Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Biliverdin

Biliverdin
Englischer Begriff
biliverdin
Definition
Biliverdin ist ein lineares, wasserlösliches Tetrapyrrol von grüner Farbe, da im Hämabbau durch oxidative Spaltung der α-Methinbrücke des Porphyrinringsystems entsteht und weiter zum Bilirubin reduziert wird.
Beschreibung
Ferroprotoporphyrin IX (Häm) des Hämoglobins sequestrierter Erythrozyten (und einiger Häm-enthaltender Enzyme) wird an der α-Methin-Brücke oxidativ zum linearen Tetrapyrrol gespalten, wobei Eisen und CO freigesetzt werden. Die Reaktion wird durch drei Isoformen mikrosomaler Hämoxigenasen in Anwesenheit von NADPH + H+ und molekularem Sauerstoff (O2) katalysiert. CO ist einerseits ein Hämligand mit 200-fach höherer Affinität für Hämoglobin als O2 (1 % des Hämoglobins sind dadurch mit CO blockiert), andererseits ist CO ein potenter Vasodilatator mit Bedeutung für die Lebermikrozirkulation. Biliverdin ist der wichtigste grüne Gallenfarbstoff (Gallepigmente) und wird weiter zum rot-orangen Bilirubin durch Biliverdinreduktase reduziert. Eine diagnostische Bedeutung hat Biliverdin nicht, jedoch kommt ihm als Vorstufe des wichtigen endogenen Antioxidans Bilirubin eine Funktion bei der Zytoprotektion gegenüber oxidativem Stress zu.
Literatur
Barañano DE, Rao M, Ferris CD et al (2002) Biliverdin reductase: a major physiologic cytoprotectant. Proc Natl Acad Sci U S A 99:16093–16098CrossRefPubMedPubMedCentral