Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Autoantikörper gegen Mi-2

Autoantikörper gegen Mi-2
Synonym(e)
Anti-Mi-2-Antikörper; Mi-2-Antikörper
Englischer Begriff
anti-Mi-2; antibodies against Mi-2
Definition
Autoantikörper gegen Mi-2 binden sich an einen Mehrkomponentenkomplex des Zellkerns. Molekularbiologische Untersuchungen führten zu dem Hauptantigen mit einer Molmasse von 218 kDa, das Histondeacetylase- und „Nukleosomen-Remodeling“-Aktivität aufweist (s. a. Autoantikörper gegen Zellkerne).
Untersuchungsmaterial
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik
Antikörper gegen Mi-2 zeigen im indirekten Immunfluoreszenztest (IIFT, Immunfluoreszenz, indirekte) mit HEp-2-Zellen eine feingranuläre Fluoreszenz der Zellkerne. Die Nukleoli sind teilweise ausgespart (s. Abbildung). Ausgangsverdünnung ist 1:100.
Autoantikörper gegen Mi-2, indirekte Immunfluoreszenz mit Substrat HEp-2-Zellen:
Bei einem positiven Resultat im IIFT wird zur genauen Identifizierung des Zielantigens ein geeigneter monospezifischer Immunblot mit Mi-2-Antigenen eingesetzt, die aus HeLa-Zellkernen isoliert werden.
Referenzbereich – Erwachsene
Negativ.
Referenzbereich – Kinder
Negativ.
Indikation
Autoantikörper gegen Mi-2 sind serologische Marker der Dermatomyositis. Für die Prävalenz liegen Angaben von 5 % bis zu 30 % vor.
Literatur
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