Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Renz und B. Gierten

Epitop

Epitop
Synonym(e)
Antigene Determinante
Englischer Begriff
epitop
Definition
Oberflächenanteile eines Antigens, die eine spezifische Immunantwort auslösen.
Beschreibung
Als Epitope bezeichnet man antigene Determinanten in einem Molekül. Sie interagieren mit den variablen Regionen (Paratope) der Mitglieder aus der Immunglobulinsuperfamilie, wie Immunglobulinen und T-Zell-Rezeptoren. Bindungen zwischen Epitop und Paratop bestehen aus Van-der-Waals-Kräften, Wasserstoffbrückenbindungen und/oder Ionenbindungen. Ein einziges Antigen kann viele Epitope enthalten, die wiederum jedes einzeln die Bildung von Immunglobulinen anregen können.
Ein einzelnes Epitop besteht gewöhnlich aus 6 Aminosäuren oder Monosacchariden. Die Anordnung der Moleküle kann linear, also der Proteinprimärstruktur entsprechend sein (lineares Epitop) oder erst durch Faltung der Molekülkette, etwa im Sinne von Sekundär-, Tertiär- oder Quartärstruktur, entstehen (Konformationsepitop). Konformationsepitope sind meist nur auf nativen Proteinen erhalten, da hier die Faltungen der Molekülketten unverändert sind.
B-Zell-Epitope, also solche Epitope, die von Immunglobulinen erkannt werden, sind in der Regel Konformationsepitope. T-Zell-Epitope dagegen sind lineare Peptide, die in der Bindungsgrube des Major Histocompatibility Complex-Moleküls gehalten werden und dem T-Zell-Rezeptor präsentiert werden.
Epitope, die besonders starke Immunantworten auslösen, werden als immundominante Epitope bezeichnet.
Literatur
Cruise JM, Lewis RE (1999) Atlas of immunology. Springer, Berlin/Heidelberg/New York