Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker und C. Krüger

Autoantikörper gegen oxidiertes LDL

Autoantikörper gegen oxidiertes LDL
Synonym(e)
oxLDL-Antikörper
Englischer Begriff
antibodies to oxidized LDL
Funktion – Pathophysiologie
Oxidiertes Low density lipoprotein (LDL) stellt den Hauptanteil der in atherosklerotischen Läsionen enthaltenen Lipoproteine. Bei verschiedenen autoimmunen und chronisch entzündlichen Erkrankungen (systemischer Lupus erythematodes, Antiphospholipid-Syndrom, progressive Systemsklerose, Diabetes mellitus, Myokardinfarkt) konnten Komplexe aus oxidiertem LDL (oxLDL) und dem Phospholipid-bindenden Plasmaprotein β2-Glykoprotein I (β2GPI) nachgewiesen werden.
Untersuchungsmaterial
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik
Bisher sind Autoantikörper gegen oxidiertes LDL sowie gegen den Komplex aus oxLDL/β2GPI beschrieben. Sie werden mittels Enzyme-linked Immunosorbent Assay bestimmt.
Indikation
Möglicherweise Risikoeinschätzung arterieller Thrombosen bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes und Antiphospholipid-Syndrom sowie generell als Marker der Progression einer Atherosklerose, vor allem in Zusammenhang mit verschiedenen autoimmunen und chronisch entzündlichen Erkrankungen.
Diagnostische Wertigkeit
Autoantikörper gegen oxLDL/β2GPI wurden bei Patienten mit systemischem Lupus erythematodes sowie mit Antiphospholipid-Syndrom gefunden. Sie weisen auf arterielle Thrombosen hin. Ob diese Autoantikörper das Potenzial eines prognostischen Markers besitzen, ist Gegenstand der Forschung.
Literatur
Salonen JT, Yla-Herttuala S, Yamamoto R et al (1992) Autoantibody against oxidised LDL and progression of carotid atherosclerosis. Lancet 339:883–887CrossRefPubMed