Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik
Autoren
H. Baum

Erythroblasten

Erythroblasten
Englischer Begriff
erythroblast
Definition
Kernhaltige Vorstufen der Erythropoese.
Beschreibung
Erythroblasten sind kernhaltige Vorstufen der Erythropoese und sind beim Gesunden lediglich im Knochenmark (Pfeile) nachweisbar (s. Abbildung):
Die Ausreifung erfolgt ausgehend vom Proerythroblasten als unreifster Form über den basophilen Erythroblasten, polychromatischen Erythroblasten und orthochromatischen (oxyphilen) Erythroblasten zum reifen Erythroblasten.
In der folgenden Abbildung sind ein polychromatischer Erythroblast (1) und zwei orthochromatische Erythroblasten (2) zu sehen (Knochenmark, 1000×, May-Grünwald-Giemsa-Färbung):
Dabei behalten die Erythroblasten die Fähigkeit zur Teilung. Während dieser Entwicklung ändert sich die Färbung des Zytoplasmas von dunkelbasophil zur rötlichen Färbung der reifen Erythrozyten. Der Kern verändert sich von einem großen runden Kern (Durchmesser 10–17 μm) mit dichter netzartiger Chromatin-Struktur zu einem kleinen sehr dichten, pyknotischen Kern (Durchmesser 6 μm). Im peripheren Blut wurden die Erythroblasten früher als Normoblast bezeichnet. Der Anteil der Erythroblasten an den kernhaltigen Zellen des Knochenmarks beträgt etwa 19 % an der Gesamtzellzahl und 95 % innerhalb der erythrozytären Zellreihe.
Literatur
Boll I (1991) Knochenmark-Zytologie. In: Boll I, Heller S (Hrsg) Praktische Blutzelldiagnostik. Springer, Berlin/Heidelberg/New York, S 288–292CrossRef