Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
C. Vidal und W.-R. Külpmann

Digitoxin

Digitoxin
Englischer Begriff
digitoxin
Definition
Herzwirksames Glykosid.
Strukturfomel s. Abb. 1
Molmasse
764,92 g.
Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination
Digitoxin wird im Dünndarm passiv resorbiert, sodass die Bioverfügbarkeit 100 % beträgt. Aufgenommenes Digitoxin wird zu 80 % überwiegend in der Leber abgebaut, vorwiegend durch sukzessive Abspaltung von Digitoxoseeinheiten und durch Glukuronidierung. 60 % werden renal eliminiert, 40 % biliär.
Halbwertszeit
140–200 Stunden (Plasma).
Funktion – Pathophysiologie
Untersuchungsmaterial – Entnahmebedingungen
Serum (S), Plasma (P).
Analytik
Indikation
Therapeutisches Drug Monitoring, Verdacht auf Intoxikation.
Interpretation
Therapeutischer Bereich (S, P): 0,010–0,025 mg/L; toxisch: >0,03 mg/L; komatös-letal: >0,04 mg/L.
Der Einfluss von DLIF (Digitalis-like factors) auf die Digitoxinbestimmung ist im Allgemeinen geringer als auf die Digoxinbestimmung.
Literatur
Hallbach J (2009) Cardiac glycosides. In: Külpmann WR (Hrsg) Clinical toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 327–338