Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Apolipoprotein B-3500-Mutation

Apolipoprotein B-3500-Mutation
Synonym(e)
ApoB-3500; ApoB Arg3500Gln; ApoB, familiär defektes
Englischer Begriff
apolipoprotein B-3500 mutation; familial defective ApoB
Definition
Austausch von Arginin in Position 3500 des ApoB gegen Glutamin, der zu einer Störung der Bindung an den Low density lipoprotein-Rezeptor und Hypercholesterinämie führt. Im weiteren Sinne wird eine zweite Mutation, Arg3500Trp, dazu gezählt, die ebenfalls zur Hypercholesterinämie führt.
Funktion – Pathophysiologie
Arginin 3500 ist offenbar durch Interaktion mit Tryptophan 4369 des ApoB wichtig für die Bindung von ApoB an den LDL-Rezeptor. Mutationen führen zu einer herabgesetzten Rezeptorbindung. Es besteht ein Gendosiseffekt hinsichtlich der LDL-Cholesterinkonzentration. Dies gilt offenbar auch für Arginin 3531, allerdings ist hier der Effekt auf die Serumcholesterinkonzentration umstritten. Die Arg3500Gln-Mutation hat eine Allelfrequenz von ca. 1:1000–1:1400, also eine Heterozygotenfrequenz von ca. 1:500–1:700. Sie ist die häufigste ApoB-Variante, die zu einer relevanten Hypercholesterinämie führt.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Vollblut (EDTA, Citrat, ohne Zusätze).
Analytik
SNP-Analytik mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion).
Referenzbereich – Erwachsene
Keine Mutation; Arg3500.
Referenzbereich – Kinder
S. Erwachsene.
Indikation
Differenzialdiagnose autosomal dominanter Hypercholesterinämien.