Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
K. J. Lackner und D. Peetz

Cardiolipin

Cardiolipin
Synonym(e)
Diphosphatidylglycerol
Englischer Begriff
cardiolipin
Definition
Anionisches Phospholipid mit dimerer Struktur, die über ein Glyzerinmolekül verknüpft ist. Cardiolipin enthält 2 Phosphatgruppen und 4 Azylketten.
Beschreibung
Cardiolipin kommt in Bakterienmembranen (Bakterien) und der mitochondrialen Membran von Eukaryonten und Wirbeltieren vor. Der Name bezieht sich auf die ursprüngliche Isolation aus Herzmuskelgewebe, in dem Cardiolipin etwa 10 % der Gesamtphospholipide ausmacht. Bei Säugern sind etwa 80 % der Azylreste Linolsäure, der Rest vorwiegend Ölsäure und Linolensäure. In Mitochondrien interagiert Cardiolipin mit nahezu allen Proteinkomplexen der Atmungskette und ist essenziell für die Funktion dieser Komplexe. Diagnostisch ist Cardiolipin als Antigen der Antiphospholipidantikörper von Bedeutung.
Literatur
Schlame M, Rua D, Greenberg ML (2000) The biosynthesis and functional role of cardiolipin. Prog Lipid Res 39:257–288CrossRef