Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
R. Tauber und F. H. Perschel

13C-Oktanoat-Atemtest

13C-Oktanoat-Atemtest
Englischer Begriff
13C-octanoic acid breath test
Definition
13C-Atemtest für die Diagnostik von Störungen der Magenentleerung.
Durchführung
Applikation einer festen Testmahlzeit, bei der 13C-Oktanoat in das Eigelb eines Rühreis eingebacken wird. Nach Entleerung von 13C-Oktanoat mit der Nahrung durch den Pylorus in den Dünndarm wird die mittelkettige Fettsäure resorbiert und zu 13CO2 verstoffwechselt. Zu unterschiedlichen Zeiten nach Applikation der Testnahrung werden Atemluftproben gewonnen und analysiert. Bei einem Untersuchungszeitraum von mehr als 4 Stunden spiegelt die Ausscheidungskinetik von 13CO2 in der Atemluft die Kinetik der Magenentleerung wider.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Ausatmungsluft.
Analytik
Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie (IR-MS; s. Massenspektrometrie) oder nicht dispersive isotopenselektive Infrarot-Spektrometrie (NDIRS).
Indikation
Verdacht auf Störung der Magenentleerung z. B. bei diabetischer Neuropathie oder funktioneller Dyspepsie.
Diagnostische Wertigkeit
Praktikable, technisch weniger aufwendige Alternative zu nuklearmedizinischen Verfahren zur Untersuchung der Magenentleerung.
Literatur
Braden B, Lembcke B, Caspary WF (2003) Nichtinvasive Funktionsdiagnostik aus der Atemluft mit 13C-Atemtests. Dtsch Ärztebl 100:A3376–A3381