Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Charcot-Leyden-Kristalle

Charcot-Leyden-Kristalle
Englischer Begriff
Charcot-Leyden crystals
Definition
Spindelförmige, leicht gelbliche, oktaedrische bis bipyramidale Kristalle als Sekretions- oder Auskristallisationsprodukte eosinophiler Granulozyten.
Beschreibung
Charcot-Leyden-Kristalle sind extra- oder intrazytoplasmatisch lokalisierte kristalline Strukturen. Ihre genaue Herkunft ist nicht geklärt, allerdings haben sie Eigenschaften der membranständigen Lysophospholipase der eosinophilen Granulozyten (Granulozyten, eosinophile). Nachweisbar sind die Charcot-Leyden-Kristalle in Organen bei Erkrankungen mit starker eosinophiler Komponente wie allergisches Asthma bronchiale, pulmonalen eosinophilen Infiltraten oder im Stuhl von Patienten mit parasitären Erkrankungen.
Die Abbildung zeigt extrazellulär liegende Charcot-Leyden-Kristalle bei einer Eosinophilenleukämie (Knochenmark, 1000× May-Grünwald-Giemsa-Färbung):
Literatur
Zucker-Franklin D (1991) Eosinopenia and eosinophilia. In: Williams WJ, Beutler E, Ersler AJ et al (Hrsg) Hematology, 4. Aufl. International Edition. McGraw-Hill, New York, S 845–849