Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
D. Meißner und T. Arndt

DMPS(-Test)

DMPS(-Test)
Synonym(e)
Dimercaptopropansulfonsäure; Dimaval(-Test)
Englischer Begriff
dimercaptopropane sulfonate
Definition
DMPS ist ein Chelatbildner, der als Natriumsalz der 2,3-Dimercapto-1-propansulfonsäure vorliegt und im DMPS-Test zur Diagnostik und Therapie einer Quecksilberbelastung eingesetzt wird (Abb. 1).
Beschreibung
DMPS ist das Mittel der Wahl zur Therapie von Quecksilbervergiftungen. Auch zur Ausschleusung anderer Metallionen, z. B. von As, Co, Cr, Cu, Pb und Sb, wird es gelegentlich verwendet.
Im Organismus werden Schwermetalle durch DMPS aus ihren Depots mobilisiert und über die Niere ausgeschieden. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sollte die DMPS-Therapie nur bei akuten Intoxikationen mit ausgeprägter klinischer Symptomatik und bei Werten weit oberhalb des HBM-II-Wertes (Human-Biomonitoring-Wert) erwogen werden (Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamts 1999). Unerwünschte Nebenwirkungen sind das Ausschleusen auch der essenziellen Spurenmetalle, was zu Mangelzuständen führen kann.
Es wurde versucht, eine chronische Quecksilberbelastung durch Quecksilberbestimmungen im Urin vor und nach DMPS-Gabe zu diagnostizieren. Diese Vorgehensweis ist jedoch weder standardisiert (z. B. bzgl. Applikationsform und applizierter Menge des DMPS, Art der Urinsammlung, Bezugsgröße im Messergebnis) noch hinreichend mit einem diagnostischen Nutzen belegt und deshalb in Deutschland als Diagnostikum für Schwermetallbelastungen nicht zugelassen.
Literatur
Kommission „Human-Biomonitoring“ des Umweltbundesamts (1999) Stoffmonographie Quecksilber. Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforsch Gesundheitsschutz 42:522–532CrossRef
Meißner D, Schüttig R (1996) Der DMPS-Test in der Amalgam-Diskussion. In: Anke M et al (Hrsg) Mengen- und Spurenelemente – 16. Arbeitstagung. Verlag Harald Schubert, Leipzig, S 288–298