Enzyklopädie der Schlafmedizin
Autoren
Wolfgang Galetke und Heinrich F. Becker

Bi-Level-PAP

Der Begriff BiPAP ist eingetragenes Warenzeichen der Firma Respironics, er wird häufig als Bezeichnung der verschiedenen, heute im Handel erhältlichen Geräte verwendet, die nach diesem Prinzip arbeiten. Korrekter ist die allgemeine – und auch in Leitlinien benutzte – Bezeichnung Bi-Level-PAP oder BPAP. Im Gegensatz zu CPAP (Continuous Positive Airway Pressure) wird unter Bi-Level-PAP kein konstanter Druck appliziert, sondern es wird während der Inspiration ein höherer Druck als während der Exspiration verabreicht

Synonyme

Bi-level Positive Airway Pressure; bi-level; BPAP; Zwei-Niveau-Positivdruckbeatmung

Definition

Der Begriff BiPAP ist eingetragenes Warenzeichen der Firma Respironics, er wird häufig als Bezeichnung der verschiedenen, heute im Handel erhältlichen Geräte verwendet, die nach diesem Prinzip arbeiten. Korrekter ist die allgemeine – und auch in Leitlinien benutzte – Bezeichnung Bi-Level-PAP oder BPAP. Im Gegensatz zu „CPAP“ (Continuous Positive Airway Pressure) wird unter Bi-Level-PAP kein konstanter Druck appliziert, sondern es wird während der Inspiration ein höherer Druck als während der Exspiration verabreicht (Sanders und Kern 1990).
Siehe dazu auch „Mechanische Ventilation“.

Grundlagen

Der exspiratorische Druck stellt gewissermaßen den Basisdruck dar. Das Gerät erkennt den Beginn der Einatmung durch die Zunahme des Luftflusses und erhöht dann den Druck auf das definierte inspiratorische Niveau. Am Ende der Inspiration wird der Druck dann wieder auf das Ausatmungsniveau abgesenkt. Die Ausatmung erfolgt somit gegen einen im Vergleich zur Einatmung geringeren Druck, was von manchen Patienten als angenehmer empfunden wird als beim CPAP mit seinem konstant gehaltenen Druckniveau. Zur Therapie werden immer ein inspiratorischer und ein exspiratorischer Druck eingestellt. Je nach der Gerätesteuerung werden 3 Bi-Level-PAP-Modi unterschieden:
1.
Spontanatmungsmodus (Bi-Level-PAP S)
 
2.
Kontrollierter (timed) Modus (Bi-Level-PAP T) mit fester Vorgabe von Atemfrequenz und Inspirations-Exspirations-Verhältnis
 
3.
Ein spontan-kontrollierter Modus (Bi-Level-PAP ST) mit Umschaltung von Spontanatmung auf kontrollierte Beatmung beim Unterschreiten einer vorgewählten Grenzatemfrequenz
 
Zur Bi-Level-PAP-Therapie bei Obstruktiver Schlafapnoe wird ausschließlich Bi-Level-PAP S eingesetzt, die beiden anderen Modi finden Anwendung bei respiratorischer Insuffizienz und bei zentralen „Schlafbezogenen Atmungsstörungen“. Näheres zum Verfahren unter „Bi-Level-PAP-Therapie bei zentralen Schlafbezogenen Atmungsstörungen und bei der chronischen respiratorischen Insuffizienz“. Bi-Level-PAP war die erste verfügbare Therapieoption bei Patienten, die eine Positivdrucktherapie benötigten, diese jedoch in der konstanten Druckapplikation nicht tolerierten. Bi-Level-PAP S wird jedoch heute für diese Indikation nur noch selten eingesetzt, da die Geräte deutlich höhere Kosten verursachen als „Automatisches CPAP“ und CPAP-Verfahren mit „Druckabsenkung in der Exspirationsphase“, die bezüglich der Kosten dem konventionellen CPAP angeglichen sind. Eine Verbesserung der Adhärenz durch die Anwendung von Bi-Level-PAP konnte in kleineren Studien nur bei ausgewählten Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe nachgewiesen werden. Daher wird dieses Therapieverfahren in den aktuellen Leitlinien zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe nicht als Verfahren der ersten Wahl, sondern nur bei Patienten mit Intoleranz gegenüber CPAP empfohlen.
Siehe dazu auch „Mechanische Ventilation bei Obstruktiver Schlafapnoe“.
Literatur
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Sanders MH, Kern M (1990) Obstructive sleep apnea treated by independently adjusted inspiratory and expiratory positive airway pressures via nasal mask. Chest 98:317–324CrossRef
Smith I, Lasserson TJ (2009) Pressure modification for improving usage of continuous positive airway pressure machines in adults with obstructive sleep apnoea. Cochrane Database Syst Rev (4):CD003531