Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. G. Guder

Antikörper als Störgrößen

Englischer Begriff
antibodies as interference factors
Definition
Antikörper treten als Störgrößen auf, wenn sie in vitro mit der Analytik eines anderen Blutbestandteils interferieren.
Pathophysiologie
Störende Antikörper können in Normalpersonen oder durch Krankheiten im Blut der zu untersuchenden Person entstehen (z. B. Anti-Maus-Antikörper [HAMA] bei Behandlung mit Maus-Immunglobulinen) oder durch Therapie eingebracht werden (z. B. durch Transfusion eines Blutes mit spezifischen Antikörpern gegen die zu messende Messgröße).
Beispiele: Polyagglutination bei der Blutgruppenbestimmung bei monoklonaler Gammopathie, falsch hohe oder niedrige Messergebnisse bei Verwendung von Mausantikörpern im Immunoassay und Vorhandensein von humanen Anti-Maus-Antikörpern (Human anti-mouse antibodies; HAMA) in der Patientenprobe, Störungen in der infektionsserologischen Bestimmung von Antikörpern durch Rheumafaktor.