 h mit Flussraten von 250–400 ml/min durchgeführt, wobei Kartuschen in der Regel alle 2 h gewechselt werden. Eine systemische Antikoagulation ist immer und teilweise mit höherer Dosierung als bei der Hämodialyse erforderlich. Die häufigste Komplikation ist eine Thrombozytopenie. Wie bei der Hämodialyse ist zu berücksichtigen, dass körpereigene Stoffe, therapeutisch verabreichte Arzneimittel und Antidota durch die Hämoperfusion entfernt und entsprechend substituiert werden müssen. Hämodialyse und Hämoperfusion werden heute mit entsprechend ausgestatteten Geräten simultan durchgeführt. Auch die Kombination einer Hämoperfusion mit der extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) ist möglich (Goldfarb 2011; Olson 2012).

Wiederholte Verabreichung von medizinischer Kohle

Durch die wiederholte Verabreichung von medizinischer Kohle wird erreicht, dass sich im gesamten Magen-Darm-Trakt eine dünne Suspension mit einem Adsorbens befindet, das durch die Bindung der Noxen im Lumen, durch Unterbrechung des enterohepatischen und des enteroenteralen Kreislaufs zur sekundären Giftelimination führt.
Indikationen
Die wiederholte Verabreichung von Kohle ist indiziert bei schweren Vergiftungen mit
  • Carbamazepin
  • Dapson
  • Phenobarbital
  • Chinin
  • Theophyllin
Untersuchungen an freiwilligen Probanden weisen darauf hin, dass auch Amitriptylin, Dextropropoxyphen, Digitoxin, Digoxin, Disopyramid, Nadolol, Phenylbutazon, Phenytoin, Piroxicam und Sotalol durch wiederholte Verabreichung von Kohle effektiv eliminiert werden können. Dagegen wird die Anwendung bei der Salizylatvergiftung kontrovers diskutiert (AACT/EAPCCT 1999).
Kontraindikationen
Für die wiederholte Verabreichung gelten die gleichen Kontraindikationen wie für die einmalige Kohlegabe und die orthograde Darmspülung (s. oben).
Für Astemizol, Chlorpropamid, Doxepin, Imipramin, Meprobamat, Methotrexat, Phenytoin, Valproinsäure, Tobramycin und Vancomycin konnte weder durch experimentelle Untersuchungen noch durch klinische Studien eine Wirksamkeit der wiederholten Verabreichung von Kohle nachgewiesen werden (AACT/EAPCCT 1999).
Durchführung
Die wiederholte Verabreichung von Kohle erfolgt mit einer Dosierung von 20-30 g oder 0,5-1,0 g/kg als dünne Suspension aller 2–3 h oral oder über eine nasogastrale Sonde (Olson 2012). Um Erbrechen und Regurgitation zu vermeiden, kann die Suspension häufiger, aber in geringerer Menge verabreicht werden. Vorteilhaft ist auch eine initial hohe Dosis (50–100 g), gefolgt von kleineren Mengen in größeren zeitlichen Abständen, im Durchschnitt aber 12,5 g/h. Die gleichzeitige Verabreichung von Abführmitteln wird nicht empfohlen (AACT/EAPCCT 1999).
Risiken und unerwünschte Wirkungen
Die wiederholte Verabreichung von Kohle kann zur gastrointestinalen Obstruktion und zum Ileus führen. Bei nichtintubierten Patienten kann es zu Aspiration der Suspension kommen. In diesem Zusammenhang wurde über 6 Todesfälle berichtet. Die gleichzeitige Verabreichung von Abführmitteln kann zur Hypernatriämie, Hypokaliämie, Hypermagnesiämie und zur metabolischen Acidose führen (AACT/EAPCCT 1999).

Forcierte Ventilation

Die sekundäre Giftelimination durch forcierte Ventilation kann bei Vergiftungen mit Noxen erwogen werden, die überwiegend unverändert pulmonal eliminiert werden. Dazu zählen flüchtige organische Lösungsmittel, lnhalationsnarkotika und leicht flüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (Chloroform, Dichlormethan, Dichlorethan, Tetrachlormethan, Trichlorethen, Tetrachlorethen). Es wird ein 2- bis 4faches Atemminutenvolumen angestrebt. Eine Hyperventilation wird durch Beimischung von 5–8 % Kohlendioxid zum Atemgas des spontan atmenden Patienten erreicht. Allerdings kommt es rasch zur Ermüdung der Atemmuskulatur, sodass das Verfahren in der Regel nur in Narkose als maschinelle Hyperventilation unter engmaschiger Kontrolle der Blutgase und des Säure-Basen-Status durchgeführt werden kann (Heinemeyer und Fabian 1997).

Hyperbare Oxygenierung (HBO)

Die hyperbare Oxygenierung in einer Sauerstoffüberdruckkammer stellt ein effektives Verfahren zur Beschleunigung der Elimination von an Hämoglobin gebundenem Kohlenmonoxid (CO) aus dem Blut dar. Unter Überdruck kann die Lösung von Sauerstoff im Blut bis auf das 20fache der Konzentration bei normaler Atmung gesteigert und so eine erhebliche Beschleunigung der CO-Elimination erreicht werden (Tab. 3).
Tab. 3
CO-Hb-Halbwertszeiten. (Nach Welslau et al. 2004)
Atemgas
Druck (kPa)
CO-Hb-Halbwertszeit (min)
21 % Sauerstoff (Luft)
100
320
100 % Sauerstoff
100
60
100 % Sauerstoff
300
23
Bei einer Rauchgasvergiftung mit unvollständiger Verbrennung (Schwelbrand in geschlossenen Räumen), bei der sich der verunfallte Patient längere Zeit im Brandherd aufgehalten hat oder dort bewusstlos aufgefunden wurde, sollte eine HBO-Behandlung ebenfalls erwogen werden.
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