Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
A. M. Gressner und O. A. Gressner

Bratton-Marshall-Reaktion

Bratton-Marshall-Reaktion
Englischer Begriff
Bratton-Marshall reaction
Definition
Empfindliche und technisch einfache, bereits im Jahr 1938 publizierte Methode zur quantitativen Bestimmung von p-Aminobenzolderivaten (z. B. die vom Sulfanilamid abgeleitete große Gruppe der Sulfonamide).
Beschreibung
Die p-Aminobenzole reagieren mit Nitrit in saurer Lösung unter Bildung des entsprechenden Diazoniumsalzes. Das überschüssige Nitrit wird mit Ammoniumsulfamat zerstört. Das Diazoniumsalz wird anschließend mit N-(1-Naphthyl)-Ethylendiamin zu einem stabilen Azofarbstoff gekuppelt, dessen Maximum der Farbintensität bei 550 nm liegt. Die Menge des gebildeten Farbstoffes ist über einen weiten Bereich der p-Aminobenzolkonzentration proportional. Die Reaktion ist für alle p-Aminobenzolderivate mit einer freien Aminogruppe spezifisch (z. B. p-Aminophenol, Sulfanilsäure, Sulfanilamid, p-Aminobenzoesäure, p-Aminosalizylsäure, p-Aminohippursäure). Da die Reaktion stark lichtempfindlich ist, muss Sonnenexposition unbedingt vermieden werden. Im normalen menschlichen Blut kommt nur eine kleine Menge von Substanzen vor, die eine positive Bratton-Marshall-Reaktion ergeben. Deren Konzentration liegt im Allgemeinen zwischen 1–5 mg/L.
Literatur
Bratton AC, Marshall EK (1939) A new coupling component for sulfanilamide determination. J Biol Chem 128:537–550