Enzyklopädie der Schlafmedizin
Autoren
Helga Peter

Somnoendoskopie

Definition von Somnoendoskopie

Synonyme

Schlafvideoendoskopie

Englischer Begriff

somnoendoscopy

Definition

Der Gebrauch des Begriffs Somnoendoskopie bei der Diagnostik von Schlafbezogenen Atmungsstörungen (SBAS; siehe „Schlafbezogene Atmungsstörungen“) legt nahe, dass es sich dabei um eine im Schlaf durchgeführte Endoskopie (der extrathorakalen Atemwege) zu handeln hat. Im praktischen Vorgehen wird dabei meist unter der Wirkung eines Narkotikums beziehungsweise eines Rauschmittels der Pharynx durch ein fiberoptisches Endoskop, das über ein Nasenloch eingeführt wurde, in Abhängigkeit von der Ein- und Ausatmung beobachtet. Bei diesem Vorgehen hängt eine eventuell eintretende vermehrte inspiratorische Kollapsibilität des Pharynx in Rückenlage in erster Linie von der Art und Dosis des verabreichten Narkotikums und von der diesbezüglichen Reaktionsbereitschaft des Untersuchten ab, zum geringeren Teil von einer inspiratorischen Kollapsibilität, wie sie im spontanen Schlaf beim „Schnarchen“ oder bei Obstruktiver Schlafapnoe (OSA; siehe „Obstruktive Schlafapnoe“) zu beobachten wäre. Die unkritische Interpretation der Ergebnisse einer unter Substanzeinwirkung durchgeführten sog. Somnoendoskopie zur Diagnostik der OSA verbietet sich daher. Zur Beurteilung der Art des pharyngealen Kollaps – im Sinne der Abgrenzung eines anterio-posterioren Kollaps von einem zirkulären Kollaps – hat die Somnoendoskopie unter Einsatz von Propofol inzwischen einen festen Platz in der Eignungsfeststellung für die Anwendung der Hypoglossusstimulation gefunden.
Die Somnoendoskopie am nichtmedizierten Schlafenden wurde im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt, ihre Anwendung ist aber technisch sehr aufwendig und nur wenige Untersuchte erreichen unter Endoskopiebedingungen alle Schlafstadien. In der diagnostischen Routine ist das Verfahren daher zur Beurteilung von Schlafbezogenen Atmungsstörungen nicht geeignet.
Siehe auch
  • „HNO-ärztliche Verfahren zur operativen Therapie der Obstruktiven Schlafapnoe“
  • „Stimulation des Nervus hypoglossus“