Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
R. Westermeier

Elektroendosmose

Elektroendosmose
Englischer Begriff
electroendosmosis
Definition
Phänomen bei der Elektrophorese, das durch fixierte Ladungen in der Trennmatrix oder an Glas- und Quarzoberflächen auftritt. Da fixierte Ladungen im elektrischen Feld nicht wandern können, kommt es zu einer Gegenreaktion: ein Wassertransport entgegen der elektrophoretischen Trennrichtung.
Beschreibung
Elektroendosmose ist bei Celluloseacetatfolien (s. Celluloseacetatfolien-Elektrophorese) und Agarosegelen (s. Agarosegelelektrophorese) stärker als bei Polyacrylamidgelen. Die Qualität von Agarose wird über den Elektroendosmosewert bestimmt: je niedriger umso besser die Qualität. Bei der Elektrophorese wirkt sich die Elektroendosmose in unscharfen Trennmustern aus. Die Isoelektrische Fokussierung ist besonders anfällig gegenüber Elektroendosmose, weil sie bei sehr hohen Spannungen durchgeführt wird.
Literatur
Westermeier R (2016) Elektrophorese leicht gemacht. Wiley-VCH, Weinheim