Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
J. Arnemann

Chordozentese

Chordozentese
Synonym(e)
Nabelschnurpunktion
Englischer Begriff
cordocentesis
Definition
Chordozentese oder Nabelschnurpunktion bezeichnet einen invasiven Eingriff bei der Schwangeren, um durch Punktion der Nabelschnurvene fetales Blut für gezielte diagnostische Analysen zu gewinnen.
Beschreibung
Die fetale Nabelschnur hat im Normalfall 2 Arterien, die das vom Feten verbrauchte, sauerstoffarme Blut in den maternalen Kreislauf zurückführt, sowie eine Vene, die das sauerstoffreiche Blut in den fetalen Kreislauf führt. Die Punktion der Nabelschnurvene ist relativ risikoreich, zumal sie nur schlecht zu arretieren und damit sicher zu punktieren ist. Meist wird versucht, den relativ stabilen Anteil der Nabelschnur beim Übergang in die Plazenta zu treffen. Aufgrund der hohen Risiken für den Feten und die Schwangerschaft, u. a. auch aufgrund von möglichen Infektionen oder Blutungen, sollte eine Nabelschnurpunktion nur bei sehr hohem individuellen genetischen Risiko und/oder Abklärung von Stoffwechselstörungen erfolgen, meist nach der 20. Schwangerschaftswoche. Diagnostisch steht auch hier meist eine Chromosomenanalyse im Vordergrund, die schon innerhalb von 2–3 Tagen zu einem Ergebnis führt, während die Kultur und Chromosomenanalyse der Amnionzellen ungefähr 14 Tage dauert.
Literatur
Weiner CP et al (1991) Risk factors for cordocentesis and fetal intravascular transfusion. Am J Obstet Gynecol 165:1020–1025CrossRefPubMed