Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Apolipoprotein A-II

Synonym(e)
ApoA-II
Englischer Begriff
Definition
Strukturprotein der HDL. Nach ApoA-I das Apolipoprotein der High Density Lipoproteine (HDL; s. High Density Lipoprotein) mit der höchsten Serumkonzentration.
Struktur
Homodimer aus 2 identischen 77 Aminosäuren langen Peptiden, die über eine Disulfidbrücke kovalent verknüpft sind; teilweise glykosyliert.
Molmasse
Monomer 8,7 kDa.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
ApoA-II wird vorwiegend in der Leber, aber auch im Dünndarm als 100 Aminosäuren langes Präproprotein synthetisiert. Kotranslational wird ein 18 Aminosäuren langes Signalpeptid, posttranslational aber fast ausschließlich intrazellulär ein 5 Aminosäuren langes Propeptid abgespalten. ApoA-II ist zum größten Teil an HDL gebunden; wenig ApoA-II wird auch in Chylomikronen und VLDL gefunden.
Halbwertszeit
3,5–5 Tage.
Funktion – Pathophysiologie
Die physiologische Funktion von ApoA-II ist unklar. Ein vollständiger Mangel führt zu keinem erkennbaren klinischen Phänotyp. ApoA-II moduliert die Aktivität der hepatischen Lipase (Lipase, hepatische) und der Lecithin-Cholesterin-Acyltransferase (LCAT).
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum, EDTA- oder Heparinplasma.
Analytik
Immunturbidimetrie, Immunnephelometrie, Enzyme-linked Immunosorbentassay (nur bei sehr niedrigen Konzentrationen).
Konventionelle Einheit
mg/dL.
Internationale Einheit
g/L.
Umrechnungsfaktor zw. konv. u. int. Einheit
1:100.
Referenzbereich – Erwachsene
20–40 mg/dL (nur orientierend, da stark methodenabhängig).
Referenzbereich – Kinder
S. Erwachsene.
Indikation
Bestimmung ist in seltenen Fällen für die Diagnostik von HDL-Mangelsyndromen sinnvoll.
Diagnostische Wertigkeit
Von Ausnahmen abgesehen gering.
Literatur
Schwandt P, Richter O, Parhofer KG (2007) Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, 3. Aufl. Schattauer Verlag, Stuttgart