Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Autoantikörper gegen Golgi-Apparat-Antigene

Autoantikörper gegen Golgi-Apparat-Antigene
Synonym(e)
Autoantikörper gegen Antigene des Golgi-Apparates; Anti-Golgi-Apparat-Antikörper
Englischer Begriff
anti-Golgi antibodies; autoantibodies against the Golgi apparatus; Golgi apparatus antibodies
Definition
Autoantikörper, die sich gegen Antigene des Golgi-Apparats im Zytoplasma richten. Der Golgi-Komplex beinhaltet die folgenden antigenen Determinanten:
Autoantigen
Molmasse (kDa)
Giantin/Makrogolgin
376–364
Golgin-245
245
Golgin-160
160
Golgin-97
97
Golgin 95/gm130
130
Golgin-67
67
Untersuchungsmaterial
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik
Autoantikörper gegen den Golgi-Apparat stellen sich in der indirekten Immunfluoreszenz (Immunfluoreszenz, indirekte) auf HEp-2-Zellen als netzig-granuläre Strukturen dar, die dem Zellkern einseitig anliegen, wie die folgende Abbildung zeigt:
Bei HEp-2-Zellen, die sich in Mitose befinden, ist der Golgi-Apparat weitestgehend aufgelöst. Die Antikörper zeigen dort keine Reaktion. Auf Gefrierschnitten der Primatenleber ist das Zytoplasma der Hepatozyten ebenfalls angefärbt.
Die Ausgangsverdünnung für das Serum ist 1:100.
Referenzbereich – Erwachsene
Negativ.
Referenzbereich – Kinder
Negativ.
Diagnostische Wertigkeit
Autoantikörper gegen die Antigene des Golgi-Apparats treten bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen auf, insbesondere bei systemischem Lupus erythematodes und Sjögren-Syndrom. Wegen der geringen Krankheitsspezifität hat der Nachweis keine große diagnostische Bedeutung.
Literatur
Stinton LM, Eystathioy T, Selak S et al (2004) Autoantibodies to protein transport and messenger RNA processing pathways: endosomes, lysosomes, Golgi complex, proteasomes, assemblyosomes, exosomes, and GW bodies. Clin Immunol 110:30–44CrossRefPubMed