Die Intensivmedizin
Autoren
Christian F. Weber, Kai Zacharowski und Csilla Jambor

Point of Care Testing

Perioperativ auftretende Gerinnungsstörungen und die konsekutive Transfusion von allogenen Blutprodukten stellen einen unabhängigen Prädiktor für kardiale und nichtkardiale Ereignisse dar und wurden mit erhöhter perioperativer Letalität assoziiert. Schnellstmögliche Diagnose und effektive, zielgerichtete Therapie der zugrunde liegenden Gerinnungsstörung sind demnach von hoher klinischer Relevanz in der Intensivmedizin. Neben den im Zentrallabor durchgeführten klassischen stehen zunehmend verbreitet sog. Point-of-care- (POC-) Methoden zur bettseitigen Diagnostik und zum Therapiemonitoring von Gerinnungsstörungen zur Verfügung. Deren Spektrum reicht vom einfachen Streifentest bis zu komplexen Verfahren, deren Bedienung und Ergebnisinterpretation eingewiesenen und trainierten Untersuchern vorbehalten ist.
Definition
Point-of-care-Diagnostik (POC-Diagnostik)
Der Begriff Point-of-care-Diagnostik in der perioperativen Medizin beschreibt die Durchführung der Analysen am Ort der Patientenversorgung: im Operationssaal, auf der Intensivstation, im Schockraum und in der Notaufnahme oder auch präoperativ, z. B. in der Anästhesieambulanz. Synonyme sind bettseitige oder patientennahe Diagnostik.
Abhängig von der Fragestellung werden die verschiedenen POC-Testverfahren gezielt eingesetzt. Die einzelnen Methoden erfassen jeweils nur Teilaspekte des gesamten Hämostasesystems und können somit nur gemeinsam und sich ergänzend den komplexen physiologischen Gerinnungsprozess abbilden. Referenzbereiche für die beschriebenen Verfahren zeigt Tab. 1.
Tab. 1
Referenzwerte für die verschiedenen Methoden
 
Methode
Test
Referenzwert
Thrombozytenfunktionstests
PFA-100
Kollagen/Epinephrin-Test
80–160 s
Kollagen/ADP-Test
70–120 s
Multiplate a
TRAP-Test
94–156 U
ASPI-Test
75–136 U
ADP-Test
53–122 U
COL-Test
46–117 U
RISTO-Test (high)
90–201 U
RISTO-Test (low)
2–34 U
VerifyNow
IIb/IIIa-Test
149–418 PRU
Aspirin-Test
550–700 ARU
P2Y12-Test
149–418 PRU
Viskoelastische Verfahren
TEG
r
3–8 min
K
1–3 min
MA
51–69 mm
LY30
0–8%
ROTEM
CTEXTEM
35–80 s
CFTEXTEM
35–160 s
MCFEXTEM
55–72 mm
CLI-60EXTEM
<15%
CTINTEM
100–240 s
CFTINTEM
35–110 s
MCFINTEM
55–72 mm
CLI-60INTEM
<15%
MCFFIBTEM
8–20 mm
CTHEPTEM
100–240 s
CFTHEPTEM
35–110 s
MCFHEPTEM
55–72 mm
CLI-60HEPTEM
<15%
CTAPTEM
35–80 s
CFTAPTEM
35–160 s
MCFAPTEM
55–72 mm
CLI-60APTEM
<15%
U = Aggregation Units, PRU = P2Y12 Reaction Units, ARU = Aspirin Reaction Units
aReferenzwerte gelten für hirudinantikoagulierte Proben

Pro und Kontra der konventionellen und POC-Gerinnungsanalytik

Der komplexe Ablauf und die Funktionen der Blutgerinnung lassen sich aus pathophysiologischer und analytischer Sicht in 4 Abschnitte unterteilen (Lang und Von Depka 2006):
  • Primäre Hämostase,
  • Thrombin- und Fibringenerierung,
  • Gerinnselbildung und -stabilisierung,
  • Fibrinolyse.
Bei der primären Hämostase spielen die vaskulären Komponenten (Endothel, Gefäßmuskulatur etc.), die Thrombozyten und der von-Willebrand-Faktor (vWF) eine wichtige Rolle. Bei der Thrombingenerierung sind die zahlreichen extrinsischen und intrinsischen Gerinnungsfaktoren von essenzieller Bedeutung. Das hierbei entstehende Thrombin ist das Schlüsselenzym der Gerinnung und der Initiator der Gerinnselbildung. Im Gegensatz zur Thrombinbildung sind in diesem 3. Abschnitt nur wenige Faktoren beteiligt: das Fibrinogen bzw. Fibrin, die Thrombozyten und der das Gerinnsel stabilisierende Faktor XIII. Die Fibrinolyse folgt als 4. und letzte Phase, welche unter physiologischen Bedingungen später und adäquat stattfindet.
Die Parameter und Globaltests der konventionellen Routinegerinnungsdiagnostik (Thrombozytenzahl, INR, aPTT und Fibrinogenkonzentration) sind nicht geeignet, um die beschriebenen Funktionen des Gerinnungssystems abzubilden. Nach oftmals zeitaufwendigem Transport und präanalytischer Aufbereitung der Blutproben (z. B. Zentrifugation) wird mit dem Beginn der Analyse der Blutprobe erst verzögert begonnen. Die Messungen erfolgen standardisiert bei 37°C, deshalb können durch Hypothermie induzierte Gerinnungsstörungen nicht detektiert werden. Durch Zentrifugation werden die korpuskulären Elemente des Bluts (Erythrozyten, Leukozyten etc.) eliminiert, und somit wird deren Funktion im Hämostaseprozess bei der Analyse nicht berücksichtigt. Die rein quantitative Messung der Thrombozytenzahl erfasst die Kapazität der primären Hämostase nur unzureichend. Das Ergebnis der Bestimmung der Fibrinogenkonzentration im Plasma ist u. a. von der Messmethode und der Verwendung kolloidaler Infusionslösungen abhängig (Fenger-Eriksen et al. 2010). Ferner sind die Parameter der konventionellen Gerinnungsanalyse nicht in der Lage, die Festigkeit und zeitliche Stabilität des Gerinnsels zu beschreiben. Eine spezifische und sensitive Diagnose der (Hyper)fibrinolyse ist mit den konventionellen Gerinnungsanalysen nicht möglich (Haas et al. 2012; Luddington 2005; Schochl et al. 2010).
Ein besseres Abbild der physiologischen Funktionen und der analytischen Abschnitte des Gerinnungsprozesses liefern die POC-Methoden. Diese POC-Systeme sind in ihren analytischen Technologien sehr heterogen. Gemeinsam ist, dass durch den Wegfall eines zeitaufwendigen Probentransports und die Vereinfachung der Präanalytik binnen weniger Minuten Parameter zur Diagnostik und zum Therapiemonitoring einer Koagulopathie zur Verfügung stehen.
Zur Analyse werden meist geringe Mengen von Vollblut verwendet. Die Zentrifugation entfällt und ermöglicht dadurch die Erfassung des Gerinnungsprozesses in einem deutlich physiologischeren Umfeld als bei der konventionellen Analytik (Calatzis et al. 2003; Weber und Zacharowski 2012). Die Kapazität der primären Hämostase, die Dynamik der Gerinnselbildung, die Gerinnselfestigkeit, sowie die Stabilität des Gerinnsels in Abhängigkeit von der Zeit eignen sich als Surrogatparameter für eine klinische Blutungsneigung und lassen sich mit der Kombination verschiedener POC-Methoden quantifizieren (Gorlinger et al. 2012).
Einige Ursachen für Gerinnungsstörungen bleiben dennoch der POC-Diagnostik verborgen:
Es existieren derzeit keine POC-Methoden zum bettseitigen Monitoring einer Antikoagulation mittels niedermolekularen Heparinen sowie direkten oder indirekten Thrombin- oder Faktor-Xa-Inhibitoren.
Die verfügbaren POC-Methoden eignen sich demnach nicht für das Monitoring der neuen oralen Antikoagulanzien (Casutt et al. 2012). Ferner kann der Effekt der physiologischen Gerinnungsinhibitoren (z. B. Antithrombin, Protein C und Protein S) nicht mittels POC-Diagnostik abgebildet werden.
Im Gegensatz zu den konventionellen Analysen im Gerinnungslabor ist die Durchführung der POC-Methoden zur Gerinnungsdiagnostik im Regelfall durch Personal ohne umfassende Ausbildung und medizinisch-technische Erfahrung in Labortätigkeiten möglich. Bei den meisten Methoden müssen die Reagenzien nicht manuell vorbereitet werden, und die Bedienung der Geräte ist einfach zu erlernen.
Die Nachteile der POC-Diagnostik gegenüber den konventionellen Laboranalysen bestehen in einem noch nicht ausreichend implementierten Qualitätsmanagement. Auch die POC-Diagnostik beansprucht – neben der notwendigen Zeit für die tatsächliche Messung – Zeit und Personal für regelmäßige Qualitätskontrollen, Dokumentation sowie Leistungserfassung für Abrechnungszwecke. Die Qualitätskontrollen der Methoden werden dadurch erschwert, dass das Vollblut als Probenmaterial nur über eine sehr kurze Zeitspanne stabil ist. Verfügbare Kontrollmaterialen bestehen deshalb meist aus lyophilisiertem Plasma (Dick et al. 2010).
Die Ergebnisse der gleichen POC-Messungen in verschiedenen Einrichtungen, sogar an verschiedenen baugleichen Geräten sind daher nur bedingt miteinander vergleichbar. Die mangelnde Reproduzierbarkeit der Ergebnisse erschwert die Berechnung von Sensitivität und Spezifität einzelner Verfahren.
Die „Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung quantitativer laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen“ (Rili-BAeK-Labor; Bundesärztekammer 2007) legen verbindliche Anforderungen für die Qualitätskontrolle fest. Regelmäßige interne Kontrollen, in der Regel mit Kontrollmaterialien des Herstellers, müssen durchgeführt werden. Die Teilnahme an Ringversuchen wird empfohlen. Bei POC-Methoden, zu denen analoge Verfahren im Labor verfügbar sind (TPZ, aPTT), kann die externe Kontrolle durch vergleichende Untersuchungen zwischen dem POC-System und dem Labor erfolgen.
Die Implementierung von POC-Verfahren in Hämotherapiealgorithmen ermöglicht eine zielgerichtete Hämotherapie und reduziert dadurch die Transfusionsrate allogener Blutprodukte. Eine prospektiv randomisierte Studie an koagulopathischen kardiochirurgischen Patienten konnte in diesem Zusammenhang zeigen, dass der Einsatz von POC-Diagnostik die Transfusionrate von Erythrozytenkonzentraten, Frischplasmen und Thrombozytenkonzentraten senken kann, ohne einen Mehrverbrauch von Faktorenkonzentraten zu bewirken. Die Studie zeigte außerdem, dass der Einsatz von POC-Verfahren das klinische Ergebnis verbessern und die primären und sekundären Kosten für Hämotherapie reduzieren kann (Weber et al. 2012).
Die Gegenüberstellung zeigt, dass die bettseitige Gerinnungsdiagnostik keine Konkurrenz zur konventionellen Gerinnungsanalytik darstellt. Die POC-Diagnostik hat ihren klar definierten Einsatzbereich in der perioperativen Phase und kann bei anderen Fragestellungen die konventionelle Labordiagnostik nicht ersetzen.

Verfahren zur Erfassung der primären Hämostase

In den 1960er- bis 80er- Jahren wurde die Thrombozytenfunktionsdiagnostik v. a. nach dem Verfahren von Born im plättchenreichem Plasma durchgeführt (Born 1962). Seit einigen Jahren werden zunehmend Analyseverfahren entwickelt und eingesetzt, welche patientennah aus dem Vollblut Teilaspekte der primären Hämostase erfassen. Methodisch unterscheiden sich die Verfahren hinsichtlich der Aktivierung, der im Test auftretenden Scherkräfte sowie der Detektion der Thrombozytenaktivierung (Abb. 1).

PFA-100

In der Messzelle des PFA-100 (Siemens Healthcare Diagnostics GmbH, Eschborn; Mammen et al. 1998) wird Zitratblut aus einem Reservoir unter hohen Scherkräften mittels eines konstanten Unterdrucks durch eine Kapillare und eine Öffnung in einer Kollagenmembran gesogen (Abb. 2). Die Kollagenbeschichtung der Membran dient als Matrix für die Thrombozytenadhäsion und -aktivierung. Zur weiteren Differenzierung der Thrombozytenfunktion ist die Membran zusätzlich mit den Thrombozytenaktivatoren ADP oder Adrenalin beschichtet. Die vorbeiströmenden Thrombozyten werden aktiviert, und es kommt zur Aggregation mit den bereits adhärenten Blutplättchen, bis der Blutfluss sistiert. Als Messwert wird die Zeit zwischen dem Beginn der Messung und dem kompletten Verschluss der Membranöffnung als Verschlusszeit [„closure time“ (CT) in der COL-EPI- oder COL-ADP-Messkassette] in Sekunden ausgegeben.
Das PFA-100-System stellt einen Globaltest der Thrombozytenfunktion dar, der neben der Thrombozytenaktivierung auch die Funktionalität des vWF sensitiv erfasst. Somit eignet sich zur Diagnostik der milden Formen des von-Willebrand-Jürgens-Syndroms (vWS) sowie zum Therapiemonitoring mit Desmopressin (Akin 2013; Nitu-Whalley et al. 2003). Die Kollagen-Epinephrin-Messkassette kann zum sensitiven Nachweis einer ASS-Wirkung verwendet werden. Zur Kontrolle der thrombozytenaggregationshemmenden Wirkung von Clopidogrel und anderer ADP-Antagonisten ist die Methode nicht geeignet (Kotzailias et al. 2007). Bei Thrombozytopenie (<100.000/μl) und einem erniedrigten Hämatokrit (<30 %) ist die Aussage des PFA-100 eingeschränkt (Elsenberg etal. 2009; Eugster und Reinhart 2005; Favoloro 2008). Vor der Analyse wird eine Lagerungszeit der Proben von 30 min empfohlen.
Diese Eigenschaften limitieren den Einsatz des PFA-100 als POC-Methode zur Diagnostik akuter Koagulopathien.

Multiplate

Die Methodik des Multiplate (Roche AG, Grenzach, Deutschland; (Toth et al. 2006) basiert auf der klassischen Impedanzaggregometrie (Cardinal und Flower 1980). Ex-vivo-stimulierte Thrombozyten aus der Vollblutprobe heften an die Oberfläche der Sensordrähte in der Messzelle an und erhöhen damit, abhängig vom Ausmaß der Aggregation, die elektrischen Impedanz zwischen den Drähten. Vor der Messung wird vorgewärmte Kochsalzlösung mit dem antikoagulierten Blut in der Einmalmesszelle vermischt (Abb. 3). Die Thrombozytenaggregation kann danach mit Thrombinrezeptor aktivierendem Peptid (TRAP-6, TRAPtest), Arachidonsäure (ASPItest), Kollagen (COLtest), ADP (ADPtest) oder Ristocetin (RISTOtest) induziert werden.
Das Multiplate-Gerät verfügt über 5 Messzellen für parallele Messungen, und jede Messzelle verfügt über 2 unabhängige Sensordrahtpaare zur Doppelmessung als Qualitätskontrolle. Wenn sich Thrombozyten an die Oberfläche der Drähte anheften, wird die Widerstandserhöhung zwischen den Sensordrähten kontinuierlich aufgezeichnet und graphisch gegen die Zeit aufgetragen. Die Aggregation wird als „area under the curve“ (AUC) in frei gewählten Einheiten (U) quantifiziert (Abb. 4).
Die multiple Elektrodenaggregometrie mit dem Multiplate eignet sich zur Erfassung der Effekte von NSAID und ADP-Rezeptorantagonisten (Jámbor et al. 2009a,b; Sibbing et al. 2009, 2010) sowie der Diagnose multifaktoriell bedingter perioperativ erworbener Thrombozytopathien wie etwa nach extrakorporaler Zirkulation (Weber et al. 2012; Weber et al. 2009; Weber und Zacharowski 2012). Limitierender Faktor für den POC-Einsatz des Multiplate ist die Abhängigkeit der Messergebnisse von der Thrombozytenzahl (Hanke et al. 2010).

VerifyNow

VerifyNow (Accumetrics, San Diego, USA) ist eine Weiterentwicklung des Rapid Platelet Function Analyzer (RPFA) und basiert auf einer optischen Aggregationsmessung im Vollblut. Hierbei werden die Thrombozyten mit unterschiedlichen Agonisten (Arachidonsäure, ADP oder Thrombinrezeptor aktivierendes Peptid) ex vivo aktiviert (Malinin et al. 2004, 2007)). Durch konsekutive Expression der thrombozytären Glykoprotein (Gp)-IIbIIIa-Rezeptoren kommt es zu Thrombozytenaggregation und Agglutination der aktivierten Thrombozyten mit fibrinogenbeschichteten Latexpartikeln in der Einwegmesskassette (Abb. 5).
Basierend auf dem Prinzip der Lichttransmissionsaggregometrie kann die Veränderung der Turbidität der Blutprobe und somit das Ausmaß der Thrombozytenaggregation bestimmt werden. Die Aggregation wird als Prozentwert angegeben. Die Methode wurde speziell für den Point-of-care-Einsatz entwickelt und nimmt die Probe in Form eines Vakuumröhrchens direkt in der Messkassette auf, aus welcher das Blut entnommen und die Messung vollautomatisch durchgeführt wird. Elektronische Kontrollen und Flüssigkontrollen dienen der Qualitätssicherung.
Das VerifyNow eignet sich für die Quantifizierung der Wirkung von GP-IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten wie Abciximab, Tirofiban oder Eptifibatide von Zyclooxygenase-I-Inhibitoren und ADP-Rezeptorantagonisten (Jakubowski et al. 2010; Malinin et al. 2007; Matzdorff et al. 2001). Bei Patienten, die trotz der Behandlung mit ASS oder Clopidogrel eine erhöhte Thrombozytenaktivität am VerifyNow aufzeigten, konnte ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nachgewiesen werden (Campo et al. 2010; Larsen et al. 2012). Eine Metaanalyse zeigte, dass die mittels VerifyNow detektierte Nonresponse auf ADP-Antagonisten mit einer höheren Inzidenz vasookklusiver Ereignisse nach Stenteinlage assoziiert war (Brar et al. 2011). Die Inzidenz thrombotischer Ereignisse nach Stentimplatation konnte durch eine individualisierte Clopidogrel-Therapie, gesteuert nach dem Schwellenwert von VerifyNow, jedoch nicht verringert werden (Collet et al. 2012; Reny et al. 2012).
Analog zum PFA-100 sind die Testergebnisse bei erniedrigter Hämatokrit und Thrombozytenzahl auch beim VerifyNow nicht sicher interpretierbar (Voisin et al. 2011). Für den ASS-Test wird vor der Analyse eine Inkubationszeit von 30 min empfohlen, beim P2Y12-Test sind es 10 min, und der GP-IIb/IIIa-Test soll ohne Inkubationszeit analysiert werden.

Verfahren zur Erfassung von Parametern der plasmatischen Gerinnung

Die bettseitigen Verfahren zur Bestimmung von Parametern der plasmatischen Gerinnung erfassen lediglich den Abschnitt der Thrombingenerierung aus dem Gerinnungsprozess. Die gewonnenen Informationen ermöglichen jedoch die sinnvolle Anwendung dieser Geräte bei bestimmten Fragestellungen:
  • Monitoring der oralen Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (Quick-Wert bzw. Thromboplastinzeit, TPZ),
  • Monitoring der Heparin-Wirkung (aktivierte partielle Thromboplastinzeit, aPTT),
  • Monitoring der Antikoagulation mit unfraktioniertem Heparin und anderen Antikoagulanzien bei Eingriffen mit der extrakorporalen Zirkulation sowie periinterventionell mittels aktivierter Gerinnungszeit (ACT).

TPZ- und aPTT-Bestimmung

Methoden zur bettseitigen Bestimmung der Thromboplastinzeit (TPZ) und aPTT sind Handgeräte mit Einwegteststreifen, die die Analysen aus einem Tropfen Vollblut durchführen können. GEM PCL Plus (Instrumentation Laboratory GmbH, München) und Hemochron Jr. Signature+ (Keller Medical GmbH, Bad Soden) sind in Deutschland häufig verwendete Geräte. Die Anwendung des Gerätes CoaguCheck XS (Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Grenzach-Wyhlen) eignet sich für das Monitoring einer oralen Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten. Diese Methode ist nach WHO-Richtlinien gegen internationale Referenzthromboplastine standardisiert und kann auch als Patientenselbsttest angewandt werden.

ACT-Bestimmung

Eine stetig wachsende Zahl verschiedener POC-Geräte wird zur bettseitigen Bestimmung der aktivierten Gerinnungszeit (ACT) aus Vollblutproben verwendet (Murray et al. 1997). Die angewandten Methoden unterscheiden sich in der Art ihrer Messtechnik erheblich. Es gibt Verfahren, bei denen Blut über Teststreifen oder durch Kapillaren bzw. Einwegkassetten fließt, deren Oberflächen mit Aktivatoren präpariert sind. Bei anderen Messtechniken wird das Blut in Küvetten überführt und der aktivierte Gerinnungsprozess mit einer optischen Methode detektiert. Als Aktivatoren wird meistens Kaolin oder Celite verwendet.
Die in Deutschland gängigsten Geräte sind i-Stat (Axon Lab AG, Reichenbach), Hemochron Jr. Signature+ (Keller Medical GmbH, Bad Soden), Hemochrone Response (Keller Medical GmbH, Bad Soden), ACT Plus (Medtronic GmbH, Meerbusch) oder Actalyke Mini II (GTA Medical Products, Nottingham, UK; Abb. 6).
Der größte Nachteil dieser Vielfalt ist, dass die Ergebnisse unterschiedlicher Testsysteme nur bedingt miteinander vergleichbar sind. Daher existieren keine einheitlichen Referenz- und Zielwerte.
Bei Patienten mit Gerinnungsstörungen werden verlängerte ACT-Werte gemessen. Auf der Grundlage einer verlängerten ACT, z. B. bei herzchirurgischen Patienten, kann keine differenzierende Interpretation erfolgen.

Viskoelastische Vollblutverfahren zur kombinierten Erfassung der plasmatischen Gerinnung, Gerinnselfestigkeit und Fibrinolyse

Die viskoelastischen Vollblutverfahren zeichnen die mechanische Stabilität des Gerinnsels (Viskoelastizität) kontinuierlich auf. Die Methoden bilden dynamische Veränderungen der Gerinnungsfunktion bei akuten oder massiven Blutungen im perioperativen Bereich sowie in der Notfall- und Intensivmedizin zeitnah und umfassend ab. Sie liefern schnelle Ergebnisse (Haas et al. 2012) und ermöglichen aufgrund einer standardisierten Interpretation und in Zusammenschau mit der Klinik des Patienten in vielen Fällen eine sichere Diagnose. Das ist die Voraussetzung für eine suffiziente und zielgerichtete Therapie.
Die meistverbreiteten Methoden basieren auf der klassischen Thrombelastographie (Hartert 1951), die sich wegen methodischer Limitationen (keine Einwegtestzellen, hohe Vibrationsempflindlichkeit) nicht im labormedizinischen und klinischen Alltag etablieren konnte. In Europa kommt überwiegend die Rotationsthrombelastometrie (ROTEM, TEM international GmbH, München), in den USA die klassische Thrombelastographie (TEG, P.J. Dahlhausen & Co GmbH, Köln) zur Anwendung (Luddington 2005). Weitere Indikationen sind der spezifische Nachweis einer Hyperfibrinolyse, die Beurteilung einer Dilutionskoagulopathie sowie beim TEG die Erfassung der Thrombozytenfunktion.

TEG

Für die TEG-Analyse wird Vollblut oder Zitratblut nativ oder mit Zusatz von Aktivatoren in eine Küvette eingebracht. Diese dreht sich um die Längsachse alternierend um 4,75°. Ein zylindrischer Stempel wird an einem dünnen Torsionsdraht aufgehängt und taucht in die Küvette mit der Blutprobe ein. Wenn in der Küvette die Blutgerinnung einsetzt, bilden sich zwischen der Wand der Küvette und dem Stempel Fibrinfäden. Die Bewegung der Küvette wird entsprechend der Festigkeit der Fibrinfäden auf den Stempel übertragen und über eine Zeitachse als thrombelastographische Kurve zweischenklig aufgezeichnet (Abb. 7).
Die unterschiedlichen Abschnitte der Blutgerinnung können differenziert werden:
  • Die Phase der Thrombinbildung wird in der Reaktionszeit (r [s]) reflektiert.
  • Die Kinetik der Gerinnselbildung wird mit der Koagulationszeit (K [s]) und dem α-Winkel quantifiziert.
  • Die maximale Amplitude (MA[mm]) und der Lyse-Index (LY30) beschreiben die maximale Gerinnselfestigkeit und die Gerinnselstabilität über die Zeit (Tab. 2).
    Tab. 2
    TEG- und ROTEM-Parameter
    Parameter
    Einheit
    Definition
    TEG
    ROTEM
    Gerinnungszeit
    s
    Zeitspanne vom Beginn der Messung bis 2 mm Amplitude
    r
    CT
    Gerinnselbildung
    s
    Zeitspanne zwischen 2 und 20 mm Amplitude
    K
    CFT
    ° (Grad)
    Steilheit der Kurve
    α
    α
    Maximale Gerinnselfestigkeit
    mm
    Maximale Amplitude der Kurve
    MA
    MCF
    Gerinnselstabilität
    %
    Amplitude nach 30 bzw. 60 min im Verhältnis zur maximalen Amplitude
    Ly30, Ly60
    CLI-30, CLI-60
Die kommerziell erhältlichen Testansätze ermöglichen eine weitere Differenzierung:
  • Kaolin-Test – Reagenz mit intrinsischer Gerinnungsaktivierung,
  • Rapid-TEG – Reagenz mit akzelerierter Gerinnungsaktivierung,
  • Heparinase-Test – zur Identifizierung der Wirkung von unfraktioniertem Heparin sind die Küvetten mit Heparinase beschichtet,
  • funktioneller Fibrinogentest (FFLA) – Bestimmung des Plättchenanteils des Gerinnsels durch Inaktivierung der Thrombozyten zur Ermittlung der geschätzten Fibrinogenkonzentration in mg/dl,
  • Platelet Mapping Assay – zur Messung der Thrombozytenfunktion mittels Arachidonsäure (AA) und/oder ADP-induzierten Thrombozytenaggregation.
Das Gerät ist anfällig für Erschütterungen und erfordert eine horizontale feste Montage, was den Einsatz als bettseitige Methode einschränkt. Zwei unabhängige Messkanäle ermöglichen parallele Messungen.

ROTEM

Beim ROTEM wird im Gegensatz zum TEG die Küvette fixiert und der Stempel alternierend bewegt. Dabei wird der Stempel durch ein Kugellager mechanisch stabilisiert. Dadurch wird die Erschütterungsempfindlichkeit minimiert, und das ROTEM-Gerät kann z. B. auf einem Wagen transportiert werden. Die Beweglichkeit des Stempels ist umgekehrt proportional zur Gerinnselfestigkeit. Wie beim TEG werden auch im ROTEM die Ergebnisse als thrombelastometrische Kurve mit folgenden Parametern dargestellt (Abb. 8):
  • Gerinnungszeit („coagulation time“ CT [s]),
  • Gerinnselbildungszeit („clot formation time“ CFT [s]) und α-Winkel),
  • maximale Gerinnselfestigkeit („maximum clot firmness“ MCF [mm]),
  • Lyse-Index nach 30 und 60 min (CLI-30 und CLI-60 [%]).
Das System verfügt über eine elektronische Pipette und 4 unabhängige Messkanäle für parallele Messungen mit unterschiedlichen Testansätzen:
  • EXTEM-Test – extrinsische Gerinnungsaktivierung,
  • INTEM-Test – intrinsische Gerinnungsaktivierung,
  • FIBTEM-Test – nach Inaktivierung der Thrombozyten mittels Cytochalasin-D wird der plasmatische Beitrag zur Gerinnselfestigkeit abgebildet,
  • HEPTEM-Test – Heparinase-modifizierte intrinsische Gerinnungsaktivierung zum Erkennen der Wirkung von unfraktioniertem Heparin,
  • APTEM-Test– Aprotinin-modifizierte extrinsische Gerinnungsaktivierung zur Identifizierung einer Hyperfibrinolyse.
Die Ergebnisse der ROTEM-Tests korrelieren gut mit den korrespondierenden Parametern im TEG. Die wichtigste Limitation des ROTEM ist die fehlende Diagnostik der primären Hämostase.

Klinische Anwendung

Die Wahl der der Point-of-care-Methode richtet sich nach der zugrundeliegenden Fragestellung:
  • globale Untersuchung der primären Hämostase,
  • Diagnostik hereditärer Koagulopathien wie z. B. vWS, Thrombasthenie Glanzmann oder Bernard-Soulier-Syndrom,
  • Monitoring von Thrombozytenaggregationshemmern,
  • Kontrolle einer therapeutischen Antikoagulation,
  • globale Untersuchung der plasmatischen Gerinnung,
  • Monitoring der hämostatischen Therapie.
Ferner beeinflussen die Rahmenbedingungen der Untersuchung (wissenschaftliche Studie oder klinische Diagnostik) und logistische Erwägungen (Ort der Analyse, personeller und finanzieller Aufwand) die Methodenauswahl.
Prospektiv randomisierte (Weber et al. 2012) und retrospektive Studien an großen Patientenkollektiven (Gorlinger et al. 2011) konnten zeigen, dass die Implementierung von POC-Verfahren die Transfusionsrate allogener Blutprodukte senkt und sich positiv auf das klinische Ergebnis auswirken kann. In den aktuellen Empfehlungen zur perioperativen Versorgung polytraumatisierter Patienten wird die geringe diagnostische Aussagekraft der konventionellen Laborgerinnungsanalyse beschrieben und explizit der Einsatz der Thrombelastographie zum erweiterten hämostaseologischen Monitoring empfohlen (Rossaint et al. 2013). Die Analyse des Potenzials der primären Hämostase ist ein weiterer vielversprechender Anwendungsbereich von bettseitigen Thrombozytenfunktionstests. Dies gilt für die Blutungsdiagnostik genauso wie für die Beurteilung der Effizienz antiaggregatorischer Medikation.
Anmerkung
Dieses Buchkapitel basiert inhaltlich und strukturell auf dem Kapitel „Bettseitiges Monitoring der Blutgerinnung“ (Jámbor und Weber 2012)) aus der 3. Auflage des Buches „Die Anästhesiologie“ (Herausgeber: Rossaint, Werner, Zwißler; Springer-Verlag 2012), das von denselben Autoren verfasst wurde. Die durchgeführten Änderungen betreffen maßgeblich die Erwähnung neuer Studienergebnisse und eine Anpassung des Literaturverzeichnisses. Die Herausgeber des Werkes „Die Anästhesiologie“ haben eine Druckfreigabe erteilt.
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