Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Autoantikörper gegen Ma

Synonym(e)
Ma(Ma1, Ma2/Ta)-Autoantikörper; Autoantikörper gegen paraneoplastisches Antigen 1/2; Autoantikörper gegen PNMA
Englischer Begriff
Ma (Ma1, Ma2/Ta) autoantibodies; autoantibodies against PNMA (paraneoplastic antigen)
Definition
Autoantikörper gegen Proteine (PNMA1, Ma1, 37 kDa; PNMA2, Ma2/Ta, 40 kDa) in den Nukleoli der Neuronenzellkerne; s. a. Autoantikörper gegen onkoneuronale Antigene.
Funktion – Pathophysiologie
Ma-Proteine werden sowohl in peripheren und zentralen Neuronen als auch, bei Antikörper-positiven Patienten, in Tumorgewebe exprimiert.
Analytik
Autoantikörper gegen Ma können durch den indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT, Immunfluoreszenz, indirekte) mit Gefrierschnitten von Primatenkleinhirn und -großhirn nachgewiesen werden. Sie zeichnen sich durch eine Reaktion der Nervenzellnukleoli aus.
Im Linienblot (Immunblot) rufen Anti-Ma1- und -Ma2/Ta-Autoantikörper eine Reaktion mit dem rekombinanten Ma2/Ta (PNMA2)-Antigen hervor.
Untersuchungsmaterial
Serum, Plasma, Liquor.
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Diagnostische Wertigkeit
Autoantikörper gegen Ma sind assoziiert mit Hirnstammenzephalitis und limbischer Enzephalitis. Die Antikörper wie auch die klinischen Symptome können einen ersten Hinweis auf ein zugrunde liegendes Lungen-, Hoden- oder Mammakarzinom geben.
Literatur
Graus F, Delattre JY, Antoine JC, Dalmau J, Giometto B, Grisold W, Honnorat J, Smitt PS, Vedeler CH, Verschuuren JJ, Vincent A, Voltz R (2004) Recommended diagnostic criteria for paraneoplastic neurological syndromes. J Neurol Neurosurg Psychiatry 75:1135–1140CrossRefPubMedPubMedCentral
Rosenfeld MR, Eichen JG, Wade DF, Posner JB, Dalmau J (2001) Molecular and clinical diversity in paraneoplastic immunity to Ma proteins. Ann Neurol 50:339–348CrossRefPubMed