Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Differenzialblutbild

Differenzialblutbild
Englischer Begriff
differential count
Definition
Differenzierung der Leukozyten in die einzelnen Subpopulationen.
Untersuchungsmaterial
EDTA-Blut, Ausstrichpräparat.
Präanalytik
Für die Differenzierung stehen 2 Techniken zur Verfügung:
  • Automatisierte Messung in Analysegeräten: Dabei werden chemische, physikalische und/oder optische Eigenschaften der Zellen erfasst und so einzelne Subpopulationen getrennt
  • Mikroskopische Differenzierung eines gefärbten Blutausstrichs
Referenzbereich
Relativ (%)
Absolut (G/L)
Stabkernige Granulozyten
0–5
 
Segmentkernige Granulozyten
35–85
1,85–7,25
Eosinophile Granulozyten
0–4
0–0,4
Basophile Granulozyten
0–1
 
2–6
0,07–0,84
20–50
1,5–3,5
G, Gesamtzahl
Bewertung
Das Differenzialblutbild umfasst die Differenzierung der Leukozyten im peripheren Blut. Angegeben wird dabei die prozentuale Verteilung der einzelnen Leukozytensubpopulationen. Zusätzlich beinhaltet es die qualitative Beurteilung der Erythrozyten und Thrombozyten. Angegeben werden die einzelnen Subpopulationen normalerweise in Prozent der Gesamtleukozytenzahl, alternativ kann auch die absolute Anzahl pro Volumeneinheit (G/L) angegeben werden. Die Differenzierung der Leukozyten in die einzelnen Subpopulationen kann in Analysengeräten erfolgen oder durch die mikroskopische Differenzierung eines Blutausstrichs. Vorteil der automatisierten Analytik ist, dass in kurzer Zeit viele Differenzialblutbilder mit einer hohen Präzision der Messung durchgeführt werden können. Allerdings ist eine exakte Differenzierung nur dann möglich, wenn nur die normalerweise im Blut vorkommenden Zellen in der richtigen Konstellation in der Probe vorhanden sind. Dieser Nachteil der automatisierten Messung ist die Domäne der morphologischen Differenzierung. Es können die Zellen richtig zugeordnet werden, allerdings ist die Präzision der Messung aufgrund der geringen Anzahl an differenzierten Zellen schlechter.