Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
W. Stöcker

Autoantikörper gegen Speicheldrüsenausführungsgänge

Autoantikörper gegen Speicheldrüsenausführungsgänge
Synonym(e)
Speicheldrüsengangepithel-Antikörper; Parotis-Antikörper
Englischer Begriff
antibodies against saliva gland excretory ducts
Definition
Autoantikörper gegen Antigene der Speicheldrüsenausführungsgänge
Untersuchungsmaterial
Probenstabilität
Autoantikörper sind bei +4 °C bis zu 2 Wochen lang beständig, bei −20 °C über Monate und Jahre hinweg.
Analytik
Im indirekten Immunfluoreszenztest (Immunfluoreszenz, indirekte) mit dem Substrat Parotis (Ausgangsverdünnung 1:10) zeigen Autoantikörper gegen Speicheldrüsengangepithel eine glatte bis feingranuläre Färbung des Zytoplasmas der Epithelzellen (im Bild: Substrat Primatenparotis):
Der parallele Einsatz des Substrats Rattenniere zur Parotis dient dem Ausschluss von Autoantikörper gegen Mitochondrien (AMA), deren Bindung an das Parotisgewebe das Vorliegen eines Speicheldrüsen-spezifischen Antikörpers vortäuschen kann.
Referenzbereich – Erwachsene
Negativ.
Referenzbereich – Kinder
Negativ.
Indikation
Autoantikörper gegen Speicheldrüsenausführungsgänge werden bei 40–60 % der Patienten mit primärem Sjögren-Syndrom nachgewiesen.
Literatur
MacSween RN, Goudie RB, Anderson JR et al (1967) Occurrence of antibody to salivary duct epithelium in Sjogren’s disease, rheumatoid arthritis, and other arthritides. A clinicalandlaboratorystudy. Ann Rheum Dis 26:402–411CrossRefPubMedPubMedCentral