Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W. -R. Külpmann

Diclofenac

Diclofenac
Englischer Begriff
diclofenac
Definition
(Nichtsteroidales) Antirheumatikum und Analgetikum.
Strukturformel:
Molmasse
296 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Das Pharmakon wird oral appliziert und rasch resorbiert. Es wird in der Leber zu phenolischen Verbindungen metabolisiert, die teils konjugiert, teils unkonjugiert renal (etwa 65 %) bzw. enteral (etwa 35 %) eliminiert werden; 1 % der Dosis wird unverändert im Urin ausgeschieden.
Halbwertszeit
1–2 Stunden (Plasma).
Funktion – Pathophysiologie
Diclofenac hemmt die Cyclooxigenase und damit die Prostaglandinsynthese. Bei kardialer, renaler oder hepatischer Insuffizienz sowie Magen-/Darmulkus sollte Diclofenac nicht appliziert werden. Insbesondere bei gleichzeitiger Therapie mit Antikoagulanzien und Antidiabetika sind Blutgerinnung bzw. Glukosekonzentration im Blut zu überwachen. Die Wirkung von Diuretika und Antihypertonika ist unter Diclofenacbehandlung vermindert.
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Plasma (P), Serum (S), Urin.
Indikation
Intoxikationsverdacht.
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 0,5–3,0 mg/L; toxisch: >50 mg/L; komatös-letal: unbekannt.
Literatur
König H, Hallbach J (2009) Nonopioid analgesics and antirheumatics. In: Külpmann WR (Hrsg) Clinical toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 189–200