Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Autoantikörper gegen IgE-Rezeptoren

Autoantikörper gegen IgE-Rezeptoren
Synonym(e)
Fc-Epsilon-Rezeptor-Antikörper
Englischer Begriff
autoantibodies to Fcε-receptor
Definition
IgE-Rezeptoren werden auf der Oberfläche der basophilen Granulozyten und der Mastzellen exprimiert.
Funktion – Pathophysiologie
Reagieren die Autoantikörper gegen die IgE-Rezeptoren mit ihren Zielepitopen, werden diese miteinander vernetzt, die physiologische, durch spezifisches IgE ausgelöste Reaktion imitierend, und es kommt zur Ausschüttung von Histamin.
Untersuchungsmaterial
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik
Autoantikörper gegen IgE-Rezeptoren bestehen vorwiegend aus IgG. Durch einen funktionellen Test auf der Basis der Freisetzung von Histamin (Basophilen-Degranulation) lassen sich diese Autoantikörper in der Regel zuverlässiger bestimmen als mit einem üblichen Immunoassay. Der Degranulationstest erreicht dabei eine Empfindlichkeit von etwa 3 mg/mL.
Referenzbereich – Erwachsene
Negativ.
Referenzbereich – Kinder
Negativ.
Indikation
Autoantikörper gegen Fcε-Rezeptoren sind mit der chronischen idiopathischen Urtikaria assoziiert, mit einer Prävalenz zwischen 10 und 40 %.
Literatur
Hide M, Francis DM, Grattan CE et al (1994) The pathogenesis of chronic urticaria: new evidence suggest an auto-immune basis and implications for treatment. Clin Exp Allergy 24:624–627CrossRefPubMed