Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Alkalidenaturierung

Alkalidenaturierung
Englischer Begriff
alkali denaturation
Definition
Bestimmung des Hämoglobin F durch Denaturierung des Hämoglobin A (HbA) im alkalischen Milieu.
Physikalisch-chemisches Prinzip
Hämoglobin wird in Cyanhämiglobin überführt. Durch Zugabe von Natronlauge wird HbA denaturiert und anschließend mit Ammonsulfat gefällt. Das in Lösung gebliebene Hämoglobin F (HbF) wird im Überstand fotometrisch gemessen.
Einsatzgebiet
Bestimmung von HbF im Blut.
Untersuchungsmaterial
EDTA-Blut.
Instrumentierung
Handmethode.
Fehlermöglichkeit
  • Inkubationszeiten müssen strikt eingehalten werden.
  • Hämoglobin Barts wird nicht denaturiert und mitgemessen.
  • Ammonsulfatlösung muss gesättigt sein (40 % gesättigte Lösung).
Praktikabilität – Automatisierung – Kosten
Aufwändige Handmethode, sie ist nicht automatisierbar.
Bewertung – Methodenhierarchie (allg.)
Klassische Methode zur HbF-Bestimmung. Sie wird jedoch nur noch selten durchgeführt und ist durch andere Methoden (Elektrophorese, HPLC) ersetzt.
Literatur
Huber H, Pastner D, Gabl F (1972) Laboratoriumsdiagnose hämatologischer und immunologischer Erkrankungen. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 216–218
Löffler H. (1998) Zytochemische Methoden. In: Boll I, Heller S (Hrsg) Praktische Blutzelldiagnostik. Springer, Berlin, S 195–196