Die Urologie
Autoren
Axel Kramer, Stephan Geßner und Hansjürgen Piechota

Infektionsschutz durch Hygiene in stationären und ambulanten urologischen Einrichtungen

Die Prävention nosokomialer Infektionen einschließlich Surgical-site-Infektionen und die Ausbreitung multiresistenter Bakterien (MRE) erfordern ein evidenzbasiertes Qualitätsmanagement der Hygiene. Dargestellt werden die Voraussetzungen der Struktur- und Prozessqualität, die Evaluierung der Ergebnisqualität durch Infektionssurveillance, die Erfassung des Verbrauchs an Händedesinfektionsmitteln, Antibiotika Stewardship und innerbetriebliche Eigenüberwachung. Händehygiene, Aufbereitung, Antiseptik, Desinfektion, Berufs-, Schutz- und Bereichskleidung, Wassersicherheit und Abfallentsorgung werden als Maßnahmen der Standardhygiene erläutert, flankiert durch Schutzimpfungen, Personalschutz und bauliche Voraussetzungen. Speziell berücksichtigt werden die Aufbereitung vor Urethrozystoskopen, der Infektionsschutz bei Harninkontinenz und Urostomapflege sowie das Screening zur Identifizierung von Trägern von MRE. Nicht zuletzt soll der Blick für die Eigenkontrolle urologischer Praxen geschärft werden.
Aufgrund der zunehmenden Verlagerung der Patientenversorgung aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich werden die Anforderungen für beide Bereiche zusammengefasst, zumal kein Unterschied im Umfang der Infektionsprävention zwischen stationärem und ambulantem Bereich bestehen sollte.

Verantwortlichkeit und Qualitätsmanagement (QM)

Wichtig
Der Praxisbetreiber ist im niedergelassenen Bereich für die Einhaltung der Hygiene rechtlich verantwortlich.
Er ist verpflichtet, die Gesetze und Verordnungen zum Schutz von Patienten und Beschäftigten einzuhalten. Das gilt auch dann, wenn er entsprechende Tätigkeiten, z. B. die Aufbereitung von Medizinprodukten, an sachkundiges Personal delegiert hat.
Alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und medizinischen Versorgungszentren sind zur Einführung und Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen QM gemäß SGB V § 135a Abs. 2 Nr. 2 verpflichtet, das ein praxisspezifisches Hygienemanagement einschließt.
Sofern ambulante Operationen zum Aufgabenspektrum der urologischen Praxis gehören, ist in Analogie zur geforderten Einsetzung einer/s hygienebeauftragte/n Ärztin/Arztes für jede Fachabteilung in Behandlungszentren mit mehreren organisatorisch getrennten Abteilungen mit speziellem Risikoprofil für nosokomiale Infektionen eine hygienebeauftragte/r Ärztin/Arzt für die Praxis auf der Grundlage des Curriculums der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH 2007) mit einem Umfang von 40 Stunden auszubilden. Inhalt und Umfang des Kurses müssen durch eine Landesärztekammer anerkannt sein (KRINKO 2009). Diese Kurse werden im Interesse der Realisierbarkeit inzwischen auch als elektronisches Curriculum mit einer Präsenz von nur 2 Tagen angeboten.
Wichtig
Im stationären Bereich sind der Träger bzw. die Leitung der medizinischen Einrichtung gemäß SGB V für die Sicherstellung und Einhaltung hygienischer Standards zur Prävention und Bekämpfung nosokomialer Infektionen verantwortlich.
Im Rahmen der Eigenverantwortung ist es erforderlich, dass die Einrichtung auf jeder Verantwortungsebene das QM der Hygiene einrichtungs- und aufgabenspezifisch für alle Versorgungsprozesse ausarbeitet, etabliert und dafür Sorge trägt, dass das QM von jedem Mitarbeiter gemäß seiner individuellen Verantwortlichkeit umgesetzt wird.
Im neuen Infektionsschutzgesetz (2011) ist festgelegt, dass die Leiter von Krankenhäusern, von Einrichtungen für ambulantes Operieren und von Arztpraxen sicherstellen müssen, dass die nach dem Stand der medizinischen Wissenschaft erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um nosokomiale Infektionen zu verhüten und die Weiterverbreitung von Krankheitserregern, insbesondere solcher mit Resistenzen, zu vermeiden. In bettenführenden Stationen und Einrichtungen für ambulantes Operieren muss eine Infektionssurveillance etabliert sein. Dabei ist es ausreichend, eine sog. Marker-OP für die Surveillance nosokomialer Infektionen auszuwählen.
Wichtig
Ausbrüche nosokomialer Infektionen sind innerhalb von 3 Tagen an das Gesundheitsamt zu melden.
Die Leiter von Krankenhäusern und von Einrichtungen für ambulantes Operieren haben sicherzustellen, dass das Auftreten von Krankheitserregern mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen fortlaufend aufgezeichnet und bewertet wird, Schlussfolgerungen hinsichtlich erforderlicher Präventionsmaßnahmen gezogen werden und diese dem Personal mitgeteilt und umgesetzt werden.
Ebenso sind die innerbetrieblichen Verfahrensweisen zum Infektionsschutz von Patienten und Personal in Hygieneplänen und zur weiteren Untersetzung möglichst auch in Standardarbeitsanweisungen (sog. Standard Operating Procedure, SOP) festzulegen. Hygienepläne sind für Arztpraxen einschließlich deren behördlicher Überwachung allerdings noch nicht in allen Bundesländern gesetzlich festgelegt (Kramer et al. 2013a). Im Hygieneplan sind vor allem folgende Anliegen zu regeln: Händehygiene, Personalhygiene und Personalschutz, Hygienemaßnahmen bei Diagnostik und Therapie, Aufbereitung von Medizinprodukten (MP), Desinfektionsmitteleinsatz und Umgebungshygiene, Antibiotikaeinsatz, Schutzimpfungen, Hygiene bei der Ver- und Entsorgung, Einhaltung der Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG), Surveillance, Festlegung von Schulungsintervallen und mikrobiologische Diagnostik. Der Hygieneplan muss den Beschäftigten bei Einstellung bekannt gemacht und erläutert werden. Bei Veränderungen im Aufgabenbereich und Einführung neuer Arbeitsmittel oder -verfahren ist der Hygieneplan anzupassen. Die Unterweisung in den Hygieneplan muss mindestens jährlich wiederholt und dokumentiert werden. Hilfreich bei der Etablierung eines Hygienemanagements ist die externe Beratung durch Hygienefachpersonal oder das Gesundheitsamt.
Zur Überwachung der Einhaltung der in der Hygieneordnung festgelegten Maßnahmen gehören z. B. OP-Ablaufanalysen sowie Analysen der Raumluft sowie der Umgebungs- und Aufbereitungssicherheit. Mit Hilfe einer Checkliste kann die Eigenkontrolle der Qualität der Aufbereitung professionell unterstützt werden (Dörflinger et al. 2012).
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Etablierung von Antibiotika Stewardship. Das beinhaltet die qualifizierte Beratung zu klinisch-mikrobiologischen und klinisch-pharmakologischen Fragestellungen auf der Basis einer einrichtungsspezifischen Antibiotikaleitlinie sowie die Bewertung von Antibiotikaresistenzen und des Antibiotikaverbrauchs.
Mit Hilfe des Überleitungsmanagements sollen bei Verlegung, Überweisung und Entlassung von Patienten auf der Grundlage der ärztlichen Risikoeinschätzung die aufnehmende Einrichtung, der ambulante Pflegedienst bzw. der niedergelassene Arzt und ggf. in die weitere Versorgung eingebundene Angehörige über erforderliche Maßnahmen zur Prävention übertragbarer Krankheitserreger informiert werden. Zugleich sind die Patienten vorab über die Informationsweitergabe in Kenntnis zu setzen.

Infektionsgefährdung durch urologische Operationen

Harnweginfektionen (23,2 %) zählen neben postoperativen Wundinfektionen (24,3 %) an deutschen Krankenhäusern zu den häufigsten im Krankenhaus erworbenen Infektionen (Behnke et al. 2013).
Untersuchungen im Anschluss an eine transurethrale Resektion der Prostata (TURP) ergaben in ca. 8 % der Fälle den Nachweis einer Bakteriämie, die bei 1,9 % der Patienten symptomatisch und behandlungsbedürftig war (El Basri et al. 2012). Eine andere Studie konnte sogar bei 22 (18,2 %) der 121 untersuchten Patienten eine Bakteriämie nachweisen (Huang et al. 2011a).
Auch die transrektale Biopsie der Prostata führt ohne zuvor durchgeführte Antibiotikaprophylaxe in 16–75 % der Fälle zu positiven Blutkulturen und bei 36–53 % der Patienten zu einer Bakteriurie (Duplessis et al. 2012). Aber auch bei prophylaktischem Einsatz von Antibiotika sind Infektionen nach der Intervention bei 2,4–2,8 % der gescreenten Patienten nachgewiesen, die Sepsisrate betrug 0,2–0,6 % (Sabbagh et al. 2004, Madden et al. 2011, Zaytoun et al. 2011a,b).
Nach radikaler Prostatektomie betrug der Anteil an Infektionen nach dem Eingriff 4,8 %, nach roboterassistierter laparoskopischer Prostataentfernung (RALP) 1,12 % (Shigemura et al. 2013).
Die deutliche Zunahme multiresistenter Erreger (MRE) stellt ihrerseits einen zusätzlichen Risikofaktor im Rahmen der Prophylaxe und Therapie nosokomialer Infektionen dar und sollte daher stets in einem verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika Berücksichtigung finden.

Maßnahmen der Basishygiene

Die höchste Effektivität der zur Verfügung stehenden Präventionsmaßnahmen ist durch deren Zusammenführung zu einer aufeinander abgestimmten Strategie in Form einer Multibarrierenstrategie erreichbar.
Die Kenntnis der Infektionsrisiken und der Übertragungsmöglichkeiten von Krankheitserregern bestimmt die Maßnahmen des Infektionsschutzes für Patienten und Personal. Auch wenn die zur Verfügung stehenden Präventionsmöglichkeiten mit einem unterschiedlichen Präventionspotenzial verbunden sind, ist es für den Gesamterfolg unerlässlich, die Maßnahmen als Multibarrierenstrategie lückenlos durchzusetzen, weil der „anti-cheese-hole approach“ die höchste Sicherheit gewährleistet (Das Schweizer-Käse-Modell symbolisiert in Form hintereinander liegender Käsescheiben, wie die Löcher der nächsten Käsescheibe als Sicherheitsbarriere gestoppt werden.). Wenn nachfolgend die Präventionsmöglichkeiten separat dargestellt werden, soll dadurch lediglich die Übersichtlichkeit gewahrt werden.

Händehygiene

Hygienische Händedesinfektion

Cave
Die Händedesinfektion gilt weltweit als die effektivste Maßnahme, um die Übertragung nosokomialer Infektionen zu vermeiden.
Ziel ist die maximal erreichbare und schnellst mögliche Reduktion der Abgabe von transienten Anteilen der mikrobiellen Handflora, sodass die Hände nach bekannter oder vermuteter Kontamination wieder als sicher betrachtet werden können. Dazu wird keine andauernde (= remanente) Wirkung benötigt.
Wichtig
Indikationen zur Händedesinfektion sind Situationen, in denen die Händedesinfektion die Übertragung von potenziell pathogenen Erregern auf Patienten, Personal sowie Gegenstände und Oberflächen unterbrechen soll.
Die WHO (World Health Organization) hat die wichtigsten Indikationen als die sog. Five Moments definiert (WHO 2009). Diese beinhalten die Durchführung
  • vor aseptischen Tätigkeiten,
  • vor Patientenkontakt,
  • nach Patientenkontakt,
  • nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien,
  • nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung.
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bereits der Kontakt mit der Körperoberfläche des Patienten sowie mit Oberflächen und Gegenständen aus der unmittelbaren Patientenumgebung zu relevanter Kontamination der Hände führt.
Die hygienische Händedesinfektion ist auch dann durchzuführen, wenn Schutz- oder OP-Handschuhe ausgezogen werden, weil Mikroperforationen häufig nicht erkennbar sind, aber einen Erregertransfer ermöglichen (Harnoss et al. 2010).
Mittel der Wahl sind alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel. Gegenüber Viren ist Ethanol wirksamer als die Propanole, wobei behüllte Viren konzentrationsabhängig von allen Alkoholen erfasst werden. Für unbehüllte Viren sind als viruzid deklarierte Händedesinfektionsmittel einzusetzen. Wässrige Lösungen auf Basis von Chlorabspaltern, PVP(Povidon)-Iod oder Peressigsäure sind geringer wirksam als Alkohole, wegen ihres schlechteren Spreitens auf der Haut sowie der längeren Verdampfungszeit wesentlich weniger komfortabel und daher ungeeignet zur Händedesinfektion. Bei PVP-Iod wird die Anwendung zusätzlich durch die Iodresorption limitiert (Below et al. 2007). Der Zusatz remanenter Wirkstoffe zu alkoholischen Desinfektionsmitteln wie Chlorhexidindigluconat, Octenidin, Polihexanid, quaternäre Ammoniumverbindungen, Ampholyte, Phenolderivate und Triclosan bringt keine weitere Verstärkung der Wirkung, erhöht aber das Risiko von Unverträglichkeiten bzw. Wirkstoff abhängig vor allem bei Chlorhexidin das Risiko der Resistenzentwicklung.
Eine sporozide Aktivität ist bei Händedesinfektionsmitteln bisher nicht erreichbar. Besteht die Notwendigkeit, Bakteriensporen von den Händen zu entfernen, z. B. bei Versorgung von Patienten mit Clostridium-difficile-assoziierter Diarrhö (CDAD), kann derzeit nach der Händedesinfektion nur eine gründliche Händewaschung mit Seife und Wasser empfohlen werden (Bettin et al. 1994).
Bei adäquater Hautpflege (s. u.) ist die Anwendung von Alkoholen nicht mit dem Risiko der Entstehung einer Irritationsdermatose verbunden (Kramer et al. 2002). Voraussetzung für die Hautverträglichkeit ist der Zusatz von Rückfettungsmitteln zur alkoholischen Grundlage, worauf bei der Präparateauswahl (Deklarierung) zu achten ist (Kampf et al. 2005).
Wichtig
Zur Gewährleistung der Wirksamkeit müssen alle Bereiche der Hand für die Dauer der deklarierten Einwirkungszeit (30 s) vom Desinfektionsmittel benetzt sein.
Durch Einreiben des Desinfektionsmittels sind insbesondere Fingerspitzen, Nagelfalze und Daumen zu berücksichtigen.
Wichtig
Um einen Effekt der Händedesinfektion auf die Raten nosokomialer Infektionen und multiresistenter Erreger (MRE) zu erzielen, muss eine hohe Compliance der Händedesinfektion durch das Personal erreicht werden.
Nachgewiesen ist der Einfluss der Händedesinfektion z. B. auf die Reduktion der Ausbreitung von Methicillin-resistenten Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA; Johnson et al. 2005, Gagne et al. 2010), ESBL(Extended-spectrum-Betalaktamasen)-Bildnern (Kaier et al. 2009) und Acinetobacter baumannii (Simor et al. 2002), ebenso im Rahmen der Unterbrechung von Ausbrüchen z. B. durch Noroviren (Armbrust et al. 2009), aber auch auf die Rate von Harnweginfektionen, wobei bei diesen Interventionen die Händedesinfektion Bestandteil eines Präventionsbündels war (Marra et al. 2011).
Zur Erreichung einer hohen Compliance eignen sich multimodale Interventionsprogramme. Diese beinhalten regelmäßige Personalfortbildungen, Messungen des Verbrauchs an Händedesinfektionsmittel mit Ergebnisrückmeldung, Verbesserung der Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmitteln, Nutzung von Erinnerungs- und Werbematerialien sowie sichtbare Unterstützung durch die administrativen Ebenen. Besonders wirksam ist die direkte Beobachtung der Mitarbeiter.

Chirurgische Händedesinfektion

Die chirurgische Händedesinfektion ist vor dem direktem Kontakt zum Operationsfeld und zum sterilen Instrumentarium oder Materialien sowie vor sonstigen Eingriffen mit gleichen Anforderungen an die Asepsis wie bei einer Operation durchzuführen.
Sofern die Hände sauber sind, kann die Seifenwaschung vor der chirurgischen Händedesinfektion entfallen, weil durch die vorausgehende Händewaschung die Wirksamkeit der alkoholischen Händedesinfektion tendenziell oder sogar signifikant herabgesetzt wird (Kramer et al. 2008b). Durch die Verkürzung der Einwirkungszeit bei modernen Präparaten auf 1,5 min wird der Zeitaufwand deutlich minimiert. Durch geeignete Einreibetechnik, zuerst Benetzung beider Hände für etwa 10 s, dann Benetzung zuerst des einen, nachfolgend des anderen Unterarms für etwa 10 s und sich anschließende wiederholte gründliche Benetzung der Hände für etwa 70 s können innerhalb der deklarierten Einwirkungszeit von 1,5 min Hände und Unterarme sicher desinfiziert werden (Hübner et al. 2011).

Händewaschung

Eine Seifenwaschung sollte wegen der deutlich höheren Hautbelastung im Vergleich zur alkoholischen Händedesinfektion nur zu Dienstbeginn und bei Verschmutzung durchgeführt werden.
Weitere Indikationen sind nach der Toilettenbenutzung wegen des Risikos der Sporenkontamination, bei Maßnahmen an Patienten mit CDAD sowie bei Patienten mit Helminthosen und Protozoonosen, weil Alkohole nicht gegen Bakteriensporen, Würmer und Protozoen wirksam sind.

Voraussetzungen der effektiven Händedesinfektion

Wichtig
Klinik und Praxis sind mit sauberen Händen und Fingernägeln zu betreten.
Schmutzige Hände und Fingernägel (z. B. nach Gartenarbeit) sind bereits zuhause zu säubern. Kommt es während der Tätigkeit zur Verschmutzung der Hände, sind ein Reinigungspräparat und wegen der Schonung der Haut nur im Bedarfsfall eine Nagelbürste zu benutzen.
Kurzgeschnittene, mit den Fingerkuppen abschließende Fingernägel gewährleisten die gründliche Reinigung der subungualen Spatien und minimieren die Gefahr der Handschuhperforation. Nagellack ist abzulehnen, weil er die Sichtbeurteilung der Nägel verhindert und bei 5 Tage altem Nagellack eine grenzwertig signifikante Unterlegenheit der Händedesinfektion im Vergleich zum Referenzverfahren ohne lackierte Nägel nachweisbar war (Assadian et al. 2012).
Cave
Das Tragen künstlicher und gegelter Fingernägel ist unzulässig.
Die Bakteriendichte ist auf künstlichen Nägeln höher als auf natürlichen. Zugleich verleiten künstliche Nägel zur Vernachlässigung des Händewaschens und erhöhen die Perforationsgefahr für Schutzhandschuhe. Als Reservoir für nosokomiale Erreger konnten künstliche Nägel wiederholt als Quelle für nosokomiale Infektionen bei immunsupprimierten Patienten und für Ausbrüche postoperativer Wundinfektionen identifiziert werden (Passaro et al. 1997, Foca et al. 2000, Moolenaar et al. 2000, Parry et al. 2001, Porteous 2002, Gupta et al. 2004, Gordin et al. 2007).
Schmuckstücke an Händen und Unterarmen behindern die sachgerechte Händehygiene und können dadurch zu einem Erregerreservoir werden. Bei Intensivpflegeschwestern korrelierte die Anzahl von gramnegativen Erregern und Staphylococcus aureus mit der Anzahl getragener Ringe (Trick et al. 2003). Für Enterobacteriaceae und Nonfermenter war eine erhöhte Erregerdichte auf den Händen beim Tragen von Ringen nachweisbar, allerdings konnte keine erhöhte Transmissionsrate nachgewiesen werden (Fagernes et al. 2007, Fagernes und Lingaas 2009). Aber auch wegen der Verletzungsgefahr ist das Tragen von Ringen nicht zulässig (TRBA 250 2012). Schließlich führt das Tragen von Eheringen zu erhöhter Perforationshäufigkeit von OP-Handschuhen (Nicolai et al. 1997).
Wichtig
Vor operativen Eingriffen sollen keine Nagelbettverletzung oder entzündliche Prozesse an der Hand vorliegen (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention = KRINKO 2007).
Bei schwerer Onycholyse und Onychomykose mit subungualem Nachweis von Pseudomonas aeruginosa wurde ein Ausbruchgeschehen verursacht, obwohl chirurgische Latexhandschuhe getragen wurden (McNeil et al. 2001). Auch bei Psoriasis mit Kolonisation durch Serratia marcescens wurde ein Ausbruch verursacht (de Vries et al. 2006). Unter sorgfältiger Risikoabwägung erscheint es bei nichtentzündlichen Veränderungen bzw. kleinen Verletzungen im Bereich der Hand jedoch vertretbar, die Operation mit 2 übereinander gezogenen Paar Handschuhen nach chirurgischer Händedesinfektion, nachfolgender Abdeckung mit antiseptischer Salbe und zusätzlichem Fingerling und nochmals durchgeführter chirurgischer Händedesinfektion durchzuführen (KRINKO 2007). Ggf. ist eine Vorstellung beim Betriebs- oder Hautarzt anzuraten. Bei nichtchirurgischer Tätigkeit sind Hautläsionen an den Händen aus Gründen der Infektionsprophylaxe und des Personalschutzes erregerdicht und ggf. flüssigkeitsdicht abzudecken (Pflaster oder Verband).

Hautschutz und Hautpflege

Schutz und Pflege der Hände sind als berufliche Pflicht aufzufassen, weil eine geschädigte Haut nicht mehr so gut desinfizierbar ist und in ein irritativ-toxisches Kontaktekzem mit Berufsunfähigkeit münden kann.
Berufsbedingte Hauterkrankungen stehen seit Jahren an der Spitze der Berufskrankheiten (Fartasch 2008). Das liegt zum einen an falschen Methoden der Händehygiene, die Hände werden zu viel gewaschen, anstatt alkoholische Händedesinfektionsmittel zu benutzen, zum anderen am falschen oder ungenügenden Einsatz von Hautschutz- und Hautpflegeprodukten. Bereits kleinste Risse bzw. Mikrotraumen können zum Erregerreservoir werden (Lammers 1978, Forrester und Roth 1998), Hautinfektionen verursachen und die Erreger verbreiten. Um der Hautirritation vorzubeugen, müssen Hautschutz und Hautpflege systematisch und konsequent erfolgen. Dabei ist der präexpositionelle Hautschutz am wichtigsten und lässt sich nicht durch Hautpflege ersetzen (Berndt et al. 2002).
Bei Gefährdung der Haut durch Arbeiten im feuchten Milieu – dazu gehört das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe >2 h – muss der Arbeitgeber eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) bereitstellen, eine Betriebsanweisung und einen Hautschutzplan erstellen und die arbeitsmedizinische Vorsorge und Überwachung gewährleisten (TRGS 531).
Im Hautschutzplan sind die Präparate zur Reinigung sowie für den Schutz und die Pflege der Haut festzulegen. Bei beginnenden Hautschäden sind unverzüglich der betriebsärztliche Dienst oder ein Hautarzt zu konsultieren. Diese sollten ein BG-Verfahren Haut einleiten.
Hautschutzpräparate sollen vor Irritation schützen und das Eindringen von Irritanzien und Allergenen erschweren. Sie werden vor und während der Arbeit sowie ggf. in Arbeitspausen aufgetragen. Bei sichtbarer Verschmutzung der Hände ist vor dem erneuten Auftragen die Haut zu reinigen und gründlich abzutrocknen, um ein verstärktes Eindringen von ggf. auf der Haut verbliebenen Irritanzien zu verhindern.
Hautpflegepräparate sollen die Regeneration der Haut unterstützen. Sie werden vor allem am Dienstende und in der Freizeit eingesetzt. Beim Auftragen während der Arbeit ist das Risiko gegeben, dass die Penetration von Irritanzien oder Allergenen gesteigert wird. Sie sollen wegen der Kontaminationsgefahr bei der Entnahme in Spendern oder Tuben bereitgestellt werden.

Schutz- und OP-Handschuhe

Schutzhandschuhe dienen sowohl dem Eigenschutz als auch der Unterbrechung von Infektionsketten. Sie sind bei vorhersehbarem oder wahrscheinlichem Kontakt mit Krankheitserregern sowie im Fall einer massiven Verunreinigung mit Körperausscheidungen, Sekreten und Exkreten anzulegen. Wegen der Kontamination sind Schutzhandschuhe auch beim Wechsel von kontaminierten zu reinen Körperarealen zu wechseln. Wegen des Risikos der Hautschädigung und der erhöhten Perforationsgefahr (Pitten et al. 2000) sind Schutz- und OP-Handschuhe nur auf vollständig trockenen Händen anzulegen.
Behandschuhte Hände sollten nur im Ausnahmefall desinfiziert werden, z. B. in Situationen, in denen ein häufiger Handschuhwechsel erforderlich ist, aber erfahrungsgemäß meist nicht durchgeführt wird. Das klassische Beispiel ist die venöse Blutentnahme. Dabei sind 3 Voraussetzungen zu berücksichtigen (Pitten et al. 1998/1999):
  • Der Handschuh muss nachweislich desinfizierbar sein.
  • Der Handschuh weist keine feststellbaren Perforationen auf und ist nicht mit Blut, Sekreten oder Exkreten kontaminiert.
  • Es besteht keine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Kontamination mit chemoresistenten Viren oder MRE.
Da die Perforationsrate mit zunehmender Tragedauer im Pflegeprozess steigt, sollte die Tragedauer als Kompromiss zwischen Sicherheit und Realisierbarkeit auf 15 min beschränkt werden. Da bei Latexhandschuhen unter gleichen Tragebedingungen die Perforationsrate etwa doppelt so hoch wie bei Nitrilhandschuhen war, sind letztere auch im Hinblick auf häufige Latexallergien zu bevorzugen. Nach Patientenwaschung war die Perforationsrate signifikant erhöht, ebenso nach 5-maliger Desinfektion der behandschuhten Hand. Deshalb sollte nach Patientenwaschung und nach spätestens 3-maliger Desinfektion der behandschuhten Hand ein Wechsel erfolgen (Hübner et al. 2013).
Wichtig
Sterile OP-Handschuhe sind vor jedem direktem Kontakt mit nicht kolonisierten Bereichen des Körpers und im Umgang mit sterilen MP oder sterilem Material anzulegen.
Durch unter dem OP-Handschuh angelegte sterile Baumwollhandschuhe kann einem Feuchtigkeitsstau entgegengewirkt werden. Für Operationen empfiehlt sich der Einsatz puderfreier OP-Handschuhe aus Naturlatex, da gleichwertige Eigenschaften hinsichtlich Tragekomfort, Passgenauigkeit, Griffigkeit und mechanischer Belastbarkeit derzeit von keinem anderen Material erreicht werden. Gepuderte Latexhandschuhe sind wegen der hohen Allergiegefahr untersagt.
Nachdem Talkum wegen des Auftretens von Talkumgranulomen nach Laparotomien in die Kritik geriet, wurde es durch Maisstärke ersetzt. Da auch hier die Bildung von Granulomen beschrieben ist (Osman und Jensen 1999, Sjösten et al. 2004, Ellis 2008, Juaneda et al. 2008, Edlich et al. 2009), ist auch dessen Einsatz abzulehnen.
Bei chirurgischen Eingriffen mit erhöhtem Perforationsrisikos wird für das OP-Team das Tragen von 2 Paar übereinander gezogenen OP-Handschuhen (sog. double gloving) empfohlen (Nicolai et al. 1997), zumal 1-lagige Indikatorhandschuhe eine Perforation nicht mit ausreichender Sicherheit anzeigen (Thomas et al. 2001).
Bei einem Übertragungsrisiko für HIV oder Hepatitisviren (oder anderer Infektionskrankheiten) vom Patienten auf das Personal sollte stets “double gloving” mit Indikatorsystem gewählt werden. Alternativ kommen OP-Handschuhe mit zusätzlicher antimikrobieller Barriere in Betracht. Bei Nadelstichverletzungen konnte so der Bakterientransfer signifikant herabgesetzt werden (Daeschlein et al. 2011) und es wurden ≥99 % der eindringenden HCV und HIV inaktiviert (Louis 2011). Im Trageprozess wurde bei diesem Handschuhtyp die in den Handschuh freigesetzte Hautflora unabhängig von der OP-Dauer und der Art des Eingriffs signifikant herabgesetzt, sodass sich das Risiko für SSI (surgical site infections) reduzieren dürfte (Assadian et al. 2013).
Cave
Bei intraoperativer Handschuhbeschädigung müssen 2 frische sterile OP-Handschuhe angelegt werden.
Zuvor ist eine Händedesinfektion für die Dauer von 30 s durchzuführen (Kampf et al. 2008a, Kampf und Ostermeyer 2009). Hat sich die Perforation zu OP-Ende ereignet, kann es ausreichend sein, einen frischen sterilen Handschuh über den perforierten Handschuh zu ziehen.

Aufbereitung von Medizinprodukten (MP)

Die Aufbereitung von MP gilt als voll beherrschbares Risiko. Für die korrekte Aufbereitung ist der Betreiber verantwortlich. Eine ordnungsgemäße Aufbereitung wird vermutet, wenn die gemeinsame Empfehlung der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) und des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) zu den Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten beachtet wird (KRINKO 2012).
Wichtig
Für die Aufbereitung ist ein QM auf der Grundlage der Risikoklassifizierung der MP mit Festlegung aller Aufbereitungsschritte, der Verantwortlichkeit und der Dokumentation zu definieren.
Die Risikoklassifizierung beinhaltet die Einstufung der MP in die Kategorien unkritisch (Kontakt nur mit intakter Haut), semikritisch (Kontakt mit Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut ohne (A) bzw. mit erhöhten Anforderungen an die Aufbereitung) sowie kritisch (Sterilität erforderlich; A, B oder C mit besonders hohen Anforderungen). Daraus leiten sich die Anforderungen an die Aufbereitung und die Qualifizierung des Personals ab. Bei Zweifeln an der Einstufung ist das MP der jeweils kritischeren Risikostufe zuzuordnen. Für die Aufbereitung von kritisch B wird die Ausbildung als Sterilgut-Assistent oder der Erwerb der Sachkunde für Instrumentenaufbereitung von MP in der ärztlichen Praxis benötigt.
Schlussfolgerungen für die Aufbereitung der MP gemäß deren Einstufung (KRINKO 2012)
  • Unkritisch: Reinigung (R) + Desinfektion (D); mit Wirkungsbereich der RKI(Robert-Koch-Institut)-Liste A, ggf. AB (A = Bakterien, B = Viren)
  • Semikritisch A: R + D (AB)
  • Semikritisch B: Vorreinigung (V) direkt nach Anwendung, danach R + D, bevorzugt maschinell, inklusive Lumenerfassung
  • Kritisch A: ggf. V, danach R + D, danach Dampfsterilisation
  • Kritisch B: V direkt nach Anwendung; danach grundsätzlich maschinelle R + D, falls manuell, Sicherstellung standardisierter und reproduzierbarer R mit nachgewiesener Wirkung (einschließlich der inneren Oberflächen); abschließend Dampfsterilisation (mit Sterilisationszyklus B)
  • Kritisch C: V direkt nach Anwendung; danach maschinelle R + D, nicht-thermische Sterilisationsverfahren, Voraussetzung ist ein zertifiziertes QM-System.
Sterilisations- und Reinigungs-Desinfektionsgeräte (RDG) sollen validiert sein; ein Konzept für Routineprüfungen ist zu erstellen. Der für die Aufbereitung Verantwortliche muss unter Berücksichtigung der Angaben des Herstellers schriftlich festlegen, mit welchen Verfahren (in allen Einzelschritten) und unter welchen Bedingungen (z. B. Räume, Arbeitsmittel, Qualifikation des Personals) die MP aufbereitet und gelagert werden. Es empfiehlt sich, bereits vor der Anschaffung eines MP die Angaben zur Aufbereitung vom Hersteller anzufordern, um die Durchführbarkeit zu überprüfen. Erforderlichenfalls ist bei unvollständigen und/oder nicht plausiblen Angaben vom Hersteller eine Vervollständigung, Präzisierung und/oder Korrektur der Angaben anzufordern. Sofern von den Angaben des Herstellers zur Aufbereitung abgewichen wird, muss das begründet und dokumentiert werden.
Bei der Aufbereitung durch Andere sind die Rechte und Pflichten des Betreibers und des Auftragnehmers sowie die Modalitäten der Übergabe, Rückgabe und Aufbereitung der MP vertraglich festzulegen. Das beauftragte Unternehmen hat ein QM-System, das die Erfüllung der Anforderungen sicherstellt, nachzuweisen und muss gemäß § 10 und § 25 MPG (Medizinproduktegesetz) zugelassen sein.
Sterilisatoren sind überwachungsbedürftige Anlagen und fallen unter die Europäische Richtlinie 97/23/EG (2003) über Druckgeräte. Für ihr Betreiben gilt die Betriebssicherheitsverordnung (2011). Der Betreiber und die von ihm beauftragten Bedienungspersonen müssen die Druckgeräte in ordnungsgemäßem Zustand erhalten, ordnungsgemäß betreiben und überwachen. Sie sind verantwortlich für sachgemäße Wartung, Instandhaltung und Veranlassung der vorgeschrieben Prüfungen.
Dampf-Kleinsterilisatoren mit Sterilisationszyklus N (“naked”) sind nur zur Sterilisation von festen, massiven MP im unverpackten Zustand geeignet. Bei Dampf-Kleinsterilisatoren mit Sterilisationszyklus S („specific“) bedarf es der schriftlichen Bestätigung der Eignung für das individuell geforderte Leistungsspektrum durch den Hersteller. Nur bei Dampf-Kleinsterilisatoren mit Sterilisationszyklus B („big sterilizer“) gibt es keine Einschränkungen von Seiten des Sterilisiergutes.
Das MPG verlangt validierte Verfahren. Wegen der höheren Sicherheit und Reproduzierbarkeit, aber auch wegen des Personalschutzes, sind maschinelle Reinigungs-Desinfektionsverfahren zu bevorzugen. Falls die Reinigung und Desinfektion noch manuell durchgeführt wird, müssen beide Maßnahmen nach einer dokumentierten SOP mit auf ihre Wirksamkeit geprüften, auf das MP abgestimmten Mitteln und Verfahren durchgeführt werden. Die SOP muss die kritischen Verfahrensschritte benennen. Im Rahmen periodischer Prüfungen muss die Wirksamkeit der Maßnahmen belegt werden.
Die Aufbereitung umfasst in der Regel folgende Einzelschritte (KRINKO 2012):
  • sachgerechte Vorbereitung (z. B. Vorbehandeln, Sammeln, Vorreinigen und ggf. Zerlegen) der angewendeten MP und zügiger, sicherer, Verletzungen, Kontaminationen und Beschädigungen vermeidender Transport zur Aufbereitung;
  • Reinigung, ggf. Zwischenspülung, Desinfektion, Spülung und Trocknung;
  • Prüfung auf Sauberkeit und Unversehrtheit (z. B. Korrosion, Materialbeschaffenheit), ggf. Wiederholung des vorigen Schritts, und Identifikation, z. B. zur Entscheidung über erneute Aufbereitung;
  • Pflege und Instandsetzung;
  • Funktionsprüfung;
  • je nach Erfordernis Kennzeichnung;
  • verpacken;
  • je nach Erfordernis Sterilisation;
  • dokumentierte Freigabe.
Vom Betreiber ist die Dokumentation (SOP) des gesamten Bereichs der Sterilgutversorgung zu erstellen, d. h. von der Entsorgung gebrauchter Güter, über die Reinigung/Desinfektion, Pflege, Funktionskontrolle, Zusammenstellung der Sets und Verpackungen, Festlegung des Sterilisationsverfahrens, Beladung des Sterilisators, Sterilisation, Entnahme der Güter, Kontrolle und Freigabe der sterilisierten Charge sowie Lagerung und Bereitstellung bis zur erneuten Verwendung. Dabei sind auch die Zuständigkeiten und ein Schulungsplan für die aufbereitenden Mitarbeiter festzulegen.
Die Routineüberwachung der Sterilisation beinhaltet:
  • Die tägliche Sichtprüfung des Sterilisators (Betriebsbereitschaft, -anlauf und -ablauf) und die Überprüfung der Leitfähigkeit des zur Dampferzeugung verwendeten Speisewassers.
  • Mindestens monatlich bzw. nach Herstellerangabe Nachweis, dass keine unzulässigen Leckagen der Sterilisierkammer vorliegen.
  • Etwa monatlich Kontrolle mit einem Process Challenge Device (PCD).
  • Beurteilung des vollständigen Prozessverlaufs auf sachgerechte Programmwahl und auf Einhaltung prozessrelevanter Parameter, insbesondere Temperatur, Druck und Zeit, im Vergleich zu den Daten der Validierung als Bestandteil der Freigabe jeder Charge.
  • Dokumentation und Logistik, die es gestatten, unsterilisiertes und sterilisiertes bzw. nicht freigegebenes und freigegebenes Sterilisiergut zu unterscheiden (z. B. visuell sichtbare Behandlungsindikatoren bei Vorderladern) als Bestandteil der Freigabe.
  • Sichtkontrolle (Unversehrtheit der Verpackung oder Plombierung und Kondensatrückstände an der Verpackung zur Bewertung der Trocknung) jeder Charge als Bestandteil der Freigabe.
Cave
Zur Verhinderung einer Übertragung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) bzw. ihrer Variante (vCJK) ist bei der Instrumentenaufbereitung Folgendes zu beachten (KRINKO 2012): Vor jedem elektiven Eingriff muss der verantwortliche Arzt beurteilen, ob ein Risiko erkennbar ist, dass bei dem Patienten eine vCJK/CJK vorliegen kann (häufigste klinische Kriterien sind fortschreitende Demenz und Myoklonien).
Für die Gefährdung einer Prionübertragung werden 6 Risikogruppen unterschieden:
  • I – Erkrankung oder Verdacht auf vCJK,
  • II – Erkrankung oder Verdacht auf CJK,
  • III – Mit CJK-Patienten verwandt (außer es wurde eine genetische Krankheitsform bei den betroffenen Verwandten ausgeschlossen),
  • IV – Empfänger von (nicht rekombinantem) humanem Wachstumshormon und von Kornea- oder Dura-mater-Transplantaten,
  • V – Patienten mit ungeklärter, rasch fortschreitender Erkrankung des ZNS (Zentralnervensystems) mit und ohne Demenz ohne Verdacht auf CJK,
  • VI – alle übrigen Patienten.
Zusätzlich muss die potenzielle Infektiosität des Gewebes, mit dem MP in Kontakt kommen können, berücksichtigt werden. Gewebe des ZNS gelten für alle Formen der Prionkrankheiten als potenziell hoch belastet. Für vCJK gilt eine relevante Belastung auch für lymphatische Gewebe.
Bei Patienten der Risikogruppe I werden für alle Eingriffe, bei den Risikogruppen II–V bei Anwendung an Geweben des ZNS Einwegartikel empfohlen, die anschließend durch Verbrennung entsorgt und nicht wieder aufbereitet werden sollen. Das schließt auch zur Vorreinigung benutzte Utensilien ein. Für alle anderen Eingriffe sollen bei den Risikogruppen II–V Instrumente ausgewählt werden, die sicher aufbereitbar sind. Dazu erfolgt die Priondekontamination durch 2-mal 30 min Einlegen (oder 24 h Einlegen ohne Wechsel der Lösung) in >1-molare Natronlauge oder in 2,5–5 % Natriumhypochloritlösung oder durch Einlegen in Guanidinthiozyanatlösung (3 M für 24 h, 4 M für 1 h oder 6 M für 15 min). Dem schließen sich die nichtfixierende Reinigung und ein chemothermischer Desinfektionsprozess an. Abschließend erfolgt die Dampfsterilisation bei 134 °C für 60 min.
Bei nicht erkennbarem vCJK/CJK-Risiko (Risikogruppe VI) werden nach jedweder Anwendung mindestens 2 gegen Prionen wirksame Aufbereitungsschritte verlangt, z. B. alkalische Reinigung (pH >10), anschließend maschinelle Reinigung und Dampfsterilisation bei 134 °C für mindestens 3 min. Für nicht thermostabile Instrumente müssen Einzellösungen gefunden werden (KRINKO 2012).
Zu den Voraussetzungen der Aufbereitung gehören:
  • Grobe Verschmutzungen an MP sind unmittelbar nach der Anwendung zu entfernen.
  • Ein Antrocknen von Blut und Gewebe ist soweit wie möglich zu verhindern (z. B. durch Abwischen äußerer Verschmutzungen und Spülung von Arbeitskanälen unmittelbar nach Anwendung, Festlegung von Entsorgungszeiten). Es ist keine fixierende Vorbehandlung (z. B. Hitze, Aldehyde, Peressigsäure) vorzunehmen. Rückstände von Blutstillungs-, Gleit- und anderen Mitteln sind vor dem Ablegen von MP entfernen. Werden Instrumente in physiologischer Kochsalzlösung zwischengelagert, kommt es zur Rostbildung.
  • Für die Aufbereitung von MP ist ein eigener Bereich mit Trennung unrein/rein festzulegen. Der Behandlungsbereich ist vom Aufbereitungsbereich zu trennen. Fest installierte MP müssen im Behandlungsraum aufbereitet werden. Die Räume zur Aufbereitung sollten ebenso wie die Behandlungsräume über ausreichend natürliche Lichtquellen und Lüftungsmöglichkeiten verfügen.
Mängel in der Aufbereitung können durch eine erhöhte Infektionsrate auffällig werden, sofern diese deutlich über dem endemischen Niveau liegt. Es sind jedoch auch Ausbrüche durch Mängel in der Aufbereitung von urologischem Equipment beschrieben (Yardy und Cox 2001, Peña et al. 2003).

Aufbereitung von Urethrozystoskopen

Flexible Urethrozystoskope
Diagnostisch eingesetzte flexible Zystoskope werden als semikritisch B klassifizierte MP eingeordnet, weil sie nicht thermisch sterilisierbar sind (KRINKO 2012). Die Aufbereitung flexibler Zystoskope erscheint ohne abschließende Sterilisation unter der Voraussetzung vertretbar, dass geeignete Verfahren der Reinigung, Desinfektion und Nachspülung nach schriftlich festgelegten SOPs angewendet werden (KRINKO 2012).
Wichtig
Für jedes Zystoskop muss nachvollziehbar sein, wann und wie es aufbereitet wurde einschließlich Beschriftung der Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
Prinzipiell können Endoskope manuell oder maschinell hygienisch korrekt aufbereitet werden. Die maschinelle Aufbereitung in Reinigungs- und Desinfektionsgeräten (RDGs) ist wegen der Validierbarkeit des Prozesses zu bevorzugen.
Die manuelle Vorreinigung und Bürstenreinigung des Instrumentierkanals ist auch bei Aufbereitung im RDG für Endoskope (RDG-E) ein unabdingbarer Schritt. Dabei ist die Qualität der Reinigungsbürsten und deren schwierige Reinigbarkeit zu beachten. Einmalbürsten sind nicht erneut aufzubereiten. Die maximale Standzeit der Reinigungslösung ist in Abhängigkeit von der Effektivität der Vorreinigung und Herstellerangaben in der SOP auszuweisen (KRINKO 2013). Die Reinigungs- und ebenso Desinfektionslösung ist in jedem Fall bei sichtbarer Verunreinigung zu wechseln. Wannen mit Reinigungs- bzw. Desinfektionslösung sind abzudecken. Die Reinigungswanne muss arbeitstäglich gründlich mechanisch gereinigt und desinfiziert werden.
Für die abschließende Desinfektion sind CE(Communautés Européennes)-gekennzeichnete Instrumentendesinfektionsmittel auf der Basis von Glutaral, Orthophthaldialdehyd oder Peressigsäure mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Bakterien einschließlich Mykobakterien und Viren mit der Deklaration „viruzid“ einzusetzen, die vom Hersteller für diesen Anwendungsbereich vorgesehen sind (KRINKO 2013). Peressigsäure ist wegen der zusätzlichen sporoziden Wirkung der Vorzug zu geben.
Nach der Desinfektion müssen alle äußeren und inneren Oberflächen des Endoskops sorgfältig mit sterilem oder steril filtriertem Wasser nachgespült werden. Erfolgt die Aufbereitung nicht unmittelbar vor Anwendung, ist eine trockene und Rekontaminationen ausschließende Lagerung sicherzustellen (KRINKO 2012). Endoskope sollen vorzugsweise hängend in einem geschlossenen Endoskopschrank arbeitsplatznah aufbewahrt werden. Alternativ können Trockenschränke verwendet werden (KRINKO 2013).
Zusammenfassend sind folgende Arbeitsschritte einzuhalten:
  • Unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung ist der Instrumentierkanal mindestens 10 s mit Wasser zu durchspülen, das Zystoskop bleibt dabei noch an der Lichtquelle und der Absaugpumpe angeschlossen.
  • Nach Abschalten und Demontage von Lichtquelle und Absaugpumpe sind grobe Verunreinigungen des patientenseitigen Teils des Zystoskops durch Abwischen mit einem Einmaltuch zu entfernen, damit kein organisches Material an den Außenteilen des Zystoskops antrocknet.
  • Nach dem Transport in geeignetem Behälter zum Aufbereitungsplatz sind Außenflächen mit Leitungswasser abzuspülen und das Zystoskop möglichst vollständig zu zerlegen (Herstellerangaben beachten!) mit Entfernen von Gummi- und Dichtungskappen.
  • Ohne Antrocknung der Verschmutzungen werden das Endoskop in ein Tauchbecken/Wanne zur Vorreinigung mit Reiniger gelegt und die Kanäle unter der Flüssigkeitsoberfläche unter Beachtung des Personalschutzes sorgfältig durchgespült und gebürstet.
  • Nach manuellem Dichtigkeitstest wird das Endoskop im RDG-E an die Spülansätze angeschlossen (oder manuell desinfiziert, analoges Vorgehen wie bei der Vorreinigung).
  • Abschließend erfolgt die Schlussspülung mit sterilem bzw. sterilisiertem Wasser.
Zur Durchführung der mikrobiologischen Routineprüfung von flexiblen Endoskopen und von RDG-E zur Aufbereitung thermolabiler flexibler Endoskope wird auf Dornquast et al. (2012a) und Martiny et al. (2010) verwiesen.
Cave
Endoskopische Eingriffe am oberen Harntrakt müssen mit sterilen MP (kritisch B) erfolgen.
Für die qualitätsgerechte Aufbereitung ist die fachspezifische Weiterbildung im Fachbereich Endoskopie Voraussetzung. Gemäß § 2 Medizinprodukte-Betreiberverordnung dürfen MP nur von Personen aufbereitet werden und darf der Betreiber nur Personen beauftragen, die die dafür erforderliche Ausbildung, Kenntnis und Erfahrung haben.
Starre Urethrozystoskope
Diagnostisch eingesetzte starre Zystoskope werden als „kritisch A“ klassifizierte MP eingeordnet.
Die Aufbereitung erfolgt analog wie bei flexiblen Zystoskopen mit dem Unterschied, dass nach der Aufbereitung im RDG-E eine Sterilisation durchgeführt wird (Klasse B Sterilisator). Nach Überprüfung der Indikatoren sowie der Verpackung auf Unversehrtheit und Kondensatrückstände ist die Freigabe zu bestätigen (Heudorf et al. 2007).

Antiseptik

Unter Antiseptik werden alle lokal zur Anwendung kommenden Maßnahmen zur Abtötung oder Inaktivierung von Mikroorganismen am oder im lebenden Gewebe verstanden, die aus prophylaktischer Indikation (prophylaktische Antiseptik) einer unerwünschten Kolonisation oder Infektion vorbeugen oder aus therapeutischer Indikation (therapeutische Antiseptik) diese behandeln sollen.

Hautantiseptik vor Injektionen und Punktionen

Wirkstoff der Wahl sind alkoholbasierte Hautantiseptika, wobei im Unterschied zur präoperativen Hautantiseptik kein Zusatz eines remanent wirkenden Antiseptikums erforderlich ist, weil das keinen Einfluss auf die Sofortwirkung hat. Es ist zu beachten, dass die für talgdrüsenarme oder -reiche Haut deklarierte Einwirkungszeit eingehalten wird (VAH 2013).

Präoperative Hautantiseptik

Wichtig
Vor Durchtrennung der Haut ist eine Antiseptik durchzuführen. Mittel der Wahl zur präoperativen Hautantiseptik sind Alkohole mit Zusatz eines remanent wirkenden Antiseptikums.
Die Effektivität der präoperativen Hautantiseptik ist einer der Schlüsselpunkte für die Prävention von Surgical-site-Infektionen (SSI). Da durch Zusatz eines remanenten Wirkstoffs (z. B. Octenidin, Chlorhexidin) die Langzeitwirkung der Alkohole verstärkt wird (Müller et al. 2014), ist durch alkoholbasierte Hautantiseptika mit einem derartigen Zusatz eine länger anhaltende Reduzierung der residenten Hautflora erreichbar (Ulmer et al. 2014). Beim Vergleich von wässriger PVP-Iod-Lösung mit einem alkoholbasierten Hautantiseptikum auf Basis von Propan-2-ol mit Gehalt von 2 % Chlorhexidin war die SSI-Rate bei Anwendung der wässrigen PVP-Iod-Lösung signifikant höher (Darouiche et al. 2010). Beim Vergleich von 10%igem PVP-Iod mit 2%igem Chlorhexidin jeweils in 70%igem Ethanol wurde durch das Chlorhexidin-haltige Hautantiseptikum die SSI-Rate tendenziell reduziert (Veiga et al. 2008).
Bei sog. assistierter Applikation wird das Hautantiseptikum auf einen Schwamm freigegeben, mit dem das OP-Feld mittels Griffhalterung für 30 s mechanisch intensiv gewischt wird (z. B. ChloraPrep). Danach soll die Haut 1 min benetzt bleiben. Hierdurch wird die Wirksamkeit der Hautantiseptik signifikant verbessert. Alternativ ist das Vorgehen mit Tupfer und Kornzange analog mit gleicher Effektivität standardisierbar (Ulmer et al. 2014). Bei talgdrüsenreicher Haut beträgt die Benetzungszeit 2 min (VAH 2013).

Hautantiseptik bei liegendem ZVK und Dialysekatheter

Durch Anwendung von Hautantiseptika beim Verbandwechsel (bei Gazeverbänden alle 48 h) an der Punktionsstelle von ZVK (zentraler Venenkatheter) und Dialysekathetern ist nicht nur eine signifikante Reduktion der Mikroflora an der Katheterinsertionsstelle (O'Grady et al. 2002), sondern auch eine signifikante Herabsetzung der Rate Katheter-assoziierter Blutstrominfektionen erreichbar. Auch hierbei war die Anwendung 0,5%iger alkoholischer Chlorhexidinlösung signifikant wirksamer als 10%ige wässrige PVP-Iod-Lösung (Valles et al. 2008). Analog wirksam wie Chlorhexidin ist Octenidin in Kombination mit Alkoholen (Dettenkofer et al. 2002). Auch durch tägliche Ganzkörperwäsche mit Chlorhexidin (Popovich et al. 2009) und durch Applikation eines mit 2%igem Chlorhexidin getränkten Schwamms mit darüber befindlichem Transparentverband (sog. Biopatch) wird eine signifikante Herabsetzung der ZVK-Kolonisation und von Katheter-assoziierten Blutstrominfektionen erreicht (Huang et al. 2011b). Der Biopatch erwies sich in der Gesamtbilanz als kosteneffektiv (Ye et al. 2011).

Schleimhautantiseptik

Cave
Vor Katheterisierung der Harnblase sowie vor transurethralen und transvaginalen Eingriffen ist eine Antiseptik durchzuführen.
Dabei ist durch Spreizung des Meatus zu gewährleisten, dass die im Anfangsbereich der Urethra lokalisierte Flora durch das Antiseptikum erreicht wird. Aufgrund der Wirksamkeit und Verträglichkeit sind Octenidin-basierte Schleimhautantiseptika als Mittel der Wahl anzusehen. Es empfiehlt sich, vor transurethraler Katheterisierung auch den Periurethralbereich antiseptisch zu reinigen.
Bei liegendem Dauerkatheter wurde in der Vergangenheit die antiseptische Meatuspflege empfohlen (Matsumoto et al. 1997). Allerdings konnte weder mit PVP-Iod (Burke et al. 1981) noch mit Chlorhexidin ein Einfluss auf die Rate an Katheter-assoziierten nosokomialen Harnweginfektionen (HWI) nachgewiesen werden (Webster et al. 2001, Koskeroglu et al. 2004, Cheung et al. 2008). Nach Legen des Katheters wird üblicherweise eine sterile Mullkompresse vor den Meatus urethrae externum um den Katheter vorgelegt. Dadurch sollen die Sekretion der paraurethralen Drüsen und ggf. austretendes Blut entlang des Katheters aufgefangen werden. Die Kompresse ist bedarfsgerecht, jedoch mindestens 2 x tgl. nach Reinigung des äußeren Genitale und des Katheters zu wechseln. Durch Sichtkontrolle beim Wechsel lassen sich lokale Komplikationen wie Balanitis, Paraphimose, Penis- und Skrotalödem, Windeldermatitis rechtzeitig erkennen und u. U. vermeiden.

Sofortmaßnahmen nach akzidenteller Kontamination

Im Fall einer Stich- oder Schnittverletzung mit Infektionsgefährdung ist der Blutfluss anzuregen, um mit dem Blutfluss ggf. infektiöses Material auszuschwemmen. Danach ist die Verletzung mit einem mit Antiseptikum getränkten Tupfer abzudecken, der fortlaufend für mindestens 10 min benetzt wird.
Anschließend ist im Fall einer Schnittwunde die Wunde offen zu lassen und mit einer mit dem Antiseptikum getränkten Wundauflage zu versorgen. Mittel der Wahl ist z. B. Betaseptic, eine Kombination von PVP-Iod und Ethanol/Propan-2-ol, weil die Wirkstoffe durch die Haut permeieren, wodurch auch in die Tiefe gelangte Erreger erfasst werden können (DAIG 2008). Je nach Art der Verletzung ist nachfolgend der D-Arzt zu konsultieren.

Desinfektion

Zielsetzung der Desinfektion ist die gezielte Reduktion eines definierten Anteils von Krankheitserregern durch chemische oder physikalische Inaktivierung zur Vermeidung von Infektionen.
Zur Aufbereitung von MP sind Wasserdampf oder Heißwasser das zu bevorzugende Wirkprinzip. In RDGs wird nach dem Prozessschritt der Reinigung die Desinfektion thermisch oder chemothermisch erreicht. Die Desinfektion von MP im Tauchbad ist wegen fehlender Standardisierbarkeit, des Risikos des unvollständigen Erreichens aller Oberflächen und der Gefährdung des ausführenden Personals abzulehnen. Wegen fehlender Sporozidie dürfen sterile Instrumente nicht in Alkohol aufbewahrt werden.
Wichtig
Bei mutmaßlicher oder sichtbarer Flächenkontamination ist die gezielte oder anlassbezogene Desinfektion durchzuführen.
Häufig genutzte Oberflächen können zur Weiterverbreitung von Infektionen beitragen und müssen daher mit standardisierten Verfahren in festgelegten Intervallen gereinigt und/oder desinfiziert werden. Durch Flächendesinfektion bzw. desinfizierende Reinigung soll die Verbreitung von Krankheitserregern während der Pflege und Behandlung von Patienten eingeschränkt und zugleich optische Sauberkeit gewährleistet werden. Bei aseptischen Arbeitsprozessen dient die Flächendesinfektion der Gewährleistung des erregerarmen Umfelds.
Auf Flächen wird die Wischdesinfektion angewandt. Auf Grund der mechanischen Wirkung ist diese Anwendungsform der Sprühdesinfektion vorzuziehen. Letztere führt zugleich zu höherer Belastung der Atemluft mit Desinfektionswirkstoffen.
Bei der Isolierung von Patienten mit MRE oder Erkrankung durch andere kritische Pathogene und in Ausbruchsituationen ist die Flächendesinfektion innerhalb der Multibarrierenstrategie unverzichtbar, weil es bei alleiniger Reinigung zur Weiterverbreitung der Erreger kommt. So konnte ein Ausbruchgeschehen durch Pseudomonas aeruginosa auf einer urologischen Station durch konsequente Desinfektion und Schulung des Teams beendet werden (Kayabas et al. 2008).
Bei erhöhter Infektionsgefährdung sowie sichtbarer Kontamination sollte zur Flächendesinfektion gemäß Empfehlung der Desinfektionsmittelliste des VAH (Verbund für angewandte Hygiene) mindestens die Konzentration des 1-h-Werts eingesetzt werden. Sofern Flächen nacheinander in Hautkontakt mit verschiedenen Patienten kommen (z. B. Untersuchungsliege, Badewanne, Toilettenstuhl), ist die Kontaktfläche vor jedem neuen Patienten einer Wischdesinfektion zu unterziehen. Gleiches gilt für die Bettenaufbereitung vor Neubelegung.
In OP-Einheit en werden zwischen 2 Operationen die Flächen im Arbeitsbereich um den OP-Tisch, die Verkehrswege im OP-Raum und alle Kontaktflächen desinfiziert. Sofern die Wände nicht sichtbar kontaminiert sind, entbehrt die noch anzutreffende Empfehlung, nach Beendigung des OP-Programms im OP-Saal eine Wischdesinfektion der Wände bis zur Höhe von 2 m durchzuführen, ihrer experimentellen oder epidemiologischen Grundlage. In Abhängigkeit von der Raumlufttechnik, dem OP-Spektrum und der experimentell ermittelbaren Dynamik der mikrobiellen Belastung der Wände kann der Krankenhaushygieniker den Rhythmus festlegen (z. B. monatlich).
Flächen, auf denen aseptische Arbeiten ausgeführt werden (z. B. Vorbereitung einer Injektion), sind grundsätzlich desinfizierend zu reinigen.
Als Schlussdesinfektion bezeichnet man die gezielte Desinfektion eines Raums oder Bereichs einschließlich der in ihm vorhandenen Oberflächen und Gegenstände nach erfolgter Pflege oder Behandlung eines infizierten bzw. mit hochkontagiösen Erregern besiedelten Patienten. Die Schlussdesinfektion erstreckt sich je nach Erkrankung bzw. Krankheitserreger auf die patientennahen und alle weiteren Oberflächen und Gegenstände, für die eine Kontamination anzunehmen bzw. möglich ist. Wird ein Patient mit einer hochkontagiösen Infektionserkrankung operiert, kann eine Schlussdesinfektion des OP-Saals erforderlich sein. So sollte nach Eingriffen bei MRSA-Patienten die desinfizierende Zwischenreinigung auf das patientenferne Umfeld auch ohne sichtbare Kontamination ausgedehnt und die Einwirkungszeit vor Richten der neuen OP abgewartet werden.
Zur Durchführung der Flächendesinfektion, zur Wirkstoffauswahl in Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit und zur Bettenaufbereitung wird auf die entsprechenden Kapitel (Kramer et al. 2012a, b, c) in Kramer et al. (2012d) verwiesen. An dieser Stelle soll der Hinweis auf den kompletten Verzicht Aldehyd-basierter Präparate genügen.

Berufs-, Schutz- und Bereichskleidung

Berufskleidung dient dem Schutz der Privatkleidung vor Verunreinigung, z. B. durch Speichel, Blut usw. Darüber hinaus vermittelt sie ein einheitliches Erscheinungsbild. Berufskleidung ist zweckmäßiger Weise kurzärmelig, damit der Unterarm in die Händedesinfektion einbezogen werden kann. Sie ist bei sichtbarer Verschmutzung sofort, mindestens aber jeden zweiten Tag zu wechseln. Zur Gewährleistung hygienisch einwandfreier Wäschequalität soll in Gesundheitseinrichtungen anfallende Wäsche nur in zertifizierten Wäschereien mit validierten Verfahren in thermischen oder chemothermischen Desinfektionswaschverfahren, nicht aber im Privathaushalt aufbereitet werden. Durch Waschen in der Haushaltswaschmaschine kann die mikrobielle Belastung auf der gewaschenen Kleidung aufgrund der nicht definierbaren Haltezeit für die erforderliche Desinfektionstemperatur sogar höher sein als die der unreinen Wäsche vor dem Waschprozess (Hübner et al. 2011a).
Wird zusätzlich der Infektionsschutz des Patienten benötigt, muss über die Berufskleidung ein frischer langärmliger Schutzkittel angelegt werden. Schutzkleidung ist bei der Behandlung immunsupprimierter Patienten, bei bekannter Infektion oder Kolonisation des Patienten mit multiresistenten und anderen Problemerregern oder bei erwarteter massiver Kontamination anzulegen.
OP-Bereichskleidung wird in der Schleuse angelegt. Sie ist bei Verschmutzung bzw. Kontamination sowie bei erneuter Einschleusung zu wechseln. Vor Betreten des OPs/Eingriffsraumes werden der chirurgische Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Haarschutz angelegt, sofern die sterilen Instrumente bereits gerichtet sind und die OP in Kürze beginnt. Der MNS muss Mund und Nase bedecken und eng dem Gesicht anliegen. Barthaare müssen ggf. in Kombination mit der OP-Haube vollständig abgedeckt sein. Der Haarschutz muss das Haupthaar vollständig bedecken. Vor jeder neuen OP muss die sterile OP-Kleidung gewechselt werden. Gleiches gilt für MNS und Haarschutz (Kramer et al. 2012e). Wache Patienten mit Eingriff in Regionalanästhesie sollten – falls es die OP zulässt – ebenfalls einen MNS tragen, um beim Sprechen und Atmen die Verbreitung von Aerosolen zu vermeiden.
Wichtig
Untersuchungen des OP-Teams auf Staphylococcus aureus und A-Streptokokken sind indiziert, wenn eine Häufung entsprechender SSI verzeichnet wird und der Verdacht einer Übertragung durch das Personal besteht.

Wassersicherheit

Durch kontaminiertes Trinkwasser können in Bettenstationen oder beim Nachspülen von MP bei manueller Aufbereitung Krankheitserreger übertragen werden. Deshalb muss gemäß Trinkwasserverordnung das auf Bettenstationen oder in ambulanten Einrichtungen genutzte Wasser den Bedingungen dieser Verordnung entsprechen. Für die Gewährleistung der Wasserqualität aus dem Installationssystem ist der Betreiber der Einrichtung verantwortlich. Bei der hygienischen Überwachung ist nicht nur das aus Wasserhahn und Dusche entnommene Wasser zu berücksichtigen, sondern es sind auch an das Installationssystem angeschlossene Geräte regelmäßig mikrobiologisch zu prüfen.
Zur Überwachung des Trinkwassers empfiehlt sich die Erarbeitung des von der WHO (World Health Organization) empfohlenen Wassersicherheitsplans mit Definition
  • sog. Control Points (Gefahrenquellen), wie Überschreitung mikrobiologischer Warn- und Grenzwerte, Wartung von Perlatoren, Identifizierung und Eliminierung wenig benutzter Zapfstellen und
  • sog. Critical Control Points (Gefahrenlenkungspunkte), wie monatliches Hochheizen des Warmwassersystems auf 73 °C für 10 min (Dyck et al. 2007, Kramer et al. 2012f).

Abfallentsorgung

Abfälle, die aufgrund spezifischer Kontamination, ihres Gefährdungspotenzials, ihrer Art oder Menge besondere Entsorgungsmaßnahmen erfordern, müssen von haus- oder gewerbemüllähnlichen Abfällen getrennt behandelt werden. Sofern von medizinischen Abfällen keine spezifische Infektionsgefährdung ausgeht (z. B. Verbände, Einwegkleidung, Drainage-, Absaug- und Urinbeutel, Fäkalkollektoren), sind an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen zu stellen. Zum Schutz der Patienten sind jedoch innerhalb der medizinischen Einrichtungen infektionspräventive Vorkehrungen zu treffen (umschlossene Sammlung, kein Umfüllen, Desinfektion der Behältnisse).
Cave
Spitze und scharfe Gegenstände müssen in durchstichsicheren Behältern entsorgt werden.
Ist durch Abfälle das Risiko einer Verbreitung übertragbaren Krankheiten gegeben (Abfallschlüssel 180103), sind diese in bauartgeprüften Behältnissen zu sammeln und vor der Deponierung zu verbrennen oder der thermischen Desinfektion mit einem vom RKI anerkannten Verfahren zuzuführen. Das betrifft z. B. infektiöse Abfälle bei Hepatitis A, Tuberkulose und hämolytisch-urämischem Syndrom (Heeg und Maier 2012). Mit Erregern der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung und anderen Erregern spongiformer Enzephalopathien kontaminierte Abfälle müssen in jedem Fall verbrannt werden.

Beschäftigungsbeschränkungen

Generell gilt der Grundsatz, dass an Infektionen akut erkrankte Ärzte und Teammitglieder keine Patienten behandeln sollen. Ausnahmen sind – nach Abwägung der Umstände – Infektionen, bei denen der Betreffende arbeitsfähig ist und durch Schutzmaßnahmen Übertragung vermieden werden kann. Informationen zu den wichtigsten Infektionskrankheiten enthalten die Ratgeber/Merkblätter des RKI (http://www.rki.de; Rubrik Infektionskrankheiten A–Z). Die Beurteilung, ob die Beschäftigung im Rahmen der bisherigen Tätigkeit auch während einer Erkrankung weiterhin möglich ist oder ggf. Beschäftigungsbeschränkungen einzuhalten sind, obliegt im Zweifelsfall dem behandelnden Arzt oder Betriebsarzt.
Alle Personen, die Patienten behandeln, sollen vor Antritt ihrer Tätigkeit auf ihren HBV(Hepatitis-B-Virus)-, HCV(Hepatitis-C-Virus)- und HIV(human immunodeficiency virus)-Serostatus untersucht werden. Diese Untersuchung ist im Abstand von 3 Jahren sowie am Ende der Beschäftigung zu wiederholen. Bis zum 17. Lebensjahr hat jährlich eine Untersuchung zu erfolgen (Wittig 2012).
Da Übertragungen von HBV, HCV und HIV auf Patienten bekannt wurden (Ross und Roggendorf 2007), ist bei HBV-, HCV- und HIV-Infizierten zu prüfen, ob die Tätigkeit weiter ausgeübt werden kann. Vor der Entscheidung, ob ein Virusträger Einschränkungen seiner beruflichen Tätigkeit hinnehmen muss, sollte ein Expertengremium gehört werden. Zum Schutz von Patienten und ihres Umfelds sind ggf. Untersuchungen zur Rückverfolgung bei Patienten zu veranlassen, die von Virusträgern behandelt wurden.
Durch antivirale Therapie gegen HBV kann die Anzahl der HBV-DNA-Moleküle/ml Blut deutlich unter 105 herabgesetzt werden, sodass kein Übertragungsrisiko gegeben ist (Buster et al. 2007). Für anti-HCV-Positive ohne Nachweis von HCV-RNA ist keine Einschränkung der Tätigkeit erforderlich. (Cai 2011).

Schutzimpfungen

Zur Verhütung von Infektionskrankheiten ist das Potenzial der Schutzimpfungen entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) unbedingt zu nutzen.
Das betrifft nicht nur die impfpräventablen Kinderkrankheiten sowie Hepatitis A, Hepatitis B, Pneumokokken-Krankheiten, Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis, sondern gilt auch für die jährliche Grippeschutzimpfung. Hierdurch konnten Erkrankungsfälle durch A/H1N1 trotz höherer Viruslast in Rachenabstrichen durch den Kontakt mit Patienten signifikant herabgesetzt werden (Chu et al. 2012). Durch die Verlagerung von Pertussis aufgrund fehlenden Impfschutzes in das Erwachsenenalter steigt die Gefährdung für Ungeimpfte, sodass seit 2007 wiederholt Übertragungen bei medizinischem Personal beobachtet wurden (Daskalaki et al. 2007, Zivna et al. 2007, Wicker und Rose 2010 )

Personalschutz

Der Personalschutz umfasst die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung, den Schutz vor Biostoffen mit den Schwerpunkten Impfschutz, Händehygiene und Distanzierung (Schutzkleidung, persönliche Schutzausrüstung), der gemäß Biostoff-Verordnung (2013) in der Betriebsanweisung festzulegen ist, den Schutz vor Noxen und ggf. Beschäftigungsbeschränkungen (z. B. bei Schwangerschaft).
Surgical smoke enthält Partikel von verkohltem und intaktem Gewebe, Blutfragmente, Viren und Bakterien (sog. Bioaerosol) sowie mehr als 600 Verbrennungsprodukte. Demzufolge ist der Rauch toxisch, enthält mutagene und carcinogene Substanzen und ist, evtl. auch sensibilisierend. Das Aerosol ist aufgrund seiner Partikelgröße lungengängig und wird durch die OP-Maske nicht zurückgehalten. Durch mitgerissene Viruspartikel wurde bei Laserabtragung von Kondylomata trotz MNS eine HPV-Infektion der Stimmbänder verursacht (Külpmann und Kramer 2012). In OP- bzw. Eingriffsräumen mit turbulenter Mischströmung ist daher eine lokale Rauchabsaugung erforderlich, da bei üblichen Luftwechselraten die Erholzeit 10–20 min beträgt, um 1 % der Anfangskonzentration der Luftbelastung zu erreichen.

Spezielle Präventionsanliegen

Prävention von Surgical-site-Infektionen (SSI)

Bei urologischen Operationen und Eingriffen sind strenge Asepsis und Antisepsis einzuhalten. Dabei unterscheiden sich die grundsätzlichen Anforderungen im Fachgebiet der Urologie nicht von anderen chirurgischen Disziplinen.

Bauliche Voraussetzungen

Der Beitrag baulicher Voraussetzungen zum Infektionsschutz ist im Vergleich zum Hygieneverhalten, zu chirurgischer Kompetenz, Methoden der Arbeitssystematik und hygienesicheren Technologien sowie den direkt patientenbezogenen Präventionsmaßnahmen gering. Andererseits erleichtert die bauliche Gestaltung die Machbarkeit hygienischer Maßnahmen und trägt damit indirekt zum Infektionsschutz bei. Durch organisatorische Trennung aseptischer von septischen Eingriffen muss sichergestellt werden, dass Eingriffe in primär aseptischen Geweben ohne Gefährdung des Patienten gewährleistet sind.
Üblicherweise wird von den Gesundheitsämtern ein Abfluss in OP-Einheiten nicht zugelassen. Da bei endourologischen Operationen nicht selten große Mengen an Spülflüssigkeit anfallen, ist ein Abfluss unbedingt erwünscht. Deshalb wurde ein hygienisch einwandfreier Siphon mit Spülung und UV-Desinfektion zur Ableitung von Spülflüssigkeit entwickelt, der sich in der Praxis bewährt hat (Krause et al. 2012).
Eingriffraum oder OP-Einheit
Invasive Eingriffe werden je nach Umfang und Infektionsgefährdung als Operation oder als invasiver Eingriff bezeichnet. Da die Übergänge abhängig vom Ausmaß des Eingriffs und der Abwehrlage des Patienten fließend sein können, sollte die Zuordnung zu Raumklassen im Ergebnis der gemeinsamen Risikoabwägung zwischen dem urologischen Fachvertreter und dem Krankenhaushygieniker getroffen werden (Tab. 1):
Tab. 1
Vorschlag der Zuordnung von Operationen und Eingriffen zu Raumklassen (mod. nach Kramer et al. 2012g)
OP
E
RK
Eingriff
k
x
II
Endoskopische Untersuchung der Harnröhre
 
x
II
Innere Harnröhrenschlitzung unter Sicht
 
x
II
Plastische Versorgung einer Meatusstriktur
 
x
II
Operative Beseitigung einer Paraphimose
x
 
Ib
Plastische Operation der Vorhaut
x
 
Ib
Unterbindung eines Samenleiters
x
 
Ib
Varikozelenoperation ohne/mit Unterbindung der Vena spermatica skrotal, retroperitoneal oder inguinal
x
 
Ib
OP einer Hydro- und/oder Spermatozele
x
 
Ib
Entfernung eines Hodens, ggf. einschließlich des Nebenhodens
x
 
Ib
Entfernung eines Nebenhodens als selbstständige Leistung
x
 
Ib
Operative Freilegung eines Hodens
x
 
Ib
OP eines Leistenhodens
 
x
II
Teilresektion der Prostata – transuretral
x
 
Ib
Operative Entfernung eines Prostataadenoms – offen chirurgisch
 
x
II
Operative Entfernung eines Prostataadenoms – transurethral
x
 
Ib
Blasenhalsinzision transurethral
 
x
Ib
Ureterorenoskopie
 
x
II
Operative Anlage einer Harnblasenfistel als Katheterfistel zur Harnableitung
 
x
II
Zertrümmerung und Entfernung von Blasensteinen
 
x
II
Ausräumung einer Bluttamponade der Harnblase
 
x
II
Operativer Eingriff in der Harnblase, transurethral, z. B. Koagulation
 
x
II
Operativer Eingriff in der Harnblase, transurethral, zur Entfernung von Fremdkörpern
 
x
II
Perkutane Anlage einer Nierenfistel
OP Operation, E Eingriff, RK Raumklasse
  • Bei Raumklasse 1b wird die Zuluft über endständige Sterilfilter vorzugsweise mithilfe von gleichmäßig in der Decke angeordneten Drallauslässen dem OP als sog. Mischströmung zugeführt. Die Abluftöffnungen sind so anzuordnen, dass eine Kurzschlussströmung auszuschließen ist.
  • Bei Raumklasse II erfolgt die Lüftung über Fenster zwischen den Eingriffen. Hierbei sind die Fenster mit Fliegenschutz auszustatten.
Während sich die baulichen Anforderungen an Einheiten für stationäre und ambulante Operationen nicht unterscheiden, gelten bei Eingriffen reduzierte räumliche Anforderungen (KRINKO 1997, 2000). So müssen die Wände im Unterschied zum OP nicht abwaschbar sein, sondern es ist ausreichend, wenn die Oberflächen leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Vorhänge an Fenstern und Bodenabfluss sind bei desinfizierender Reinigung der patientennahen Gegenstände und Flächen nach jedem Eingriff zulässig. Das Handwaschbecken kann im Unterschied zur OP-Einheit in den Raum integriert werden, wenn ausreichender Spritzschutz gegeben ist. Obgleich Eingriffsräume gegenüber anderen Räumen abgeschlossen sein müssen, müssen sie nicht als separate Einheit mit Schleusen ausgelegt sein. Instrumente sind wie im OP in staubgeschützten Schränken zu lagern. Ferner müssen für Personal und Patienten je eine Umkleidemöglichkeit sowie ausreichend Flächen zur Lagerung, Entsorgung und Aufbereitung vorhanden sein. Während für OP-Einheiten Raumklasse Ib, d. h. turbulente Mischströmung (Külpmann und Kramer 2012) gefordert wird, ist im Eingriffsraum Raumklasse II (Fensterlüftung mit Insektenschutzgitter) ausreichend. Da die Übergänge abhängig vom Eingriffspektrum und der Abwehrlage des Patienten fließend sind, empfiehlt sich bei Neu- oder Umbau, die Entscheidung zur Raumklasse in Abstimmung zwischen dem chirurgischen Fachvertreter und der Hygiene sowie ggf. im Vorfeld auch mit Vertretern der Zulassungsbehörde (Gesundheitsamt) zu treffen. Werden Split Kühlgeräte (Klimaanlagen) deckenhängend montiert, muss die Kontamination der Raumluft verhindert werden. Dazu wird das Kondensat in gesonderter Leitung über Rohrunterbrecher direkt dem Abwasser zugeführt (Below et al. 2012, Kramer et al. 2012h).
Nach jeder OP bzw. jedem Eingriff sind die patientennahen Flächen und der begangene Fußbodenbereich desinfizierend zu reinigen. Am Ende des OP-Programms ist die vollflächige Desinfektion der OP-Einheit durchzuführen. Abschließend ist der Reinigungswagen aufzubereiten. Falls ein bekannter MRSA-Träger nicht am Ende des OP-Programms eingeordnet werden kann, müssen nach der OP alle potenziell kontaminierten Flächen einschließlich des gesamten Fußbodens der Wischdesinfektion unterzogen werden. Da in diesem Fall die deklarierte Einwirkungszeit vor dem Richten der neuen OP abgewartet werden muss, empfiehlt es sich, die Konzentration für 15 min oder 5 min Einwirkungszeit auszuwählen. Der Raum ist bis zum Abschluss der Desinfektionsmaßnahmen als „septisch“ zu kennzeichnen. Außerdem ist der Wechsel der Reinigungsutensilien und der Bereichskleidung des Reinigungspersonals erforderlich.

Patientenbezogene Maßnahmen

Anamnestischer Ausschluss von Infektionsrisiken
Präoperativ sind im OP-Gebiet lokalisierte Infektionen zu sanieren. Gleiches gilt für bakterielle Hautinfektionen an anderer Lokalisation, weil sich die bakterielle Infektionsflora über die Körperoberfläche verteilen kann.
Präoperativ empfiehlt sich bei Eingriffen mit besonders hoher Infektionsgefährdung durch Staphylococcus aureus die Identifikation nasaler Staphylococcus-aureus-Träger, um bei Kolonisierung zunächst die antiseptische Sanierung vorzunehmen (Bode et al. 2010). Mittel der Wahl ist Mupirocin. Bei Mupirocinresistenz kommt alternativ Octenidin-Nasensalbe in Betracht (Hübner et al. 2009).
Bei Diabetes mellitus wird prä- und postoperativ die engmaschige Kontrolle des Blutglukosespiegels mit Vermeidung von Werten >200 mg/dl bzw. >11,1 mmol/l empfohlen (KRINKO 2007).
Hinsichtlich des Rauchens reduziert eine Karenz von 6–8 Wochen das Auftreten von SSI signifikant. Daher wird empfohlen, das Rauchen mindestens 30 d vor einem elektiven Eingriff einzustellen (KRINKO 2007).
Da eine lange präoperative Verweildauer das Auftreten von SSI begünstigen kann, sollte die präoperative Verweildauer so kurz wie möglich gehalten werden (KRINKO 2007).
Weitere Risikofaktoren sind Adipositas, Untergewicht und Mangelernährung, Anämie und Immuninkompetenz.
Präoperative Haarentfernung und OP-Feld-Abdeckung
Besteht OP-technisch die Notwendigkeit zur Haarentfernung im OP-Feld, ist diese mittels Clipping (Haarentfernung mit chirurgischer Haarschneidemaschine mit Einmalscherkopf) anstelle von Rasur zeitnah vor dem Eingriff vorzunehmen (Kramer et al. 2008). Nach Ablauf der Einwirkzeit der präoperativen Antiseptik wird das OP-Feld steril abgedeckt. Da für bakterienpermeable Textilien aus Baumwolle ein infektionsbegünstigender Einfluss nachgewiesen ist, sind erregerdichte impermeable OP-Textilien (Standard-Performance-Qualität, DIN EN 13795) zu verwenden (Maier et al. 2014).
Perioperative Antibiotikaprophylaxe (PAP)
Bei gesicherter Indikation und einmaliger Verabreichung innerhalb des Zeitfensters von 30–60 min leistet die PAP einen signifikanten Beitrag zur SSI-Reduktion.
Bei aseptischen Eingriffen ist die PAP nicht indiziert, sofern keine zusätzlichen Infektionsrisiken vorhanden sind. Liegen diese vor, ist die Notwendigkeit der PAP zu überprüfen. Als Risikofaktoren gelten z. B. Implantate, Diabetes mellitus, Immunsuppression, Tumorerkrankung. Bei sauber-kontaminierten (bedingt aseptischen) oder kontaminierten Eingriffen besteht in jedem Fall die Indikation. Bei infizierten Eingriffen ist eine einmalige Prophylaxe im Regelfall nicht ausreichend, hier sollte eine Antibiotikatherapie durchgeführt werden (Maier et al. 2011).
Normothermie
Prä- und perioperativ ist Normothermie aufrecht zu erhalten (KRINKO 2007).
Durch Hypothermie kommt es zu peripherer Vasokonstriktion mit Hypoxie der Wunde, verringerter T-Zell-vermittelter Antikörperbildung und erhöhter Wundinfektionsrate. Möglichkeiten zur Vermeidung einer intraoperativen Hypothermie sind die Anwendung warmer Infusionen und Lavagen sowie von Patientenbeheizungssystemen.
OP-Trauma
Eine möglichst kurze Operationszeit, das Einhalten atraumatischer („schichtgerechter“) Operationstechnik und die effektive Blutstillung haben einen positiven Einfluss auf die postoperative Wundheilung. Sofern möglich und sinnvoll, ist minimalinvasiven Techniken der Vorzug zu geben (Maier et al. 2011).
Wundauflage
Die OP-Wunde wird am OP-Ende mit steriler Wundauflage abgedeckt. Die Wundabdeckung wird bei geschlossener Wunde in der Regel 2–10 Tage belassen. Beim Auftreten klinischer Zeichen einer Infektion sowie durchgebluteter oder durchfeuchteter Wundabdeckung muss der Verband sofort gewechselt werden. Ist der äußere Wundverschluss abgeschlossen, kann aus hygienischen Gründen auf eine erneute Wundabdeckung verzichtet werden.
Wichtig
Beim Wechsel der Wundauflage sind die Grundsätze der Aseptik einzuhalten.
Frühzeitige Mobilisierung des Patienten
Sie kann zur Verminderung des SSI-Risikos, von Thrombosen und zur Verkürzung der Hospitalisierung beitragen (Browning et al. 2007).

Harninkontinenz

Wichtig
Harninkontinenz per se ist keine Indikation für einen Harnblasenkatheter.
Bei Harninkontinenz sind als Voraussetzung zur Intervention/Pflege die Ursache und das Profil der Inkontinenz zu analysieren. Pflegeziel ist der Erhalt der physiologischen Harnausscheidung und die Kontinenzförderung. Die allgemeinen Maßnahmen beinhalten angemessene Flüssigkeitszufuhr, wodurch das Risiko von HWI gesenkt und der Obstipation entgegengewirkt wird. Gegebenenfalls ist eine Gewichtsreduktion anzustreben. Die Selbstständigkeit beim Toilettengang ist zu fördern. Die Patienten sind zur Teilnahme an Kontinenztrainingsmaßnahmen und zur Verwendung von Hilfsmitteln zu beraten. Durch krankengymnastische Übungen wird die Beckenboden- bzw. Bauchdeckenmuskulatur gestärkt. Bei inkontinenzversorgenden Hilfsmitteln ist zwischen urinabsorbierenden und urinableitenden Inkontinenzhilfen zu unterscheiden. Die Auswahl von Inkontinenzhilfen ist abhängig vom Inkontinenzgrad und Patientenwunsch. Grundsätzlich müssen Inkontinenzhilfen einen sicheren Schutz gegen Ausscheidungen und Gerüche gewährleisten sowie hautverträglich sein.

Absorbierende Einmal- oder Mehrwegvorlagen

Absorbierende Einmal- oder Mehrwegvorlagen werden entweder am Körper getragen oder unter dem Patienten platziert. Aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel (Vorlagen) sind bei Durchfeuchtung zu wechseln, da durch das feuchte Milieu das Risiko der Entstehung von Druckgeschwüren gegeben ist. Zur Vorbeugung von Hautmazerationen ist der Durchfeuchtungsgrad regelmäßig zu kontrollieren. Hilfreich sind Inkontinenzhilfen mit Indikatorstreifen.
Bei jedem Vorlagenwechsel ist die Haut möglichst nur mit Wasser zu reinigen. Bei Notwendigkeit der Anwendung einer pH-neutralen bzw. leicht sauren Waschlotion ist sorgfältig mit klarem Wasser nach zu waschen. Alkaliseifen sowie parfümierte, konservierte oder desodorierende Waschlotionen sind wegen des Risikos der Hautirritation bzw. Sensibilisierung nicht einzusetzen.
Zur Hautpflege sind W/O-Emulsionen ohne Konservierung und Parfümierung geeignet, z. B. Apomix Hautpflegesalbe W/L für normale Haut (Kramer et al. 2013c). O/W-Lotionen wirken austrocknend. Abdeckende Cremes (z. B. Vaseline) führen zum Wärmestau mit nachfolgender Verdunstung und Austrocknung der Haut und sollen daher nicht verwendet werden.

Kondomurinalsystem

Für Männer kommt als Alternative für aufsaugende Inkontinenzhilfsmittel das Kondomurinalsystem in Betracht. Bei bestehender Urge-Inkontinenz, z. B. nach Schlaganfall, bei Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson und nicht selten bei multipler Sklerose, sorgt das Kondomurinal für soziale Kontinenz. Weitere Einsatzgebiete sind die vorübergehende Inkontinenz nach operativen Eingriffen an Prostata, Blase, vor und nach Implantation eines artifiziellen Sphinkters sowie altersbedingte Inkontinenz und Urinverlust durch Medikamentenwirkung.
Der Vorteil der Kondomurinal-Versorgung besteht in der Vermeidung von Harnweginfektionen, da die Ableitung extern erfolgt, wodurch das Risiko einer retrograden mikrobiellen Aszension in den Harntrakt reduziert wird. Ebenso sind katheterassoziierte Verletzungen und deren Spätfolgen (Harnröhrenstrikturen) ausgeschlossen. Bei dichtem Abschluss kann eine Schädigung der Haut durch Urin vermieden werden.
Kontraindiziert ist das Kondomurinal bei großen Restharnmengen, da diese eine Infektionsgefahr darstellen, bei obstruktiven Blasenentleerungsstörungen mit Überlaufinkontinenz und bei symptomatischer HWI. Eine weitere anatomische Beschränkung ist die Retraktion des Penis auf eine Länge unter 2 cm. Daher sind vor der Verwendung von Kondomurinalen folgende Fragen zu klären:
  • Entleert sich die Blase restharnfrei?
  • Verfügt der Betroffene über eine ausreichende Penislänge?
  • Ist die Penisschafthaut intakt?
Essentiell ist die Bestimmung des Penisdurchmessers, weil die optimale Größenanpassung einen wesentlichen Sicherheitsaspekt darstellt. Ist der gewählte Durchmesser des Kondoms zu gering, kann es zu Abschnürungen mit Verletzungsfolge kommen. Ein zu großes Kondomurinal ist nicht in der Lage, seine volle Haftung zu entfalten und würde sich nach kurzer Tragedauer vom Penis lösen.
Eine weitere vorbereitende Maßnahme ist die Entfernung bzw. drastische Kürzung der Schambehaarung, um beim Wechsel des Systems keine Haare auszureißen und Mikroläsionen zu vermeiden. Ist der Betroffene hierzu nicht bereit, kann alternativ eine sog. Penisschürze verwendet werden. Hierbei handelt es sich um ein kommerziell erhältliches Lochtuch aus Mikrofaser, dass bei 60 °C gewaschen werden kann. Der Penis wird durch die Lochöffnung geführt, sodass die männliche Schambehaarung vor dem Anlegen des Urinals zurückgehalten wird.
Im nächsten Schritt erfolgt die Auswahl des Kondomurinalsystems. Unterschieden werden Kondomurinale mit integrierter Haftfläche von Kondomurinalen mit separatem Haftstreifen (zweiteilig). Die integrierte Haftfläche befindet sich in der Regel am Ende des Kondomschaftes. Bei geringer Penislänge besteht die Gefahr, dass die Haftfläche nicht zur Wirkung kommt. Um der anatomischen Variationsbreite Rechnung zu tragen, werden heute Kondomurinale in unterschiedlichen Längen angeboten. Die zweiteilige Variante dient der sicheren Versorgung bei anatomischen Veränderungen, Penisretraktion oder bei Hautdefekten.
Cave
Beim Anschluss des Kondomurinalsystems ist eine Kondom- oder Schlauchabknickung zu unterlassen.
Das Material muss hautfreundlich und flexibel sein, damit Druckstellen und Durchblutungsstörungen vermieden werden. Sofern die oben genannten Voraussetzungen unvollständig erfüllt sind, können entzündliche Affektionen der Penisschafthaut und HWI entstehen (Stover et al. 1991, Zimakoff et al. 1996).
Kondomurinale werden einmal in 24 Stunden gewechselt. Das sollte bevorzugt am Morgen geschehen, da die Flüssigkeitsbelastung dann noch gering ist. Vor der Neuanlage ist die gesamte Genitoperinealregion gründlich zu reinigen. Solange die Haut keine Entzündungszeichen aufweist, ist die Anwendung pH-neutraler flüssiger Tensidseifen ausreichend. Da Urethra und Perineum mit Pseudomonas, Klebsiella oder Providencia spp. (Montgomerie und Maeder 1998) kolonisiert sind, ist bei entzündeter Haut die genitoperineale Antiseptik z. B. mit Octenidin-basierter Waschlotion zu empfehlen. Zu Vermeiden ist die mechanische Beanspruchung der Haut während der Reinigung, da diese zu Mikroläsionen führen kann. Moderne Haftmaterialien sind jedoch so konzipiert, dass sie nahezu rückstandsfrei haften, wodurch die Reinigung erleichtert wird.

Urostomapflege

Bei trockenen Stomata wird der regelmäßige saubere Einmalkatheterismus durchgeführt. Nasse Stomata müssen ständig abgeleitet werden. Das erfolgt über Klebebeutel, die den Harn unmittelbar nach Austritt aus dem Stoma auf der Hautoberfläche (Harnleiter-Hautfistel) oder idealerweise ohne Hautkontakt (Ileum-Conduit) aufnehmen.
Wichtig
Stomata bedürfen der täglichen Reinigung und des Schutzes durch einen trockenen Verband.
Stomata mit Klebebeuteln (Ileum-/Kolon-Conduit, Ureterostoma) bedürfen der regelmäßigen speziellen Stomapflege und Hauthygiene, wobei der Schutz der Haut vor Mazeration im Vordergrund steht. Voraussetzung dafür sind exakt für das Stoma ausgeschnittene und abdichtende Klebeplatten. Ihre Hautverträglichkeit muss bei jedem Patienten geprüft und das Fabrikat (z. B. einteiliger Klebebeutel oder zweiteiliges System mit Basisplatte und Beutel) gegebenenfalls von Zeit zu Zeit gewechselt werden. Das Haften des Beutels bzw. der Platte setzt eine saubere, trockene, gesunde Haut voraus. Die Säuberung der umgebenden Haut erfolgt vorsichtig mit kreisenden Bewegungen von außen nach innen mit warmem Wasser, ggf. mit nicht parfümierten, flüssigen Tensidseifen. Pflasterrückstände werden mit speziellen Lösungsmitteln (Pflasterlöser oder Stomapaste, nicht Benzin oder Ether) entfernt. Zur Trocknung der Haut vor Aufkleben des Beutels bzw. der Platte kann ein Föhn eingesetzt werden. Bei narbigen, verzogenen oder eingesunkenen Stomata sind vor Aufkleben des Beutels zum Niveauausgleich ggf. Hautschutzpasten (z. B. Karaya) aufzutragen oder spezielle konkave Basisplatten mit Gürtelsystemen zu verwenden.
Bei entstandenen Hautdefekten/Wundsein sind Hautschutzmaterialien speziell zur Stomaversorgung zu verwenden (Hautschutzfilm-, cremes) bzw. hydrokolloide Hautschutzplatten oder ein hydrokolloider Wundverband auszuschneiden und unter die Basisplatte passgenau auf den Hautdefekt aufzukleben. Bei Verdacht auf parastomale Mykose ist die diagnostische Abklärung mittels Abstrich vorzunehmen. Undichte Systeme sind ohne Abdichtungsversuch zu entfernen.

Schutz vor multiresistenten Erregern (MRE)

MRE sind die neue Geißel auch in der Urologie. Zum gezielten Screening von Problemerregern gibt es im Fachgebiet der Urologie bisher nur wenig Evidenz. Bei Verdacht oder klinischer Diagnose einer HWI empfiehlt sich ein Screening auf MRE bei Vorliegen der unten genannten Risikofaktoren.
Präoperativ wird in urologischen Kliniken üblicherweise bei jedem Patienten ein Urinsediment angelegt. Bei blandem Befund wird keine weitere Diagnostik durchgeführt. Beim Nachweis vereinzelter Leukozyten und Bakterien erfolgt die Kontrolle durch Anlegen einer Urinkultur. Enthält diese >103 koloniebildende Einheiten/ml, erfolgt die Erregerdifferenzierung mit Resistogramm. Bei Risikopatienten mit blandem Sediment empfiehlt sich ein Screening bei Vorliegen der unten genannten Risikofaktoren für ein Vorkommen von MRE.
Wichtig
Vor immunsuppressiven Eingriffen (z. B. Nierentransplantation) ist ein bakteriologisches und virologisches Screening indiziert.
Bei Nachweis eines MRE sind die Mitpatienten auch im Fall der nachträglichen Isolierung zu screenen, um eine nosokomiale Übertragung auszuschließen.
Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)
Zur Identifizierung und präoperativen Sanierung von MRSA-Trägern ist ein risikoadaptiertes MRSA-Screening durchzuführen (KRINKO (1999, 2014). Wird das Screening schon bei 2 Risikofaktoren durchgeführt, steigt die Anzahl identifizierter Träger bis 7-fach (Kramer et al. 2013b).
Als Risikofaktoren gelten:
  • bekannte MRSA-Anamnese,
  • Kontakt zu MRSA-Trägern,
  • chronische Pflegebedürftigkeit (z. B. Altenpflegeheim),
  • Verlegung aus Einrichtungen mit endemischen Vorkommen (z. B. Brandverletztungszentren, Dialyseeinrichtungen, Neurorehabilitationszentren, Rehabilitationseinrichtungen),
  • vorherige stationäre Krankenhausaufenthalte innerhalb der letzten 3 Monate,
  • Immunsuppression,
  • Antibiotikaeinsatz,
  • positive Reiseanamnese (im Ausland dialysiert bzw. dort länger als 24 Stunden hospitalisiert/dort chirurgisch behandelt/mit Drainage oder Katheter versorgt),
  • Dialysepflichtigkeit,
  • liegende Katheter (z. B. Harnblasenkatheter, PEG(perkutane endoskopische Gastrostomie)-Sonde, Trachealkanüle, ZVK, Stoma),
  • chronische Wunde/tiefes Hautulkus/ Gangrän/Weichteilinfektion/Dekubitus,
  • Arbeit in der Tierhaltung (insbesondere Schweinemast),
  • gegebenenfalls Tätigkeit in der Patientenversorgung bzw. Pflege (falls in der Einrichtung keine entsprechende Präventionsstrategie vorhanden).
Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)
Für das Vorkommen von VRE sind folgende Risikofaktoren relevant (Simon et al. 2004):
  • bekannte VRE-Anamnese (Infektion/ Kolonisation),
  • Glykopeptidantibiotika-Therapie (Vancomycin) innerhalb der letzten 6 Monate,
  • schwere Immunsuppression (bösartige Bluterkrankungen, Leukämie, Lymphom, Neutropenie, Chemotherapie),
  • Kontakt zu VRE-Trägern,
  • Verlegung aus Einrichtungen mit endemischem Vorkommen (z. B. Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen),
  • Länder mit endemischem Vorkommen,
  • liegende Katheter (z. B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde, Trachealkanüle, ZVK, Stoma),
  • Dialysepflichtigkeit,
  • längerer stationärer Krankenhausaufenthalt innerhalb der letzten 3 Monate in Risikobereichen (z. B. Intensivstation, Onkologie, urologischen Station).
Bei Vorkommen von ESBL-bildenden Bakterien ist eine Dekolonisierung, z. B. mit Paromomycin 1 g oral 4-mal/Tag für 4 Tage und bei Harnweginfektion plus Nitrofurantoin, Fosfomycin oder Cotrimoxazol in Verbindung mit 3-mal täglicher Chlorhexidinmundspülung mit einer Erfolgsrate von 76 % (mediane Beobachtungszeit 24 Monate) möglich (Buehlmann et al. 2011).
Multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien mit Resistenz gegen 3 bzw. 4 der 4 Antibiotikagruppen (3-MRGN, 4-MRGN)
Für das Vorkommen von MRGN sind folgende Risikofaktoren relevant (KRINKO 2012):
  • Kontakt mit Gesundheitssystem in Ländern mit endemischem Auftreten,
  • Kontakt zu Patienten mit 4-MRGN,
  • bekannte 4-MRGN-Anamnese (Kolonisation/ Infektion),
  • wiederholte HWI in der Anamnese,
  • chronische Pflegebedürftigkeit (z. B. Altenpflegeheim),
  • Verlegung aus Einrichtungen mit endemischem Vorkommen (z. B. Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen),
  • vorherige stationäre Aufenthalte des Patienten innerhalb der letzten 3 Monate in Risikobereichen (z. B. Intensivstation, Onkologie, urologische Station),
  • schwere Immunsuppression,
  • Antibiotikatherapie (V. a. mit Cephalosporinen der 3. Generation, Fluorchinolone),
  • positive Reiseanamnese aus Ländern mit hoher Prävalenz (z.B. Griechenland, Israel, Indien),
  • liegende Katheter (z. B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde, Trachealkanüle, ZVK, Stoma, Ägypten),
  • chronische Wunden, Dekubitalulkus.

Bei Begehungen von Arztpraxen festgestellte Mängel

Wenn nachfolgend bei Begehungen von Arztpraxen beobachtete Mängel aufgeführt werden, erfolgt das in Hinblick auf die Schwerpunktsetzung für die Eigenkontrolle urologischer Praxen:
  • Kein bzw. kein angepasster Hygieneplan.
  • Keine nachweisliche Mitarbeitereinweisung in den Hygieneplan.
  • Keine nachweisliche Überprüfung der korrekten Umsetzung von Hygienestandards durch den Praxisinhaber.
  • Keine bzw. unzureichende Ausstattung mit wandständig montierten Händedesinfektionsmittelspendern.
  • Tragen von Ringen, künstlichen Fingernägeln, Uhren, Armbändern bei der Patientenuntersuchung/-behandlung.
  • Kein Tragen von bzw. falscher Umgang mit Schutzhandschuhen.
  • Unzureichende Bedingungen für die Aufbereitung (keine Trennung unreiner/reiner Arbeitsbereich, keine Festlegung von Zuständigkeiten/Verantwortlichkeiten, Fehlen von Standardarbeitsanweisungen, Aufbereitung durch nicht sachkundiges Personal).
  • Manuelle Aufbereitung auch von MP Kritisch B, kein Einsatz geeigneter Dampfsterilisationsverfahren, unsachgerechte Verpackungsart, Verpacken und Beladen des Dampfkleinsterilisators, Einsatz nichtvalidierter Verfahren, keine Dokumentation des Aufbereitungsprozesses, Aufbereitung von MP für Dritte/externe Aufbereitung ohne vertragliche Vereinbarung).
  • Häusliches Waschen statt desinfizierende Aufbereitung.
  • Unzureichendes Tragen persönlicher Schutzausrüstung bzw. kein Zur-Verfügung-Stellen durch Arbeitgeber.
  • Vorbereitung von Infusionen/Injektionen am Beginn des Arbeitstags in Serie.
  • Unsachgerechte Vorbereitung von Parenteralia (Injektionen, Infusionen).
  • Mängel bei der Aufbereitung von Endoskopen (unsachgerechte manuelle Aufbereitung, kein Bürsten der Arbeitskanäle, Einsatz nichtsterilisierter kritischer MP wie Biopsiezangen und Bürsten, keine Sterilisation der Optikspülflasche, unzureichende mikrobiologische Überprüfung).
Aus vorgefundenen Mängeln bei der Aufbereitung von Zystoskopen in der Urologie wurden von Heudorf und Otto (2007) entsprechende Schlussfolgerungen abgeleitet. In Ergänzung dazu wird auf die Basischeckliste zur Überprüfung von Arztpraxen von Gleich und Begemann (2012) hingewiesen.

Zusammenfassung

  • Darstellung von Standardhygienemaßnahmen zur Prävention nosokomialer Infektionen einschließlich SSI und Ausbreitung von MRE, Ziel ihre Zusammenführung zu einer Multibarrierenstrategie mit folgenden Schwerpunkten: hygienische und chirurgische Händedesinfektion, Hautschutzplan, Aufbereitung von Medizinprodukten unter spezieller Berücksichtigung von Urethrozystoskopen, Haut- und Schleimhautantiseptik, Desinfektion von Oberflächen, Wassersicherheitsplan und Abfallentsorgung.
  • Wichtigster Parameter der Ergebnisqualität: Infektionssurveillance, ergänzt durch Erfassung des Verbrauchs an Händedesinfektionsmitteln, Antibiotika Stewardship und innerbetrieblicher Eigenüberwachung.
  • Zur Unterstützung der Infektionsprävention: Personalschutz durch Berufs-, Schutz- und Bereichskleidung sowie Schutzimpfungen.
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