Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
O. Müller-Plathe

2,3-Diphosphoglyzerat

2,3-Diphosphoglyzerat
Synonym(e)
2,3-DPG
Englischer Begriff
2,3-diphosphoglycerate
Definition
Glykolysemetabolit mit Einfluss auf die O2-Affinität des Hämoglobins (Hb).
Beschreibung
Im Zuge der Glykolyse wird 1,3-Diphosphoglyzerat normalerweise unter Gewinnung von ATP direkt zu 3-Phosphoglyzerat abgebaut. Im Erythrozyten verläuft dieser Abbau zu etwa 20 % über die Zwischenstufe 2,3-DPG (Rapoport-Luebering-Zyklus). 2,3-DPG liegt im Erythrozyten mit einer Konzentration von etwa 5 mmol/L annähernd äquimolar zum Hb-Tetramer vor. Durch seine Größe kann das Molekül in die zentrale Höhle zwischen den Beta-Ketten des Deoxy-Hb eindringen, hier durch elektrostatische Bindung die T-Konformation des Hb-Tetramers stabilisieren und dadurch die Affinität zu O2 vermindern. Zunahme von 2,3-DPG mindert die O2-Affinität und erhöht den Halbsättigungsdruck (p50), Abnahme erhöht die Affinität und erniedrigt p50.
Regulation der 2,3-DPG-Konzentration: Zunahme bei O2-Mangel sowie bei zellulärer Alkalose durch Stimulation von Enzymen der Glykolyse. Abnahme bei O2-Überschuss sowie bei zellulärer Azidose durch Hemmung von Enzymen der Glykolyse, ferner in alternden Erythrozyten.
Klinische Bezüge: Sauerstofftransport.
Literatur
Fairbanks VF, Klee GG (1994) Biochemical aspects of hematology. In: Burtis CA, Ashwood ER Tietz textbook of clinical chemistry, 2. Aufl. WB Saunders, Philadelphia, S 1992–1994