Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Autoantikörper gegen MAP-2

Autoantikörper gegen MAP-2
Synonym(e)
Mikrotubulus-assoziiertes neuronales Protein 2
Englischer Begriff
microtubule-associated protein 2
Funktion – Pathophysiologie
MAP-2 ist ein Bestandteil des Zytoskeletts neuronaler Zellen. Es kommt ausschließlich in Nervenzellen vor und kann deshalb spezifisch markiert werden, um Ganglienzellen im ZNS oder im vegetativen Nervensystem immunhistochemisch zu identifizieren und zum Beispiel von (GFAP-positiven) Gliazellen zu unterscheiden („glial fibrillary acidic protein“).
Untersuchungsmaterial
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik
Indirekte Immunfluoreszenz (Immunfluoreszenz, indirekte) mit Gewebeschnitten von Großhirn, Kleinhirn, Rückenmark, Magen, Darm oder mit rekombinant exprimiertem MAP-2-Antigen in HEK-293-Zellen als Antigensubstraten. Alternativ Enzyme-linked Immunosorbent assay- und Immunblot-Verfahren (Western blot: 210 kDa).
Referenzbereich – Erwachsene
Negativ.
Referenzbereich – Kinder
Negativ.
Indikation
Systemischer Lupus erythematodes mit Beteiligung des Zentralnervensystems („neuropsychiatric SLE“), Prävalenz um 77 % (alle von 100 SLE-Fällen zusammen: nur 17 %).
Interpretation
Eingeschränkte Krankheitsspezifität, die Antikörper sollen auch bei alkoholischer Leberkrankheit, Virushepatitis und primär biliärer Cholangitis auftreten.
Literatur
Komatsu M, Goto M, Yamamoto A, Toyoshima I, Masamune O (1990) A new autoantibody, anti-210 kDa microtubule associated protein antibody, detected in the serum of patients with various liver diseases and SLE. Nihon Shokakibyo Gakkai Zasshi 87:2451–2456PubMed
Williams RC Jr, Sugiura K, Tan EM (2004) Antibodies to microtubule-associated protein 2 in patients with neuropsychiatric systemic lupus erythematosus. Arthritis Rheum 50:1239–1247CrossRefPubMed