DGIM Innere Medizin
Autoren
Gunther Weitz

Sonographie

Die Sonografie ist ein Routineverfahren der Diagnostik, das in jeder Klinik leicht verfügbar ist. Ihre Stärke liegt insbesondere in der schmerz- und gefahrlosen Anwendung. Damit ist das Verfahren für die Verlaufskontrollen von Befunden gut geeignet. Außerdem handelt es sich um ein Echtzeitverfahren, in dem Bewegungsabläufe beobachtet werden können.

Einleitung

Die Sonografie ist ein Routineverfahren der Diagnostik, das in jeder Klinik leicht verfügbar ist. Ihre Stärke liegt insbesondere in der schmerz- und gefahrlosen Anwendung (Video 1). Damit ist das Verfahren für die Verlaufskontrollen von Befunden gut geeignet. Außerdem handelt es sich um ein Echtzeitverfahren, in dem Bewegungsabläufe beobachtet werden können.
Der wichtigste Nachteil liegt in der physikalischen Limitation, denn Schall hat eine begrenzte Eindringtiefe und wird auf bestimmten Grenzflächen so stark reflektiert, dass er sie nicht durchdringen kann. Zudem ist die anatomische Orientierung für den Anfänger schwierig. Dies wird dadurch noch erschwert, dass beliebig viele Schnittführungen möglich sind und nicht selten die Darstellung eines Befunds ungewöhnliche Schnittführungen erfordert. Das macht die Methode erfahrungsabhängig und nur eingeschränkt reproduzierbar.

Vorbereitung der Untersuchung

Beschrieben wird hier exemplarisch die Abdomensonografie.
Vor dem Start sollte man sich am Gerät orientieren, wo folgende Bedienelemente zu finden sind:
  • Ein-/Ausschalter,
  • Auswahl des Schallkopfs,
  • Tiefenregler,
  • Fokus-Einstellung,
  • Freeze-Funktion,
  • Mess-Markierung,
  • Trackball,
  • Leistungsregler,
  • Tiefenausgleich (Equalizer).
Anschließend setzt man sich bequem neben den liegenden Patienten und richtet den Monitor so aus, dass man ihn leicht überblicken kann. Die linke Hand liegt auf dem Bedienfeld, sodass alle Bedienelemente mit kleinen Bewegungen erreicht werden können. Die rechte Hand hält den Schallkopf wie einen Stift. Es dürfen sich keine störenden Lichtquellen im Blickfeld befinden.
Der Raum sollte für den halb entkleideten Patienten angenehm temperiert und leicht abgedunkelt sein.

Untersuchungstechnik

Zunächst wählt man den Schallkopf aus. Neben dem Sektorschallkopf für die Echokardiografie gibt es Linearschallköpfe, die für eine höhere Frequenz ausgelegt sind, und den Konvexschallkopf, der mit Frequenzen zwischen 2,5 und 5 MHz für die Abdomensonografie gedacht ist. Diese für Ultraschall recht niedrigen Frequenzen haben eine ausreichend große Eindringtiefe, dafür ist die Bildauflösung nicht sehr hoch.
Linearschallköpfe mit höheren Frequenzen kommen für oberflächlicher gelegene Strukturen zum Einsatz, etwa bei der Halssonografie, oder der Sonografie von Hautbefunden bzw. von ventral gelegenen Darmabschnitten.
Auf den Schallkopf gibt man Ultraschallgel und beginnt die Untersuchung im Epigastrium . Man orientiert sich an anatomisch sicheren Leitstrukturen. Die Reihenfolge, nach der man die einzelnen Organe untersucht, ist beliebig. Man sollte sich aber einen festen Untersuchungsablauf angewöhnen, um nichts zu vergessen. Das zu begutachtende Organ wird so im Bild eingestellt, dass es mittig liegt. Ist die Tiefe zu groß eingestellt, erscheint das Organ im Bild zu klein; ist die Tiefe zu niedrig, könnte es sein, dass dorsale Schallphänomene nicht mehr im Bild zu sehen sind. Der Fokus ist auf den Unterrand des zu begutachtenden Organs zu richten. Die Leistung ist so zu wählen, dass die Graustufen des Bildes gut differenziert werden können. Manchmal ist ein Tiefenausgleich mit dem Equalizer nötig, um ein homogenes Bild zu erhalten.
Jedes Organ wird in zwei Ebenen dargestellt und die Schallebene soweit verschoben, dass das Organ an jedem der beiden Enden nicht mehr abgebildet wird. Man sollte sich für die Bewegungen Zeit nehmen und diese auch mehrfach wiederholen. Inspirations- und Umlagerungsmanöver können helfen, gewünschte Stellen besser darzustellen. Man nimmt sich immer nur ein Organ vor und lässt sich nicht durch Befunde in anderen Organen ablenken. Wenn man eine Messung durchführen möchte, hält man das Bild mit der Freeze-Taste an, wählt die Messfunktion und führt diese mit Cursor und Trackball aus.

Abschluss der Untersuchung

Nach der Untersuchung wird der Schallkopf abgewischt und mit einem Desinfektionstuch gereinigt. Dem Patienten gibt man ebenfalls Tücher zum Abwischen des Gels und hilft ihm nötigenfalls dabei. In einfachen Worten erklärt man dann den Befund.
Unmittelbar nach der Untersuchung sollte man diesen Befund dokumentieren. Zuerst beschreibt man dabei möglichst präzise, was man gesehen hat und deutet den Befund erst in der Zusammenfassung. Zu der Beschreibung eines solitären Befunds gehören:
  • Lage bzw. Lagebeziehungen,
  • Form,
  • Größe,
  • Abgrenzung,
  • Echogenität bzw. Schallverhalten.

Video/Audio

Below is the link to the Video/Audio.
Video 1
Sonografie
AVI file: 186624 kb