Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
T. Stief

Cumarinsensitivität

Cumarinsensitivität
Englischer Begriff
coumarin sensitivity
Definition
Cytochrom-P450-2C9- (CYP2C9-) sowie Vitamin K-Epoxidreduktase-(VKORC1-)Varianten.
Beschreibung
Cumarinderivate (Cumarine) haben ein enges therapeutisches Fenster: Hämorrhagien oder Thrombosen sind ernste Komplikationen einer ungenügenden Cumarineinstellung. Cumarintherapien werden üblicherweise überwacht mit der INR (International Normalized Ratio = standardisierte Prothrombinzeit), die meistens zwischen 2,0 und 3,0 liegen soll. Varianten von Cytochrom P450 2C9 oder Vitamin-K-Epoxidreduktase 1 verändern die Wirksamkeit von Cumarinen. Cytochrom-P450-Enzyme sind Hydoxylasen für endogene (z. B. Steroide) oder exogene (z. B. Medikamente) Substrate in den Mikrosomen der Hepatozyten. Cytochrom P450 2C9 (CYP2C9; >100 Varianten) ist assoziiert mit einem reduzierten Metabolismus von Cumarin.